Hirth Motoren GmbH, Zuffenhausen (1927-194..)
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Hirth Landmaschinen- und Motorenwerke GmbH, Benningen/Neckar (Württ.) (bis 1957)
Hirth Motoren GmbH (ab 1957)
Hirth Motoren KG
Hirth Motorenwerke KG (bis 1974)
Göbler-Hirthmotoren KG (1974-heute)
Hellmuth Hirth wurde1886 in Heilbronn geboren. Er wurde einer der bekanntesten deutschen Flieger und Flugpioniere vor dem ersten Weltkrieg. Mit 18 Jahren war er in den USA bei Edison Mechaniker, dann kehrte er 1909 nach Deutschland zurück und baute bei "Erler" an den ersten deutschen Flugzeugen. 1910 folgen die ersten Eigenkonstruktionen und später arbeitete er als Konstrukteur von Luftschiffen bei "Luftschiffbau Zeppelin" in Friedrichshafen. 1920 gründete er die "Elektrometall GmbH" (heute Mahle) zur Herstellung u.A. von Leichtmetallkolben.
Nach dem Ausscheiden gründete er 1927 die "Hirth Motoren GmbH" zur Herstellung seiner eigenen Flugmotoren. 1931 konnte der erste Motor HM 60 in Serie gehen. Seine Fabrik entwickelte sich in Folge rasch zu einem der bedeutendsten Werke für luftgekühlte Flugmotoren in Reihenbauweise. Die Motoren sind "hängend", das heißt, dass die Kurbelwelle oben liegt, und die Zylinder unterhalb hängen. Diese Anordnung ist sehr vorteilhaft für den Einbau vorne im Flugzeug. Allerdings macht die hängende Bauweise eine Trockensumpf- bzw. Frischölschmierung unumgänglich. Ein weiteres markantes Merkmal der Hirth-Flugmotoren sind mehrteilige Kurbelwellen, deren Kurbelzapfen und Kurbelwangen durch biegungs- und drehfeste Hirth-Verzahnungen verbunden waren, die gleichzeitig selbstzentrierend sind. Bereits Hirths Vater hatte diese Verzahnung entwickelt und patentieren lassen. Eine sehr aufwendige und teure Herstellungsart, sie ermöglicht es aber einerseits Kurbel- und Pleuellager mit geschlossenen Rollenlagern auszustatten, andererseits das Baukastenprinzip auch auf die Kurbelwelle zu übertragen. In den Jahren darauf folgten ähnliche Motoren mit 4, 6, 8 und 12 Zylindern nach dem Baukastenprinzip, jeweils mit einem Hubraum von einem Liter pro Zylinder.
Hirth Flugmotor HM 504Am 1. Juli 1938 kam Hellmuth Hirth bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Zuerst übernahm das Reichsluftfahrtministerium die Treuhandschaft und am 9. April 1941 wird die "Hirth Motoren GmbH" von der "Ernst Heinkel AG" übernommen. Diese setzte in Hirths Fabrik ihre Versuche mit Strahltriebwerken fort. Der Firma Heinkel kommen dabei auch die Versuche Hellmuth Hirths zugute, der ebenfalls schon auf diesem Gebiet geforscht hatte.
Nach dem Krieg kann die Flugmotorenherstellung wegen nicht fortgesetzt werden, da die Alliierten dies im besiegten Deutschland nicht zulassen. Deshalb wurden kleine Zweitaktmotoren für alle möglichen Anwendungen und Landmaschinen hergestellt. Aus diesem Grund firmiert man unter dem Namen "Hirth Landmaschinen- und Motorenwerke GmbH". Der Standort ist jetzt Benningen im Kreis Ludwigsburg. Neben Vergasermotoren kommt auch ein kleiner Zweitakt-Dieselmotor auf den Markt, der allerdings wie die meisten anderen Zweitakt-Kleindiesel in den 50er Jahren nicht besonders standfest ist.
Motorenbau-Programm 1955
Typ Verfahren Bauart PS n Bohrung x Hub Hubraum Gewicht23 Otto 1-Zylinder, stehend 3 3000 54x54 124 20,4 kg34 Otto 1-Zylinder, stehend 5 3000 60x68 192 25,5 kg44 Otto 1-Zylinder, stehend 6,5 3000 68x68 247 25,5 kg50 Otto 1-Zylinder, stehend 9 3000 75x68 300 26,4 kg70 Otto 1-Zylinder, stehend 1,5 3600 48x47 82 12 kgD 22 Diesel 1-Zylinder, stehend 7 2000 77x96 447 60 kg1957 folgt dann die Umbenennung in "Hirth Motorenwerke GmbH", da die Herstellung von Landmaschinen schon einige Zeit vorher ausgelaufen ist und die Firma nur noch Motoren baut.
1965 wird Produktion von Flugmotoren wieder aufgenommen. Es handelt sich um keine Zweitakter für Leichtflugzeuge und Motorsegler.
1974 gerät das Werk wegen der starken Abhängigkeit vom amerikanischen Markt (täglich werden hunderte von Motoren für Snowmobile gebaut) und des Dollarverfalls, der seine Ursache in der Ölkrise hat, in eine Schieflage. Sämtliche Produktionsrechte werden von Hans Göbler übernommen, die ehemaligen "Hirth Motorenwerke KG" werden zur "Göbler-Hirthmotoren KG". Der in den 80er Jahren auflebende Markt mit Ultraleicht-Flugzeugen lässt zu alten Traditionen zurückblicken und man entschließt sich kleinere Motoren für diese Anwendungen zu entwickeln. So wird wieder eine Basis für eine breite Produktpalette geschaffen. Die Firma existiert heute noch.
Homepage der Göbler-Hirthmotoren KG