Reform-Motoren-Fabrik
Böhlitz-Ehrenberg bei Leipzig
1901 - 1934
H.K. Heise GmbH Maschinenbau
vormals Reform-Motoren-FabrikBöhlitz-Ehrenberg bei Leipzig
1934 - 1948
VEB Dieselmotorenwerk Leipzig
1948 - 1993
DML - Dieselmotorenwerk Leipzig GmbH Böhlitz-Ehrenberg
1993 - 1998
Werksansicht um 1930 Die "Reform Motoren-Fabrik GmbH" wurden im Jahre 1901 im Leipziger Stadtteil Plagwitz gegründet. Die Firmengründer waren die Herren Wilhelm Mayer und Wilhelm Hanke. Bereits 1905/1906 zog die Firma in ein neues Gebäude im nahegelegen Böhlitz-Ehrenberg um. Zu Beginn wurden bei Reform kleine Benzin- und Gasmotoren hergestellt. Glühkopfmotoren kamen bald darauf hinzu.
Spiritusmotor der Klasse N
(um 1912)
15-18 PS Glühkopf-Lokomobil (1914)
Während des ersten Weltkrieges wurden zu Gunsten von Rüstungsmaterial keine Motoren hergestellt, die Motorenfertigung wurde aber nach Kriegsende 1918 sofort wieder aufgenommen. 1920 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Das Angebot an verschiedenen Motoren wuchs in den folgenden Jahren gewaltig. Neben kleineren stehenden und liegenden Benzinmotoren wurden auch wieder 2-Takt Glühkopfmotoren bis 200 PS hergestellt. Bald wurden die Glühkopfmotoren zu 2-Takt Dieselmotoren weiterentwickelt und Anfang der 30er Jahre kamen dann stehende und liegende Viertakt-Dieselmotoren.
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Kleinmotor der Klasse F II (1927) 2-Zylinder Zweitaktdieselmotor (ca. 1930) Aufgrund der für die eher kleine Firma recht große Fertigungstiefe und der großen Vielfalt an verschiedenen Motorentypen war die Produktion wahrscheinlich nicht besonders rentabel. Vermutlich wurde die Firma deswegen 1934 verkauft. Fortan hieß die Firma "H.K. Heise Maschinenbau". Der neue Besitzer verkleinerte das Typenprogramm deutlich und rationalisierte die Fertigung. Dazu gehörte auch der Verkauf von Maschinen und die Schließung der eigenen Gießerei, die erst 1929 errichtet worden war. Mit dem Bau von Kühlanlagen wurde zudem ein 2. Standbein errichtet.
Mit dem 2. Weltkrieg kam die Fertigung der eigenen Motoren erneut zum erliegen. Nach Kriegsende wurde kurzzeitig der berühmte spätere Hochschulprofessor Alfred Jante technischer Direktor der Firma Heise. 1948 erhielt Jante aber eine Vollzeitprofessur an der TH Dresden. Im selben Jahr wurde der Betrieb ins Volkseigentum überführt und hieß fortan "VEB Dieselmotorenwerk Leipzig". Die Fertigung der Verdampfer-Dieselmotoren mit Luftspeicher, wie sie die Firma Heise vor dem Krieg gefertigt hatte, ging an das Motorenwerk in Cunewalde, wo sie unter der Typenbezeichnung LD120 und LD130 weiter produziert wurden. In Böhlitz-Ehrenberg wurden nun Schiffsmotoren, Schiffshilfsaggregate und Kältekompressoren hergestellt. Viele Erzeugnisse wurde in die Sowjetunion exportiert. 1993 wurde die Firma reprivatisiert. Auch nach der Wende war das Interesse an den Erzeugnissen aus Böhlitz-Ehrenberg in Russland groß. Deshalb versuchten die neuen Eigner des jetzt "DML Dieselmotorenwerk Leipzig GmbH" genannten Betriebes, weiter den russischen Markt zu bedienen. Da es in Russland aber an Kapital fehlte, wurde DML 1989 liquidiert. Damit endeten fast 100 Jahre Motorenbaugeschichte an diesem Standort.