So haben wir das rausgefunden....

Begonnen hat dieser Ernährungsweg mit meiner "Krankheit". Ich habe von heute auf morgen unsere Ernährung komplett umgestellt. Ich wußte mir anders einfach nicht mehr zu helfen.
GANZ WICHTIG ist: bestenfalls erstmal alles selbst machen, also:
- keine Fertigprodukte an Kartoffelbrei oder Pizza
- kein Schweinefleisch
- keine Wurstsorten wo Speck deklariert ist. Speck ist zu 99% vom Schwein.

(Mal angemerkt: seitdem auch unsere Tochter kein Schweinefleisch mehr essen darf hat sie auch keine Mittelohrentzündung mehr. Sie hatte bis zum Alter von 2 Jahren 6 (!) Mittelohrentzündungen.... seitdem ist auch dieser Spuk vorbei :))
Vermeiden Sie auch JODSALZ!!! Ich nehme immer normales Speisesalz oder Brühen und Salze aus dem Reformhaus oder Bioladen. Da sind keine tierischen Fette drin (bei herkömmlich hergestellten Produkten sind diese vielleicht ja auch vom Schwein). Wenn Sie noch ein bißchen mehr wissen wollen, hier noch ein Link zum Thema Jodsalz, wo auch von nervösen und aggressiven Kindern die Rede ist.
Auch hier gibt es noch sehr interessante Infos.

Morgens....
gab es Brot oder Brötchen mit Marmelade. Die allerersten Gläser hab ich aus dem Bioladen gekauft, damit ich sicher sein konnte, daß da nichts "unnatürliches" drin ist. ( Natürlich kann man auch hier die Marmelade selbst einkochen, nur damit macht man sich anfangs das Leben unnötig schwer. Hinterher kann man das ja immer noch mal probieren :))
Ab und zu gab es Müsli oder Cornflakes, die entweder mit unhomogenisierter Milch (ebenfalls aus dem Bioladen, derselbe Grund wie bei der Marmelade nur jetzt eben auf die Antibiotika bezogen.) oder mit meinem Joghurt angerührt waren.

Mittags....
gab es in der ersten Zeit nur Kartoffeln oder Reis mit verschiedenem Gemüse.

Abends....
entweder nochmal warm oder kalt, so wie morgens oder mittags.

Als Zwischenmahlzeiten bieten sich natürlich alle Sorten Obst an. Mein Sohn durfte auch mal Butterkekse oder ein Eis. Eis fiel aber auch erst unter die Kategorie "Austesten"

Wenn Ihr Kind aufgrund einer Nahrungsmittelunverträglichkeit aggressiv ist, wird sich der Erfolg nach ein paar Tagen einstellen. Ihr Kind wird einfach ruhiger werden, netter, umgänglicher. So war es jedenfalls bei uns. Danach fing dann das heikle Thema an, das Austesten.

Man kann ruhig damit anfangen, wonach das Kind verlangt. Wenn es ein Käse und Wurstfan ist wird es natürlich schon in den ersten Tagen gemeckert haben, daß Sie das erstmal kategorisch ablehnten. Dann können Sie ihm ruhig die verlangte Wurst oder den Käse geben. Aber nur eins davon. Entweder Wurst oder Käse. Der Erfolg oder Mißerfolg wird sich nach spätestens einer halben Stunde eingestellt haben. Wenn das Kind reagiert hat man eben einen Mißerfolg. Gut, das Verhalten kennen Sie ja nun schon und sie werden stöhnen ..... nichtsdestotrotz wissen Sie nun ganz konkret: Das darf er nie wieder essen. Anfangs jedenfalls. Jetzt müssen Sie aber die erstangeführte Ernährung wieder einkehren lassen müssen, bis dieser "Anfall" vorbei ist, sonst werden Sie nie genau differenzieren können, WAS es ist WORAUF ihr Kind überhaupt reagiert.
Ich hielt mich nervlich in einer solchen Zeit damit über Wasser, daß ich wußte, daß es bald vorbei ist und daß die Aggressivität von der Nahrung kommt.
Wir sind dann auch oft in den Wald oder auf einen Abenteuerspielplatz gefahren, damit er sich voll ausleben konnte. Dann war er abends wenigstens so geschafft, daß er ruhig einschlafen konnte.... so ein ungeheures Potential muß dann da einfach raus und das ist zu Hause oftmals nicht möglich, falls ihr Kind vielleicht zudem noch destruktive Anwandlungen hat   ( war bei uns dann leider so :(
im Wald fiel es dann wenigstens nicht auf, wenn ein paar dicke Zweige fehlten, weil er sie vor lauter Übermut abgerissen hatte..... und zudem ist im Herbst ja auch Pilzezeit*, damit war meistens auch das Abendessen gerettet :)    )
* denken Sie an das Pilzbestimmungsbuch!

Bei unserem Sohn dauerte es 1 1/2 bis 2 Tage, bis er sich wieder "gefangen" hatte. (Ich habe nachfolgend noch ein paar Produkte angeführt, die unser Kind zu diesem Zeitpunkt gut vertragen hatte. ( Das kann bei Ihrem Kind aber auch ganz anders sein, also Vorsicht und nicht einfach alles übernehmen!! Es soll eine grobe Anleitung sein, wie man verfahren KANN.)

Nahrungsmittel, die unser Sohn gut vertragen hat:
Käse aus dem Bioladen (mag er aber nicht allzu gern)
Nudeln aus Hartweizengrieß in allen Formen, am liebsten mit Bolognesesauce
Pfannkuchen mit Apfelmus
in Ausnahmefällen auch Kartoffelpuffer mit Apfelmus oder Pflaumenkompott
Kartoffeln mit Putensteak in Butterschmalz gebraten
Reispfanne mit Erbsen und Möhren, Mais und Putenstreifen

Kaufen konnten wir:
Putenleberwurst "Pute pur" aus dem Herkulesmarkt
Putenlyoner oder Paprikawurst "Pute pur" aus dem Herkulesmarkt
Putenaufschnitt aus dem Aldi
Putenwürstchen "Gut Drei Eichen" aus dem Aldi
Putenbratwürstchen von der Firma "Dulano" aus dem Lidl
Tomatenketchup von Kraft (auf den von Heinz reagiert er)
BBQ-Ketchup von der Firma Hela
Gouda und Butterkäse von "Landhoff"
die dunklen Mohrenköpfe von "Dickmann"
Lakritzschnecken "Haribo"
"Milky Way" (in Maßen, hier macht es die Summe des Verzehrs)
Gummitierchen aus dem Bioladen
"Phantasia" von Haribo
Viele Arten von Cornflakes diverser Firmen
"Bohim" und "Multivitamin" der Firma Bofrost

Meiden sollten Sie anfangs:
sämtliche Sorten Gummibärchen (hier nach und nach austesten)
sämtliche Sorten Schokolade, auch die weissen Sorten (austesten)
jodierte Nahrungsmittel

Sie sollten auch im Kindergarten oder in der Schule immer von Ihnen ausgetestete Nahrungsmittel parat liegen haben, falls an Geburtstagen Süßigkeiten verteilt werden, auf die Ihr Kind reagiert. Meistens weiß man ja auch gar nicht, was an diesem Tag verteilt wird und wenn es mal wieder "nur" Schokolade gibt, sollte Ihr Kind nicht zuschauen müssen. Die KindergärtnerInnen oder LehrerInnen werden Sie bestimmt dabei unterstützen, schließlich kommt es ja auch ihnen selbst zugute, daß Ihr Kind nicht ständig aus der Rolle fällt die Erfahrung haben wir jedenfalls gemacht. Alles in allem gesehen lohnt es sich wirklich ein auffälliges Kind einmal so auszutesten. Garantieren kann man nun nicht für den wirksamen Erfolg, es ist nur ein Versuch. Wenn diese Methode nicht greift und Ihr Kind durch nichts zu beeindrucken ist, würde ich nach wie vor einen guten Homöopathen suchen, der weiter beraten kann und bestimmt auch eine richtige Lösung für Ihr Kind weiß. Denn ob es immer ratsam ist, einen Kinderpsychologen und die eventuell folgenden Medikamente in das Familienleben einfließen zu lassen, damit von allen die Nerven geschont werden, sei mal dahingestellt. Die Homöopathie kann gewiss einen sehr guten Anteil dabei leisten und greift weniger in den Körperablauf ein.
Natürlich gibt es noch viele andere Sachen, die man machen kann.... so kann ich noch einen Teil dazu beisteuern, was wir noch grundlegend geändert haben. Hier möchte dann in ein paar Tagen noch eine Seite folgen, wenn ich noch ein bißchen Zeit dafür "rausschlagen" kann.

Ich wünsche auf jeden Fall Jedem der diese Ernährungsumstellung ausprobiert viel viel Erfolg und Glück, daß es bei dem Kind auch "nur" an der Nahrung liegt :)

 

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