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Galileo
Bericht

12.10.2001

Erneuter Abstieg zur Io
32. Orbit führt Galileo wieder zum Höllenmond und in den Strahlungsgürtel des Jupiter

Die ausdauernde NASA-Raumsonde Galileo wird nächste Woche erneut nahe des Südpols des Jupitermondes Io einen Vorbeiflug absolvieren, um neue Erkenntnisse über die vulkanische Oberfläche und das geschmolzene Innere des Mondes zu gewinnen.
Der Vorbeiflug soll am 16. Oktober morgens um 3:23 Uhr MESZ stattfinden und wird die Sonde weit in den gefährlichen Strahlungsgürtel des Jupiters hineintragen. Io ist der innerste der vier großen Monde des Riesenplaneten.

Links: Eine Computersimulation des Anblicks, den Galileo gut 7 Stunden nach dem Vorbeiflug an der Io haben wird. Io ist hier noch knapp doppelt so groß, wie unser Mond von der Erde aus erscheint. (Graphik: Solar System Simulator

Ein Betrieb des Sondentriebwerks ist für den 13. Oktober geplant, um die Flugbahn Galileos für den geplanten Überflug in 181 km Höhe über der Iooberfläche einzustellen. Dies wird die geringste Distanz sein, in der sich Galileo jemals dem Mond angenähert hat. Seit Ihrer Ankunft am Jupiter im Jahr 1995 hat die Sonde bereits fünf Vorbeiflüge absolviert.
Dr. Eilene Theilig, Galileo-Projektleiterin am Laboratorium für Strahlantriebe der NASA in Pasadena, Kalifornien, erklärt, daß Io sich laufend verändere. Deshalb sei man besonders gespannt darauf, was Galileo ihnen diesmal zeigen werde. Möglicherweise werde man ebenso überrascht werden, wie nach dem letzten Vorbeiflug. Als Galileo Anfang August den Nordpol des Mondes passierte, hielten Wissenschaftler nach der Eruptionswolke eines Vulkans namens Tvashtar Ausschau, die dieser bereits vor sieben Monaten ausgestoßen hatte. Stattdessen fand Galileo eine noch größere Eruption an einer Stelle, wo vorher noch gar kein Vulkan gewesen war.
Die Polarrouten wurden für die Sonde ausgewählt, um so spezielle Magnetfeldmessungen durchführen zu können, die mehr Hinweise über den inneren Aufbau der Io liefern. Außerdem bieten sie besondere Ausblicke auf einige der interessantesten vulkanischen Gegenden des Mondes, einschließlich des kürzlich entdeckten heißen Flecks weit im Süden und Loki, des mächtigsten Vulkans im Sonnensystem. Während sich die Raumsonde in den Tagen um den Iovorbeiflug im inneren Bereich des Jupitersystems aufhält, werden die Wissenschaftler die Gelegenheit auch nutzen, um mit den Instrumenten nach Veränderungen und Details in den Wolkenstrukturen des Jupiters selbst zu schauen. Außerdem will man die Strahlungsintensität messen, die das Jupitermagnetfeld in dieser Region erzeugt.
Gestern übertrug das Galileo-Team detaillierte Instruktionen für den Vorbeiflug zur Sonde. Die Kommandosequenz wurde von der Tiefenraumnetzwerkantenne des JPL bei Madrid in Spanien aus abgestrahlt. Die Anlage ist eine von dreien, die die Kommunikation mit Galileo aufrecht erhalten.
Bereits vorher hatten Ingenieure neue Software zur Steuerung der Kamera des Raumfahrzeugs heraufgesendet. Mit diesen Programmen soll die Wahrscheinlichkeit, daß die Kamera wie schon mehrmals Mitte des Jahres durch die intensive Strahlung Fehlfunktionen erleidet, minimiert werden.
Elektronische Komponenten der Kamera und anderer Geräte an Bord sind in Jupiternähe wiederholt hochenergetischen Partikeln ausgesetzt gewesen und so in ihrer Leistungsfähigkeit herabgesetzt worden. Insgesamt hat Galileo mehr als das dreifache an Strahlung ertragen, als wofür sie ausgelegt war. Sie war auch mehr als dreimal so lange in der Jupiterumlaufbahn, als ursprünglich geplant war.
Inzwischen geht der Sonde allmählich der Treibstoff aus, den sie sowohl für Bahnkorrekturmanöver, als auch für die Ausrichtung der Sendeantenne benötigt. Nach einem letzten Vorbeiflug an der Io im Januar 2002, befindet sich das Raumfahrzeug auf einer Bahn, die es im November 2002 durch den innersten Strahlungsgürtel bis zum kleinen Mond Amalthea bringen wird. Danach wird die Sonde noch einmal auf einer weiten Bahn herausgetragen, bevor sie im September 2003 dann in die Jupiteratmosphäre hinstürzt und von dem Druck der Gasmassen zerquetscht wird.
Zusätzliche Informationen über Galileo, Io und Jupiter findet man auf der offiziellen Galileo-Webseite des JPLs unter
http://galileo.jpl.nasa.gov

 Quelle: Galileo-Statusbericht


letzte Änderung: 15. Oktober MMI