TOD UND STERBEN UND WAS DANN?
TOD UND STERBEN UND WAS DANN?
TOD UND STERBEN UND WAS DANN?
Der Islam ist bekanntlich keine „neue" Religion, auch wenn man ihn als jüngste der großen Welttreligionen bezeichnet. Vielmehr versteht er sich als Fortsetzung und Ergänzung von Judentum und Christentum. Dementsprechend werden die islamischen Vorstellungen vom Tod und Sterben und dem, was danach kommt, kaum fremd anmuten.
Im Islam werden Leben und Tod keineswegs als Gegensätze angesehen, sondern ganz einfach als zwei Aspekte des Seins. Lassen Sie mich zur Einstimmung einen Quran-vers zitieren:
„O Ihr Menschen, wenn ihr im Zweifel seid über die Auferstehung, so (bedenkt) dass wir euch aus Erde erschaffen haben, dann aus geronnenem Blut, dann aus Fleisch, geformtem und ungeformtem, auf dass Wir euch (Unseren Willen) deutlich machen möchten. Und wir lassen in den Mutterschößen ruhen, was Wir wollen bis zu einer bestimmten Frist; dann bringen Wir euch als Kindchen hervor; dann (ziehen Wir euch groß) dass ihr das Alter der Vollkraft erreichen möget. Und einige sind unter euch, die (in der Jugend) vom Tod ereilt werden, und andere sind unter euch, die zu einem hinfälligen Greisenalter
zurückgeführt werden, so dass sie, nachdem (sie) Wissen (besaßen) nichts mehr wissen. Und du siehst die Erde leblos, doch wenn Wir Wasser über sie herniedersenden, dann regt sie sich und schwillt und lässt alle Arten (des Pflanzenreiches) hervorsprießen, die das Auge entzücken. "(22:6)
In manchen Kreisen ist es auch heute noch tabu, über Sterben und Tod zu sprechen. Tod ist etwas Finsteres, Böses und weil er unvermeidlich über jeden Menschen kommt, behaupten viele, sie könnten nicht an Gott glauben, denn wenn es Gott gäbe, müsse Er gut, freundlich, nachsichtig sein und es dürfe kein Leid auf dieser Welt geben. Im Islam heißt es dagegen ganz eindeutig: „Jedes Lebewesen soll den Tod kosten; und Wir stellen euch auf die Probe mit Bösem und Gutem als eine Prüfung; und zu Uns sollt Ihr zurückgebracht werden."(21:36)
„Segensreich ist Der, in Dessen Hand die Herrschaft ist; und Er vermag alle Dinge zu tun. Der den Tod erschaffen hat und das Leben, dass Er euch prüfe, wer von euch der Beste ist im Handeln; und Er ist der Allmächtige, der Allverzeihende."(67:2-3) Gottes Allmacht setzt also eine Frist fest für jeden Menschen, die sich weder vorverlegen noch hinauszögern lässt:
„Wo ihr auch sein mögt, der Tod ereilt euch doch, und wäret ihr in hohen Türmen"(4:78) Doch Sein Unwille über menschliche Missetaten wird „überwältigt" von Seiner Barmherzigkeit. Dazu gehört, dass Er manchen Menschen nur eine kurze Lebensspanne zu-misst, damit sie nichts Böses tun können oder damit sie
ihren schlechten Taten nicht noch mehr Schlimmes hinzufügen können. Und es gehört dazu, dass Er manche ein hohes Alter erreichen lässt, damit sie mehr und mehr gute Taten vorausschicken können, oder aber, damit sie sich durch entsprechende S chicks als schlage doch noch auf den Zweck ihres Daseins besinnen und sich Gott zuwenden, Den sie in jugendlichem Stolz und Übermut außer Acht zu lassen pflegten. Nach islamischer Auffassung ist der Mensch von Gott mit den besten Anlagen erschaffen worden. Er kann, wenn er in Übereinstimmung mit dem göttlichen Willen lebt, die höchste Stufe, nämlich die der Propheten und Gottesgesandten erreichen. Doch wenn er seine Seele verderben lässt, kann er zum Niedrigsten aller Lebewesen absinken, ungleich niedriger als jedes Tier.
Ich möchte hier in geraffter Form einige Geschichten aus dem Quran anführen, die diese Aussagen beleuchten sollen. Sei diesen Berichten geht es nämlich in erster Linie nicht um historische Ereignisse, wie wir sie in ähnlicher Weise auch in Bibel und Thora erwähnt finden. Vielmehr werden wir erkennen, dass Adam, der erste Mensch, in jedem von uns weiterlebt, ebenso wie etwa Noah, Abraham oder Moses.