Ängste und Zwangsvorstellungen der Ignoranz
Ignorante Leute können die Tatsache, dass Allah es ist, der absolute Allmacht über alle Dinge besitzt, einfach nicht begreifen. Aus diesem Grund entwickeln sie schon in ihrer Kindheit irrationale Ängste vor allen möglichen Dingen, was später im Leben zu einer ständigen Quelle für Probleme und Schwierigkeiten wird. Jedes Ereignis, das ihnen in ihrem Leben begegnet, wird zu einer Quelle schierer Beängstigung und sie sind stets anfällig dafür. Sie fürchten sich z.B. vor anderen Menschen, ebenso wie unvorhergesehene Ereignisse, wie Erdbeben, Gewitter und Orkane ihnen Todesfurcht einflößen.
Allah gibt das Beispiel derer, die anderen Göttern als Allah huldigen:
Allah prägt ein Gleichnis von einem Mann, der mehreren Herren gehört, die unter sich im Zwiespalt sind, und (von) einem Mann, der einem einzigen Herrn gehört. Sind sie beide einander gleich? Alles Lob gebührt Allah. Jedoch die meisten von ihnen wissen es nicht. Sicher wirst du sterben und auch sie werden sterben; dann, am Tage der Auferstehung, werdet ihr gewiss vor eurem Herrn miteinander streiten. (Sure 39:29-31 – az-Zumar)
Man kann tatsächlich eine Liste der Situationen aufstellen, vor denen sich die Leute fürchten, die der Ignoranz verfallen sind. Es sind die Umstände, die sie als eine echte Bedrohung ihres Wohlseins betrachten. Die Vorstellung zu erkranken, gekündigt zu werden, Pleite zu machen, nicht heiraten oder keine Kinder haben zu können, zusammen mit vielen Zwangsvorstellungen, Zweifeln, Ängsten, Phantasiebildern, Gedanken und Sorgen über die Zukunft versetzen ihr Leben in einen höllischen Zustand. Abgesehen von diesen haben sie noch ständig wiederkehrende Gedanken und Ängste, die sie nicht kontrollieren können, obwohl sie erkannt haben, dass diese unnötig und unbegründet sind. Unter diesen irrationalen Ängsten sind auch abergläubische Ideen; sie fürchten sich vor der Dunkelheit oder gehen z.B. schwarzen Katzen aus dem Weg oder vermeiden es unter einer Leiter zu gehen, da sie glauben, das bringe Unglück.Auf den folgenden Seiten wollen wir verschiedene Aspekte dieser Ängste und die Verwirrung und den Verlust, die sie in dieser Welt und in der kommenden verursachen, weiter untersuchen.
Die Angst vor der Armut
Eine bedeutende Schwäche der Ignoranten ist ihre Furcht vor der Armut. Einer der Hauptgründe für solch eine Angst ist das unerleuchtete System, das auf materiellem Wohlstand begründet ist. Sie halten daran fest, dass sie mithilfe von Geld ein erfülltes, glückliches und gesundes Leben führen können. Ohne dieses, so glauben sie, sind sie vieler Lebensnotwendigkeiten, sowie verschiedener Begünstigungen beraubt, wie etwa gesellschaftlicher Stellung, welche eng mit Wohlstand verknüpft ist.
Was interessant dabei ist, ist das Vorhandensein von wohlhabenden Leuten, die auch von dieser Angst gequält sind und ständig unter großer Spannung leben. Sie gehen oft so weit, dass sie z.B. vermeiden selbst für lebensnotwendige Bedürfnisse Geld auszugeben. Obwohl sie bereits genügend Geld angehäuft haben, um damit ein Leben lang auszukommen, arbeiten sie schonungslos, um noch mehr zu verdienen, da sie glauben, es sei umsichtig, Geld in ihren Bankkonten anzuhäufen. Dies ist im Grunde genommen die Methode, wobei sie versuchen ihre Ängste vor der Zukunft zu beschwichtigen.
Und dennoch kommen ihre Errungenschaften nie ihren Erwartungen gleich; während sie sich vornehmen, ein erfülltes Leben auf dieser Welt zu haben, entwickeln sich die Dinge ganz anders und letztlich befinden sie sich in einem Zustand grenzenloser Langeweile, die sie nur verunsichert.
Sowohl sich vor der Armut zu fürchten, wie knauserig zu sein, sind Folgen von mangelndem Gottvertrauen. Allah warnt den Menschen vor dieser Furcht.
Satan droht euch Armut an und befiehlt euch Schändliches, Allah aber verheißt euch Seine Vergebung und Gunst und Allah ist Allumfassend und Allwissend. (Sure 2:268 – al-Baqara)
Die einzige Möglichkeit, diese Ängste zu vermeiden, ist unbedingter Gehorsam gegenüber Allah, denn die Furcht vor Allah lässt alle anderen Ängste bedeutungslos werden.
Ein wahrer Gläubiger lebt in dem Verständnis der Tatsache, dass Allah es ist, der ihn zur Befriedigung all seiner Bedürfnisse versorgt und deshalb hegt er niemals Kummer und Besorgnis über solche Dinge. Da er weiß, dass Allah äußerst großzügig zu Seinen Dienern ist, beschäftigt er seinen Geist nur mit dem Gedenken Allahs und empfindet niemals Angst vor der Zukunft.
Die Furcht vor dem Altern
Jung und hübsch zu sein stehen an der Spitze der Liste von begehrenswerten Eigenschaften, denen die Gesellschaft Bedeutung beimisst. Während seines ganzen Lebens ist es das Hauptanliegen des Menschen, seine Gesundheit zu erhalten, doch er muss sich oft eingestehen, dass dies sich letztlich als ein nutzloses Unterfangen herausstellt. Zu altern und dabei das frische Aussehen der Jugend zu verlieren und von den Gebrechen des Alters heimgesucht zu werden sind unumgängliche Tatsachen des Lebens und gehören damit zu den vorrangigen Quellen des Kummers für die ignoranten Leute. Frauen geben ihren Ängsten davor unbefangen Ausdruck, während Männer es meist vermeiden, zu zeigen, was sie tief im Inneren fühlen. Die zutage tretenden Anzeichen des Alterns beeinflussen sie sehr maßgeblich. Altern macht in gewisser Weise allen extravaganten Manieren ein Ende. Daher sind sie um so mehr bekümmert, je mehr sich die Anzeichen des fortschreitenden Alters mit jedem neuen Tag in ihren Gesichtern und Körpern bemerkbar machen, doch wie sehr sie sich auch bemühen, können sie diesem natürlichen Vorgang niemals Einhalt gebieten.
Das Leben im hohen Alter unterscheidet sich sicherlich völlig von dem, was es einst war. Greisenalter ist der Abschnitt im Leben eines Menschen, wenn er von anderen als eine Last empfunden wird. Diejenigen, die alte Leute versorgen, lassen sie es fühlen, dass sie eine Quelle von Unannehmlichkeiten sind. Solch eine Einstellung erzeugt unterschiedliche Gefühle der Beängstigung in ihnen. Sie fürchten sich davor, in ein Altersheim geschickt zu werden oder verlassen zu werden und zu vereinsamen, jedoch diese Befürchtungen sind in der Tat begründet. In einer Gesellschaft, wo die Menschen Allah gegenüber ungehorsam sind, mangelt es dem System vollständig an Mitgefühl und Gerechtigkeit und deshalb verwirklichen sich ihre größten Ängste oft.
Ein weiterer Grund für die Angst vor dem Altern ist, dass der Mensch dadurch an den Tod erinnert wird, der das Ende dieses Lebens bedeutet. Jeder Blick in den Spiegel deutet die Verkürzung der Zeit an, die einem in dieser Welt verbleibt. Das wird einem Ungläubigen gewiss zur Qual. Für einen Menschen, der nicht ans Jenseits glaubt, ist die Beendigung seines Lebens und die Verwesung seines Körpers in der Erde eine Sackgasse ohne Umkehrmöglichkeit. Da er alles auf dieses Leben gesetzt hat, hat er schreckliche Furcht davor, es zu verlieren.
Die Gläubigen dagegen fürchten sich weder davor, alt zu werden, noch vor den Schwächen, mit denen ihnen hohes Alter erwartungsgemäß zu schaffen machen wird. Der Grund dafür ist, dass sie nicht versuchen, Anerkennung und soziale Stellung durch gutes Aussehen zu ergattern. Sie sind sich bewusst, dass sich ein Gläubiger in der Gegenwart Allahs Lob aufgrund seiner moralischen Vervollkommnung verdient, und nicht durch sein Aussehen. Und auf der anderen Seite bringen ihnen ihre Freunde, aufgrund ihrer Nähe zu Allah, Liebe und Achtung entgegen.Auch die enge Verbindung von Alter und Tod versetzt einen Gläubigen nicht in Schrecken. Für ihn ist das Jenseits ein Neubeginn, der Beginn eines unvergleichlich besseren Lebens mit einer nie zuvor erlebten Erfüllung, das in alle Ewigkeit fortdauern wird. Ein Mensch, der seine früheren Jahre damit verbringt, Gutes zu tun um das Paradies und Allahs Wohlgefallen zu erlangen, verbringt seinen Lebensabend in Freude und Zufriedenheit.
Die Furcht vor Krankheit
Diejenigen, die eine starke Gebundenheit an dieses Leben haben, bergen eine innerliche Unruhe und Furcht, die sie vollends bestürzt, wenn sie an die Möglichkeit denken, krank zu werden. Sie sind der Ansicht, dass Krankheitserreger, wie Mikroben und Viren, Lebensformen sind, die getrennt und unabhängig von Allah existieren. Aus diesem Grund sind diese Mikroorganismen ein ständiger Albtraum für die ignoranten Leute.
Krank zu sein bedeutet im Grunde genommen, den Freuden der Welt verlustig zu werden. Selbst eine Grippe ist ein Hindernis für viele Tätigkeiten und eine Verschwendung eines Teils der ohnehin begrenzten Lebenszeit. Krankheiten halten den Menschen vom Reisen, von Vergnügungen und vom Geschäft ab. Das ist gewiss eine beträchtliche Einbuße in dem vorherrschenden System.
Da die falsch unterrichteten ignoranten Leute Krankheit an sich als ein Missgeschick ansehen, sind sie oft darüber beängstigt, krank zu werden. Die Einstellung der Gläubigen dagegen, hinsichtlich dieser Sache ist vollkommen anders. Sie sind sich von vornherein bewusst, dass dieses Leben mit Bestimmtheit eines Tages auf irgendeine Weise zu Ende gehen wird. Wenn sie daher einer Krankheit entgehen, wissen sie, dass z.B. ein Unfall jederzeit ihr Leben verändern kann und sie vergessen nie, dass der natürliche Prozess des Alterns ihrer Gesundheit früher oder später unabwendbare Verluste zufügen wird. Darüber hinaus sind sie sich bewusst, dass kein Virus und kein Bakterium irgend jemandem ohne die Genehmigung Allahs irgendeinen Schaden zufügen kann. Wenn sie daher erkranken, wissen sie, dass dies von Allah zu einem bestimmten Zweck so verordnet wurde. Die Hingabe an Allah beschert dem Menschen vollständige Erlösung von der Angst vor Krankheit. Gewiss treffen sie alle Maßnahmen um sich guter Gesundheit erfreuen zu können, doch wenn sie krank werden, erweisen sie sich als geduldig und zeigen moralische Vollkommenheit, wie der folgende Vers schildert.
... Diejenigen, die ihren gegebenen Versprechen und Bündnissen treu sind und diejenigen, die in Elend, Krankheit und in Kriegszeiten geduldig sind; sie sind es, die wahrhaftig und gottesfürchtig sind. (Sure 2:177 – al-Baqara)
Furcht vor dem Tod
Die ignorante Gesellschaft lebt in Furcht vor dem Tod
Eine der Hauptschwächen der ignoranten Gesellschaft ist die Angst vor dem Sterben. Obwohl die Leute mit dieser Furcht leben, wobei sie versuchen, den Gedanken daran zu vermeiden, vernachlässigen sie die eine, fundamentale Tatsache: ungeachtet dessen, wie sehr sie sich bemühen, entrinnt ihnen das Leben Sekunde um Sekunde. Dass es kein Entweichen vom Tod gibt, ist auf diese Weise dargestellt:
Wo immer ihr seid, wird euch der Tod einholen, selbst wenn ihr in hochragenden Festungen wärt... (Sure 4:78 – an-Nisa)
Sage: „Der Tod, vor dem ihr flieht, wird euch bestimmt einholen. Dann werdet ihr zu Ihm zurückgebracht, dessen Wissen das Verborgene und das Offenbare umfasst und Er wird euch davon unterrichten, was ihr getan habt.„ (Sure 62:8 – al-Dschumu’a)
Wie in den Versen erklärt, ist der Tod ein unausweichliches Ende. Die reichste, hübscheste und angesehenste Person auf der Welt muss ebenso sterben, wie alle anderen. Niemand, ohne Ausnahme, kann ihm entgehen. Alle, die gegenwärtig leben, sowie auch jene die jemals leben werden, werden dem Tod an einem jeweils vorbestimmten Tag begegnen.
Da sich die ignoranten Leute dieser Tatsache bewusst sind, machen sie große Anstrengungen, dieses Ende hinauszuschieben und versuchen dabei mehr aus dem Leben herauszuholen. Der Tod trennt sie von ihren geliebten Verwandten oder Freunden und lässt all ihre weltlichen Errungenschaften unbedeutend werden. Außerdem vermeiden sie es auch das Wort ’Tod’ auszusprechen. Diejenigen, die andere darauf aufmerksam machen, werden als taktlos bezeichnet und Gespräche über den Tod werden oft unter dem Vorwand unterbrochen, dass weder der Ort, noch die Zeit recht seien, um darüber zu sprechen.
Die Mechanismen der menschlichen Intelligenz neigen dazu, Dinge die ihm unerwünscht sind, oder gegen die er Abneigung empfindet unbeachtet zu lassen. Er ist selbst bereit die Existenz von Dingen, die er sich scheut zu konfrontieren, zu verleugnen. Diese Tendenz kommt am deutlichsten zum Ausdruck, wenn es sich um den Tod handelt. Er vermeidet Themen, wie Krankheit und Alter, die ihn an den Tod erinnern. Seine Furcht ist so groß, dass ihn der bloße Anblick des Arztes schon nervös macht. Er fürchtet sich vor einer eventuellen Diagnose einer unheilbaren Krankheit; manchmal hält ihn solch eine Angst überhaupt davon ab, den Arzt zu besuchen. Beerdigungen sind selbstverständlich Ereignisse, die ihm die größte Besorgnis bereiten. Ein unmittelbares Familienmitglied oder einen engen Freund ins Grab zu legen macht einen unwillkürlich auf den Zeitpunkt aufmerksam, an dem man einst seinem eigenen Tod gegenüberstehen wird.
Diese Furcht jedoch bringt ihnen nichts gutes. Sie fürchten sich, dieses irdische Leben zu verlieren. Und obwohl sie ein langes Leben haben mögen, verbringen sie all diese Jahre unter dem Joch dieser Angst. Es ist im Grunde genommen ein Missgeschick, mit dem Allah diejenigen heimsucht, die auf diese irrationale Furcht bestehen, anstatt sie mit der Furcht Gottes zu ersetzen.
Abergläubische Konzepte
In der ignoranten Gesellschaft ist fast jeder mit abergläubischen Konzepten behaftet. Wie das Wort ’Aberglauben’ bereits andeutet, handelt es sich hierbei um einen Glauben von dem man weiß, dass er irrational ist, auf den man jedoch trotzdem besteht. Dies ist jedoch eine durchaus ’natürliche’ Verhaltensweise für jemanden, der nicht mit dem Quran und somit nicht mit der Religion vertraut ist.
Einer der wichtigsten Aspekte des Aberglaubens ist, dass die betreffenden Inhalte von einer Generation auf die andere überliefert werden. Ungeachtet dessen, wie irrational und unbegründet sie auch sein mögen, haben die meisten Gesellschaften abergläubische Konzepte ihrer jeweiligen Lebensweise einverleibt.
Darüber hinaus akzeptieren sie diese Konzepte als Regeln und halten sich peinlichst daran. Sie gehen z.B. nie unter einer Leiter, da sie glauben, das bringe Unglück. Eine schwarze Katze zu sehen gilt auch als ein Zeichen von Unglück. Sie klopfen auf Holz, um einem unerwünschten Geschehnis vorzubauen. Unzählige solcher Maßregeln, die tief liegende Ängste heraufbeschwören, werden von den ignoranten Leuten formuliert. Wenn sie es versäumen, diese Regeln einzuhalten, sind sie besorgt, dass ihnen ein Missgeschick widerfahren mag.
Der hauptsächliche Fehler, den diese Leute machen, ist im Grunde genommen, dass sie vergessen, dass alles Geschehen und jedes Ereignis nur mit Allahs Willen zustande kommen kann, und somit haben weder eine Leiter, noch eine schwarze Katze die Macht Unheil anzurichten. Die Leute jedoch, deren Geist umnachtet ist, sind von Pseudoängsten besessen, die sie selbst erfunden haben.
Die Zwangsvorstellung von ’Unglück’
In einer unerleuchteten Gesellschaft sind abergläubische Konzepte zum Großteil mit Unglück verbunden und üben großen Einfluss auf das Alltagsleben der Leute aus. Eine Zahl, eine Farbe oder selbst eine Person mag als verflucht gelten. Es ist fast universell angenommen, dass die Zahl 13 Unglück bedeutet. In ähnlicher Weise würden fast alle Leute auf der ganzen Welt, außer denen, die ihr Leben entsprechend der quranischen Richtlinien führen, einer schwarzen Katze aus dem Weg gehen.
Die falsch unterrichteten Leute haben auch Ängste bezüglich ihrer eigenen Person, mit denen sie nur schwierig zurechtkommen. Sie ziehen z.B. ein Kleidungsstück, das sie zum Zeitpunkt eines Unfalls trugen, nie wieder an, oder sie verkaufen schleunigst ihr Auto in solch einem Fall.
Die Furcht davor, verflucht zu werden, ist so stark unter den Ignoranten, dass wichtige Entscheidungen über ihr Leben, und selbst ihre Freundschaften davon geprägt werden. Es ist z.B. durchaus möglich, dass solch eine irrationale Furcht den Weg bereiten mag, eine lang währende Freundschaft abzubrechen. Sie werden sich jedoch nie von diesen Zwangsvorstellungen befreien können, solange sie diese Ängste nicht aufgeben. Die Lösung ist daher, nicht vor ihnen zu flüchten, sondern sie auszumerzen. Der einzige Weg jedoch, dies zu tun, ist, Allah zu vertrauen und alle, in der Ignoranz verwurzelten Konzepte aufzugeben.
Phobien
Eine Phobie ist eine irrationale Furcht, von der die betroffene Person weiß, dass sie unnötig und in keinem Verhältnis zu den Erfordernissen der gegebenen Situation steht, welche sie jedoch trotzdem nicht in der Lage ist zu überwinden. Sie tritt in Situationen auf, die normalerweise keine Furcht einflößen sollten. Obwohl es sich hierbei um ein psychisches Problem handelt, betrachten die Ignoranten diejenigen, die unter Phobien leiden, als normal, anstatt als Patienten, die einer Behandlung bedürfen. Medizinische Wörterbücher führen 250 bis 300 Phobien auf, und in der Tat, für die ignoranten Leute kann fast alles zur Phobie werden. Es kommt nicht selten vor, dass es für eine Person eine ganze Liste von Situationen gibt, auf die sie phobisch reagiert.
Einige Ängste mögen rational für alle Menschen sein, doch die Ängste phobischer Personen sind ziemlich extrem. Eine Person, die beispielsweise eine phobische Angst vor Schlangen hat, schreit, springt auf den Tisch oder wird ohnmächtig vom bloßen Anblick einer Schlange im Fernsehen oder auf einem Bild. Einige assoziieren eingeschlossene Plätze mit dem Grab oder einer unterirdischen Höhle und entwickeln daher Platzangst. Das ist im Grunde genommen ein Ausdruck der Angst vor dem Tod. In ihrem Unterbewusstsein setzen sie Dunkelheit Unheil gleich und fühlen sich so selbst zuhause, wo sie sich normalerweise sicher fühlen sollten, beunruhigt. Sie schreiben der Dunkelheit eine, von Allah getrennte und unabhängige Macht zu, und glauben, dass diese die Quelle allen Übels sei. In der Dunkelheit fühlen sie Schrecken, und erwarten, dass unsichtbare Mächte auf der Lauer liegen und ihnen nach dem Leben trachten.
Es gibt einen Hauptgrund dafür, dass diese Leute sich ohne ersichtlichen und vernunftmäßigen Grund dermaßen fürchten. Sie vertrauen nicht auf Allah und schreiben Ihm Teilhaber in Seiner Allmacht zu. Allah erklärt im Quran, dass unbegründete Angst eine Versuchung des Bösen ist, und dass es für die wahren Gläubigen, die Allah fürchten weder Furcht noch Kummer gibt:
Nur Satan ist es, der seine Freunde mit Schrecken erfüllt, doch fürchtet sie nicht, sondern fürchtet Mich, wenn ihr Gläubige seid. (Sure 3:175 – Al-’Imran)
... wer sich gänzlich Allah hingibt und Gutes tut, ihm ist sein Lohn bei seinem Herrn sicher; keine Furcht und keine Kümmernis sollen jene empfinden. (Sure 2:112 – al-Baqara)
Abwegige religiöse Vorstellungen der Ignoranten
Im Gegensatz zu der allgemein vorherrschenden Annahme, sind sich die ignoranten Leute der Religion nicht völlig unbewusst. Die meisten von ihnen akzeptieren die Existenz eines allmächtigen Gottes, der sie und das ganze Universum erschaffen hat, doch trotzdem entwickeln sie ein abwegiges Verständnis der Religion. In vielen Versen des Qurans erklärt Allah, dass diese Leute die Existenz Allahs nicht begreifen können, weil sie nicht über Seine Schöpfung nachsinnen:
Und wenn du sie fragst: „Wer hat die Himmel und die Erde geschaffen und die Sonne und den Mond dienstbar gemacht?«, so werden sie gewiss sagen: „Allah.« Wie lassen sie sich dann von der Wahrheit abbringen? (Sure 29:61 – al-’Ankabut)
Und wenn du sie fragst, wer sie geschaffen habe, so werden sie gewiss sagen: „Allah.« Wie lassen sie sich dann von der Wahrheit abbringen? (Sure 43:87 – az-Zukhruf)
Sage: „Wer versorgt euch vom Himmel und aus der Erde?„ Oder „Wer beherrscht das Gehör und die Sicht? Und wer bringt Leben aus dem Toten und Totes aus dem Lebenden hervor? Und wer ist in Kontrolle der gesamten (kosmischen) Angelegenheit?« Sie werden sagen: „Allah«. So sage: „Wollt ihr dann nicht gottesfürchtig sein?« (Sure 10:31 – Yunus)
Der Hauptgrund dafür, dass diese Leute vom Weg ihres Schöpfers abirren, ist ihre starke Gebundenheit an dieses Leben. Aufgrund dieser Bindung missachten sie einfach die Tatsachen und ergehen sich mit ein paar fadenscheinigen Begründungen in Selbstbetrug. Wenn sie tiefer nachdächten, würden sie erkennen, dass sie ihr ganzes Leben lang Allahs treue Diener sein sollten. Wenn sie je ihr Vertrauen auf Allah setzen würden, würden sie die Existenz des jenseitigen Lebens begreifen und wissen, dass sie sich darauf vorbereiten sollten. Doch dagegen sträuben sie sich mit aller Anstrengung, da solch eine Einstellung eine Ausrichtung auf das künftige Leben erfordern würde, anstatt auf dieses. In solch einer Situation ist die übliche Handlungsweise der ignoranten Leute, sich einfach gedanklich nicht damit zu befassen.
An diesem Punkt kommen ihnen pervertierte Auffassungen hinsichtlich der Religion zu Hilfe. Diese Auffassungen erlauben den Unerleuchteten, ein schlechtes Gewissen zu vermeiden. Trotz der Vielzahl dieser Konzepte ist es ein einziges Leitmotiv, das ihnen allen zugrunde liegt – zu vermeiden, Allah zu dienen.
Jeder dieser pervertierten Glaubensinhalte wird im Quran, der letzten, vor 1400 Jahren offenbarten und unversehrt erhaltenen Wegweisung zum Pfad der Wahrheit für die Menschheit, im einzelnen erklärt. Diese pervertierten Glaubensinhalte, die auf den nachfolgenden Seiten erklärt werden sollen, können die Menschen nicht vor einer ewig währenden Strafe beschützen, wohingegen sie sehr wohl dazu dienlich sein mögen, die Menschen in diesem Leben hinters Licht zu führen. Am Tag der Abrechnung wird jeder entsprechend seiner Taten gerichtet werden, und niemand wird die Möglichkeit haben, seine Übeltaten zu verbergen. Durch das göttliche Urteil werden diejenigen, die den ’geraden Weg’ beschritten haben, in alle Ewigkeit mit dem Paradies belohnt werden. Die Übeltäter erwartet ein schreckliches Ende und bittere Reue.
Wenn du sähest, wie sie vor das Feuer gestellt werden, dann sagen sie: „Wehe uns! Dass wir doch zurückgebracht würden, dann würden wir die Zeichen unseres Herrn nicht mehr verleugnen und würden zu den Gläubigen gehören!“ (Sure 6:27 – al-An’am)
Es mag wohl sein, dass die Ungläubigen wünschten, sie wären Muslime. (Sure 15:2 – Al-Hidschr)
wonach sich die Mehrheit richtet
Sie halten, das, wonach sich die Mehrheit richtet, für die Wahrheit
Eines der, unter den ignoranten Leuten vorherrschenden Konzepte ist, dass das, was von der Mehrheit als recht akzeptiert wird, gültig und wahr sei. Was sie hinters Licht führt, ist oft der gleiche Grundsatz: ’Da so viele Leute es tun, muss es wohl begründet sein.’ Falls die betreffenden Prinzipien von einer respektierten Elitegruppe der Gesellschaft formuliert werden, ist der Einfluss dieser Prinzipien umso stärker spürbar unter den ignoranten Leuten. In diesem Fall kommt es letzteren niemals in den Sinn, die Gültigkeit jener Prinzipien in Frage zu stellen, die ihnen sodann ihr ganzes Leben lang als Richtlinien dienen.
Dass die Mehrheit etwas als wahr akzeptiert, prägt den entsprechenden Ansichten jedoch noch lange nicht das Siegel objektiver Gültigkeit auf. Dies ist gewiss ein gefährlicher Fallstrick für diejenigen, die nicht fest gegründet sind in ihrem Glauben an den Quran. Allah warnt die Gläubigen davor, dem Trend der Mehrheit zu folgen:
Und wenn du den meisten derer, die auf der Erde leben gehorchtest, würden sie dich verleiten, von Allahs Weg abzuirren. Sie folgen nur Vorstellungen, und sie vermuten nur. (Sure 6:116 – al-An’am)
Indem sich die Gläubigen nach dieser Warnung richten, folgen sie nur den Geboten des Qurans und ihrem Gewissen. Die ignoranten Leute dagegen suchen Zuflucht in der Macht der Mehrheit auf dieser Welt und hoffen, dass es ihnen auch im Jenseits als Entschuldigung für ihre unverantwortliche Verhaltensweise gegenüber ihrem Schöpfer dienen werde, dass sie der Mehrheit gefolgt waren. Das jedoch ist lediglich Wunschdenken. Diejenigen, die ihre Religion auf dieser Welt vernachlässigen, werden im Jenseits einsam und hilflos bleiben.
Und kein Freund wird nach dem Freund fragen... (Sure 70:10 – al-Ma’aridsch)
An jenem Tag werden sich alle Ausreden, die vorgebracht werden, um der Hölle zu entgehen als ungültig erweisen. Das grundlegende Prinzip von Aussagen, wie ’Alle haben das gleiche getan...’ oder ’Ich nahm an, dass die Mehrheit im Recht war...’, wird niemanden vor den Qualen erretten.
So werden denen, die Unrecht begingen an jenem Tage ihre Ausreden nichts nützen, noch wird ihnen Genüge zuteil werden. (Sure 30:57 – ar-Rum)
Und im folgenden Vers erklärt Allah:
... und das, was dir von deinem Herrn offenbart wurde ist die Realität, doch die meisten Menschen glauben nicht. (Sure 13:1 – ar-Ra’d)
Das, was die Mehrheit vorschreibt, herrscht so lange vor, solange dadurch die Gebote Allahs nicht eingehalten werden. Diejenigen, die an die Offenbarungen Allahs glaubten, waren seit Alters her immer in der Minderheit.
der Tod sei das absolute Ende ihrer Existenz
Sie glauben, der Tod sei das absolute Ende ihrer Existenz
Die ignoranten Leute glauben nur an das, was sie mit ihren fünf Sinnen wahrnehmen können. Diese materialistische Einstellung bildet die Grundlage für das Ableugnen eines Lebens nach dem Tod. Solch eine Verneinung jedoch, ist nichts als ein fadenscheiniger Vorwand, den sie erfinden, um ihren Unglauben zu rechtfertigen. Jeder mit Denkvermögen begabte Mensch kann sich vorstellen, dass es praktisch keinen Unterschied zwischen der Erschaffung dieses Lebens und des jenseitigen gibt. Dass der Mensch aus dem nichts ins Dasein kam, ist Beweis dafür, dass die Existenz aller Dinge schlechthin eine Folge der Ausübung von Allahs Willen ist.
Trotzdem behandeln die Leute, die auf ihre Ignoranz bestehen, diese Realität, als ob es sie nicht gäbe. Im Quran verwirft Allah die Vorwände, die sie erdichtet haben, um ihre Ablehnung zu begründen.
Und er (der Mensch) erstellt Uns Gleichnisse und vergisst seine eigene Erschaffung; er sagt: „Wer wird die Gebeine beleben, wenn sie verwest sind?« Sage: „Er wird sie beleben, der sie das erste Mal erschuf und Er hat absolutes Wissen der gesamten Schöpfung. (Sure 36:78, 79 – Ya Sin)
Und sie sagen: „Wie sollen wir, wenn wir in der Erde verstreut sind, uns dann in einer neuen Schöpfung finden?« Doch nein, sie leugnen die Begegnung mit ihrem Herrn. (Sure 32:10 – al-Sadschda)
Es gibt gewiss einen Grund für diese Ablehnung. Die Existenz des Jenseits zu leugnen rechtfertigt ja letzten Endes ihre Bindung an dieses Leben. Die Auferweckung vom Tod zu akzeptieren, wäre gleichbedeutend mit der Annahme der Idee, dass man am Tag des Jüngsten Gerichts für alle begangenen guten und schlechten Handlungen zur Rechenschaft gezogen wird. Diese Tatsache jedoch ist mit Sicherheit nicht akzeptabel innerhalb ihres Systems, das in sich selbst jeglicher Grundlage mangelt.
Ein Mensch, der sich zum Glauben an die Existenz des jenseitigen Lebens bekennt, muss auch zugestehen, dass er sich auf dieses vorbereiten sollte. Aufgrund der zügellosen Ambitionen der ignoranten Leute jedoch, ist das ein ziemlich schwieriges Unterfangen. Aus diesem Grund ist die einzige Lösung, die ihr primitives Grundprinzip anzubieten hat, die Ableugnung des Jenseits. Nichtsdestoweniger kann solch eine Einstellung den Ignoranten nur Nachteile bringen. Als Folge davon leben sie ein gestörtes Leben und verdienen sich unablässige Qualen im Jenseits. Es ist daher offensichtlich, dass das Leugnen des jenseitigen Lebens auf keinen Fall im besten Interesse des Menschen ist, ganz im Gegenteil, es verursacht große Verluste sowohl in diesem Leben, wie auch im künftigen.
Sie erwarten Wunder bevor sie glauben
Einige Leute erwarten, dass übernatürliche Ereignisse geschehen. Dies jedoch ist nur eine Taktik um der Wahrheit aus dem Weg zu gehen und wurde von je her von allen Gesellschaften angewendet, die unbeirrbar in ihrem Unglauben verharrten. Jene Leute, die von den Propheten verlangten, dass sie Wunder vollbrächten, werden im Quran erwähnt.
Und diejenigen, welche die Begegnung mit Uns nicht erwarten, sagen: „Warum werden keine Engel zu uns herniedergesandt, oder sehen wir unseren Herrn nicht?« Gewiss sind sie in Hochmut von sich selbst eingenommen und der Frevel ihrer Arroganz ist gewaltig. (Sure 25:21 – al-Furqan)
Und Wir haben gewiss in diesem Quran alle möglichen Beispiele für die Menschen angeführt, doch die meisten Menschen tun sie verächtlich ab, es sei denn um sie zu bestreiten. Und sie sagen: „Wir werden dir niemals glauben, bis du uns eine Quelle aus der Erde hervorsprudeln lässt, oder bis dir ein Obstgarten mit Dattelpalmen und Trauben zuteil wird in dem Wasserströme hervorquellen, oder bis du den Himmel über uns einstürzen lässt, wie du es uns als Teil des Strafe androhst, oder bis du uns Allah und die Engel zu Gesicht bringst, oder bis dir ein prunkvolles Haus zu eigen wird oder bis du in den Himmel aufsteigst; und wir werden niemals an deine Himmelfahrt glauben, bis du uns ein Buch herunterbringst, das wir lesen können.« Sage: „Hoch erhaben ist mein Herr! Bin ich denn mehr als ein menschlicher Gesandter?« (Sure 17:89-93 – al-Isra’)
Und diejenigen, die kein Wissen besitzen, sagen: „Warum spricht Allah nicht zu uns oder sendet uns ein Zeichen?« Eben solche Reden wie die ihrigen, äußerten auch diejenigen vor ihnen; ihre Herzen sind einander ähnlich. Wir haben die Zeichen offenbar gemacht für Leute, die Glaubensgewissheit haben. (Sure 2:118 – al-Baqara)
Wie diese Verse es erläutern, waren diejenigen, die Wunder von den Gesandten Allahs erwarten von je her Ungläubige. Sie verlangen nach Wundern weil sie tief in ihren Herzen wissen, dass das, was den Propheten offenbart worden war, recht und wahr ist. Doch um dieser Tatsache aus dem Weg zu gehen, erfinden sie irgendwelche Vorwände um sie zu leugnen. Diese unehrliche Einstellung wird im folgenden Vers dargestellt:
Und sie schwören die feierlichsten Eide bei Allah, dass sie, wenn ihnen ein Zeichen gegeben würde, sicherlich daran glauben würden. Sage: „Nur Allah verfügt darüber, Zeichen zu offenbaren. Doch wie könnt ihr wissen, dass sie, wenn ihnen Zeichen gegeben würden, dennoch nicht glauben würden?« (Sure 6:109 – al-An’am)
Sie glauben, Allah sei irgendwo ‘oben’ im Himmel
Die ignoranten Leute haben verschiedentliche pervertierte Glaubensideen bezüglich der Religion, da sie Entscheidungen darüber, was richtig und was falsch ist, eher aufgrund ihrer primitiven Richtlinien treffen, als sich vom Quran leiten zu lassen. Meistens beziehen sie diese Glaubensinhalte von ihren Eltern oder anderen Leuten in ihrer unmittelbaren Umgebung, die sie schon in ihrer Kindheit tief beeindrucken, doch durch diese Konzepte werden sie ihr ganzes Leben lang irregeführt.
Viele Leute, die eigentlich die Existenz Allahs nicht leugnen, doch eine falsche Vorstellung von Ihm haben, verfallen dem gleichen grundsätzlichen Fehler derer, die Allah leugnen. Sie lehnen die Schöpfung nicht ab, doch sie halten an abergläubischen Ideen darüber fest, ’wo’ Allah ist. Die meisten bilden sich ein, Allah sei irgendwo ‘oben’ im Firmament. Sie stellen sich vor, Allah sei hinter irgendeinem entfernten Planeten und mische sich nur gelegentlich in die Angelegenheiten dieser Welt ein – oder, sie glauben, Er nähme möglicherweise überhaupt kein Interesse an der Welt: Er erschuf das Universum und überließ es dann sich selbst, und auch den Menschen ist es selbst überlassen, ihr Schicksal zu bestimmen. Andere wiederum haben gehört, dass im Quran geschrieben steht, Allah sei überall, doch sie können nicht begreifen, was das genau bedeutet. Sie stellen sich vor, Allah umfasse alles, wie Radiowellen oder wie ein unsichtbares, flüchtiges Gas. In anderen hingegen beschwört der Gedanke an Allah das Bild eines alten, weisen Mannes herauf.
Diejenigen, jedoch, die alles Geschehen dem Quran entsprechend auslegen und beurteilen, haben ein klares Konzept von Allahs Eigenschaften; sie verstehen, dass das gesamte Universum einen einzigen Herrscher hat, und dass dieser die gesamte physikalische Welt, einschließlich aller Menschen, je nach Belieben Veränderungen unterwirft, und dass Er nicht auf einen bestimmten Ort oder irgend eine Zeit beschränkt ist. Sie wissen, dass selbst ein, mit bloßem Auge unsichtbares Staubkorn Seiner Kontrolle unterliegt. Allahs Existenz umfasst alle Dinge, und die ’Vernunft’ erkennt das. Wie der Vers erklärt, ist Allah dem Menschen näher als seine eigene Halsschlagader (Sure 50:16 – Qaf). Geradeso, wie Er diese allumfassende Ordnung geschaffen hat, ist Er es, der dieselbe auch ununterbrochen unterhält. Er umfasst alle Dinge und alle Orte, wie es im Quran erklärt wurde:
Und Allah gehört der Osten und der Westen; wo immer ihr euch auch hinwendet, dort ist Allahs Angesicht. Sicherlich, Allah ist Allumfassend und Allwissend. (Sure 2:115 – al-Baqara)
Und Allah gehört alles, was in den Himmeln und auf Erden ist; und Allah hat alle Dinge umschlossen. (Sure 4:126 – an-Nisa)
in den späteren Jahren des Lebens
Sie denken, es genüge, in den späteren Jahren des Lebens, regelmäßige Andacht und Gebete zu verüben
Indem sie ihr Leben lang eitlen Zielen nachjagen, vergeuden sie ihr Leben, ohne irgend etwas für das jenseitige Leben zu tun. Die Tatsache, jedoch, dass sie es versäumen, dem Jenseits die gebührende Beachtung zu geben, verursacht ihnen eine innerliche Unruhe aufgrund derer ihr Geist sie hin und wieder zur Buße ermahnt, doch an diesem Punk verspüren sie dann das Bedürfnis, sich mit Vorwänden zu beruhigen, wie: ’Es ist noch zu früh, mich religiösen Belangen zu widmen...’, oder ’... gegenwärtig habe ich eine ganze Reihe vorrangiger Aufgaben, auf die ich mich konzentrieren muss, doch eines Tages werde ich mich ernsthaft mit der Religion befassen.’ Dieser besagte ’eine Tag’ jedoch bedeutet die späteren Jahre des Lebens, wenn man die Nähe des Todes spüren kann.
Diese Leute schieben es auf die letzten Jahre ihres Lebens hinaus, sich auf geistliche Dinge zu besinnen. Sie sind der Ansicht, dass die Reifejahre dazu verwendet werden sollten, das beste aus dem Leben herauszuholen, da sie andernfalls, wie sie denken, ihr Leben verschwenden würden. Abgesehen davon wäre es, aufgrund der körperlichen Beschwerden, die hohes Alter mit sich bringt, ohnehin schwierig, das Leben dann noch voll zu genießen, und so entschließen sie sich, sich erst in den späten Jahren religiös zu engagieren, während sie die ganze Zeit über dem innerlichen Unbehagen ausgesetzt sind, nicht den Weg der Wahrheit zu beschreiten.
Diese Einstellung ist weit verbreitet unter den ignoranten Leuten, doch wenn es nur hohes Alter ist, das solch eine Umkehr bewirken kann, so erscheint die Aufrichtigkeit dieser Leute doch sehr zweifelhaft. Letztlich ist es keine ehrliche Verhaltensweise, sich in jungen Jahren stets gegen eine Besinnung auf das Jenseits geistig zu verschließen und niemals Allahs zu gedenken, bis man schließlich das Greisenalter erreicht hat, und selbst dann noch zu erwarten, Vergebung für alle schlechten Handlungen zu finden.
Zweifelsohne ist es möglich sich jederzeit in Buße zu Allah umzuwenden (außer, wenn der Tod bereits ’vor der Tür steht’). Allah verzeiht jedem, der den rechten Weg erkennt und sich dementsprechend aufrichtig läutert. Ein betreffender Vers hinsichtlich der Buße lautet folgendermaßen:
Diejenigen, die Übles in Unwissenheit begehen und bald darauf in Reue umkehren, haben Anspruch darauf, dass Allah ihre Buße akzeptiert und solchen wendet Sich Allah erbarmend zu; und Allah ist Allwissend, Weise.
Die Möglichkeit zur Buße besteht nicht für jene, welche Übles taten bis, der Tod ihnen gegenwärtig ist und dann sagen: »Jetzt bereue ich wirklich!«, und auch nicht für jene, die als Ungläubige sterben. Für sie haben Wir eine schmerzliche Strafe bereitet. (Sure 4:17, 18 – an-Nisa)
Diejenigen, die sich von solch abwegigen Einstellungen beirren lassen, sollten sich zumindest eingestehen, dass ihnen möglicherweise keine Zeit bleibt um alt zu werden und die Übeltaten zu bereuen, die sie in ihren jungen Jahren begangen haben. Ihr Leben könnte unversehens ein plötzliches Ende finden, ohne dass ihnen die Zeit zur Buße gegeben wird. In solch einem Fall bleibt einem nur bittere Reue in der Ewigkeit. Viele Verse heben diese Tatsache hervor:
Könntest du nur sehen, wie die Übeltäter ihre Köpfe vor ihrem Herrn beugen (und sagen:) „Unser Herr, wir sehen und hören, so bringe uns zurück, und wir wollen Gutes tun; nun haben wir Gewissheit.« (Sure 32:12 – al-Sadschda)
Wenn du sähest, wie sie vor das Feuer gestellt werden, dann sagen sie: „Wehe uns! Dass wir doch zurückgebracht würden, dann würden wir die Zeichen unseres Herrn nicht mehr leugnen und würden zu den Gläubigen gehören!“ (Sure 6:27 – al-An’am)
Sie denken, es wird ihnen letzten Endes auf alle Fälle vergeben werden
Obwohl die Mehrzahl der Leute einen elementaren Glauben haben, sind sie dennoch skeptisch bezüglich der Existenz des Jenseits. Sie vermeiden es, ernsthaft über den Jüngsten Tag nachzudenken, da die Gedanken daran sie zur Erkenntnis des Todes und des Lebens darüber hinaus führen würde. Die Aussicht auf die Möglichkeit eines Lebens nach dem Tod regt sie an, Ausreden zu erfinden, da sie wissen, dass sie sich in der Gegenwart Allahs für alle Fehlhandlungen, die sie während ihres Lebens in dieser Welt begangen haben, verantworten müssen. Andernfalls müssen sie erkennen, dass sie letztlich zu ewigen Qualen in der Hölle verdammt sind. An diesem Punkt schwanken sie dazwischen, sich entweder den Geboten Allahs zu beugen, oder sich für ihre Gewissensbisse, der Welt zu sehr zugetan zu sein, Erleichterung zu schaffen.
Die Richtlinien der Ignoranz zwingen ihnen zweifellos die zweite Alternative auf. Die ignoranten Leute ergeben sich dem Selbstbetrug, dass ihnen, ungeachtet der Verantwortungslosigkeit ihres Handelns gegenüber ihrem Schöpfer, letztlich Vergebung zuteil werden wird. In dem sie zur Gnade Allahs Zuflucht nehmen, stellen sie sich vor, dass Allah ihnen auf alle Fälle gnädig sein wird und ihnen all ihre Undankbarkeit, ihren Ungehorsam und Unglauben verzeihen wird.
Dass die gleiche Einstellung auch von anderen geäußert wird, bestätigt einen Menschen noch in seinem Irrtum. Sie sprechen sich einander zu und unterstützen sich gegenseitig indem sie sagen: ’Es wird uns ja doch vergeben werden.’ Allah gibt Seiner Missbilligung dieser Doktrin der Ignoranz im Quran Ausdruck:
Es folgte ihnen dann eine andere Generation; sie erbten das Buch, doch sie ergreifen die eitlen Vergänglichkeiten dieser Welt und sagen: „Es wird uns vergeben werden.« Doch wenn immer sich ihnen derartige Dinge anbieten, ergreifen sie diese (aufs Neue). Wurden sie nicht in dem Bündnis des Buchs verpflichtet, nichts als die Wahrheit über Allah zu sagen? Und sie haben studiert, was darin enthalten ist. Doch die Wohnstatt des Jenseits ist besser für die Gottesfürchtigen. Habt denn keinen Intellekt? (Sure 7:169 – al-A’raf)
Wie im Quran erklärt, hat dieses Verständnis der ignoranten Gesellschaft in keiner Weise irgendeine Gültigkeit in Allahs Augen und am Tag des Jüngsten Gerichts. Sicher ist Allah stets zur Vergebung bereit und überaus gnädig, doch das gilt nur für diejenigen, die ihre Fehlhandlungen sofort erkennen und bereuen, nicht für diejenigen, die Pläne schmieden um der göttlichen Vergeltung zu entgehen. Allah beschreibt die wahrhaft aufrichtigen Gläubigen folgendermaßen:
Und diejenigen, die, wenn sie etwas Schändliches getan oder sich mit Unrecht belastet haben, Allahs gedenken und sodann für ihre Sünden um Vergebung bitten – und wer vergibt Sünden außer Allah? – und nicht wissentlich in ihrem Tun verharren, ihr Lohn ist Vergebung von ihrem Herrn und Gärten, in denen Ströme fließen, darin sie ewig verweilen; und köstlich ist der Lohn derer, die so handeln. (Sure 3:135, 136 – Al-’Imran)
Sie denken, sie verdienen das Paradies
’Es tief im Herzen gut meinen’ ist eine Phrase, welche die Methode am besten beschreibt, mit der die ignoranten Leute generell ihre Reuegefühle beschwichtigen. Obwohl sie dabei ausdrücklich vom geraden Weg ihres Schöpfers abweichen, nehmen die ignoranten Leute an, dass sie nur aufgrund dieser sog. ’Herzensgüte’ eine ewige Belohnung verdienen. Sie halten sich selbst für gut, da sie niemandem etwas zuleide tun. Mit solch einer Mentalität sehen sie keinen Hinderungsgrund, der ihnen den Himmel verschließen könnte, falls sich das Jenseits überhaupt für sie realisiert. Entsprechend dem Quran, jedoch, ist solch eine Überzeugung völlig unbegründet. Es ist ein bloßer Aberglauben, wie es der folgende Vers bestätigt:
Und wenn Wir ihn, nach einem Ungeschick, das ihn betroffen hat, Barmherzigkeit von Uns kosten lassen, so sagt er gewiss: „Das steht mir zu; und ich glaube zwar nicht, dass die Stunde bestimmt ist, doch wenn ich zu meinem Herrn zurückgebracht werden sollte, dann würde mir sicher das Beste bei Ihm zuteil werden.« Doch Wir werden den Leugnern bestimmt mitteilen, wie sie gehandelt haben, und Wir werden sie sicherlich eine harte Strafe schmecken lassen. (Sure 41:49 – Fussilat)
Solchen Leuten mangelt es in der Tat an aufrichtigem Glauben. Sie äußern selbst Zweifel an der Realität des Jüngsten Gerichts. Dies ist eigentlich eine unterbewusste psychologische Methode um mit ihrer Reue fertig zu werden. Wenn die Möglichkeit einer Auferweckung nach dem Tod besteht, trösten sie sich mit der Überzeugung, dass ihnen, anstatt einer harten Strafe, eine ewige Belohnung im Paradies zuteil werden wird.
Jemand, dem Allah die frohe Botschaft einer ewigen Belohnung gegeben hat, legt besondere Eigenschaften an den Tag. Er liebt und fürchtet Allah zu einem sehr großen Ausmaß; solch ein Mensch ist sehr achtsam in Bezug auf die Gebote Allahs. Er gibt seiner Dankbarkeit Ihm gegenüber Ausdruck, kehrt sich Ihm zu und kehrt stets zu Ihm um, er sucht ständig Allahs Führung und Erleuchtung indem er sich damit beschäftigt Gutes zu tun. Allah verspricht, dass nur diejenigen belohnt werden, die sich auf Seinen Wegen halten.
Wie wir gesehen haben ist ’Herzensgüte’ kein quranisches Konzept. Es ist vielmehr eine, von den ignoranten Leuten entwickelte Methode, sich ihrer, von Gott gegebenen Verantwortung zu entziehen und die Furcht vor der ewigen Strafe zu beschwichtigen. Abgesehen davon ist die Begründung dieser Logik unbekannt und die Kriterien auf die sie sich gründet, wechseln von einem zum anderen. Ein Mensch mag z.B. Diebstahl rechtfertigen indem er sagt, er stehle, nicht weil es ihm Spaß macht oder Nervenkitzel verursacht, sondern weil er es nötig hat. Das ist gewiss ein Versagen der Vernunft.
Wir können daher schließen, dass das System der Ignoranz vollkommen auf Unehrlichkeit beruht und nach den Maßstäben des Qurans in keiner Weise akzeptabel ist. Die ausschlaggebenden Verhaltensweisen, durch welche die Menschen sich das Paradies verdienen, sind klar dargelegt: Niemanden außer Allah zu fürchten, Allah zu lieben und die, von Ihm bestimmten Grenzen einzuhalten. Allah erklärt folgendes im Quran:
Und das Paradies wird den Gottesfürchtigen nahe gebracht, so dass es nicht mehr fern ist. Das ist es, was euch verheißen wurde, jedem Reumütigen und Achtsamen, der den Barmherzigen Gott im geheimen fürchtete und mit einem reuigem Herzen (zu Ihm) kam. Geht darin ein in Frieden. Dies ist der Tag der Ewigkeit.« (Sure 50:31-34 – Qaf)
Bestrafung in der Hölle
Sie glauben, sie werden letzten Endes, nach einer
vorübergehenden Bestrafung in der Hölle, das Paradies erlangen
Leute die ihren eigenen Wertsystemen folgen, trösten sich mit dem Wunschdenken, dass sie für jegliche Fehlhandlungen eine bestimmte Zeit lang in der Hölle bestraft werden. Darüber hinaus fördert solch eine Einstellung es, Übertretungen zu begehen, da sie nach dieser zeitlich begrenzten Bestrafung ein ewiges Leben im Paradies in Aussicht stellt und dabei unbewusst die Furcht vor einer schmerzlichen Strafe am Ende des Lebens beschwichtigt. Die Unvernunft solch einer Geisteshaltung ist in dieser Weise im Quran beschrieben:
... sie sagten: „Das Feuer wird uns niemals berühren, es sei denn für eine begrenzte Anzahl von Tagen.« Und ihre Saumseligkeit hat sie in ihrer Religion hinters Licht geführt. (Sure 3:24 – Al-’Imran)
Offensichtlich ist dies ein Denkmodell, das dem Herzen Erleichterung verschafft. Die ignoranten Leute akzeptieren, dass sie Sünden begangen haben, doch sie bewerten dieselben als zu unbedeutend, um ein Hindernis in der Erlangung des Paradieses zu sein. Daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie von ihrer gewohnten Lebensweise ablassen, obwohl sie die Möglichkeit hätten, Buße zu tun und ihr Verhalten zu ändern.
Dies zeigt deutlich welch ein mangelhaftes Verständnis sie von der Hölle haben. Die Hölle, wohin die Ungläubigen in alle Ewigkeit verbannt sind, wurde speziell dazu erschaffen, dem menschlichen Körper und der menschlichen Seele Qualen zu bereiten. Der einzige Grund dafür ist, dass die Ungläubigen sich eines großen Unrechts schuldig machen, und Allahs Gerechtigkeit dessen Vergeltung erfordert.
Undankbar und aufsässig gegenüber dem Schöpfer zu sein, der dem Menschen eine Seele gibt, ist das größte Unrecht auf der Welt, dessen der Mensch schuldig werden kann, und daher gibt es im Jenseits eine schmerzliche Strafe für solch eine Todsünde. Das ist der Zweck, dem die Hölle dient. Der Mensch wurde dazu erschaffen, Allahs Knecht zu sein. Wenn er den Hauptzweck seiner Erschaffung leugnet und ablehnt, erhält er gewiss, was er verdient. Allah erklärt folgendes:
Und sie sagten: „Das Feuer wird uns niemals berühren, es sei denn für eine begrenzte Anzahl von Tagen.« Sage: „Habt ihr Allah ein Versprechen darüber abgenommen – so bricht Allah niemals Sein Versprechen – oder macht ihr Aussagen über Allah bezüglich dessen, was ihr nicht wisst?« (Sure 2:80 – al-Baqara)
Ein Mensch mag sich in dieser Welt sehr einfach dem Selbstbetrug anheimgeben, doch das Jenseits ist ein Ort, wo alle Tatsachen über ihn enthüllt werden und, was noch wichtiger ist, es ist mit Sicherheit ein Ort ohne Rückkehr.
Sie glauben, nur eine begrenzte Anzahl von Leuten werden in der Hölle bestraft werden.
Es gibt noch ein anderes Konzept, das die Grundlage für ein ignorantes Denkmodell schafft. Sie nehmen an, dass die Hölle ein Ort mit begrenzter Platzkapazität ist. In Anbetracht der Anzahl der Menschen, die je auf der Erde gelebt haben, finden sie es unwahrscheinlich, dass all diese Leute bestraft werden können, und infolgedessen finden sie es auch unwahrscheinlich, dass sie es sein werden, die der Qual ausgesetzt sein werden, da es so viele andere schuldige Leute gibt, die es viel eher verdienen.
Diese Logik ist jedoch vollkommen falsch. Leute, die derartige Vorstellungen hegen, haben keine Ahnung von der Macht Allahs. Gewiss hat Allah die Macht, die Menschen aller Zeiten in der Hölle zu versammeln, einem Ort mit gigantischen Ausmaßen, die das menschliche Erfassungsvermögen überschreiten. Die folgenden Verse vermitteln eine Idee von der Hölle:
An jenem Tag, werden Wir zur Hölle sagen: „Bist du nun voll?„ und sie wird antworten: „Gibt es noch mehr?„ (Sure 50:30 – Qaf)
Und bist du dir bewusst, was das Höllenfeuer ist? Es lässt nichts übrig und verschont nichts. Es versengt dem Menschen die Haut. (Sure 74:27-29 – al-Muddaththir)
Jemand, der Allah fürchtet und ohne irgend welche Zweifel ans Jenseits glaubt, weiß mit Sicherheit, dass er auferweckt und mit seiner Seele gerichtet werden wird. Dieses Gericht ist die höchste Instanz der göttlichen Gerechtigkeit und deshalb werden diejenigen, die in dieser Welt Allahs Geboten gegenüber achtlos waren, nicht vor den Qualen der Hölle errettet werden. Die absolute Gerechtigkeit Allahs ist folgendermaßen im Quran erklärt:
Hast du nicht jene gesehen, die für sich selbst Reinheit beanspruchen? Doch Allah ist es, der reinigt, wen Er will, und es wird ihnen nicht im geringsten Unrecht getan. (Sure 4:49 – an-Nisa)
An jenem Tage wird Allah sie in vollem Maß für ihre tatsächliche Lebenstransaktion entlohnen, und sie werden erkennen, dass Allah die offenbare Realität ist. (Sure 24: 25 – an-Nur)
Ein Hauptmerkmal der ignoranten Gesellschaft:
Ein Hauptmerkmal der ignoranten Gesellschaft:
Die Unfähigkeit sich von der Wahrheit überzeugen zu lassen
Ungeachtet dessen, was seine ursprüngliche Einstellung sein mag, wird ein verständiger Mensch, wenn ihm ein vollständiger Beweis vorgelegt wird, die Wahrheit annehmen, vorausgesetzt, er findet den Beweis überzeugend. Der Grund dafür ist, dass er sich dessen bewusst ist, dass er als Mensch grundsätzlich einem Irrtum verfallen kann. Er wird ferner zugestehen, dass Lernen eine grundsätzliche Voraussetzung dafür ist, seinen Horizont erweitern zu können. Eine Person mit einem gesunden Menschenverstand wird daher nichts Erniedrigendes oder Demütigendes am Lernen finden, und dementsprechend auch nicht daran, ihre Anschauung zu ändern.
Es gibt jedoch Leute, die an tief eingeprägten Vorurteilen festhalten, welche fast unmöglich ausgemerzt werden können. Solche Leute neigen dazu, gültige Beweise mit Vorurteilen zu betrachten und zu bewerten. Die persönliche Erfahrung, die sie sich über die Jahre aneignen wird innerhalb des ignoranten Systems geformt, und ist von ausschlaggebender Bedeutung für sie, weshalb es fast unmöglich ist, ihre Ansichten zu ändern. Diese Leute sind bekannt dafür, eigensinnig zu sein. Anstatt neuen Ideen aufgeschlossen gegenüberzutreten und somit die Wahrheit zu finden, bestehen sie darauf, an herkömmlichen Überzeugungen festzuhalten. Es kommt ihnen nie in den Sinn, dass sie im Unrecht sein könnten und obendrein halten sie sich für sehr gescheit. Manchmal vermögen selbst konkrete Beweise nicht, sie zum Umdenken zu bewegen. Das jedoch liegt nicht an ihrer etwaigen Unfähigkeit, Recht und Unrecht zu unterscheiden, sondern daran, dass sie vorgeben, die Wahrheit nicht zu verstehen. Allah hebt diese Einstellung der Ignoranten im folgenden Vers hervor:
Hofft ihr denn, dass sie euch glauben, wobei ein Teil von ihnen das Wort Allahs bereits gehört hatte, und dann, nachdem sie es begriffen hatten, bewusst verfälschten? (Sure 2: 75 – al-Baqara)
Es ist nicht möglich, jene Leute von der Wahrheit zu überzeugen. Alle Anstrengungen und Beweise, ihnen die Wahrheit vor Augen zu führen, erweisen sich als fruchtlos. Diese Dickhäutigkeit erweist sich als noch undurchdringlicher, wenn es sich um Glaubensinhalte handelt. Allah beschreibt das auf folgende Weise:
Für die Leugner ist es gewiss einerlei, ob du sie ermahnst oder nicht ermahnst – sie glauben nicht! (Sure 2:6 al-Baqara)
Wie kommt es, dass Beweise einige Menschen die Wahrheit erkennen lassen, während andere sich nicht überzeugen lassen? Was ist es, das sie so hartnäckig und unempfänglich macht?
An anderer Stelle in diesem Buch haben wir wiederholt auf die starken Bindungen, welche die ignoranten Leute zu diesem Leben haben, erwähnt. Diese Gebundenheit erklärt bestimmt die Motivierung, die dieser unverständlichen Einstellung zugrunde liegt. Obwohl sie die Wahrheit deutlich erkennen, folgen sie ihren eitlen Begierden, da sie wissen, sie würden andernfalls ihre Ziele und Ambitionen aufgeben und die Erlangung von Allahs Wohlgefallen zum Grundzweck ihres Lebens machen müssen. Das jedoch ist das letzte Ding, das sie tun möchten und so sträuben sie sich dagegen, indem sie die Stimme ihres Gewissens unterdrücken. Jene Leute halten sich an die negative Seite Ihres Selbst. Solch ein Verhalten fügt dem Menschen Schaden zu, wie es ausdrücklich im folgenden Vers dargelegt ist:
Und ich beanspruche keine Unbescholtenheit für mich selbst; denn das Selbst gebietet stets das Böse, es sei denn, dass mein Herr Sich erbarmt. Wahrlich, mein Herr ist immer zur Vergebung bereit und barmherzig. (Sure 12:53 – Yusuf)
Aus diesem Grund spielt das menschliche Selbst eine wichtige Rolle dabei, den Menschen dazu verleiten, der Wahrheit zu widerstreben.
Ein anderes Wesen, das diejenigen, die starke Ambitionen für dieses Leben haben, verführt, ist Satan. Allah weist darauf im folgenden Vers hin:
Er (Satan) sagte (zu Allah): „Darum, dass Du mich verirren ließest, will ich sie gewiss abschrecken von Deinem geraden Weg; dann will ich von vorne und von hinten und von rechts und von links über sie kommen, und die meisten von ihnen wirst Du nicht dankbar finden.« (Sure 12:16, 17 – Yusuf)
Jene Leute zu überzeugen, die von Satan und der negativen Tendenz ihres Wesens angeleitet werden, war seit je her der Kampf aller Propheten; sie riefen die Menschen stets zum Rechten Weg – dem Weg Allahs – doch ihre eigene Gesellschaft lehnte sie jeweils ab, außer einer Minderheit. Ein prägnantes Beispiel, das diesbezüglich im Quran gegeben wurde, ist der Prophet Noah und sein Volk. Trotz seiner unermüdlichen Hingabe und Bemühung, sein Volk zum Rechten Weg zu rufen, verharrten die Leute hartnäckig in ihrem Unglauben.
Er sagte: „Mein Herr, ich habe mein Volk Tag und Nacht zum Rechten gerufen, doch mein Rufen hat sie in nichts gemehrt außer in ihrer Abwendung und wenn immer ich sie aufrief, Deine Vergebung zu erstreben, steckten sie ihre Finger in die Ohren und verhüllten ihr Gesichter mit ihre Gewändern und verharrten darin und gebärdeten sich in hochmütiger Arroganz. Dann rief ich sie in aller Öffentlichkeit auf. Dann machte ich ihnen öffentliche Ankündigungen, und ich briet sie privat. (Sure 71:5-9 – Nuh)
Noah sagte: »Mein Herr, sie lehnten sich gegen mich auf und folgen dem, dessen Reichtum und Kinder ihn nicht mehrten, außer in seiner Verirrung. (Sure 71:21 – Nuh)
Der Quran entlarvt die unaufrichtige Einstellung der ignoranten Leute. Ungeachtet dessen, wie stark die erbrachten Beweise sind, wenden sie sich von der Wahrheit ab und verharren in ihrer starken Gebundenheit an dieses Leben, und dann erfinden sie allerlei Ausreden, um ihre ablehnende Haltung zu rechtfertigen. Allah zählt im Quran die Angelegenheiten und Situationen auf, welche die ignoranten Leute vorgeben, nicht zu verstehen. Dies sind im Grunde genommen eben diejenigen Dinge, über die sie niemals ihre Anschauung ändern. Allah erwähnt auch die Ausreden, die sie vorbringen, und ihre Unehrlichkeit, die sie gegenüber den Gläubigen zeigen.
Bevor wir jedoch mit diesem Thema fortfahren, soll eine der Hauptmethoden näher erklärt werden, welcher sich die ignoranten Leute bedienen um ihre Unaufrichtigkeit zu rechtfertigen.
Eine der Lehren des Satan: Demagogie
Die ignoranten Leute greifen oft auf Hetzerei zurück, um sich zu rechtfertigten. Das ist eine Methode durch die sie auf ihr Recht oder Prestige bestehen, indem sie emotionelle, unehrliche und verschleierte Argumente anstelle von Vernunft verwenden. Abgesehen von dieser Strategie ist auch die Art und Weise, in der sich die Leute gebärden, ein wirksames Element der Aufwieglung. Andere unterbrechen, Schreien und Lügen sind wohlbekannte demagogische Methoden. Die Ungläubigen legen erstaunliche Fähigkeiten in dieser ’Kunst’ an den Tag. Um ihre Ansichten zu rechtfertigen oder um sich Vorrang über andere zu verschaffen bedienen sie sich erstaunlicher Methoden. Der Hauptzweck all dieser Bemühungen ist, sich gegen die Wahrheit aufzulehnen. Sie machen all diese Anstrengungen um sich selbst zu rechtfertigen und dabei einen Vorwand zu finden, ihre Gewissensbisse zu lindern.
Dies jedoch ist keine Methode, die von einzelnen Leuten selbst entwickelt wurde. Wie in vielen anderen Belangen ist es der Teufel, der sie anleitet. Die Worte Satans in dem folgenden zwei Zitaten aus dem Quran zeigen, dass er der allererste Rebell war und in der Folge auch zum ersten Demagogen wurde.
Er (Allah) sprach: „O Iblis, was hindert dich daran, dich vor dem niederzuwerfen, was Ich mit Meinen Händen geschaffen habe? Bist du hochmütig oder gehörst du zu den Erhabenen?« Er sagte: „Ich bin besser als er: Mich hast Du aus Feuer erschaffen und ihn hast Du aus Ton erschaffen.« Er sprach: „So entferne dich von hier; denn du bist verdammt. (Sure 38:75-77 – Sad)
So versuchte sie Satan mit üblen Einflüsterungen, um ihnen von ihrer Blöße das zu offenbaren, dessen sie nicht bewusst waren, und er sagte: „Euer Herr hat euch diesen Baum nur deshalb verboten, damit ihr nicht Engel werdet oder ewiges Leben erwerbt.« Und er schwor ihnen: „Ich bin euch wahrhaft ein aufrichtiger Ratgeber.« (Sure 7:20 – al-A’raf)
Als Ihm geboten wurde, sich vor Adam niederzuwerfen, weigerte sich Satan hochmütig, diesem göttlichen Befehl nachzukommen und gab anmaßende Erklärungen dafür. Das war typische Rebellion; sein Vorwand dafür, dem Befehl Allahs den Gehorsam zu verweigern wird in der folgenden Aussage Satans wiedergegeben: »...Mich hast Du aus Feuer erschaffen und ihn hast Du aus Ton erschaffen.« Sein Hauptzweck hingegen war, sich gegen Allah aufzulehnen. Der Vergleich zwischen Feuer und Ton war nur ein Vorwand.
Die Einstellung der ignoranten Leute ist genau die gleiche. Zuerst entscheiden sie sich, ungehorsam zu sein, und dann erfinden sie Ausreden für ihren Ungehorsam. An diesem Punkt tun sie genau das, was Satan tat und bedienen sich verschiedener aufrührerischer Methoden, um ihre Unaufrichtigkeit zu verschleiern und sich selbst darüber hinwegzutrösten.
Der Teufel schult sie listig mit seinen unablässigen Einflüsterungen in den Methoden der Aufruhr. Indessen befindet sich der Mensch in einem innerlichen Kampf, um zwischen der Stimme der Vernunft, die ihm die Wahrheit eingibt und der Stimme seines niederen Selbst, die für den Teufel spricht, zu wählen. Auf diese Weise nähert sich Satan dem Menschen in jeder Situation und versucht ihn.
Das ist der Grund dafür, dass die Menschen von alters her überall auf der Welt genau die gleichen Taktiken und Methoden gegen die Religion anwenden. Diese Tatsache wird im Quran hervorgehoben:
Doch sie sagen das gleiche, was die früheren Generationen sagten. (Sure 23: 81 – al-Mu’minun)
Ein Punkt jedoch sollte hier hervorgehoben werden: Satan unterliegt vollkommen der Kontrolle Allahs, ebenso wie Dschinn, Engel Menschen und alle anderen Geschöpfe. In Gegensatz zu der weit verbreiteten Ansicht ist Satan kein eigenständiges Wesen, das getrennt und unabhängig von Allah existiert. Er steht im Dienst Allahs, um den Menschen in dieser Welt auf die Probe zu stellen. Diese Tatsache wurde im folgenden Vers erklärt:
Er (Satan) sagte: „Mein Herr, so gewähre mir Aufschub bis zu dem Tage, an dem sie auferweckt werden.« Er (Allah) sprach: „Dein Aufschub ist dir gewährt bis zu dem Tag des bekannten Zeitpunkts.« Er sagte: „Mein Herr, darum, dass Du mich verirren ließest, will ich ihnen wahrlich die irdischen Nichtigkeiten begehrenswert machen, und sie allesamt verführen außer Deinen hingegebenen Knechten unter ihnen.« Er sprach: „Dieser Weg ist nach Meinem Recht gerade. Gewiss sollst du keine Macht über Meine Diener haben, außer jenen der Verirrten, die dir folgen.« (Sure 15:36-42 – Al-Hidschr)
Durch die gesamte Menschheitsgeschichte hindurch haben viele Gesellschaften die klassischen Methoden des Aufruhrs angewandt, wenn sie an die Gebote Allahs erinnert wurden. Sie dachten, dass sie auf diese Weise vermeiden könnten, mit der Wahrheit konfrontiert zu werden. Im Quran beschreibt Allah diese Psychologie der Ungläubigen, sowie die Art der Rebellion, die sie einsetzen um nicht von bestimmten Realitäten überzeugt zu werden.
Sie sind nicht von der Nähe des Todes überzeugt
Es ist unmöglich, ignorante Leute davon zu überzeugen, dass der Tod sehr nahe ist. Obwohl dies eine sehr ernst zu nehmende Realität ist, strebt die Mehrzahl der Leute danach, das ständige Näherkommen des Todes zu vergessen. Der Tod macht diesem Leben, an dem sie so stark hängen, ein unentrinnbares Ende. Er erinnert die Leute auch an das Jenseits und ihre Verantwortlichkeiten Allah gegenüber und an die Realität der Hölle. Aus diesem Grunde vermeiden sie den Gedanken daran, indem sie einfach ’überhaupt nicht denken’.
Ignorante Leute, die den Tod willkürlich aus ihrem Denken verbannen, machen kein Hehl aus ihrer Abneigung dagegen. Indem sie vergessen, dass er auch eine Anordnung Allahs ist, können sie auch nicht erkennen, dass er ein vorherbestimmtes Ereignis ist. ’Nicht zu denken’ hindert sie lediglich daran, zu erkennen, dass solch eine Einstellung eine offene Auflehnung gegen den Willen Allahs ist.
Ignorante Leute hegen noch viele andere irrationale Überzeugungen bezüglich des Todes. Ihrer Ansicht nach ist z.B. der Tod einer alten und kranken Person durchaus gerechtfertigt. Außerdem sind sie der Ansicht, dass im Bett ohne Leiden zu sterben, das beste ist, was sich ein alter Mensch erhoffen kann. Den plötzlichen Tod eines jungen Menschen, jedoch können sie nicht ertragen; hier lässt sie ihr Verständnis, dass sein Tod vorherbestimmt war, völlig im Stich.
Ein weiterer irrationaler ’Glauben’ bezüglich des Todes schlägt vor, dass der Tod als Folge bestimmter Ereignisse stattfindet. Sie sagen z.B. im Fall eines Menschen, der in einem Verkehrsunfall ums Leben kommt: ‘Er wäre nicht gestorben, wenn er nicht an jenem Tag auf jener verkehrsreichen Schnellstraße gefahren wäre.’ Eben diese Geisteshaltung wird im Quran in dem folgenden Vers hervorgehoben: »...Wären sie bei uns geblieben, sie wären nicht gestorben oder getötet worden...« (Sure 3:156 – Al-’Imran), und die Gläubigen werden streng gegen solch eine abartige Denkweise ermahnt, und zwar deshalb, weil der Tod in keinem Fall zufällig stattfindet. Der Ort und Zeitpunkt des Todes eines Menschen sind bereits vor seiner Geburt bestimmt. Diese Tatsache wurde in dem folgenden Vers dargelegt:
Wir haben unter euch den Tod verordnet, und Wir können nicht dabei übergangen werden. (Sure 56:60 – al-Waqi’a)
Für die ignoranten Menschen ist der Tod einer Person, speziell, wenn es sich dabei um einen unmittelbaren Familienangehörigen handelt, ein höchst unerwartetes Ereignis, das obendrein Furcht erregend ist. Wenn man den Leichnam eines Menschen, mit dem man noch wenige Tage zuvor gespeist hatte, schrecklich zerquetscht in einem Fahrzeugwrack sieht, ist das gewiss ein Anblick, den man zeitlebens nicht mehr vergessen kann. Wenn man dann noch den Beamten dabei zusieht, wie sie seine Überreste in einen Leichenbeutel packen, wird man unweigerlich an viele Dinge erinnert, die man ansonsten, durch die Denkweise der Ignoranz, ständig dazu angeregt wird, zu vergessen.
Der Mensch, der nun in einem Plastikbeutel zur Leichenhalle transportiert wird, hat vielleicht noch vor wenigen Stunden angeregt über sein neues Geschäftsunternehmen oder seine Wochenendpläne gesprochen. Während er das tat, war der Tod höchstwahrscheinlich das letzte Ding, das ihm in den Sinn gekommen wäre. Doch nun wird sein Körper, der nur noch Fleisch und Knochen ist und seiner baldigen Zersetzung entgegensieht, eilends zur Leichenhalle gebracht, wo er für ein paar Tage neben anderen Leichen in ein Kühlfach gelegt wird, um dann in ein Leichentuch gehüllt oder in einem Sarg verpackt in ein Grab gelegt zu werden.
Der Beobachter wird in Verzweiflung gestürzt, da solch ein Geschehen ihn an den Tag erinnert, an dem er seinem eigenen Ende gegenüberstehen wird. Nichtsdestoweniger dauert die Einwirkung eines solchen Geschehnisses auf die Psyche des Menschen nur kurze Zeit an. Über kurz oder lang kehren die ignoranten Leute zu ihrer gewohnten Lebensweise zurück und beginnen erneut, den Tod als ein ziemlich unwahrscheinliches Ereignis zu betrachten. Sobald sie sich wieder mit ihren Alltagsproblemen befassen, oder – in ihren eigenen Worten – ’wenn sie der Realität des Lebens gegenüberstehen’, kehren sie sofort wieder zu ihren alten Angewohnheiten zurück, als wären es nicht sie gewesen, die den Tod erst vor einigen Tagen aus solcher Nähe miterlebt hatten. Sie halten selbst demagogische Reden über den Tod, wobei sie versuchen, den grimmigen Ernst der Sache zu verharmlosen. Sie reden zwar oft über die Kürze des Lebens, doch sinnen sie nie ernsthaft darüber nach, und ermutigen sich obendrein noch gegenseitig, nicht darüber nachzudenken.
Kurz nachdem der Schmerz und Kummer über den Tod eines Familienangehörigen erträgliche Ausmaße annimmt, beginnen die Hinterbliebenen über seine Hinterlassenschaften nachzudenken, die sie von ihm zu erben erwarten. Auf diese Weise finden sie selbst dort eine Gelegenheit ihre Gebundenheiten an das Leben zu fördern, wo der Tod die Ursache ist.
der Quran die Offenbarung Allahs
Sie sind nicht überzeugt, dass der Quran die Offenbarung Allahs ist
Die Tatsache, dass die ignoranten Gesellschaften nicht überzeugt sind, dass die Heiligen Bücher von Allah offenbart wurden, ist eine weitere ihrer Tendenzen, die sich durch die gesamte Menschheits-geschichte hinzieht. Der Hauptgrund hinter dieser Einstellung ist ihre Abneigung dagegen, sich den Geboten Allahs zu beugen. Sie wollen einfach den Tag des Jüngsten Gerichts und die Tatsache, dass sie sich für all ihr Handeln verantworten müssen, aus ihrem Bewusstsein verbannen, da sie ihr Leben nach ihrem eigenen Belieben gestalten wollen, und deshalb ignorieren sie die Wahrheit einfach, selbst wenn sie sie erkannt haben.
Die typische Einstellung der ignoranten Gesellschaften gegenüber der Bibel und anderer Heiliger Schriften wurde ebenso auf den Quran projiziert. Unser Prophet rief die Menschen auf verschiedene Weise auf, dem Pfad der Wahrheit zu folgen, doch sie verharrten in Unglauben. Um ihre Reuegefühle zu überwinden, haben sie mittlerweile verschiedene Methoden angewandt. Eine dieser Methoden, die sich demagogischer Prinzipien bedient wird in den folgenden Versen beschrieben:
Und jene, die leugnen, sagen: „Dies sind nichts als Unwahrheiten, die er erdichtet hat; und andere Leute haben ihm dabei geholfen.« Und so begingen sie Unrecht und machten falsche Aussagen. (Sure 25:4 – al-Furqan)
Doch sie sagen: „Wirre Träume, die er doch nur erdichtet hat; ja, ein Dichter ist er! Soll er uns doch ein Zeichen bringen, in der Weise, wie die früheren (Propheten) gesandt wurden.« (Sure 21:5 – al-Anbiya’)
Es ist offensichtlich, dass die ignoranten Leute sich des Vorrangs des Propheten bewusst waren, und dennoch bezichtigten sie ihn der Hexerei und darüber hinaus behauptete die Mehrheit von ihnen, dass der Quran von ihm geschrieben worden war, obwohl sie mit ziemlicher Gewissheit wussten, dass der Quran eine Offenbarung Allahs ist. Ebenso wissen sie mit Sicherheit, dass der Prophet weder ein Dichter, noch ein Hexer ist, doch, wie wiederholt in diesem Abschnitt erwähnt wurde, bedienen sich die ignoranten Leute einfach irgendwelcher Vorwände, um mehr Leute anzuziehen, die sich dann ihrer Lebensweise anpassen.
Im Quran gibt Allah eindeutige Antworten auf das eitle Geschwätz der Ignoranten:
Doch Ich schwöre bei dem, was ihr seht und bei dem, was ihr nicht seht. Dies ist gewiss das Wort eines erhabenen Gesandten. Und es sind nicht die Worte eines Poeten – gering ist euer Glaube – noch ist es die Rede eines Wahrsagers – gering ist eure Bedachtsamkeit – eine Offenbarung vom Herrn der Welten. (Sure 69:38-43 – al-Haqqa)
Oder sagen sie etwa: „Er hat es erdichtet„ – und glauben daher nicht? So sollen sie doch einen ebenbürtigen Vortrag hervorbringen, wenn sie das wahrhaftig meinen! (Sure 52:33, 34 – at-Tur)
Und dieser Quran hätte von niemand anderem als Allah ersonnen werden können. Vielmehr ist er eine Bestätigung dessen, was vor ihm offenbart worden war und eine detaillierte Darlegung des Buches – worin es keinen Zweifel gibt – vom Herrn der Welten. Oder wollen sie etwa sagen: „Er hat ihn erdichtet«? Sage: „So bringt doch eine Sure gleicher Art hervor und ruft, außer Allah, dazu auf, wen ihr könnt, wenn ihr wahrhaft seid!« Aber, sie logen über das, dessen Wissen sie nicht erfassen konnten, und dessen Auslegung ihnen noch nicht bekannt war. Genauso verbreiteten jene, die vor ihnen lebten Unwahrheiten, doch sieh, wie das Ende der Ungerechten war! (Sure 10:37-39 – Yunus)
Der Ausweg aus der Unvernunft der Gottlosigkeit
Durch dieses ganze Buch hindurch haben wir die Tatsache unterstrichen, dass alle Pläne, welche die ignoranten Leute schmiedeten, sie in Schwierigkeiten hineingeraten ließen, mit denen sie niemals fertig werden können. Obwohl sie den besten Lebensstandard erreichen mögen, fühlen sie dennoch die Rastlosigkeit, nicht in der Lage zu sein, wahre Glückseligkeit zu finden. Es gibt jedoch nur einen Weg, sich selbst vor Eintönigkeit, Unzufriedenheit, Zwecklosigkeit, Ängsten und Befürchtungen zu retten. Allah teilt dem Menschen dieses wichtige Geheimnis in folgenden Vers mit:
Diejenigen, die glauben und deren Herzen Befriedigung im Gedenken Allahs finden. Ist es nicht das Gedenken Allahs, worin die Herzen Genüge finden? (Sure 13:28 – ar-Ra’d)
Wie in dem vorangehenden Vers dargelegt, kann der Mensch nur dann wahrhaft glücklich werden und innerlichen Frieden finden, wenn er seinen Geist damit beschäftigt, sich Allah ins Gedächtnis zu rufen und sein Leben damit verbringt Gutes zu tun, um Gottes Wohlgefallen zu finden. Da die ignoranten Leute sich dieses fundamentalen Geheimnisses des Qurans nicht bewusst sind, glauben sie, dass die Schwierigkeiten, die sie durchmachen, eine ’Realität des Lebens’ seien, und ergeben sich darein, diese Zeiten durchzustehen, da sie keine Möglichkeit sehen, sich ihrer Probleme zu entledigen. An diesem Punkt nehmen die Gläubigen, die sich dieses bedeutenden Geheimnisses des Qurans bewusst sind, die wichtige Verantwortung wahr, aufzuzeigen, wie man sich von den Grundsätzen de Ignoranz reinigen kann und sich eines glücklichen und erfüllten Lebens, sowohl in dieser Welt, wie in der jenseitigen erfreuen kann, in anderen Worten, die Menschen zum wahren Weg Allahs zu rufen.
Ein weiterer Punkt, der hier erwähnt werden muss, ist, dass Allah allen Menschen der ignoranten Gesellschaft verspricht, dass ihre Untaten vergeben werden, falls sie wahrhaft an Ihn glauben, und sich der Führung des Qurans beugen. Auf diese Weise zeigt Allah allen Menschen einen Fluchtweg aus der ignoranten Gesellschaft.
Ein Mensch, der die ignorante Lebensweise aufgibt und sich Allah ausliefert, findet Vergebung in Seiner Gegenwart, währenddessen die Gläubigen solch einen Menschen ohne Vorurteile aufgrund seiner Vergangenheit aufnehmen. Unter den Gläubigen wird eine Person entsprechend ihres gegenwärtigen Verhaltens bewertet. Das frühere Leben eines Menschen wird, obwohl er sich dabei extravaganten Genüssen hingegeben haben mag, daher niemals von Interesse für die Gläubigen sein.
So macht Allah es einfach, ein gutes Leben durch die Anleitung des Qurans zu führen. Unter solchen Gegebenheiten wäre es bestimmt die klügste Verhaltensweise, sich Allah auszuliefern. Man bedenke, dass der Mensch frei ist, seine eigene Wahl zu treffen. Sechzig bis siebzig Jahre eines mühseligen Lebens, das seinen Ausgang letztlich in der Hölle hat, einem Ort, der speziell dafür geschaffen wurde, um den Ungläubigen geistige und körperliche Qualen zu bereiten, oder dem gegenüber, ein Leben, das unter den vertrauenswürdigsten Menschen und an den schönsten Orten verbracht wird, in dem einem die besten Gaben und Begünstigungen zuteil werden, und das im Paradies, einem Ort unvorstellbarer Schönheit, seine Fortsetzung findet. Ein vernünftiger Mensch wird sicher die letztere Alternative wählen, nicht nur, weil es die logische Wahl ist, sondern weil das menschliche Gewissen es verlangt. Sich dem Schöpfer zuzuwenden, dem wir unsere Existenz verdanken, gibt der menschlichen Seele gewiss Befriedigung.
Trotz allem, was bisher gesagt wurde, mag es dennoch bestimmte Leute geben, die Zweifel darüber hegen, in Einklang mit der quranischen Lebensweise zu leben. Allah erklärt im Quran, dass sich die Leute diesem Leben mehr verbunden fühlen, als dem zukünftigen, da sie es als nahe liegender betrachten.
Doch nein, ihr liebt das Vergängliche und wendet euch vom Jenseits ab. (Sure 75:20, 21 – al-Qiyama)
An dieser Stelle empfiehlt der Quran solchen Leuten, über den Tod nachzusinnen. Einer der Hauptgründe, warum die Leute solch eine starke Bindung an dieses Leben empfinden und geistliche Belange in den Wind schlagen, ist der Fehlschluss, dass das Leben, das tatsächlich nur auf 60 bis 70 Jahre beschränkt ist, ewig fortdauere. Der Tod jedoch, kann diesem Leben jeden Augenblick ein Ende setzen. Wenn der Tod kommt, muss der Mensch sein Prestige, seine Auszeichnungen, seinen Reichtum, seine Bankkonten und Kreditkarten, kurz gesagt, alle Anzeichen seines Wohllebens, ob er sie tatsächlich besaß, oder ihnen nur nachjagte, zurücklassen. Bald darauf wird er in der Erde begraben, sein Körper wird von Würmern vertilgt werden, und nichts als Knochen bleiben übrig. Sein einziger Gewinn im Jenseits werden die guten Taten sein, die er vollbrachte um Allahs Wohlgefallen zu gewinnen.
Diejenigen, welche die Lebensweise der Ignoranz verfolgen, sollten daher diese Tatsache so schnell wie möglich erkennen. Nach dem Tod gibt es ein ewiges Leben. Am Tag des Jüngsten Gerichts wird jedermann mit dem Ergebnis seines Verhaltens konfrontiert werden. Diejenigen, die sich Allah gegenüber nicht verantwortungsbewusst verhielten, werden in die Hölle getrieben werden, einen Ort schmerzlichster Bestrafung. Dort werden sie niemanden haben, der ihnen helfen könnte.
So kostet wie es ist, dass ihr die Begegnung mit diesem eurem Tag vergaßt. Gewiss seid ihr bei Uns in Vergessenheit geraten und nun kostet die Strafe der Ewigkeit für das, was ihr getan habt. (Sure 32:14 – al-Sadschda)
Diejenigen hingegen, welche aufrichtige Reue zeigen und Allah um Vergebung bitten und Seiner Führung folgen, werden sowohl in dieser Welt, wie auch darüber hinaus, Rettung finden.
Sie werden alles, was sie begehren, bei ihrem Herrn haben – das ist der Lohn derer, die ihr bestes geben, dass Allah sie vom Schlimmsten, das sie getan haben, absolvieren wird und ihnen ihren Lohn gemäß dem besten, das sie zu tun pflegten, geben wird. (Sure 39:34, 35 – az-Zumar)
Wer aufrecht handelt – sei es Mann oder Frau – und glaubt, dem werden Wir sein Leben in Güte bereichern und Wir werden ihnen gewiss ihren Lohn nach dem besten ihres Handelns bemessen. (Sure 16:97 – an-Nahl)
Schlussfolgerung
Durch dieses ganze Buch hindurch haben wir den Gesichtspunkt, den Existenzzweck, die moralischen Werte, Glaubensüberzeugungen, Ängste und Charaktere der Leute erörtert, die an der Lebensweise der Ignoranz festhalten. Der Zweck dessen, all diese im Einzelnen zu untersuchen, war es, aufzuzeigen, wie ein Leben, das der Religion beraubt ist, den Menschen in ein ’primitives Verständnis’ abtreiben lässt. Ein weiterer, sogar noch wichtigerer Zweck war, jene Menschen, zu vernünftigem, rationellem Denken darüber anzustoßen, welch schädliche Folgen ihre Prioritäten für sie in dieser Welt, sowie in der jenseitigen haben werden.
Der Quran macht uns auf die Tatsache aufmerksam, dass diejenigen, die ihren Gelüsten folgen, letzten Endes tief enttäuscht sein werden.
Und hätte sich die Realität nach ihren Begierden gerichtet, so wären gewiss die Himmel und die Erde und alle die sie enthalten ist, der Korruption und dem Chaos anheimgefallen. Wir aber gaben ihnen ihre Ermahnung, doch sie wenden sich von ihrer Ermahnung ab. (Sure 23:71 – al-Mu’minun)
Man sollte nach Wegen suchen, seinen eitlen Begierden nicht nachzugehen, da diese äußerst verderblich sind, und es gibt nur einen Weg, Enttäuschung zu vermeiden, nämlich sein Leben nach den moralischen Werten des Qurans auszurichten. Dem ist so, weil nur der Quran den Menschen die Würde zugesteht, die ihnen gebührt. Der Quran schützt den Menschen vor Ignoranz, primitivem Verständnis, negativen Inspirationen, irrationalen Ängsten und allen abwegigen Glaubensüberzeugungen, und erlöst ihn von Befürchtungen und errettet ihn von den ewigen Qualen der Hölle. Er gewährt dem Menschen Weisheit, ein tadelloses Verhalten, eine, dem Paradies ähnliche, friedvolle Umwelt und, das wichtigste, ein Leben im Paradies, das in alle Ewigkeit fortwährt.
Dieses Buch enthält ausgiebige Hinweise auf die bedrückende Umwelt, von der die ignoranten Leute umschlossen sind, sowie auf das erfüllende Leben, das der Quran anbietet. Der Vergleich zwischen diesen beiden Alternativen ruft den Menschen natürlich zur Führung des Qurans. Der Vers stellt denen, die sich an den Quran halten, in Aussicht, ewige Errettung zu erlangen.
Er ist es, der Seinem Diener eindeutige Verse hinabsendet, um euch aus der Finsternis ins Licht zu führen, und Allah ist euch gewiss Freundlich und Barmherzig gesinnt. (Sure 57:9 – al-Hadid)
Dieses Buch ist eine Ermahnung und eine Warnung für die Ignoranten. Wie der Vers
Dies ist gewiss eine Ermahnung. So nehme, wer will, einen Weg zu seinem Herrn. (Sure 73:19 – al-Muazzamil)
zu bedeuten gibt, sollten diejenigen, die willig sind, der göttlichen Führung zu folgen, die Warnung annehmen und ernst nehmen.
Dieses Leben ist kurz und vergänglich. Für alle Menschen, ohne Ausnahme, ist die Zeit, die sie auf dieser Welt verbringen – im Vergleich zur Ewigkeit – so kurz wie das Zwinkern eines Auges. Es ist gewiss unklug, die Ewigkeit um der vorübergehenden Freuden dieser Welt willen zu vernachlässigen. Der einzige Weg, ewige Errettung zu erlangen, ist es, sich von den Lehren der ignoranten Gesellschaft zu läutern und sich an die wahre Religion zu halten, d.h. die Religion, die Allah befohlen hat. Von den Lesern dieses Buchs wird erhofft, dass sie diese richtige Wahl treffen.
Und sage: „Das Wirkliche ist gekommen und das Falsche ist zunichte geworden; das Falsche wurde gewiss von je her zunichte.« (Sure 17:81 – al-Isra’)