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DIE QIBLA

Qibla-Kompaß

Qibla-Kompaß, verwendet bei Nichtvorhandensein eines mihrâb, um die Richtung zu bestimmen, in die sich die Gläubigen beim Gebet zu wenden haben. Iran, Ende 19. Jh.,The Nasser D. Khalil Collection oflslamic Art

spiritueller schlüssel der islamischen geographie und orientierung in richtung kaaba

DIE QIBLA, DIE GEBETSRICHTUNG, WURDE KORANISCH IN ZUSAMMENHANG MIT EINEM HEFTIGEN STREIT ZWISCHEN UNGLÄUBIGEN UND Muslimen bestimmt.


Sie symbolisiert die Richtung Mekkas, deren abstraktes Bild und eigentlichen Brennpunkt sie darstellt. Die ursprüngliche Ausrichtung der qibla, wie sie während des Aufenthalts des Propheten in Medina bestimmt worden war, war allerdings Jerusalem (622 n. Chr.), was bis zur Offenbarung eines Koranverses zwei Jahre später galt, der den endgültigen Wechsel in der Ausrichtung bestimmte: „Und wir haben die Gebetsrichtung, die du bisher eingehalten hast, nur eingesetzt, um in Erfahrung zu bringen, wer dem Gesandten folgt und wer eine Kehrtwendung vollzieht." (Die Kuh, II, 143)
Seither bilden Mekka, die Große Moschee und die Kaaba das lebendige Zentrum des Islam. Deshalb stellen die Gläubigen zunächst die Richtungsbestimmung an, in die sie sich zu wenden haben, bevor sie sich vor Gott niederwerfen. Oft kommt es zwischen Gläubigen zu lebhaften Diskussionen, wenn keine Moschee vorhanden ist, deren mihrâb ja das bauliche Symbol der qibla darstellt, wie die koranische Vorschrift, sich beim Gebet nach Mekka zu wenden, zu befolgen ist: „Wir sehen, daß du unschlüssig bist, wohin am Himmel

du dich mit dem Gesicht wenden sollst. Darum wollen wir dich in eine Gebetsrichtung weisen, mit der du gern einverstanden sein wirst: Wende dich mit dem Gesicht in Richtung der heiligen Kultstätte! Und wo immer ihr seid, da wendet euch mit dem Gesicht in dieser Richtung!" (Die Kuh, II, 144) Diese Vorschrift gilt für den gesamten liturgischen Zyklus, um den göttlichen Segen zu erwerben, sei es für eine Opferung, ein Begräbnis oder eine Heirat.

Dennoch beziehen sich die „Leute der qibla" (ahl al-qibla, eine Bezeichnung für die Muslime) nicht ausschließlich auf diesen Hort, so geheiligt er auch sein mag, denn — gemäß dem Koran —: „Gott gehört der Osten und der Westen." (Die Kuh, II, 115)

Was klar erkennen läßt, daß die Richtung, die man nimmt, doch von geringerer Bedeutung ist. Allah steht am Anfang und am Ende von allem, „wohin ihr euch wenden mögt, da habt ihr Gottes Antlitz vor euch", wie es in der gleichen Sure heißt.

Tatsächlich macht eine solche einheitliche Richtung Sinn, da sie einerseits dem Kult einen einheitlichen Mittelpunkt schafft und andererseits die Toleranz fördert: Mekka ist nicht nur das Zentrum der Welt, es liegt auch in der Welt.