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Mekka, 20. Dezember 1982 (Fortsetzung)

Say, das uralte Ritual des siebenmaligen Hin-und Her-eilens zwischen den (heute nur noch stilisierten) Hügeln Al-Safa und Al-Marwa im Zentrum Mekkas, erfüllen wir mit Hilfe eines nur arabisch sprechenden Führers. Dieser mutawwif zeigt große Nachsicht gegenüber unserem holprigen Nachsprechen der rituellen Gebete. Nachdem uns eine Haarlocke abgeschnitten worden ist -zum Zeichen, daß wir jetzt aus dem Stand der kleinen (Umra-)Pilgerschaft treten - können wir das im Alltag sehr unpraktische Pilgergewand ablegen und Mekka wie „normale" Menschen erleben.

Wir versuchen, die große Moschee einmal für uns alleine zu haben, und stehen dafür schon vor dem Wecken zum Morgengebet auf. Untauglicher Versuch! Tag und Nacht reißt der Strom der Menschen nicht ab, die tawafmachen und sich geduldig anstellen, um ein weiteres Mal den had-schar aswad zu berühren oder zu küssen. Damit stellen diese Muslime eine unmittelbare persönliche Beziehung nicht nur zu Millionen dahingegangener und - inscha'al-lah - kommender Glaubensgenossen her, sondern mit dem Propheten des Islam; er war es, der diesen Stein beim Wiederaufbau der Ka'aba schon in vorislamischer Zeit an seine heutige Stelle in der östlichen Ecke der Ka'aba gerückt hatte.

Dies ist beispielhaft für die gewaltige Rückperspektive, welche die Pilgerriten dem Muslim ganz allgemein vermitteln, zurück zu Ibrahim/Abraham, über eine Epoche von circa 3800 Jahren. Vorausgesetzt, daß sich der Muslim der religionsgeschichtlichen Einbindung seines Tuns als Pilger bewußt bleibt.