"ZEUGNIS DER BIBEL"
„ZEUGNIS DER BIBEL"
Geilenkirchen, 4. Februar 1985
Sahib Mustaqim Bleher hat in seiner Schrift „Das Zeugnis der Bibel" (Weilerswist 1984) diejenigen Stellen festgehalten, die sich in Altem und Neuem Testament auf die Wahrheit des Qur'an bzw. auf das Prophetentum Muhammads beziehen lassen.
Neuzeitliche Menschen im Westen, zumal Nichtjuden und Nichtaraber, verspüren meines Erachtens kein dringendes Bedürfnis, Qur'an und Bibel verknüpft zu sehen, sei es durch Genealogien zurück bis Abraham, sei es über die bekannte Annahme, daß unter Parakletos (Beistand; Tröster) im sog. Johannes-Evangelium (Joh. 14:16 f. und 16:13) eigentlich Periklytos, also auf arabisch Ahmad (= Muhammad) zu verstehen sei. Wichtiger für uns Heutige dürfte sein, was in Joh. 14:26 nicht unter Parakletos verstanden werden darf, nämlich „Heiliger Geist" i.S. einer göttlichen Trinitätsperson. Wer - wie in vielen Ausgaben des Neuen Testaments - das Johannes-Evangelium in diesem Punkt so auslegt, stellt sich nicht nur in Widerspruch zu Joh. 16:13, sondern verfälscht es durch das Einsickernlassen weiterer persisch-gnostischer Vorstellungen. (Solche gibt es im Originaltext dieser Evangelien ja schon genug.) Sollte es uns nicht genügen, den Qur'an als ein sich selbst verifizierendes Wunder zu betrachten? Braucht göttliche Offenbarung einen Stammbaum? Müssen wir die Lehre des Propheten mit Dokumenten untermauern, die - wie die Bibel - sich selbst in großer Verifizierungsnot befinden?
Richtig ist allerdings, daß der Qur'an viel dazu beitragen kann, die Ursprünge des Christentums zu verstehen.
Christliche Theologen wie Adolf von Harnack, Adolf Schlatter und Paul Schwarzenau haben nämlich erkannt, daß der Qur'an die früheste und korrekte Interpretation des Status von Jesus, seiner Rolle und Natur, festgehalten hat, also die Christenheit mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.