WEIL ES NICHT WAHR SEIN DARF
WEIL ES NICHT WAHR SEIN DARF
Oslo, 28. Oktober 1985
Habe die Ehre, in Anwesenheit des norwegischen Königs Olaf V in der Militärgesellschaft von Oslo einen Vortrag über „Die NATO als Wertegemeinschaft" zu halten. Wie stets liegt dem Organisator mein detaillierter Lebenslauf vor, in dem meine Zugehörigkeit zum Islam und meine Veröffentlichungen über islamische Themen aufgeführt sind. Und wie stets werden nur diese Fakten bei Einführung meiner Person verschwiegen. Nicht anders war es vor zwei Wochen bei meinen Vorträgen vor dem World Affairs Council in Denver, Colorado, vor dem Committee on Foreign Relations in St. Paul, Minnesota, und im St. John's College der amerikanischen Benediktiner. In St. Paul verfälschte man meine Angaben sogar, indem man erwähnte, ich „pflegte ein Interesse am Islam".
Warum dieses Versteckspiel?
Hält man die Eintragung meiner Religionszugehörigkeit in meinem c. v. für einen Tippfehler? Ist man über diese religiöse Verirrung so schockiert, daß man mein Muslim-Sein verdrängt? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?