Das Leben des Propheten Muhammed
14.2. Das Leben des Propheten Muhammed 14.2.1. Kin
14.2. Das Leben des Propheten Muhammed
14.2.1. Kindheit und Jugend
Die Menschen lebten also damals in einer Gesellschaft, die von vielen individuellen und gesellschaftlichen Problemen geprägt war. Den Armen und Schwachen schenkte man keine Beachtung; man behandelte sie ungerecht und unterdrückte sie rücksichtslos. In dieser Situation schickte Gott Seinen Propheten Muhammed.
Muhammed bedeutet wörtlich "Verherrlichter", "Gepriesener". Er wurde im Jahre 571 in Mekka als Sohn des Abdullah und der Amina geboren und ist einer Nebenlinie des Stammes der Quraisch zugehörig. Schon mit jungen Jahren wurde er zum Waisen und zunächst von seinem Großvater Abdulmuttalib, dann von seinem Onkel Abu Talib, dem Vater des späteren Kalifen Ali, aufgezogen. Da sein Onkel arm war, hütete er dessen Herde und begleitete ihn gelegentlich auch mit einer Karawane nach Syrien. 17 Jahre, nachdem er zu seinem Onkel gekommen war, nahm er (25-jährig) als Führer an einer Karawane der reichen älteren Kaufmannswitwe Khadidja nach Damaskus teil. Noch im selben Jahr heiratete er sie und hatte mit ihr mehrere Kinder, u.a. die Tochter Fatima, die einzige der Kinder Muhammeds mit eigenen Nachkommen. Seine Söhne Kasim und Abdullah starben früh. Drei weitere Töchter hießen Zaynab, Ruqayya und Umm Kulthum.
Muhammed genoss, schon bevor er zum Propheten berufen wurde, das Vertrauen seiner Mitmenschen. Selbst die schwierigsten Probleme löste er mühelos, wie das folgende Beispiel belegt:
Auch schon vor dem Islam war die Ka'ba das religiöse Zentrum der unterschiedlichen arabischen Stämme. Eines Tages - Muhammed war ca. 35 Jahre alt - hatte eine starke Überschwemmung große Schäden an der Ka'ba angerichtet. Kurze Zeit später war obendrein ein Feuer ausgebrochen, das das Heiligtum nahezu vollständig zerstört hatte. Es musste also abgerissen und wieder neu aufgebaut werden. Man hatte bis zu dem Grundstein, den Abraham gelegt hatte, alle Aufbauten beseitigt und wollte nun den Wiederaufbau einleiten. Dafür musste aber zunächst der heilige Schwarze Stein zurück auf seinen Platz gelegt werden. Nun entbrannte ein heftiger Streit. Jeder Stamm beanspruchte für sich, diese ehrenhafte Aufgabe vollbringen zu dürfen. Als bereits die Schwerter gezückt wurden, schlug jemand, der gerade die heilige Moschee betreten hatte, vor, man solle doch einen Schiedsrichter bestimmen.
In dem Moment näherte sich Mohammed. Stimmen wurden laut: "Da kommt al-Amin (der Vertrauenswürdige), nehmen wir ihn doch als Schiedsrichter!" Niemand hatte einen Einwand, und man erklärte ihm, worum es ging. Da entledigte er sich seines Gewandes und breitete es auf dem Boden aus. Er legte den schwarzen Stein darauf und forderte die Stämme auf, jeweils einen Vertreter zu benennen, der einen Zipfel des Gewandes ergreifen sollte. So hoben sie den Stein gemeinsam an und trugen ihn zu seinem Bestimmungsort. Dort entnahm ihn Muhammed dem Gewand und setzte ihn an seinen Platz, womit das Problem auf friedliche Art und Weise gelöst war.