Die islamische Kultur
21. Die islamische Kultur
21. Die islamische Kultur - einige Umgangsformen 21.1. Die Begrüßung
Die Begrüßung besitzt in der islamischen Kultur einen hohen Stellenwert. Zwei Muslime, die sich kennen, sind dazu aufgefordert, einander zu begrüßen. Diese freundschaftliche Geste stärkt das Band zwischen den Menschen. Sie setzt ein Zeichen für zwischenmenschliche Solidarität und setzt sich über eventuell bestehende Streitigkeiten hinweg. Sie fördert die Liebe zu den Mitmenschen, führt dazu, dass man sich besser kennen lernt und unterstützt den Dialog. Ein Muslim hat gegenüber anderen Muslimen Ansprüche und Pflichten: Er hat - wie schon erwähnt - Anspruch darauf, von einem anderen Muslim, den er persönlich kennt, begrüßt zu werden. Muslime sollten sich gegenseitig Besuche abstatten, vor allem dann, wenn Krankheiten oder andere Probleme bestehen. Außerdem muss ein Muslim ihm bekannten gestorbenen Muslimen das Totengeleit geben. All diese Rechte und Pflichten führen jedoch über die Begrüßung.
Auch der Koran hält die Begrüßung für wichtig und empfiehlt uns:
Und wenn ihr mit einem Gruß gegrüßt werdet, so grüßt mit einem schöneren wieder oder erwidert ihn. Wahrlich, Allah legt Rechenschaft über alle Dinge ab. (4:86)
O ihr, die ihr glaubt, betretet keine anderen Wohnungen als die euren, bevor ihr nicht um Erlaubnis gebeten und ihre Bewohner gegrüßt habt. Das ist besser für euch, wenn ihr euch ermahnen lasst. (24:27)
Einige Hadithe sprechen die Begrüßung ebenfalls an: Der Beste von ihnen ist der, der zuerst grüßt. (Sammlungen Bukhari, Muslim, Abu Dawud)
Wer seinen Bruder trifft, der soll ihn grüßen, (Sammlung Abu Dawud)
Es ist nicht erlaubt, dass ein Muslim seinem muslimischen Bruder über drei Nächte aus dem Weg geht, sodass, wenn sie sich treffen, der eine sich abwendet und der andere sich abwendet. Der Beste von ihnen ist der, der zuerst grüßt. (Sammlungen Bukhari, Muslim)
Wenn ihr nicht glaubt, könnt ihr nicht ins Paradies gehen, wenn ihr euch gegenseitig nicht Hebt, könnt ihr nicht gläubig sein. Wollt ihr, dass ich euch eine Tat empfehle, durch die ihr euch gegenseitig lieben werdet, wenn ihr es tut? Verbreitet den Gruß unter euch! (Sammlungen Abu Dawud, Tirmidi)
Die Grußformel der Muslime lautet "Der Friede sei mit euch!"; Muslime begrüßen einander mit den Worten "as-salamu alaikum" und "wa alaikum as-salam" (als Gegengruß). Handschlag und Umarmung bei der Begrüßung sind weit verbreitet. Ein Gruß gilt als ein Almosen. Auch zum Abschluss des Gebets wird der Friedensgruß in der Form "as-salamu alaikum wa rahmatullâh" (Der Frieden und die Gnade Allahs seien mit euch) gesprochen.
Die Begrüßung hat ihre eigenen Regeln: So grüßendie Jungen zunächst die Älteren,die Stehenden die Sitzenden unddie Vorübergehenden die Arbeitenden.