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Die Sauberkeit

21.2. Die Sauberkeit

21.2. Die Sauberkeit

Der Islam legt großen Wert auf Sauberkeit. Im Koran steht geschrieben:

Allah liebt diejenigen, die sich (Ihm) reuevoll zuwenden und die sich reinigen. (2:222; 9:108)

Der Prophet Muhammed sagte:
Die Reinheit ist die Hälfte des Glaubens. Der Schlüssel zum Gebet ist die Reinheit.

Der Islam ist die Religion der Reinheit. Zu Gott beten zu dürfen setzt voraus, dass der Mensch rein ist.
Man unterscheidet zwischen innerer und äußerer Reinheit:

Die innere ReinheitDie innere Reinheit ist die Reinheit der Seele. Sich innerlich zu reinigen heißt, sich von begangenen Sünden zu reinigen. Da der Mensch aus Leib und Seele besteht, ist er nur dann wirklich rein, wenn er sowohl innerlich als auch äußerlich rein ist.

Der Weg, auf dem man sich Gott nähern und Sein Wohlgefallen erlangen kann, führt über die innere Reinheit.

Wie aber reinigt man sich innerlich? Innere Reinheit erreicht der Mensch dadurch, dass er an Gott glaubt und den Geboten Gottes folgt. Negative Gefühle und schlechte Gedanken sollten in den Herzen und Seelen der Muslime keinen Platz finden. Muslime sollten versuchen, allem etwas Positives abzugewinnen und möglichst den guten Seiten der Dinge mehr Beachtung schenken als den schlechten. Denn wer Gutes sieht, hat positive Gedanken, und wer positiv denkt, kann sein Leben genießen.

Die äußere ReinheitDen Körper äußerlich sauber zu halten, heißt zunächst einmal, den Körper nicht zu vernachlässigen. Denn dieser wurde uns in seiner vollkommenen Form von Gott geschenkt. Keinesfalls dürfen wir unserem Körper bewusst Schaden zufügen. Wir sollten also so gesund wie möglich leben.

Im Koran weist Gott uns darauf hin, wie wichtig die äußere Reinheit ist: ...und reinige deine Kleider. (74:4)

Der Prophet Muhammed, der sich auch in diesem Punkt vorbildlich verhält, geht mehr ins Detail. Er empfiehlt u.a., dass man sich regelmäßig die Fingernägel schneidet, damit sich im Nagelbett keine Krankheitserreger sammeln, dass man sich mindestens einmal am Tag (vor dem Zubettgehen) die Zähne putzt, dass man seine Haare sauber hält, dass man nicht in die Moschee geht, wenn man zuvor Knoblauch oder Zwiebeln gegessen hat (dass man also Mundgeruch vermeidet).

Um den Körper sauber zu halten, sollte man mindestens einmal pro Woche baden. Vor und nach dem Essen sind die Hände zu waschen. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch der Reinheit auf der Toilette. Dem Islam zufolge ist Urin selbst unrein und verunreinigt auch den Menschen. Die Ausscheidungsorgane sind mit Wasser zu reinigen (istindscha). Dies geschieht ausschließlich mit der linken Hand. Laut der Sunna des Propheten sollten auch Männer im Sitzen urinieren. Dafür sprechen auch medizinische Gründe. Nach dem Urinieren ist es wichtig, das Tröpfeln des Harns zu unterbinden (istibrd), um sich äußerlich rein zu halten. In einem Hadith heißt es: Haltet euch fern vom Urin, denn die meisten Bestrafungen im Grab erfolgen wegen des Urins.

Saubere Menschen werden sowohl von Gott als auch von ihren Mitmenschen geliebt und respektiert. Die persönliche Reinheit ist eine Sache der Gewöhnung. Wer weder auf seine innere noch auf seine äußere Reinheit achtet, seine Umwelt verschmutzt oder achtlos auf den Boden spuckt, schadet sich selbst und anderen.