gute Vorsätze
2.5.2. Wichtig sind vor allem gute Vorsätze
2.5.2. Wichtig sind vor allem gute Vorsätze
Bei der Beurteilung der Menschen am Jüngsten Tag, werden die guten Taten besonders belohnt. Aber auch schon ein guter Vorsatz findet die Anerkennung Gottes. Dazu ein Hadith:
In alter Zeit lebte einmal ein Mann, der neunundneunzig Menschen umgebracht hatte. Nachdem er beim gelehrtesten Mann des Landes angefragt hatte und an einen Mönch verwiesen worden war, ging er zu diesem und sagte: "Er hat (ich habe) neunundneunzig Menschen umgebracht. Gibt es für ihn eine Umkehr?" Der Mönch sagte: "Nein!" Darauf tötete er den Mönch und brachte es so zu einem vollen Hundert. Daraufhin fragte er diesen Gelehrten erneut um Rat und wurde an einen anderen Gelehrten verwiesen. Zu diesem sagte er: "Er hat hundert Menschen umgebracht. Gibt es für ihn eine Umkehr?" Er antwortete: "Ja! Wer kann ihm denn die Umkehr verbieten? Geh in das und das Land. Dort leben Menschen, die Gott verehren. Verehre Ihn mit ihnen und kehre nicht in dein Land zurück, denn es ist ein böses Land!" Dann ging er fort. Doch als er den Weg zur Hälfte hinter sich hatte, kam der Tod zu ihm. Da stritten die Engel der Barmherzigkeit und die Engel der Strafe miteinander über ihn. Die Engel der Barmherzigkeit sagten: "Er hat überhaupt nichts Gutes getan!" Nun kam ein Engel in Menschengestalt zu ihnen. Diesen machten sie zum Schiedsrichter. Er sagte: "Messt die Strecke zwischen den beiden Ländern! Welchem von beiden er am nächsten ist, zu dem gehört er." Da stellten sie fest, dass er dem Land, auf das er zuging, näher war. Daraufhin nahmen ihn die Engel der Barmherzigkeit fort. (Sammlungen Bukhari und Muslim)
Man sollte sich also zum Ziel setzen, im Leben immer mehr gute Taten als schlechte vollbracht zu haben, und sei es nur um das Gewicht eines Stäubchens. Jemand, der umkehrt, sollte also so viel Gutes wie möglich tun.
2.5.3. Bestrafung im Jenseits
2.5.3. Bestrafung im Jenseits
was erwartet diejenigen nach dem Tode, die nicht glauben und wegen ihrer Sünden bestraft werden?
AmTag der Abrechnung, dem Jüngsten Tag, werden sie vor vielen
Zeugen bloßgestellt und zur Rechenschaft gezogen. Hier trennen sich dann die Wege der Gläubigen, die das Wohlgefallen Gottes erlangt haben, von denen der anderen Menschen. Letztere werden beim Überqueren der Brücke Sirat (der Brücke, die den geraden Weg ins Paradies weist) ins Höllenfeuer gestoßen. Denn weil diese Brücke schmaler als ein Haar und schärfer als ein Schwert ist, kann sie nur mit der Hilfe Gottes überquert werden.
Wie man sich vor der Bestrafung im Jenseits schützt, verrät uns der berühmte islamische Gelehrte Ghazali in seinem Werk "Wiederbelebung der religiösen Wissenschaften": "Befasse dich damit, dich auf das Ende vorzubereiten! Gedenke immerfort Gottes, bewahre deine Glieder davor, Sünden zu begehen, und dein Herz davor, an sie zu denken! Hüte dich, so gut du nur kannst, auf die Sünden und auf die Sünder zu schauen! Denn auch das wirkt auf dein Herz ein und lenkt dein Denken und deine Einfalle zu sich hin. Doch hüte dich aufzuschieben und zu sagen: Ich werde mich für das Ende bereitmachen, wenn es kommt. Denn jeder deiner Atemzüge ist dein Ende, da bei jedem dein Geist hinweg gerafft werden kann. Überwache darum dein Herz in jedem Augenblick und hüte dich, es auch nur einen Moment zu vernachlässigen. Dieser Moment könnte ja dein Ende sein."
2.5.4. Die Barmherzigkeit Gottes
2.5.4. Die Barmherzigkeit Gottes
Die Belohnung im Jenseits kann man nur durch die Barmherzigkeit Gottes und dadurch erlangen, dass man sich von Gott auf den rechten Weg führen lässt (Rechtleitung). Dazu muss man unbedingt das Wohlgefallen Gottes gewinnen.
Der Prophet sprach: "Keiner kommt ins Paradies, es sei denn durch Gottes Barmherzigkeit.", also durch Seine Rechtleitung. Man fragte ihn: "Auch du nicht, Gesandter Gottes?" Er antwortete: "Auch ich nicht." (Sammlungen Bukhari, Muslim)
Gott besitzt hundert Barmherzigkeiten. Neunundneunzig davon hat er bei sich aufbewahrt, während er davon nur eine einzige Barmherzigkeit im Diesseits sichtbar werden lässt. Durch diese eine sind die Geschöpfe einander barmherzig, sodass die Mutter sich zärtlich liebend ihrem Kind zuneigt und das Vieh einem Jungen zugetan ist. Am Auferstehungstag wird Gott diese Barmherzigkeit mit den neunundneunzig vereinigen und sie dann alle über seine gesamte Schöpfung ausbreiten. Unter ihnen erfüllt jede Barmherzigkeit die Himmel und die Erde. (Sammlungen Bukhari, Muslim)
Die Mittel zur Rechtleitung sind die Heiligen Bücher, die Gesandten und die Schärfe des Verstandes. Diese wurden den Menschen zur Verfügung gestellt, und nur der Neid, der Stolz, die Liebe zum Diesseits und die Dinge, die die Herzen blind machen, obgleich die Augen nicht blind sind (vgl. Koran, 22:46), halten sie davon fern.
Wer aufrichtig sagt: Es gibt keine Gottheit außer Allah, geht ins Paradies ein. Und wessen letztes Wort "Es gibt keine Gottheit außer Allah" ist, den berührt das Höllenfeuer nicht. (Sammlung Abu Dawud)
Würde derjenige, der nicht glaubt, die Weite der Barmherzigkeit Gottes kennen, verlöre keiner die Hoffnung auf sein Paradies. (Sammlung Muslim)
Wenn ihr nicht sündigen würdet, würde Gott Menschen, die sündigen, erschaffen und ihnen verzeihen. (Sammlung Muslim)