Prophetenschaft
2.2 Prophetenschaft
2.2 Prophetenschaft
Die Vorstellung, die der Muslim von Gott hat, wurde bereits oben zusammenfassend beschrieben. Die Grundlagen der Prophetenschaft,die allen Propheten gemeinsam sind, sind nach Meinung islamischer Theologen die folgenden:
1. EhrlichkeitVertrauenswürdigkeitÜbermittlung von Gottes AnweisungenIntelligenzSündlosigkeit undFreisein von allen körperlichen und mentalen MängelnDie Prophetenschaft ist dem Islam zufolge der höchste Rang, die höchste Ehre, die es gibt. Sie beweist die Überlegenheit des inneren Wesens eines Menschen im Vergleich zu anderen Menschen. Ein Prophet besitzt nicht nur das, was wir einen außergewöhnlichen Intellekt nennen, der in die Realität von Dingen und Geschehnissen eindringt, wie es z. B. bei Genies der Fall ist. Er ist auch ein Wesen, das auf die Inspiration Gottes für die Lösungen der ihm vorliegenden Probleme wartet und das als das Bindeglied zwischen den Dingen und Lebewesen hier und im Jenseits angesehen wird. Ein Prophet ist ein ganz normaler Mensch, der aber ein besonderes Verhältnis zu Gott hat und dessen Gedanken und dessen Handeln von Gott inspiriert sind.
Zusätzlich zur Übermittlung der Botschaft Gottes haben die Propheten dem Menschen auch ein gewisses Maß an Wissen über Gott und Seine Namen und Attribute gebracht. Ihre erste Aufgabe bestand darin, die Realität dieses Lebens, seinen wahren Zweck und seine Bedeutung zu lehren. Da Gott jenseits jeder menschlichen Wahrnehmung und jedes Verständnisses steht, fiel es den Propheten zu, solange sie ihre Aufgabe wahrnahmen, die gehorsamsten, sorgfältigsten, bewusstesten und selbstbeherrschtesten Menschen zu sein. Wenn es durch die Propheten keine klaren Aussagen über den Schöpfer, den Allmächtigen, Allwissenden, der die ganze Schöpfung vom kleinsten Atom bis hin zum größten Sternennebel beherrscht, aufrechterhält und liebevoll für sie sorgt, gegeben hätte, dann wäre es für den Menschen niemals möglich gewesen, über Gott richtig und angemessen zu denken oder zu sprechen.
Vom ersten Menschen, dem Propheten Adam, bis zum letzten Propheten Muhammed wurden einer Überlieferung zufolge 124 000, nach anderen Aussagen 224 000 Propheten herabgesandt. Nur 28 von ihnen sind im Koran namentlich erwähnt (in Klammern die im Deutschen gebräuchlichen Namen):Adern (Adam)Idris (Henoch)Nuh(Noah)Hud (Heber)Salih (Methusalem)ibrahim (Abraham)Lut (Lot)Ismail (Ismael)Ishak (Isaak)Yaqub (Jakob)Yusuf (Josef)Schuaib (Jethro)Harun (Aaron)Musa (Moses)Davud (David)Suleiman (Salomon)Ayyub(Hiob)Yunus (Jonas)Ilyas (Ellas)Elyasa (Elisa)Dhul-Kifl (Jesaja)Zakariyya (Zacharias)Yahya (Johannes)Isa (Jesus)Uzair*Luqman*
Dhul-Qarnain*Muhammed* Ob diese Gesandte Gottes oder "nur" sehr rechtschaffene Menschen sind, ist umstritten.
An dieser Stelle sollen die sechs großen Propheten stellvertretend für alle anderen vorgestellt werden:
Der Prophet AdamAdam war der erste Mensch und gleichzeitig auch der erste Prophet. Er wurde im Paradies erschaffen. Gott formte den Körper Adams aus Erde, die aus allen Kontinenten der Welt zusammengetragen wurde. Er hauchte seinem Leib eine Seele ein und ernannte ihn zu Seinem Statthalter auf Erden, indem Er ihm Seine Namen lehrte. Eva erschuf
Er als Frau Adams. Auf Befehl Gottes hin warfen sich alle Engel und Dschinn vor Adam nieder. Der Teufel aber weigerte sich. Nachdem Adam und Eva jedoch von den Einflüsterungen des Teufels beeinflusst eine verbotene Frucht gegessen hatten, wurden sie auf die Erde herabgesandt. Daraufhin bereuten sie ihre Tat zutiefst. Gott nahm ihre Reue an und machte Adam zum ersten Propheten seiner zahlreichen Nachkommen. Er übergab ihm eine zehn Seiten lange Offenbarungsschrift, (siehe Koran, 2:30-37)
Der Prophet NoahDer Koran berichtet davon, dass der Prophet Noah die Sintflut überlebte (Suren 11 und 71). Gott hatte dem Volk Noahs, das sich versündigt hatte, diese Sintflut als eine Strafe geschickt, da es seine Warnungen ignoriert hatte. Nur die Gläubigen und je ein Paar jeder Tiergattung wurden durch die von Noah gebaute Arche vor dem Ertrinken errettet.
Der Prophet AbrahamAbraham (arab.: Ibrahim) ist der Vater der Propheten Ishak und Ismail. Ihm wurde ein Buch mit 20 Seiten geoffenbart. Er war auch der Urvater des Propheten Muhammed. Abraham soll in Urfa, einer Stadt in Südanatolien, geboren sein. Er wurde zum Volk von Babel geschickt, das eine Religion namens Saibe entwickelt hatte, in der Sonne, Sterne und Götzen angebetet wurden. Als er diesem Volk die wahre Religion Gottes verkündete, warfen sie ihn in ein Feuer, das auf Befehl Gottes in einen Rosengarten verwandelt wurde, was Abraham das Leben rettete. Mit seinem Sohn Ismail baute er das Heiligtum der Ka ba wieder auf, in deren unmittelbarer Nähe auch heute noch der Fußabdrucks Abrahams gezeigt wird (Maqam Ibrahim). Sein Grab befindet sich in Khalilur-Rahman (Hebron) in Palästina. Die 14. Sure des Koran trägt den Namen "Ibrahim".
Der Prophet Moses
Der Prophet Moses wird im Koran u.a. in den Suren an-Naml und al-Qasas erwähnt. Er war ein Sohn Imrans aus dem Volk israil. Er wurde m Ägypten geboren, wo zu jener Zeit die zwölf Stämme der Israeliten
einen großen Bevölkerungsanteil stellten. Da die herrschenden Ägypter ihre zahlenmäßige Übermacht fürchteten, tyrannisierten sie sie. Der Pharao befahl, alle männlichen Säuglinge der Israeliten zu töten. Moses wurde als Baby von der Frau des Pharaos, Asiya, am Flussufer des Nils gefunden und im Palast des Pharao aufgezogen.
Auf dem Berge Tür erhielt Moses später eine Offenbarungsschrift (die Thora) und wurde zum Propheten ernannt. Da er dabei mit Gott gesprochen hatte, bekam er den Beinamen "Kâlimullâh" (der mit Gott gesprochen hat). Moses und sein Bruder Harun (Aaron) forderten den Pharao auf, der Religion Gottes beizutreten. Zur damaligen Zeit gab es in Ägypten viele Zauberer, gegen die Moses mit nichts als einem Stock als Waffe antrat und sie besiegte. Mit den Israeliten überquerte er auf wunderbare Weise das Rote Meer und gelangte in die Tihana-Wüste.
Der Prophet Jesus
Der Prophet Jesus (Isa), Sohn der Jungfrau Maria, wurde auch "RuhulIah" (Geist Allahs) genannt. Die Juden konnten nicht akzeptieren, dass Jesus von einer Jungfrau geboren worden war, und wollten seine Mutter deshalb bestrafen. Jesus aber rettete sie, indem er schon in der Wiege zu sprechen begann. Er war ein Gesandter Gottes, der im Alter von 30 Jahren eine Offenbarungsschrift erhielt. Im Koran wird er u.a. auch "Masih" (Messias)" (3:40), "Kalimatu-llah (das Wort Gottes)" (4:169) genannt. Er lud die Juden ein, dem rechten Weg zu folgen, und wirkte zahlreiche Wunder. Trotzdem gab es nur wenige, die an ihn glaubten; diese nannten sich "Hawari" (Jünger). Die Juden planten, ihn zu töten; im Koran wird jedoch unmissverständlich darauf hingewiesen, dass Jesus nicht gekreuzigt wurde (4:155-156). Stattdessen wurde er von Gott in den Himmel erhoben. Auch wird im Koran deutlich betont, dass Jesus nicht der Sohn Gottes ist (19:35) Der Islam ist eine rein monotheistische Religion, und Allah ist weder gezeugt worden noch hat Er Selbst gezeugt. Jesus hat auch auf das Kommen des Gesandten Muhammed hingewiesen (61:6).
Der Prophet Muhammed
(siehe Kapitel 14.2.)