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Rechtsschulen im Islam

13. Theologische Schulen und Rechtsschulen im Isla

13. Theologische Schulen und Rechtsschulen im Islam

Die Ausarbeitung des Rechtssystems führte zur Herausbildung verschiedener Rechtsschulen im Islam. Ihre Entstehung und Entwicklung verdanken sie einer inneren Dynamik austiefer Kenntnis über die gesellschaftlichen, kulturellen,
wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse der jeweiligen Zeit und Umwelt,der Aufgeschlossenheit gegenüber den daraus entstandenen Problemen,der Fähigkeit, wissenschaftliche Grundsätze zu postulieren, die es ermöglichen, aus den Primärquellen, Koran und Sunna, immer wieder neue Lösungsmöglichkeiten zu erschließen und jeweils Antworten auf neue Zeitfragen zu finden.Die heute noch von der Anhängerschaft her bedeutendsten Rechtsschulen sind:die hanafitischeSchule (benannt nach Abu Hanifa, 699-767);die malikitische Schule (nach Malik ibn Anas, 715-795);die schafiitische Schule (nach asch-Schafi'i, 767-820);die hanbalische Schule (nach Ahmad ibn Hanbai, 780-855).Diejenigen, die zu einer dieser vier anerkannten Rechtschulen (Hanafıten, Schafıiten, Hanbaliten, Malikiten) gehören, nennt man Sunniten. Die Sunniten, die den Rechtsgelehrten und Hadithwis-senschaftlern, die der Rechtschule der Gefährten des Propheten Muhammed und der Nachfolgegeneration der Gefährten angehören, nachfolgten, teilen sich in zwei Gruppen: Maturidiyya und Asch'ariyya.

Zu Lebzeiten des Propheten Muhammed war der Koran die einzige Quelle des Islam. Aber auch die Aussprüche und Lebensweise des Propheten selbst waren grundlegend für die Rechtsnormen, die die damaligen Muslime in all ihren Lebensbereichen brauchten. Nach dem Tode des Propheten waren die rechtschaffenen Kalifen Abu Bakr, 'Umar, Uthman und Ali sowie die Gefährten des Propheten die führenden Persönlichkeiten der islamischen Gesellschaft. Zur Lösung der alltäglichen Probleme erließen sie Rechtsnormen für alle Lebensbereiche. Der Islam breitete sich sehr schnell vom Vorderen Orient bis nach Nordafrika aus. Die Menschen, die ihn als neue Religion annahmen, hatten nicht nur Fragen zu Glaubensinhalten, sondern wollten auch erfahren, wie sie sich in ihrem Alltag verhalten sollen. Im Laufe der Zeit bildeten sich einige Schulen heraus, die sich hauptsächlich mit Glaubensfragen beschäftigten, und andere - Rechtsschulen - die sich mit dem Bereich des praktischen Handelns befassten. Die beiden führenden theologischen islamischen Schulen und ihre Gründer sollen hier ebenso dargestellt werden wie die vier sunnitischen Rechtsschulen. Im Anschluss werden einige Worte zu den von den sunnitischen Rechtsschulen abweichenden Schulen folgen.