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Fasten

4.4. Das Fasten

4.4. Das Fasten

Das Fasten ist die vierte religiöse Pflicht des Muslim, der er während eines ganzen Monats im Jahr, im Monat Ramadan, nachkommen muss. Es beinhaltet die Enthaltsamkeit von jeglichem Nahrungs- und Getränkegenuss sowie von geschlechtlichen Beziehungen vom Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang.

Der Monat Ramadan, der 9. Monat des islamischen Kalenders, hat 29 oder 30 Tage und wird mit Hilfe des islamischen Mondkalenders bestimmt, dessen Jahre um 10-11 Tage kürzer sind als die des Sonnenkalenders. Infolgedessen verschiebt sich auch der Monat Ramadan von Jahr zu Jahr und fällt im Verlaufe der Jahre in jede Jahreszeit: in den Herbst, den Winter, den Frühling oder den Sommer. Der Muslim lernt es, Einschränkungen, die sich durch das Fasten bei drückender Hitze oder bei strenger Kälte ergeben, zu ertragen.

Anfang und Ende des Fastenmonats werden durch das Sichten des Neumondes festgestellt: Beginnt nicht eher mit dem Fasten, bis ihr die Mondsichel gesichtet habt. Und brecht nicht eher das Fasten, bis ihr sie gesichtet habt. Sollte sie von Wolken bedeckt sein, dann vollendet (die Zahl der Tage) (Sammlungen Bukhari, Muslim, Tirmidhi). Die 27. Nacht (oder eine der letzten fünf ungeraden Nächte) des Ramadan gilt als "die Nacht der göttlichen Vollmacht", in der dem Propheten Muhammed durch den Engel Gabriel die erste Offenbarung (96:1-5) übermittelt wurde. Die 97. Sure des Koran weist auf die Bedeutung dieser Nacht hin. Im Gedenken an diese erste Offenbarung des Koran verbringt man die Nacht im Gebet und im Gedenken an Gott.

Beendet wird der Fastenmonat mit dem Ramadanfest (idul-fitr), dessen Feierlichkeiten im Abschnitt "Religiöse Feste im Islam" kurz beschrieben werden.

Fasten soll als geistige Übung im Sinne des Gehorsams gegen Gott durchgeführt werden. Wenn es auch, wie der Gebetsdienst,

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materielle Vorteile (gesundheitliche, Disziplin fördernde oder andere) mit sich bringen kann, so ist es doch wesentlich und in erster Linie eine Anbetung und eine geistige Übung, die näher zu Gott hinfuhrt. Das Fasten im Monat Ramadan birgt viele Geheimnisse in sich. Es soll den Menschen die Herrschaft Gottes über ihr Bewusstsein vor Augen führen.

Es dient der Stärkung des sozialen Empfindens und reguliert das soziale Leben der Muslime: Man findet mehr Zeit zum Nachdenken, gesellschaftliche Beziehungen werden mehr als sonst gepflegt, Versöhnung gefördert und die soziale Gemeinschaft wird betont. Die Besuche in der Moschee nehmen ebenfalls zu. Der Ramadan ist gleichzeitig eine Schule der Selbstdisziplin und eine Zeit der kraftvollen Danksagung für die von Gott erhaltenen Gaben.

Frauen, die z.B. während der Menstruation vom Gebet befreit sind, brauchen in dieser Zeit auch das Fasten nicht durchzuführen. Gleichermaßen sind Kranke oder Reisende von den Pflichten ausgenommen. Allerdings müssen die verpassten Fastentage später nachgeholt werden. Gänzlich vom Fasten befreit sind Kinder und Schwache.