Opfern in der Praxis
5.3. Das Opfern in der Praxis
5.3. Das Opfern in der Praxis
Hier soll dargestellt werden, wie die Muslime ihre Opfertiere schlachten. Muslime schlachten Tiere, deren Fleisch sie essen, indem sie die Worte Bismi-llâh Allahu akbar (Im Namen Allahs, Allah ist der Größte) sprechen und dem Tier zum Ausbluten die Halsschlagader durchschneiden. Im Koran heißt es:
Esst von dem, worüber der Name Allahs ausgesprochen worden ist. (6:118)
Gott hat vorgeschrieben, alles gut zu verrichten. Wenn ihr tötet, dann tötet in rechter Weise. Wenn ihr schlachtet, dann schlachtet in rechter Weise; ihr sollt euer Schlachtmesser schärfen und es dem Schlachttier erträglicher machen. (Sammlungen Bukhari, Muslim, Abu Dawud, Tirmidhi)
Das Opferfest beginnt am 10. Tag des islamischen Monats Dhul-Hiddscha. Man kann das Opfertier nach dem Sonnenaufgang des ersten Tages (Festgebet) bis vor dem Sonnenuntergang des dritten Tages schlachten.
Das Fleisch des Opfertieres teilt man in drei Teile auf: Ein Drittel ist für die eigene Familie. Ein weiteres Drittel verteilt man an Bekannte und Nachbarn und das letzte Drittel spendet man den Armen. Außerdem kann man auch den Juden und Christen vom Opferfleisch geben. Dadurch fordert der Islam zu sozialer Gerechtigkeit im gesellschaftlichen Leben auf.
In diesem Zusammenhang wird den Muslimen oft Tierquälerei vorgeworfen. Die Praxis des Schlachtens ist aber nicht mit einem Mord an den Tieren gleichzusetzen. Der Islam ist, was die Behandlung von Tieren betrifft, empfindsam und achtet sie sehr, da auch sie Geschöpfe Gottes sind. Im Koran steht aber auch geschrieben, dass die Tiere für den Menschen erschaffen wurden. Wenn nun zum Anlass des Opferfestes Tiere geschlachtet werden, so dient dies in erster Linie der Anbetung Gottes und darf nicht als Tierquälerei missverstanden werden. Die Schlachtung von Tieren geschieht außerdem auch aus sozialen Gründen. Viele Menschen hatten weder zur Zeit des Propheten noch heutzutage genug Geld, um sich den Verzehr von Fleisch leisten zu können. Sie sollten von der Schlachtung der Tiere profitieren. Für die gute Behandlung von Tieren gibt es in der islamischen Geschichte Beispiele. So wurden z.B. Stiftungen gegründet, die sich für das Wohl von Tieren einsetzten. Außerdem beschäftigen sich auch einige Hadithe mit diesem Thema.
Muhammed erzählte seinen Gefährten:
Ein Mann war unterwegs, und es überfiel ihn ein großer Durst. Er fand einen Brunnen, stieg hinab und trank. Als er wieder nach oben stieg, fand er einen Hund mit ausgestreckter Zunge, der aus Durst den Staub aufleckte. Der Mann sagte: "Dieser Hund erleidet aus Durst das, was ich selbst erlitten habe. " Er stieg wieder in den Brunnen hinab, füllte einen Schuh mit Wasser und hielt ihn mit dem Mund fest, bis er oben ankam. Dann tränkte er den Hund. Gott dankte es ihm und schenkte ihm Vergebung. Die Gefährten sagten: "O Gesandter Gottes, haben wir auch in Bezug auf die Behandlung von Tieren einen Lohn zu erwarten?" Er sagte: "Für die Tränkung eines jeden Lebewesens gibt es einen Lohn. (Sammlungen Bukhari, Muslim)
Eine Frau ist in das Höllenfeuer eingegangen, weil sie eine Katze angebunden hatte. Sie gab ihr nichts zu fressen und hinderte sie daran, sich von Insekten der Erde zu ernähren. (Sammlung Bukhari)
Dem Islam zufolge werden nicht nur Menschen, sondern auch Tiere auferstehen. Am Jüngsten Tage werden die Tiere ihre Rechte einfordern. Deshalb ist der Mensch dazu aufgerufen, sie gut zu behandeln.