Eine tolle Jazz-Gala bot der Musikverein Deißlingen am Samstagabend aus Anlass des 120- jährigen Bestehens im katholischen Gemeindezentrum. Vorsitzender Thomas Grimm freute sich, dass trotz des Championsleague-Finales eine ganze Menge Zuhörer erschienen waren.
Deißlingen. Ein Dank gelte den 20 heimischen Sponsoren, die dieses besondere Konzert unterstützt haben, so der Vorsitzende. Den ersten Beifall des Abends gab es für Organisator Harry Hess, der die Idee für diese Jazz-Gala hatte und mit seiner Crew eine vielfältige musikalische Gala organisierte, wie man sie in Deißlingen selten erlebt. Bei diesem musikalischen Sommerabend präsentierten sich vier verschiedene Bands. Der Jazz stand im Mittelpunkt, die Zuhörer konnten jedoch über sechs Stunden lang auch verschiedene Musikrichtungen von Pop, Rock oder Kabarettsongs genießen und keine der Band kam ohne Zugabe von der Bühne. Eröffnet wurde die musikalische Gala von der „Intakt AllStyleBand“, in der mit Volker Basler, Jo Hengstler, Stef Hengstler und Sängerin Tatjana Mitsche vier Einheimische spielen. Nach den Jazz- und Blues-Standards „The lady is a tramp“ und „Mo better Blues“ und der sanften, gefühlvollen Pop-Ballade “You are the sunshine of my life“ von Stevie Wonder gab sich das Publikum erst nach der A-Capella Zugabe “Follow me“ zufrieden. Die gebürtige Argentinierin Clementina und Ehefrau von Jörg Hess führte nicht nur durchs Programm, sie begeisterte das Publikum auch mit einem bunten Potpourri, das von skurrilen, deutschen Kabarettliedern von Friedrich Holländer oder Georg Kreisler bis zu lateinamerikanischen Liedern reichte. Die deutschen Lieder, die sie singt, sind pfiffig und frech. Mit komödiantischem Talent schlüpfte die temperamentvolle Clementina in verschiedene Rollen und zauberte mit ihren Spielpartnern Walter Frühwirth am Flügel und Jörg Hess am Kontrabass ein abwechslungsreiches und humorvolles Konzert, bei dem es für das Publikum viel zu schmunzeln und zu lachen gab. Mit einem satten und fetten Bigband-Sound präsentierte sich die Brass-Vibration-Jazz-Big-Band mit Musikern aus den Regionen Rottweil und Schwarzwald-Baar. Temperamentvoll angetrieben von ihrem Leiter Thomas Maier boten sie mit klassischer Bigband-Besetzung und verstärkt durch Reiner Hess am Saxophon und Bernd Hess an der Gitarre sowie dem Geburtstagskind Walter Frühwirth am Flügel mehrere Jazz- Standards wie „Sweet Georgia Brown“ oder „My favorite things“ sowie Latin Jazz und Funk in bestechender Manier. In den Reihen der Jazz-Vibrations brillierten mehrere ausgezeichnete Solisten wie Achim Nötke, Querflöte oder Joe Rink, Flügelhorn, Harry Hess Saxophon und auch der ganz junge Drummer Leon Rink.
Südwest Presse vom 21.05.2012
DeißlingenDie Hess Brothers in bester Spiellaune
Von Schwarzwälder-Bote, aktualisiert am 20.05.2012 um 19:02
Sängerin Clementina hatte das Publikum schnell im Griff. Foto: Schwarzwälder-Bote
Von Raimund Fussnegger
Deißlingen. "Deißlingen lebt", so Reiner Hess von den "Hess Brothers" nach einer gelungenen Jazz-Gala zum 120-jährigen Bestehen des Musikvereins Deißlingen. Geboten wurde Jazz in allen Stilrichtungen. Das Spektrum reichte vom Big Band Sound, Free Jazz bis zum leichten Dinner Jazz auf hohem Niveau, gepaart mit skurrilen Kabarettliedern aus den 20er- und 30er-Jahren. In der Begrüßung betonte Thomas Grimm, Vorsitzender des Musikvereins Deißlingen, dass der Musikverein sein Jubiläum nicht groß feiere, sondern mit kleinen ausgewählten Veranstaltungen – eine davon sei eben die Jazz-Gala. Eröffnet wurde der musikalische Abend mit leichtem Dinner Jazz von der Allstyle Band "Intakt". Immer wieder gab es spontanen Beifall des Publikums, vor allem bei den Soli. Volker Basler, auch Dirigent der Deißlinger Musikkapelle, war als Sänger und Saxophonist voll in seinem Element. Mit Stücken von Frank Sinatra und Steffi Wonder begeisterte das Ensemble das Publikum. Als Zugabe zeigten die sechs Musiker mit A-cappella, mehrstimmig, dass sie auch exzellente Sänger sind. Frenetischer Applaus war der Lohn. Clementina, eine gebürtige Argentinierin, eroberte im Nu mit deutschen Kabarett-Liedern, aber auch leidenschaftlichem und feurigem Tango die Herzen der Besucher. Begleitet wurde sie von Walter Frühwirth am Flügel und ihrem Ehemann Jörg Hess am Kontrabass. Clementina schlüpfte mit unterschiedlicher Kleidung in verschiedene Rollen und bot mit ihrem komödiantischen Talent pfiffige Unterhaltung. Mit einem satten Big-Band- Sound sorgte die Bass Vibration Jazz Big Band für flotte Stimmung. Zu Gehör gebracht wurde von den Musiker aus dem Bereich Rottweil und Schwarzwald-Baar unter der Leitung von Thomas Maier Arrangements von Larry Barton, Sammy Nestigo, Cy Coleman und Duke Elington. Hier bestachen vor allem die Solopartien, unter anderem auch von Harry Hess, dem Hauptorganisator der Jazz-Gala. Ein Höhepunkt des Abends war der Auftritt der "Hess Brothers". Die Brüder Bernd, Reiner und Jörg Hess stammen aus Deißlingen und haben im Musikverein Deißlingen ihre ersten musikalischen Versuche gestartet. Allesamt sind sie nach solider Berufsausbildung nun Profimusiker mit der Liebe zum Jazz. Reiner Hess in Berlin, Bernd in München und Jörg in Würzburg. Zusammen mit Drummer Rainer Winch boten sie Jazz vom Feinsten. Sie bestachen mit enormer Stilvielfalt, brodelnden Improvisation, Energie ohne Ende und geballter Brüder-Power, die in der Jazz-Szene einmalig ist. Reiner Hess erinnert sich gerne an die Zeiten im Musikverein Deißlingen, mit den Don Promillos, dem Stoßtrupp und der Bierschwemme in der Festhalle. Er war auch einmal wieder froh, auf schwäbisch die Stücke ansagen zu dürfen, wie er schmunzelnd meinte. Die Besucher belohnten die "Hess Brothers" immer wieder mit spontanem Beifall und am Ende wollte die Begeisterung nicht enden.
Die Neckarquelle 30.01.2012: Deißlinger Musikverein gibt beim Jubiläumsball in der Festhalle richtig Gas
So richtig krachen ließ es der Musikverein Deißlingen zum Auftakt des Jubiläumsjahres mit dem Musikerball, der die Fasnetsaison eröffnete. Mit einem rund dreistündigen Programm begeisterten die Akteure das Publikum in der voll besetzten Festhalle.
Deißlingen. Das Programm steckte voller musikalischer, komödiantischer und schauspielerischer Höhepunkte und stand unter dem Motto „Musikantenstadl“. Dirigent Volker Basler gab seinem Nachnamen alle Ehre und führte unter dem Pseudonym Beat Räppler als Intendant des Musikantenstadls und als waschechter „Basler“, natürlich in Schwyzerdütsch mit tollen und hintersinnigen Ansagen durchs Programm. Eingangs sinnierte er unter anderem über den Proporz von Sport und Kultur in Deißlingen. Da die Ankündigung des Musikvereins, in diesem Jahr einen Musikerball abzuhalten, unter Einheimischen sogar im Internet unter der Frage „Braucht Deißlingen einen Musikerball ?“ für einige Diskussionen und Befürchtungen gesorgt hatte, wolle er klarstellen, dass diese Veranstaltung eine einmalige Sache aus Anlass des 120- jährigen Bestehens bleibe. Und er solle auch Grüße vom Vorsitzenden Thomas Grimm bestellen, dass die Musiker dieses Jahr trotzdem den Sportlerball eröffnen werden. Nachdem diese dorfpolitische Angelegenheit humoristisch abgehandelt war, ging es Schlag auf Schlag. Eine lustige Probe einiger Musikanten mündete schließlich in den schmissigen Deißlinger Narrenmarsch, zu dem die Narrenräte mit den Hageverwürgern und dem „Hoarn“ in den Saal juckten. Für einen großen Lacherfolg sorgte die schwergewichtige Ramona (Helmut Zepf), die sowohl als Alphornsolistin sowie beim Auftritt mit Volker Basler am Saxophon und Stefan Lohrmann an der Trompete riesigen Beifall erhielt. In einer musikalischen Gerichtsverhandlung sollte der stumme Musiker (Andre Ernst) vom Richter (Manuel Traber) und dem Polizisten (Pascal Maier) zu Alimentezahlungen verpflichtet werden. Der stumme Trompeter konnte zwar nicht sprechen, jedoch mit seinem Instrument ausschließlich durch die gespielten Musiktitel („Rosamunde“ „Siebzehn Jahr, blondes Haar“, „Auf der Reeperbahn“ et cetera) Auskunft über seine Biographie und auch über die wahren Umstände der Affäre mit einer jungen Dame geben. Da blieb am Schluss nur ein Freispruch übrig, da der stumme Musiker zudem auch für Musikernachwuchs und damit für ein gutes Werk gesorgt habe. Mit den Klassikern der regionalen Narrenmärsche aus Elzach, Überlingen, Rottweil und natürlich auch dem Deißlinger Narrenmarsch hielten die Musiker die Stimmung am Kochen. Ein Highlight jagte das andere, wobei einige Musiker eindrucksvoll ihr vielfältiges Talent unter Beweis stellten. So Helmut Zepf und Manfred Schmeh, die als Gesangssolistinnen Bozena und Irzina in original tschechischer Tracht mit der Polka „Nechod k'nam“ einen vielumjubelten Auftritt hinlegten und um die Zugabe „Rosamunde“ nicht herum kamen.
„Vom Bäre bis ins Dartcafe“ heißt der Titel eines neuen tollen Liedes, das Manfred Schmeh am Bass sowie Andre Ernst (Gitarre und Gesang) und Stefan Lohmann (Akkordeon und Gesang) zum Besten gaben.
Die Erinnerung an den früheren Dirigenten Otto Sauter, der den Deißlinger Narrenmarsch komponierte, wurde auch beim Auftritt der „seichten Kavallerie“ hochgehalten. Frei nach Franz von Suppe hatte Sauter vor rund 30 Jahren dessen „Leichte Kavallerie“ mit allerlei närrischen und humoristischen musikalischen Einsprengseln in eine „seichte Kavallerie“ umgearbeitet. Beim Musikerball brachten die Deißlinger Philharmoniker mit dieser Aufführung ihren Dirigenten Florian Billerbeck zwar schier zum Verzweifeln, das Publikum jedoch zum Lachen.
Dass die Musiker nicht nur mit ihrer Musik, sondern auch mit ihren Beinen beste Stimmung machen können, bewiesen sie bei einem Tanz sowie dem „Freibier-Rap“.
Das Finale geriet dann zu einer einzigen Glückwunschparty für Volker Basler, der nicht nur den Anstoß dazu gegeben hatte, diesen Musikerball aufzuführen, sondern der am Samstag auch noch seinen 40. Geburtstag feiern konnte. Zur großen Überraschung gratulierten ihm seine Musikerkollegen von der Band „Intakt“ mit dem Song: „ The Living Years“ von Mike and The Mechanics, in das alle Akteure des Abends einstimmten.
DeißlingenDauerbrenner der Deißlinger Fasnet
Von Siegfried Reinhardt, aktualisiert am 31.01.2012 um 13:24 Schwarzwälder Bote
Hohe Kunst: Scheinbar schwerelos bewegen sich diese "Profitänzer" auf der Bühne. Foto: Reinhardt
Deißlingen - Viel Musik, Tanz, Gesang, Sketch und jede Menge Spaß: So lässt sich der Fasnetsball des Deißlinger Musikvereins umschreiben. Kurz: Ein gelungener Auftakt ins Jubiläumsjahr.Die Turn- und Festhalle der Aubertschule wurde von den Musikern in einen "Kulturtempel" umfunktioniert. Da durfte ein Intendant nicht fehlen. Mit "Beat Räppel", einem Schweizer aus Basel, ein waschechter "Basler" also, konnte der richtige Mann für diesen Job gefunden werden. Im schönsten Schwyzerdütsch brachte er als Conférencier das Publikum zum Lachen. Natürlich hatte "Räppel" schon Ideen zur Umgestaltung der Einrichtung. So könne man im Lehrschwimmbecken das Chlorwasser rausnehmen und Neckarwasser einfüllen, um Forellen zu züchten. Der Angelverein könnte ein Preisangeln veranstalten. Mit einer Ouvertüre zum Narrenmarsch ging es los. Eine lustige Probenarbeit, die die Gäste in der ausverkauften Festhalle mit viel Beifall belohnten. Natürlich ließ es sich die Narrenzunft Deißlingen nicht nehmen, den Ball obligatorisch mit dem Einzug der Häge zu eröffnen. Stimmung machten die Musiker zwischen den einzelnen Programmpunkten – doch nicht wie üblich auf der Bühne. Die Musiker mischten sich unter das Publikum. "Ramona Lachner" (alias Helmut Zepf) hatte zuvor ihren Auftritt. Auf dem Alphorn strapazierte das "gestandene Weib" die Lachmuskeln. Mit Volker Basler, Steffen Lohrmann, Helmut Zepf sowie Ingo Schmeh und Gregor Mauerlechner (als schwule Tänzer) wurde die Schnulze "Ramona" geträllert. Auch ein Sketch wurde aufgeführt: "Der stumme Musiker", ein auf Alimente verklagter Musiker, der stumm war und sich nur musikalisch verständigen konnte. Auf die Frage des Richters (Manuel Traber), wie alt der Angeklagte sei, spielte der Musiker (Andre Ernst) "Mit 66 Jahren". Natürlich wurde er freigesprochen mit der Begründung, er habe schließlich für Musikernachwuchs gesorgt. Den Vollzugsbeamten mimte bei diesem Stück Pascal Maier. Ein Höhepunkt war das speziell zu diesem Abend angereiste tschechische Gesangsduo "Nechod k’nam", in ihrer Tracht ein echter Hingucker. Helmut Zepf und Manfred Schmeh waren die Solistinnen. Ohne Zugabe durften die beiden nicht von der Bühne, die sich schließlich mit "Rosamunde" verabschiedeten. Ein neuer Fasnet-Hit wurde anschließend präsentiert. Steffen Lohrmann, Andre Ernst und Manfred "Ledder" Schmeh präsentierten "Vom Bäre bis ins Dartcafe bin i groche", und alle im Saal sangen diesen Refrain mit. Dieses Lied könnte zum Dauerbrenner der Deißlinger Fasnet werden. Dass die Musiker viele Talente haben, stellten sie mit einem flotten Tanz unter Beweis. Leicht umfunktioniert wurde "Die leichte Kavallerie" von Franz von Suppé in die "seichte Kavallerie". Spaß ohne Ende gab es dabei – und viel zu lachen. Andreas Lissy, Jürgen Traber, Frank Würthner, Bruno Stern, Manfred Schmeh und Norbert Hengstler brachten ihren Dirigenten, Florian Billerbeck schier zum Wahnsinn. Der "Freibier-Rap", eine "Bodypercussion", war der krönende Abschluss des offiziellen Programms. Keine Ahnung hatte Volker Basler und das Publikum von dem Folgenden. Die Deißlinger Band "Intakt" spielte für Volker Basler den Song "Living Years", ein Ohrenschmaus, nicht nur für Basler, der an diesem Tag 40 Jahre alt wurde. Eine gelungene Überraschung. Basler: "Ich bin noch nie in ›Unterhosen‹ vor 400 Leuten gestanden." Sprach’s und wischte sich Tränen aus den Augen. Der beliebte Dirigent erhielt von seinen Musikern einen langersehnten Wunsch erfüllt: einen Fallschirmsprung. Auch Zunftmeister Armin Glunk überbrachte Glückwünsche und Geschenk, ebenso "Intakt". Im Anschluss spielte die "Absperrband" zum Tanz auf. Bis in den frühen Morgen wurde gefeiert.