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Wandern in der Hardanger Vidda 2001
von Korinna
Wanderroute:
Fagerheim -> Heinseter -> Tuvaseter -> Fagerheim
FOTO


FOTONachdem unser Kanuurlaub in Schweden beendet war, sind wir nach Norwegen gefahren. Jetzt sollte ich mal wandern gehen. Auch damit hatte ich vorher noch keine Erfahrung. Also noch eine Premiere.
In Schweden alles zusammen gepackt und auf nach Norwegen. Richtung Hardanger Vidda. Nach langer Fahrt sind wir dann in Fagerheim angekommen.
Dort war so eine Art Hotel. Man stelle sich darunter bitte kein deutsches Hotel vor. Die Einrichtung war sehr alt und im Zimmer befand sich auch nur das nötigste. Dusche und Toilette waren auf dem Flur. Wobei das ja nicht ganz so schlimm ist. Insgesamt fand ich es dort sehr ungemütlich.
Frühstück konnten wir leider nicht in Anspruch nehmen, da wir kein Bargeld bei hatten.
Jedenfalls konnte ich die ganze Nacht nicht schlafen. Wir sind dann relativ früh aufgestanden. Ich hatte sehr schlechte Laune.
Das improvisierte Frühstück trug nicht zur Besserung bei. Brot, Milch, Fisch in Tomate aus der Büchse. Dann warf ich noch einen Blick aus dem Fenster. Kontinuierlicher Nieselregen. Und wir wollten gleich wandern. Super. :-( Drei Tage mitten im Nichts.

FOTODie Hardanger Vidda ist in diesem Teil sehr eben. Hin und wieder gibts mal einen kleinen Hügel oder einen Felsbrocken. Ansonsten noch kleine Flüsse die man irgendwie überqueren muß und sehr viele Sümpfe durch die man natürlich durch muß.
So, als erstes ging mal wieder das packen los. Klamotten braucht man ja nicht wirklich viele. Am wichtigsten ist wohl das Essen. Im "Nichts" gibt es natürlich auch keinen Supermarkt. Da wir ja alles tragen mussten, haben wir vorher gut überlegt was wir mitnehmen. Der Speiseplan sah also wie folgt aus. Zum Frühstück Müsli mit Wasser und einen warmen Tee dazu. Für zwischendurch und als Energielieferant Schokolade ( :-) ) und Salami. Abends haben wir dann gekocht. Entweder Reis mit Tütensoße oder Nudeln mit Tütensoße.

FOTOAls wir los gewandert sind, hat der Nieselregen natürlich noch nicht aufgehört. Der ließ erst am Nachmittag nach und dann kam auch die Sonne raus. Meine schlechte Laune hellte sich im Laufe des Tages auch wieder auf.
Es dauerte auch nicht lange und es kam der erste Fluss. Zum Glück lagen Steine drin. So brauchten wir nur von Stein zu Stein hüpfen. Für Micha war das kein Problem. Ich dagegen hatte schon leichte Schwierigkeiten. Gleichgewicht halten, nicht ausrutschen und ins Wasser plumpsen und dazu den Rucksack auf dem Rücken. Aber ich habe das alles trocken gemeistert.
Für solche Zwecke machen sich Wanderstöcke echt gut. Zu dem Genuss bin ich aber erst im nächsten Urlaub gekommen.
Die erste große Pause rückte näher und ich freute mich auf die Schokolade. Ich nahm also eine 300g Tafel und hab einfach rein gebissen. Was für ein Genuss. Da braucht man nicht erst kleine Stücke abbrechen. :-) Ist ja schließlich ein Energielieferant. Für alle Figurbewußten: bei solch einem Urlaub nimmt man definitiv nicht zu. Trotz 300g Tafeln.

FOTOMicha bevorzugte natürlich eher die Salami.
Wir sind jeden Tag so fünf bis sechs Stunden gelaufen. Das reichte dann aber auch.
Am Anfang war ich ja noch irgendwie drauf bedacht sauber zu bleiben. Das änderte sich am ersten Sumpfgebiet. Als meine Schuhe komplett im Matsch versunken sind, war dann alles egal.
Der erste Tag näherte sich dem Ende. Jetzt mußten wir ein schönes Fleckchen für unser Zelt finden. Am besten in Flußnähe. So hatten wir gleich Wasser zum trinken, kochen und abwaschen. Theoretisch kann man auch intensiv der Körperhygiene nachgehen. Praktisch ist das sehr schwer. Das Wasser ist eisig kalt, die Luft ist auch nicht sehr warm und es gibt viele Mücken.
Nach dem Essen sind wir dann in die Schlafsäcke gekrochen. Ich glaube es war noch nicht mal 21.00 Uhr. Ich hab geschlafen wie ein Stein.
Am nächsten Tag schien doch wirklich die Sonne. Kaum zu glauben. Aus meiner Erfahrung würd ich sagen, das das Wetter in der Hardanger hauptsächlich aus kühler Luft, Wind und Regen besteht.
Nach einem reichhaltigen Frühstück ( :-( ) gings dann wieder los.
FOTOIm Laufe des Vormittags haben wir eine schöne Stelle gefunden um eine Pause einzulegen. Ein schöner Fluß, eine grüne Wiese und die Sonne schien. Was will man mehr. Diesmal griff ich auch zur Salami ( und danach zur Schokolade ).
Auf der anderen Flußseite bimmelte es plötzlich. Da kamen tatsächlich zwei Kühe. Ich geb ja ehrlich zu, das mir bei dem Anblick etwas mulmig wurde. Vor dem Fluss haben die Beiden auch kein Halt gemacht. Patsch, patsch und schon standen sie vor uns. Ich hab erstmal gleich mein Salamiestück in den Mund gesteckt. Man kann ja nie wissen. Die Kühe machten irgendwie keine Anstalten weiter zu gehen. "Micha tu was!! " Und der mutige Micha scheuchte sie dann weg. :-)
Rucksack wieder auf und weiter gings.
Dann kamen wir an eine Hütte wo auch Touristenbusse hinfahren. Furchtbar. Alle sahen so sauber aus. Weißes T-Shirt, neue Turnschuhe, gestylte Frisur. Also das genaue Gegenteil von mir. Wir sind auch irgendwie etwas aufgefallen. Und ich fand das gut. Man entwickelt in der Zeit doch eine ganz schöne Arroganz.
FOTOMicha hat mir dann eine Tasse Kaffee gesponsert. Ich hatte zwei Tage keinen Kaffee getrunken. Es war der beste Kaffee den ich je getrunken habe. Eigentlich war es nur Wasser mit leichtem Kaffeegeschmack. Danach war ich wieder topfit. Was zwei Tage Hardanger doch so ausmachen!
Abends gabs dann, glaub ich, Nudeln mit Tütensoße. Ich hab mal wieder geschlafen wie ein Stein.
Dann kam auch schon der letzte Tag. Ohne besondere Vorkommnisse.
Unsere Wandertour endete auf einer Straße die zu unserem Hotel führte. Nur leider war das noch ein langer Weg. Die Straße zog sich endlos hin. Wir sind dann auch noch an einem Schneefeld vorbeigekommen. Und das im Sommerurlaub!
Irgendwann kam dann das Hotel in Sicht. Ich war völlig fertig und fühlte mich magisch von der Dusche angezogen.

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