Drevsjø2005
Es
hat doch nur ein Jahr gedauert bis wir wieder Schlitten fahren. Genau
als wir unseren Winterurlaub planten kam die Werbung von
Karibu-Adventure. Dann muss es wohl
so sein.
Es gibt Dinge bei Korinna, die ändern sich
nie!
"Micha, wie war das mit dem Einspannen?
"Ich
weiß es nicht."
"Micha, ob Jutta wohl noch da
ist?"
"......"
18.Februar
2005: Diesmal sind wir zu dritt auf dem Weg nach Norden zum
Hundeschlittenfahren: Guido, Korinna und ich.
Aus den Erfahrungen
der letzten Tour sind unsere Rucksäcke etwas leichter und
leerer. Das zweite Paar Schuhe flog raus, Pullover und Hosen wurden
weniger (aber bessere) mitgenommen.
Korinna hat sich endlich eine
Sonnenbrille gekauft und der Föhn ist kleiner geworden. Für
mich sind bessere Handschuhe und eine Fellmütze aus dem
Armeeshop neu dazu gekommen.
Auf der Fähre ein erstes
Kennenlernen der anderen Urlauber. Wir sind diesmal 8, davon sind 5
schon mal Schlitten gefahren. Die Wiederholungsquote scheint doch
recht hoch zu sein!
Peter ist auch wieder unser Guide.
Am Abend
waren wir auf der Fähre beim skandinavischen Buffet. Es lohnt
sich! Krabben, Lachs, Fleisch, Obst, Eis ... Die nächsten Tage
wird das Essen etwas einfacher.
19.Februar
2005: In Oslo Kein Schnee! Mit dem Bus gings jetzt Richtung
Drevsjø. Unterwegs wurde es dann doch mit dem Schnee mehr,
aber insgesamt weniger als letztes Jahr.
Gegen 15:00 erreichen wir
Dervsjø. Schnell die Sachen ausgeladen und dann gings zu den
Hunden.
Da wir noch nicht die Thermoanzüge bekommen hatten,
hieß es etwas vorsichtiger bei den Hunden zu sein, da sie doch
einen recht schnell anspringen und ab schlabbern wollen
Abends
gabs dann erste Einweisungen zu den Schlitten und dem Anspannen der
Hunde. Große Teile wusste ich zwar noch vom letzten Jahr, aber
Auffrischung kann nicht schaden.
20.Februar
2005: Nach dem Frühstück bekam jeder seinen Thermoanzug
und dicke Winterstiefel. Jetzt gings raus zu den Hunden. Hundejaulen,
streicheln, mehr Hundejaulen, mehr streicheln.
Bei Korinnas
Versuch Kebab einzuspannen, gab es einige Situationen, wo nicht
eindeutig war, wer wen führt.
Beim Schlittenfahren hinter dem
Bus schien Peter das Ziel zu haben mich unbedingt vom Schlitten zu
werfen. Von mir hätte er einen Caipirinia bekommen falls er es
schafft Korinna runter zu werfen. Ich weiß nicht was sie
geboten hat.
Zum Schluss wurden noch die Schlitten für morgen
kontrolliert (Stakeout, Frontanker, sonst alles i.O.?) und
aufgestellt.
21.Februar 2005: Morgens
noch ein letztes mal duschen, dann Frühstück und es ging
los. Jeder bekam noch seine Rettungsgürtel (Vielleicht klappts
ja dieses Jahr mit einem Schneesturm).
Auf
dem Hof gab's dann die Liste mit den Hundenamen für jeden.
Jameson ist der einzige den ich vom letzten Jahr her kenne. Schnell
die Hunde zusammen suchen und anspannen. Der Lärmpegel der Hunde
steigt stark an, so das wir uns nur noch brüllend verständigen
können. Da diesmal mehr Frauen bei sind kommen wir nicht los:
alle mussten vor Aufregung noch mal auf den Topf.
Es ist soweit.
Der erste Schlitten fährt los. Die Hunde loslassen, nach Hinten
zum Schlitten sprinten, Schlitten zurück, Bremse, Anker rein,
Bremse los und ab! Absolute Ruhe!
Mittags Pause für die
Hunde. Trotz einem Jahr Pause zwischendurch komme ich doch ganz gut
mit dem Schlitten klar. Tee trinken (nicht zu viel!), und dann
weiter.
Abends kommen wir zu einer Hütte, an der wir auch
letztes Jahr waren. Hunde abspannen - Oggi ist total kaputt und ist
nicht zu bewegen zum ausschirren aufzustehen. Wasser holen, und
endlich Würstchen grillen!
Peter hat in der Zeit wieder die
Hütte und Abendbrot fertig gemacht! Gegen 20:30 bin ich todmüde,
21:00 ist alles vorbei.
22.Februar 2005: 8:30
Aufstehen. Das morgendliche Waschen wird auf Zähne putzen
beschränkt dann gibts Frühstück.
Hunde
anspannen, und los gehts. Es ist dieses Jahr doch deutlich kälter
als letztes Jahr. In der Pause haben die Hunde Eiszapfen unter der
Schnauze.
Nachmittags gehts ins Fjell hoch. Bergauf schieben.
Endlich oben angekommen ist die Aussicht irre. Der Nachteil ist das
es recht windig und damit kalt ist. Irgendwie das Gesicht gegen den
Wind schützen und dann ist es besser. Es geht weiter
bergauf.
Als wir dann endlich die Hütte erreichen sind alle
doch ganz schön fertig. Die Hunde müssen recht dicht
aneinander ausgespannt werden. Glücklicherweise sind sie auch
fertig, so das sie nicht ganz so viel Blödsinn machen. Plötzlich
ist neben mir nur noch in Hundekneul zu sehen. Korinna hat nicht
aufgepasst, und in der falschen Reihenfolge ausgespannt. Zu Hause
würde ich wohl nicht so selbstverständlich zwischen die
Hunde gehen, und sie auseinander ziehen.
Der Eingang zum
Holzschuppen muss erst freigeschippt werden.
Irgendwie will die
Hütte den ganzen Abend nicht warm werden. Also schnell schlafen
gehen, und tief in den Schlafsack verkriechen.
23.Februar 2005: Nachts ist
der Ofen ausgegangen. Wir haben früh 0°C in der Hütte.
Bloß schnell in die Gänge kommen und warm
werden.
Glücklicherweise
gehts kurz nach dem Start bergauf, so dass wir schnell wieder am
schwitzen waren.
Die Grenze nach Schweden ist eine 10m Breite
Schneise im Wald. In Schweden sind auch Schneescooter unterwegs, was
in Norwegen nicht so einfach möglich ist (glücklicher
Weise!).
Über einen See und zurück nach Norwegen.
Kurz
vor Schluss verlassen wir den gespurten Trail und fahren durch tiefen
Schnee. Es geht kaum vorwärts.
Das Wasser an der Hütte
muss mit einer Schöpfkelle aus einem Loch geholt werden. Die
Hütte ist gut isoliert: ein Lächeln geht über das
Gesicht. Warm! Man braucht gar nicht so viel zum Glücklich sein.
24.Februar
2005: Vormittags fahren wir am Fuße der Bergen entlang.
sehr malerisch!
Unterwegs trefen wir auf eine Schneescooter, der
den Trail für ein Rennen morgen spurt.
Ich hab leichten
Sonnenbrand auf der Nase.
25.Februar 2005: Von Hinter
erschallt der Ruf "Rennfahrer". Schlitten an den Rand,
Hunde vom Trail ziehen und sichern. Und da kommt schon ein Schlitten
mit 12 Hunden.
Der
Fahrer ist angeblich über 70 was optisch auch zu stimmen
scheint. Seine Hunde hören aber absolut auf seine Kommandos. Auf
einen Seitenweg abwarten, das auf dem Hauptweg die Rennfahrer
ungestört weiter kommen.
Nachmittags ist es das erste mal
bewölkt. Sonst hatten wir die ganze Zeit Sonnenschein.
Auf
einmal fangen die Hunde an zu zerren und ziehen mit aller Kraft. Wir
sind zurück am Hundehof. Ausspannen, Hunde zurück zur
Hütte, Schlitten leer räumen, Geschirre zurück
sortieren.
Kurze Diskussionen um die Duschreihenfolge. Will ich
als erster und dann den Geruch der Anderen über mich ergehen
lassen, oder doch lieber etwas warten, und das Risiko eingehen, das
das warme Duschwasser alle ist?
Abends gingen wir Lachs essen.
26.Februar
2005: Peter hatte angeboten mit uns ein Sightseeing mit dem Bus
Richtung Schweden zu machen.
Zuerst beim Start eines
Hundeschlitten-Rennens zugesehen, weiter zur Fjellstation, dann nach
Idre. Wer wollte konnte sich einen Schneescoter ausleihen. Einzigste
Bedingung: Führerschein muss vor 2000 gemacht sein. Seitdem gibt
es in Schweden einen extra Führerschein. Bei ICA (Supermarkt) an
der heißen Theke "Sirupgrilled Flesk" mit Brötchen
gegessen. Unbedingt probieren!
Noch vor der Rückfahrt nach
Norwegen in den Souveniershop. Korinna wollte unbedingt ein Armband
aus Rentierleder, das ihr letztes Jahr zu teuer war. Keine
schwedische Kronen bei! Ec-Karte?-nein? Kredit Karte?-Nein.
Norwegische Kronen?-Ja! Der Kapitalismus funktioniert doch!
27.Februar
2005: 5:00 Das Thermometer zeigt -26°C. Abfahrt mit dem Bus
Richtung Oslo. Unterwegs gefrühstückt. Das Fram Museum
angesehen. Diese Jahr mal mit Ruhe.
14:00 Abfahrt der Fähre.
Wieder skandinavisches Buffet. Der Skagerrak war ruhig, so das das
Essen drin blieb. Abends haben wir uns noch zum Abschied feiern
getroffen. Die Norweger sind große Tanzfanatiker. Egal wieviel
Alkohol sie drin haben.
28.Februar
2005: 10:00 in Kiel. Hier liegt mehr Schnee als in Oslo. Bis zur
Zugabfahrt ist noch Zeit, so gehen wir ins Einkaufszentrum Kaffee
trinken. Hektik,Lärm und Unruhe! 12:00 geht unser Zug Richtung
Berlin.
Fazit: Korinna ist nach dem
Sturz vom Schlitten (sah großartig aus!) deutlich beruhigter
gefahren, da es doch nicht so schlimm ist.
Windschutz ist das
Wichtigste. Vielleicht das nächste mal eine Sturmhaube und
Skibrille mitnehmen? An der Sonnenbrille zieht doch recht viel
vorbei.
Sonnencreme funktioniert nur wenn man sie benutzt.
