Saarspaltereien
Die offizielle Esda-Geburtstagsyaoi
von Joneleth
Prolog
„Nein!“
Protestierend kreuzte Mark die Arme vor der Brust und sah zu dem schwarzhaarigen
Mädchen herüber. Janine seufzte auf, packte mit einer Hand seinen
Pferdeschwanz und zog daran.
„Aua!“
Sie grinste. „Nun stell dich nicht so an! Du musst Robin nur einmal kurz
küssen! Brauchst ihm ja nicht gleich zu sagen, dass ich mich verstecke und
davon ein Foto schieße...“
„Sehe ich aus als wäre ich schwul?!? Soviel ist mir ein Abend mit
dir auch nicht wert!“
„Hast du etwa Angst?“, grinste sie.
„Nur Frauen und Weicheier küssen Männer!“, gab er grummelnd
zurück.
„Ach, du blöder Macho!“
Damit machte sich Janine auf den Weg zum Friseur und ließ Mark in der
Wohnung, die er sich mit seiner Schwester Sabine teilte, allein.
„Nein!“
Protestierend kreuzte Robin die Arme vor der Brust und sah zu dem blonden Mädchen
herüber. Sabine seufzte auf, packte sein steifes, erigiertes Glied und zog
daran.
„Aua!“
Sie grinste. „Nun stell dich nicht so an! Ich brauche ein Foto von zwei
Männern, die sich küssen, für meinen Bericht über Homosexualität
in Merzig! Mein Verleger hat eindeutig gesagt, dass die Story nur dann in der
Saarbrücker Zeitung abgedruckt wird, wenn ich ein Foto auftreiben kann!“
Immer noch leicht belustigt kletterte sie nackt unter der Bettdecke hervor und
streifte sich ihren Tanga über.
„Ich werde auf keinen Fall ein männliches Wesen küssen!“,
protestiere Robin, der immer noch im Bett lag und lechzende Blicke über
Sabines halbnackten Körper gleiten ließ. Mit dem Mädchen hatte
er einen echten Glücksgriff gehabt! Wer hätte auch ahnen können,
dass Mark, sein Kollege im Kanuverein, eine nymphomanische Schwester hatte, die
ständig mit ihm schlief und dabei noch nicht einmal ansatzweise das Wort
‚Beziehung’ in den Mund nahm?
„Tja“, ihr Grinsen verbreiterte sich und wirkte nun regelrecht diabolisch.
„Bevor ich kein Foto hab, kannst du dir jemand anderen fürs Bett
suchen!“
„Was???“ Robin blickte sie schockiert an. „Das kann doch nicht
dein Ernst sein! Was würde meine Schwester denken, wenn sie auf einmal ein
stockschwules Bild von mir in der Saarbrücker Zeitung sehen würde???“
„Sie wäre begeistert!“, lachte der Blondschopf. „Bei
der Menge an Yaoi, die Janine täglich konsumiert, würde sie sich sicher
freuen mit ihrem Bruder ein reales Anschauungsobjekt zu besitzen!“
„Ohne mich...“, knurrte Robin und drehte sich im Bett um.
„Hach, es ist immer wieder eine Freude dein Haar in Form bringen zu dürfen!“
Voller Gefühl kämmte Richard in seinem Friseursalon zärtlich
die schwarzen Haare Janines. „Und ich darf dir wirklich keine pinken Strähnen
rein machen?“
„Nein“, meinte das Mädchen kurz und lächelte über
Richards gespielt geknickten Gesichtsausdruck. „Aber du kannst etwas anderes
für mich tun! Ich habe zwei Freunde, die verkuppelt werden wollen, und ich
hörte, dass du Erfahrung mit solchen Dingen hast!“
„Oha!“ Richard war ganz Ohr und blickte Janine fest und interessiert
in die Augen. „Zwei männliche Freunde?“
„Ja!“
„Zwei Machos?“
„Ja!“
„Klasse!“ Der Friseur erschien jetzt regelrecht begeistert. Er hatte
sich schon lange wieder nach einer neuen Herausforderung gesehnt, und nach dem
sehr anregenden Traum über eine Affäre mit einem Haarmodell, den er
heute gehabt hatte, fühlte er sich gestärkt und bereit jedes Hindernis zu
überwinden. Freudig erregt ließ er sich von Janine alle Einzelheiten
erzählen und machte sich konzentriert Notizen.
Mark und Robin saßen verspannt und nicht gerade seelenruhig in ihrem
Kanu und ruderten an der Saar entlang. Sie wussten genau, dass sie ohne Training
nie die saarländischen Kanumeisterschaften gewinnen würden, doch in
ihrem aufgewühlten Zustand konnten sie sich nur schwer für ihr gemeinsames
Hobby begeistern. Der eine dachte pausenlos nur daran wie seine Janine von ihm
verlangt hatte Robin zu küssen (ekelhaft!), und letzterer wiederum hoffte,
dass er sich seinen nächsten Sex leichter verdienen könnte.
„Du ruderst mit zuviel Linksschwung,“ murmelte Mark in Gedanken
versunken während das Kanu fast gegen das Ufer gerammt wäre.
„Tschuldigung“, murmelte der andere zurück und ließ versehentlich
sein linkes Ruder in den Fluss klatschen, wodurch er am ganzen Körper vom
aufspritzenden Wasser erwischt wurde. Mark sah Robin mit einem gezwungenen Grinsen
an und versuchte das Ruder wieder aus dem Fluß zu fischen – und
genau in diesem Moment geschah es, da Mark unweigerlich an den Lippen seines
Gegenübers hängen bleiben musste. Wie konnte das passieren? Seit wann
brodelten derart homosexuelle Gefühle in ihm?
Vielleicht lag es einfach nur an seiner Aufgewühltheit.
Oder, an dem seltsamen Friseur, der gerade in seinem Salon zwei Voodoopuppen
ausgepackt hatte...
Fortsetzung folgt...