Haarspaltereien
von
Esther (esda)
Teil 11: Der Anfang vom Ende
Seufzend zog sich Richard wieder zurück.
Mark blinzelte irritiert, öffnete und schloss mehrmals den Mund wie ein
Fisch ohne einen Ton herauszubringen.
"Wa... was sollte das denn jetzt?!", krächzte er, da ihm plötzlich
die Stimme zu versagen schien, kaum lauter als ein Flüstern.
Richard sah zur Seite, wollte ihm nicht in die Augen sehen. Abgesehen davon
wurden SEINE Augen langsam wieder feucht.
"Ich... ich... ich..."
Mark wurde langsam ungeduldig. "Ja du, du, du..."
Er guckte ihn abwartend an. "Hör auf zu stammeln und komm endlich
zum Punkt!"
Mit ernster Miene wandte sich der Friseur wieder Mark zu und sah ihm fest in
die Augen.
"Ich..."
Die Tränen strömten um so mehr und Mark fühlte bei diesem Anblick
wieder den Kloß in seinem Hals. Vielleicht sollte er sich was gegen Halsschmerzen
besorgen?!
"...ehm... hab mich... in dich... verliebt."
Beinahe beschämt senkte er den Kopf und wandte sich von einem völlig
verdutzten Mark ab. Er drehte den Kopf ein wenig zur Seite, hielt ihm anbietend
die Wange hin. Der Andere sollte ruhig zuschlagen, wenn ihm danach zumute war.
Er hatte es nicht anders verdient, hatte er ihn doch schließlich einfach
geküsst, den Moment ausgenutzt.
Mark blinzelte.
Okay...
DAS...
hatte er sich jetzt NICHT eingebildet... ... oder ...?!
Er widerstand nur knapp der Versuchung sich selbst in den Arm zu petzen [1], um herauszufinden, ob er sich gerade wieder in irgend einem abgefahrenen Traum befand oder doch eher in einer äußerst skurrilen Realität. Allerdings hatte er wenig Lust sich selbst Schmerzen zuzufügen (außerdem juckte der Ausschlag auch schon genug), so dass er auf eine viel, viel bessere Methode zurückgriff, um das herauszufinden...
~*~*~*~*~
Sein Gegenüber sah immer noch bereuend zur Seite, wagte es nicht ihm wieder
ins Gesicht zu blicken. Er hätte das eben nicht tun sollen, hätte
Mark nicht küssen dürfen. Der hatte den Kuss ja auch nicht erwidert,
was ja wohl deutlich genug gewesen war.
/Ich blöder Idiot! Warum hab ich mich auch so wenig unter Kontrolle?! Er
ist doch so offensichtlich hetero, wie es gar nicht mehr geht! - Nur noch diesen
EINEN Tag hätte ich zusammen mit Mark ertragen müssen und dann hätte
ihn doch vergessen können!/
Vergessen! Einfach lachhaft! Als wenn er das gekonnt hätte!
Während Richard die Augen so fest wie nur irgend möglich zukniff,
wartete er auf eine Reaktion von Seiten Marks. Beinahe spürte er schon
dessen Faust in seinem schönen Gesicht, die ihm die gerade Nase verbog
- seine gerechte Strafe, wie er fand.
Tatsächlich fühlte er kurz darauf eine Hand an seiner Wange - allerdings
tat ihm nichts weh...
jedenfalls *noch* nicht. Vorsichtig öffnete er ein Auge und linste zu Mark,
der immer noch seelenruhig im Bett unter ihm lag.
Irgend etwas an dessen Blick störte ihn... Irgend etwas war *unnatürlich*...
/Moment mal... Lächelt er etwa???/
Noch bevor er sich Gedanken machen konnte, ob er sich darüber freuen oder eher beunruhigt sein sollte, wanderte Marks Hand zu seinem Nacken und zerrte ihn brutal zu diesem herunter.
Erschrocken keuchte er auf, kam aber nicht mehr dazu irgend einen weiteren
Schmerzenslaut von sich zu geben, weil er in dem Moment hart von Mark geküsst
wurde, der unnachgiebig seine Zunge in den Mund des Anderen schob.
Richard riss die Augen auf. /Das... passiert nicht wirklich. Das... muss ein
Traum sein.../
Hatte er sich im ersten Moment noch vor Schock verkrampft, sank er nun entspannt
auf Mark herunter, der den Kuss anscheinend gar nicht mehr beenden wollte.
Beinahe schon zaghaft erwiderte Richard, konnte sich aber ein gedankliches Grinsen
nicht verkneifen.
/Der geht ja ganz schön ran!/
Vorsichtig strich der Friseur durch die Haare, die er schon so oft angefasst
hatte. Trotzdem war es dieses Mal anders.
Erstaunt bemerkte er Marks Finger, die seinen Rücken entlangwanderten,
sich unter sein T-Shirt schoben und die Wirbelsäule nachfuhren.
Schließlich trennten sie sich, um wieder zu Luft zu kommen.
Richard sah Mark verstört an. Er hatte ja mit viel gerechnet, aber nicht
DAMIT!
/Nicht, dass es mich stören würde.../
Und er hatte richtig gesehen: Mark lächelte tatsächlich! Warm, freundlich
und irgendwie... verträumt. [2]
Stürmisch stürzte er sich auf den Jüngeren und drängte ihm
einen Kuss nach dem anderen auf.
Mark befreite sich mit karatehaftem Geschick aus der Zwangslage, zwickte ihn
in die Seite und grummelte.
"Geht´s vielleicht noch ein bisschen rücksichtsloser, du Dampfwalze?!"
"Wie war das?!"
Richard zog ihn schmerzhaft an einer der langen violetten Strähnen.
"Aua! Jetzt fang du auch noch an!!", jammerte Mark und drehte sich
gespielt getroffen zur Seite, täuschte einen Heulanfall vor.
Sofort ließ der Friseur die Haare los, umarmte Mark und presste ihn so
fest es nur ging an sich.
"Ich liebe dich.", flüsterte er immer wieder an dessen Ohr und
verteilte Küsschen auf Marks Hals.
Mark strampelte wild und versuchte ihn protestierend von sich zu schieben.
"Nicht!"
Richard sah ihn enttäuscht an. Sollte er Marks Handeln doch missverstanden
haben? Nee, oder?! Der hatte ihn doch jetzt nicht nur zum Scherz geküsst,
... oder ... ?!
Wieder verfiel er in Unsicherheit und anfängliche Depressionen.
"Ich bin am Hals kitzlig.", flüsterte Mark entschuldigend lächelnd
und strich dabei über Richards Schulter.
Der packte ihn an den Oberarmen, hielt ihn ein Stück von sich weg und sah
ihm empört in die Augen.
"Was... DUUU!! Und ich dachte schon...!!"
Mark grinste sarkastisch, strich Richard aber gleichzeitig beruhigend über
den Rücken.
"Ja?!", meinte er scheinbar interessiert. "Seit wann *denkst*
du denn?"
"Ma~hark!!"
Er kniff ihn kräftig in die Seite.
"Brutalo! Sadist!!"
Richard lachte. "Och... so ein bisschen Sadomaso hat noch niemandem geschadet..."
"Das seh ich aber anders. - Wahh!! Geh weg von mir, Perversling!!"
Mark kicherte wie irre, während Richard ihn am nackten Bauch kitzelte.
"Das ist die Rache für gestern, du Wicht!"
/Wicht?!/
"Wer ist hier ein Wicht, du... du... FRISEUR!"
Richard lachte, während er den ansehnlichen Oberkörper entlangstrich.
"Boah, das war jetzt aber voll die Beleidigung!"
Er streichelte gemütlich weiter über Marks Brust. Wie überaus
praktisch, dass dieser anscheinend immer nur in Shorts schlief... so ganz ohne
Oberteil...
Misstrauisch beäugte ein blaues Augenpaar, was der Wuschelkopf da trieb.
"Ehm.", räusperte sich Mark. "Was wird das bitte, wenn´s
fertig ist?"
Richard sah zu ihm nach oben, unterbrach jedoch nicht seine Tätigkeit.
"Mhh.", grinste er schelmisch. "Ich dachte, ich hätte die
"Lizenz zum Fummeln"."
Mark schoss augenblicklich die Röte in die Wangen, was sogar unter dem
Ausschlag noch auffiel, als er sich an seine eigenen Worte von vor zwei Tagen
erinnerte. Erfolglos versuchte er Richards sowohl verliebtem als auch forschendem
Blick auszuweichen.
"Nun... ja...", stammelte er. "Das schon... aber..."
Der Friseur legte ihm seinen Zeigefinger über die Lippen und schüttelte
den Kopf.
/Kein "aber", Kleiner!/
Mark, der zur Hälfte aufgerichtet im Bett saß, ließ sich ergeben
zurück in die Federn sinken.
Kurz darauf lächelte er ein wenig unsicher...
Mit sichtlicher Begeisterung beugte sich Richard zu seinem Geliebten herunter
und küsste jede Stelle des entblößten Oberkörpers. Mark
unter ihm wand sich in Wohlbehagen, kicherte aber immer wieder.
Richard schmunzelte. Jemanden, der so kitzelig war, hatte er auch noch nicht
erlebt.
Marks Hände griffen nach dem gelockten Wuschelkopf und streichelten durch das weiche Haar, zupften gelegentlich daran, um Richard zu ärgern. Doch der musste daraufhin immer nur in dümmlicher Glückseligkeit vor sich hin grinsen.
Mit diabolischer Gelassenheit rutschte Richard über Mark hinweg nach oben,
küsste ihn wieder lange, während er begann sein Becken gegen das seines
Ex-Modells kreisen zu lassen.
Mark stöhnte auf und krallte sich in dem Bettzeug unter sich fest. Seine
durch den Ausschlag geröteten Wangen waren noch eine Nuance dunkler geworden.
Wieder grinste Richard so ungewohnt hinterlistig.
Als er sich erneut zu dem Anderen herunter beugen wollte, um ihn mit dem Mund
zu attackieren, wurde sein Kopf entschieden fest- und auf Distanz gehalten.
Richard sah ihn enttäuscht an. Was war denn jetzt schon wieder?!
Mark zwinkerte süßlich, grabschte dann Richards Brille und entsorgte
sie mit hohem Bogen zum anderen Ende des Zimmers. Mit festem Griff an dessen
Kinn zog er ihn erneut zu sich herunter, um wieder selbst zum Angriff überzugehen.
/Oh Gott!/ Wo hatte Mark nur so küssen gelernt? Richard hatte das Gefühl
gleich von dem Kleineren verschlungen zu werden. Luft zu bekommen gestaltete
sich zunehmend schwieriger.
Er grinste in Gedanken. /Schmecke ich so gut, Kleiner?!/
Mark drückte Richard fest an sich und rollte mit ihm herum. Nun lag er
oben und zerrte ungeduldig an Richards T-Shirt.
Der Friseur beobachtete seine zum Scheitern verurteilten Versuche schmunzelnd,
während er nicht daran dachte ihm zu assistieren.
"Och Mensch, jetzt mach dich doch nicht so steif und hilf mir mal!",
motzte Mark beleidigt und zog eine Schnute.
Richard lachte auf, beugte sich nach oben, um ihn wieder zu küssen.
"Hier ist wohl jemand ein *wenig* ungeduldig, wie?!" Er grinste spöttelnd.
Dann zeigte er sich jedoch gnädig, indem er das lästige Oberteil abstreifte
und mit mehr Elan als nötig zur Seite schleuderte.
Mark lachte. Ja, ja. WER war hier ungeduldig?!
Wieder schlich sich eine leichte Röte in seine Wangen, als er den gutgebauten Körper unter sich mit Blicken streifte. Vorsichtig und als handle es sich um etwas besonders Kostbares und Zerbrechliches streichelte er die Muskeln, fuhr die perfekten Konturen des Friseurs mit seinen langen, schlanken Fingern entlang.
Richard schloss die Augen und konzentrierte sich vollkommen auf die sanften Berührungen Marks. Wer hätte gedacht, dass dieser Grobian so zärtlich sein konnte? Wieder musste er schmunzeln.
Als er plötzlich etwas Feuchtes auf seiner Brust spürte, blinzelte
er überrascht und stöhnte dann laut auf, als er von Mark in die linke
Brustwarze gebissen wurde.
"Du Sadist!"
Mark kicherte auf diese Reaktion hin und zupfte mit den Zähnen weiter an
der inzwischen harten Brustwarze, was Richard sich wohlig rekeln ließ.
"Was kann ich dafür, dass du so gut schmeckst, hä?!"
Liebevoll legten sich Richards Hände um Marks Kopf und streichelten sanft durch die Haare, kämmten sie mit aufgefächerten Fingern, während er sich bemühte nicht zu laut zu stöhnen.
Mark grinste und ließ Richards Brust in Ruhe. Er legte das Kinn auf,
hob den Blick und sah in dessen haselnussbraune Augen. "Du brauchst mich
hier nicht zu frisieren!"
Er legte die Wange auf Richards Brust. Der Friseur lachte. "Ich hatte eigentlich...
auch andere *Dinge* mit dir vor."
Durch die Vibrationen auf seinem Oberkörper merkte Richard, dass Mark
ebenfalls lachte.
"Ach? Sag bloß!!"
Mark hielt Richards Blick mit seinen himmelblauen Augen gefangen, wanderte
langsam mit den Händen nach unten und zupfte an der Jogginghose des Friseurs.
Richard grinste. Das war für ihn ein eindeutiges Zeichen.
Schwungvoll sorgte er für einen erneuten Positionswechsel und beseitigte
erst die Sportschuhe samt Socken, ließ dann die restlichen störenden
Textilien hinterher segeln. Er stütze die Hände rechts und links von
Marks Kopf ab und schaute zu ihm herab.
Mark wurde wieder rot, als er Richard so nackt über sich sah und dessen
liebevollen Blick, der auf ihm ruhte.
Gierig starrte dieser auf Marks Boxershorts und deren Inhalt, der schon in eindeutiger
Weise nach oben strebte.
Mark quiekte auf, als sich Richard auf ihn stürzte und seine kalten Hände
in seiner Unterwäsche versenkte. Fordernd umschlang er Marks Glied mit
beiden Händen und bearbeitete es. Mark stöhnte laut auf und wand sich
auf dem Laken.
Richard kicherte immer wieder. Schließlich ließ er eine Hand ihren Platz verlassen und entledigte Mark seines letzten Kleidungsstückes.
Mark sprach nichts mehr, stöhnte nur noch unterdrückt mit einem -
wie Richard fand - herrlichen Leuchten in den halbgeschlossenen Augen, leicht
geöffnetem Mund und nicht nur vom Ausschlag geröteten Wangen. Dieser
Anblick festigte sich in Richards Gedanken. Nie wieder wollte er ihn vergessen.
Vorsichtig ließ er wieder von Marks Erektion ab - was ein ungeduldiges
Knurren zur Folge hatte - und streichelte den hübschen Körper unter
sich.
Mark legte die schlanken Arme um Richards muskulösen Oberkörper, als dieser sich zu einem weiteren langen Kuss zu ihm herabsenkte. Bereitwillig öffnete er die Beine und ließ Richard dazwischensinken, der sich nun ganz auf ihn legte.
Langsam begann Richard wieder seine Hüften gegen die des Anderen zu bewegen, registrierte dabei entzückt wie er Mark damit noch mehr erregte. Der Kleinere hob den Unterkörper an, um ihm näher zu sein, stöhnte ungehalten an seinen Lippen und schien schon nicht mehr Herr seiner Sinne zu sein.
Als er befürchtete, der Andere könne ihrem Liebesspiel zu schnell ein Ende bereiten, ließ Richard seine rechte Hand vorsichtig zwischen dessen Beinen entlanggleiten, streichelte ihn zwischen den Pobacken. Während er den After entlangtastete, keuchte Mark plötzlich erschrocken auf und begann zu zittern.
Sich selbst verfluchend zog Richard seine Hand zurück und schimpfte sich
einen Idioten, hatte er doch eindeutig die Dinge überstürzt.
"Keine Angst. Sch...", flüsterte er an Marks Ohr und küsste
dessen Schläfe. "Es tut mir leid... Ich... ich hätte nicht..."
"Nein...", kam es schwach von dem Jüngeren. "Es ist nur...
ich habe noch nie..."
Mark verkrampfte sich. Er presste die Augen zusammen, damit Richard nicht die
Tränen der Scham sah. /Ich bin ein solcher Idiot! Wieso kann ich nicht
einfach die Klappe halten?! Gleich wird er lachen: Macho Mark, mit fast 19 noch
Jungfrau!!/
Richard hielt die Luft an. Wie? Er hatte noch nie..., was? Er war doch nicht
etwa...?!
"Du hast noch nie... mit einem Mann geschlafen?", fragte er vorsichtig
und einfühlsam.
Mark öffnete die Augen wieder, schielte aber zur Seite, weil er sich nicht
getraute Richard ins Gesicht zu sehen. "Das... auch..."
"Oh."
Richard war, gelinde gesagt, überrascht. Jemand, der so gut aussah, sollte
in dem Alter noch Jungfrau sein?!
Ein warmes Gefühl durchströmte ihn. Wenn Mark es zuließ, würde
er also sein Erster sein!!
Sachte küsste er die glühende Stirn seines entstellten Modells, versenkte
seinen Kopf dann neben Marks im Kopfkissen. Er drehte sein Gesicht wieder zu
ihm und streichelte vorsichtig den Nacken des Geliebten.
"Tut mir leid, ich wollte dich nicht überrennen. Wir lassen uns Zeit,
hm?!"
Marks dankbarer Blick ließ ihn sich fast wieder vergessen.
"Ich liebe dich.", wisperte Richard erneut und nagte an Marks Ohr.
Mark seufzte und schien sich langsam wieder zu entspannen. Kurz darauf konnte Richard auch wieder vorsichtige, neugierige Finger spüren, die sich über seinem Rücken entlangschlichen, langsam nach oben und dann immer weiter die Wirbelsäule nach unten wanderten. Sachte beugte sich Mark nach oben und küsste ihn sanft, nicht so stürmisch wie die anderen Male.
Richards Hände verkrampften sich in dem Bettlaken. Wie bitte schön
sollte er sich zurückhalten, wenn Mark so unglaublich zärtlich war?!
Das war nicht fair!!
Schon wieder gingen seine Hände ohne das Zutun seines Geistes auf Wanderschaft
über Marks gut trainierten Oberkörper. Vorsichtig berührte er
wieder Marks Brust und streichelte sie.
Der grinste nur an Richards Lippen und nuschelte: "Wie war das mit dem
"Zeitlassen"?"
Richard grinste ebenso zurück und begann an Marks Brustwarzen zu nagen.
"Mhh? - Später, nicht heute."
Trotzdem achtete Richard mit Argusaugen auf jede noch so kleine Reaktion des Anderen, während er eine Hand behutsam wieder nach unten gleiten ließ und ihn zwischen den Beinen streichelte.
Mark jedoch seufzte nur zufrieden und machte nicht den Eindruck, als würde
er sich gleich wieder verkrampfen.
Mutig geworden tastete Richard wieder nach dem After und drückte dagegen.
Marks Reaktion bestand aus einem langgezogenen Seufzen, das Richard als Einwilligung
deutete. Ganz langsam stieß er mit einem Finger in ihn, sah dabei weiter
in Marks Gesicht, in dem sich nur Zufriedenheit spiegelte.
Er ließ einen zweiten Finger folgen, spreizte die beiden Finger, um Marks
Eingang zu weiten, ihn vorzubereiten.
Mark wurde es ein bisschen mulmig zumute. Er wusste, was jetzt gleich folgen
würde. Er hatte sogar etwas Angst davor, wollte es aber auch gleichzeitig.
Ein wenig befangen lächelte er Richard entgegen, der gerade seine Hand
wieder zurückzog und Mark fragend in die Augen sah.
Mark nickte.
Allerdings folgte dann nicht das, was er erwartet hatte. Statt sich auf ihm
niederzulassen, setzte sich Richard auf und zog Mark mit Leichtigkeit auf seinen
Schoß, so dass dieser Richard nun ein wenig überragte.
Richard umarmte Mark lächelnd und hauchte ihm einen Kuss auf die Schulter.
Grinsend neckte der ihn: "Ich blicke auf dich herunter, du Zwe... ahh..!!"
Mark verzog vor Schmerz das Gesicht und wimmerte unterdrückt, als Richard
ihn ohne Vorwarnung angehoben hatte und in ihn eingedrungen war.
/Wieso tut der Scheiß so weh?!!!!/
Richard sah ihn erschrocken an. Er hatte Mark nur das freche Mundwerk stopfen
aber ihm bestimmt keine Schmerzen zufügen wollen! Er setzte dazu an Mark
von sich zu schieben, um sich wieder aus ihm zurückzuziehen, doch dieser
konnte sein Vorhaben erkennen und klammerte sich augenblicklich an ihm fest.
"Untersteh dich.", wisperte er in gefährlichem Ton und starrte
dem Älteren schon fast bedrohlich in die haselnussfarbenen Augen.
Plötzlich war sein Kampfgeist wieder geweckt und wie zur Bekräftigung
seiner Worte verkreuzte er seine Beine hinter Richards Rücken, so dass
dieser nun wirklich nicht mehr aus ihm "heraus" konnte.
Wenn schon, dann wollte er das jetzt durchziehen, es richtig machen, keine halben
Sachen. Er war doch kein Weichei!
Mit einem sadistischen Grinsen auf den Lippen betätigte er seinen Schließmuskel
und entlockte Richard ein überraschtes und heißeres Keuchen. Sofort
grinste er noch fieser, weil er feststellen musste, dass es ihm gefiel, wenn
er Richard in der Hand hatte. Quälend langsam glitt er vor und zurück,
während er immer wieder die Pobacken zusammenpresste und lockerte.
Die Schmerzen ignorierte er dabei einfach und nach einer Weile hatte er sie
ganz vergessen.
Schließlich wurden sie auch von einem anderen, viel angenehmeren Gefühl
schlichtweg verdrängt.
Richard unter ihm verlor fast den Verstand. Das sollte Marks "Erstes Mal"
sein?! Das konnte nicht sein! Dafür verstand er es viel zu gut, wie er
sich zu bewegen hatte!
Als er sich wieder gefasst hatte, stimmte er in die Bewegung mit ein, stieß
immer wieder nach vorne, nur um sich gleich darauf wieder zurückgleiten
zu lassen.
Mark warf den Kopf in den Nacken und stöhnte laut auf, als Richard mehrmals hintereinander die Prostata streifte. Sofort wurde er wieder tomatenrot. So laut hatte er eigentlich nicht sein wollen...
Richard grinste schweratmend. Der Schweiß stand ihm bereits auf der Stirn. Hatte Mark eben wirklich laut seinen Namen ausgerufen?! Er umarmte ihn noch fester und presste ihn an sich, während er sich weiterbewegte.
Marks Erektion rieb zwischen ihren Körpern. Als Mark für Richards Geschmack mal wieder zu leise geworden war, griff er mit diabolischem Lächeln im Gesicht nach ihr und pumpte sie fordernd. Sofort war Mark wieder ein paar Dezibel lauter. Nun grinste Richard eindeutig wie die Katze, die gerade den Spatz verschlungen hatte, während ihn Mark böse anfunkelte und sich damit rächte, dass er den After so weit verengte wie er nur konnte - was nun Richard die Höchstlautstärke, die gerade noch so durch die Zimmerwände abgeblockt wurde, deutlich überschreiten ließ.
"Hmm.", schnurrte Richard schließlich. "So langsam gefällt
mir unser Spiel."
Marks linke Augenbraue wanderte nach oben. /Spiel?! ... Na toll! Für den
Typ ist alles nur ein Spiel!!/
Wütend biss er seinem Visavis in die Schulter und wisperte: "Pass
auf, was Du sagst! Ich könnte wieder böse werden..."
Richard lachte herzlich. "Du bist so süß, wenn du dich ärgerst."
Da! Wieder! Mark wurde knallrot. /Der Kerl... verarscht mich hier... während
dem Sex!! - Ich fass es nicht!/
Außerdem war er ein erwachsener Mann - und kein bisschen "süß"!!
Das grenzte ja schon direkt an Beleidigung!
Sauer zog er Richards Kopf an dessen Ohr zur Seite - irgendwie musste er sich
ja rächen - und nagte sich mit kleinen Bissen an der Seite seines Halses
entlang, saugte sich schließlich an der Schulter fest.
Richard stöhnte gequält auf und Mark war zufrieden. Ja, die Sache
fing an ihm zu gefallen...
Ohne Vorwarnung stieß Richard bis zum Anschlag in Mark.
Der Körper des Jüngeren bog sich wie von alleine nach hinten und Laute,
die er eigentlich nicht hatte von sich geben wollen, entglitten seinen feuchten
Lippen.
Beruhigend streichelten die großen Hände des Friseurs über den
gut proportionierten Rücken.
Immer schneller und härter drang Richard in ihn ein. Er hielt es nicht
mehr aus und wollte endlich Erlösung. Wie nebenbei griff er auch wieder
nach Marks Glied zwischen ihren Körpern und pumpte es im Gleichtakt mit
seinen Vorstößen.
Bei einem besonders festen Stoß, der Mark Sterne sehen ließ, krümmte
dieser sich soweit es sein Kreuz zuließ nach hinten und kam stöhnend
in Richards Hand.
Durch das plötzliche Zusammenziehen der erschlaffenden Muskeln um ihn herum,
näherte sich Richard auch kurz darauf seinem Höhepunkt und ergoss
sich in dem Kleineren.
Erschöpft klammerte er sich einen Augenblick an Mark fest und hauchte ihm einen Kuss auf eine der geschundenen Wangen, bevor er sich endgültig aus ihm zurückzog und zusammen mit ihm zurück auf die Matratze sank.
Mark atmete noch immer stoßweise und beruhigte sich nur langsam wieder,
während er, den Kopf auf Richards Brust gebetteten, zu Atem kam.
Der Wuschelkopf lächelte befreit. Diese Reise nach Berlin hatte doch, bei
all dem was schief gegangen war, noch etwas Gutes gehabt. Er hätte niemals
erwartet tatsächlich so weit in so kurzer Zeit zu kommen - oder überhaupt
eine Chance bei Mark zu haben. Es war noch immer wie ein Traum für ihn...
Nachdem er die Hand am Bettzeug abgewischt hatte, streichelte er sinnierend
mit beiden Händen über Marks Wangen.
Mark lächelte ebenfalls, wenn auch mit kleinen Tränchen in den Augenwinkeln,
von denen er beim besten Willen nicht wusste, wo sie herkamen. Gedankenverloren
zeichnete er mit der Fingerspitze Figuren auf Richards Brust, während er
dessen Herzschlag lauschte.
Nach einer Weile, in der sie nur vor sich hingeschwiegen hatten, rutschte er
plötzlich ein Stück nach oben, so dass er auf Augenhöhe mit Richard
neben ihm lag und blickte ihm direkt in die Augen.
Vorsichtig hob er eine Hand und strich ihm ein paar der scheinbar so widerspenstigen
Locken aus dem Gesicht, lächelte dabei weiterhin ungewohnt sanft, was sofort
Richards Misstrauen auf den Plan rief.
"Wa... was ist?", stotterte der ein wenig ängstlich.
Marks Lächeln vertiefte sich noch ein wenig und Richard fürchtete
sich noch ein wenig mehr, statt sich zu entspannen.
"Du hast so schöne Augen.", murmelte Mark so leise, dass es kaum
zu hören war und errötete wieder, während er fortfuhr. "Versteck
ihre Farbe doch nicht hinter diesen rosa Kontaktlinsen."
Richard schaute ihn verwundert an. Also mit so einem Satz hatte er jetzt überhaupt gar nicht gerechnet, weshalb er auch erst nur dümmlich "Hä?!" machte, bevor er sich mit "Aber... dann passen sie nicht zur Haarfarbe!" verteidigte.
Mark stöhnte auf. "Mensch, du bist doch Friseur! Dann färb dir
doch lieber die Haare anders anstatt die Augenfarbe zu verändern!!"
/Vor allem hasse ich rosa./, ergänzte er in Gedanken.
Kichernd umarmte Richard ihn und kuschelte sich an seine Brust. "Alles
was du willst, Schatzi."
Mark brummte unwillig: "Nenn mich nicht so, "Richie"!"
Doch es kam keine Antwort mehr und als er von Richard, der sich an ihm festgeklammert
hatte, nur noch regelmäßige, langsame Atemzüge hörte, lehnte
er sich auch entspannt in die Laken zurück.
Nachsichtig lächelnd streichelte er durch die chaotische Mähne seines
Liebsten, deckte sie beide noch zu und schloss - schon wieder müde [3]
- ebenfalls die Augen. Keine zwei Minuten später war er ebenfalls wieder
ins Traumland abgedriftet.
~*~*~*~*~
Sabine gähnte und streckte sich genüsslich. Sie starrte kurz auf
ihre Armbanduhr auf dem Nachttisch und beschloss, dass sie nun, um 11:30 Uhr,
endlich genug von ihrem Schönheitsschlaf hatte.
Die Anderen waren sicher schon wach, aber auf Mark hatte sie natürlich
weniger Bock dafür um so mehr auf Richard...
Sie rief bei ihm an, doch niemand hob ab.
/Komisch./, dachte sie. Die waren doch nicht etwa einfach ohne sie weggegangen?!
Ihren Bruder anrufen kam schon mal auf keinen Fall in Frage, also machte sie
sich erst mal im Bad fertig, bis sie gegen Mittag dann endlich mit dem Aufzug
in das Stockwerk darunter fuhr.
Sie klopfte an Richards Tür, rief dessen Namen, doch sie bekam keine Reaktion.
Sie drückte probeweise die Klinke, doch es war abgeschlossen.
Unwillig starrte sie zur Tür daneben. Marks Behausung... Sollte sie sich
etwas DORTHIN trauen?!
Mark am Morgen?! Und das auch noch auf leeren Magen?!
Missmutig klopfte sie an und rief wieder nach Richard. Sie unterstand sich nach
ihrem Bruder zu rufen. Wieder meldete sich niemand, doch diese Tür war
wenigstens nicht verschlossen.
Langsam ging sie hinein und sah sich um. Auf dem kleinen Schreibtisch in der
Ecke hatte Mark seine Mathesachen deponiert. Typisch! Musste dieser Streber
selbst in den Ferien lernen!
Als sie ihren Blick weiter schweifen ließ, entdeckte sie auf dem Bett
eine Gestalt mit langen dunklen Strähnen, die mit dem Rücken zu ihr
lag.
/Waaass??? Pennt der Kerl noch um DIE Zeit?? Der ist doch sonst so ein Frühaufsteher!/
Egal, dann würde sie ihn halt wecken müssen, um nach Richard zu fragen.
Nicht, dass sie vermutete, dass er wusste, wo der steckte, aber wenn sie Mark
damit aus seinen süßesten Träumen riss, hatte sich wenigstens
der Weg hierher für sie gelohnt.
Fies grinsend stampfte sie näher, taxierte dabei nur ihren Bruder und stolperte auf dem Weg zum Bett prompt über ein Paar Sportschuhe. Gleich darauf verhedderte sie sich in einer Jogginghose und trat schließlich auf etwas, das klirrend unter ihr zerbrach.
Sie fluchte im tiefsten Ur-Rheinhessisch vor sich hin, während sie sich
von der wildgewordenen Sporthose befreite.
Was ließ dieser Depp auch überall seinen Kram rumliegen? Hmm... aber
diese Hose hatte sie an Mark noch nicht gesehen. /Und seit wann, bitte schön,
hat der eine Brille? - Beziehungsweise *hatte*.../ Egal.
Endlich angekommen positionierte sie sich vor dem Bett. Sie beugte sich gerade
zu ihrem Bruder herunter, um ihn kräftig durchzuschütteln, als sie
einen Kopf mit blonden und rosa Strähnchen entdeckte, der dicht an dessen
nackte Brust gedrückt war.
Sie grinste. Ihr dümmlicher Bruder hatte also echt mal ein Mädchen
abgekriegt?! Das gab´s doch nicht!! Wo hatte er DIE denn aufgegabelt?
Im Frisiersalon??
So wie´s aussah, hatte sie doch was verpasst. - Allerdings konnte die
Tussi ohnehin nicht ganz klor [4] sein, wenn sie es mit ihrem Bruder trieb...
Aber,... Moment mal... Diese Haare kamen ihr doch irgendwie bekannt vor...
Mit einem lauten "Waaaaaaaaaaaahhhhhhhh!!" und einem gewaltigen Satz rückwärts reagierte sie, als ihr plötzlich klar wurde mit WEM ihr Bruder da lag.
Mark rührte sich, aufgeweckt durch dieses störende Geräusch,
das er sofort als die Stimme seiner Schwester identifizierte. Noch im Dämmerzustand
nuschelte er: "Was iss? Lass mich schlafen..." und schmiegte sich
wieder enger an den warmen Körper neben ihm.
... Moment mal... warmer Körper... hääää???
Er blinzelte kurz und nahm Richard wahr, der nun auch langsam aus dem Traumland
zurückkehrte und ihn ungehemmt angähnte.
"Bahh! Hast du Mundgeruch!!", lästerte Mark und schob ihn auf
Distanz.
Richard kicherte, sah dann jedoch Sabine, die mit vor Entsetzen weit aufgerissenen
Augen mitten im Raum stand und eine frappierende Ähnlichkeit zu Edvard
Munchs Bild "Der Schrei" aufwies. Sein Lächeln gefror auf seinen
Lippen und er starrte sie an.
Das blonde Mädchen erwachte wieder aus ihrer Starre und rannte heulend
aus dem Zimmer, knallte die Tür hinter sich zu.
"Scheiße.", entfuhr es Richard. Marks Schwester so zu schockieren,
war ganz sicher nicht seine Absicht gewesen.
"Scheiße, Mann!", redete er weiter und schüttelte Mark
durch, den die Reaktion seiner Schwester eher zu belustigen schien. "Wir
haben nicht abgeschlossen! Es hätte vorhin jederzeit jemand reinkommen
können! - Stell dir mal vor, sie wäre hier aufgetaucht während
wir...!"
Mark dachte wirklich darüber nach, lief rot an und riss die Augen auf.
Wenn Sabine ihn SO gesehen hätte... das wäre selbst ihm peinlich gewesen.
Richard prustete los und knuddelte den Anderen, der wieder so herrlich blöd
guckte, nieder.
Missgünstig starrte Mark ihn an.
"Hör auf zu lachen, du Blödhammel!! Wer ist denn hier reingekommen
und hat damit angefangen?", gauzte [5] er hilflos. - Und Richard brach
nun erst recht los.
"Och, ist dem großen, starken Mann was peinlich!!", neckte Richard
mit scheinheiligem Mitleid.
"Dann wäre es dir wohl lieber gewesen, ich wäre nicht hier aufgetaucht?!"
Wieder dieser typische, ironische Unterton, der Mark schon immer aufgefallen
und auf die Nerven gegangen war.
"Lach nett, Achmet, ich krieh mei Tach nett!" [6], zischte er gespielt
empört.
Richard lachte nur noch lauter. Wenigstens nahm Mark die Sache - wie es schien
- auch mit Humor.
Überschwänglich umarmte er den Kleineren und drückte ihm einen
Schmatzer auf die Lippen.
"Ich liebe dich wirklich, du kleiner Miesepeter!", kicherte er fröhlich.
Mark knurrte erst, räusperte sich dann peinlich gerührt. Er sah Richard
mit absichtlich aufgesetztem verliebtem Blick an, während er meinte: "Weißt
du, was ich dir schon seit unserer ersten Begegnung sagen wollte?"
Richard schüttelte den Kopf und sah ihn erwartungsvoll an. "Nein,
was?", obwohl er genau wusste, was er nun hören wollte.
"Nun, jetzt, da wir quasi zusammen sind, kann ich´s ja sagen..."
Richards Augen leuchteten immer mehr. /Sag es, sag es!!/
Mark öffnete den Mund: "Ich..."
Er lächelte lieblich. "... finde deine Frisur total scheiße."
[7]
~*~*~*~*~
Den Rest des Tages verbrachte Mark alleine in seinem Zimmer.
Bevor Richard zum Wettbewerb verschwunden war, hatten sie noch überlegt, was sie wegen Sabine machen sollten. Mark hatte für ignorieren plädiert mit der Begründung, dass sie nun wenigstens quitt seien, wo dieses Trampeltier doch seine teure Designerbrille zermatscht habe, was ihm einen bitterbösen Blick von Richard eingebracht hatte. Schließlich hatte der Friseur ihm vorgeschlagen sie wirklich erst einmal in Ruhe zu lassen, damit sie mit der Sache klarkam, ohne sich von ihnen belästigt zu fühlen.
Mark hatte sich dann noch darüber beschwert, dass sie sein Bettzeug total versifft [8] hätten. Doch Richard hatte nur gelacht und mit den Schultern gezuckt.
Da Mark keine Lust hatte wie der letzte Depp beim Verlassen des Zimmers angeguckt zu werden, weil man eindeutige Spuren auf seinem Bettzeug sehen konnte, hatte er sich insgeheim geschworen dieses mit dem von Richard zu vertauschen, sobald der in Albertos Salon verschwunden war - was er schließlich auch getan hatte.
Er langweilte sich nun ein wenig, aber so, wie er momentan aussah, konnte er wirklich nicht als Richards Modell fungieren. Außerdem hatte Richard ihm verboten auch nur einen Schritt zu tun, wenn er nicht dabei war. Das hatte allerdings weniger mit Marks Allergie zu tun, wie dieser vermutet hatte, sondern mehr damit, dass Richard auf keinen Fall wollte, dass jemand anderes seiner neuen "Errungenschaft" zu nahe kam.
Ihm war die Ruhe an diesem Nachmittag allerdings ganz recht. Seine Schwester
hatte sich bei den Beiden wirklich nicht mehr blicken lassen.
/Hmm, vielleicht sollte ich sie öfters so schockieren?/, dachte er mit
fiesen Hintergedanken.
Och, die Sache könnte ihm wirklich gefallen... Ein Leben so ganz ohne Sabines
Rumgenerve... Dann hatte diese blöde Reise doch noch was Gutes gehabt...
noch etwas zweites Gutes...
Außerdem konnte er jetzt endlich mal die Zeit nutzen, um Mathe zu lernen, auch wenn ihm ständig ein gewisser Friseur im Kopf herumspukte, den er trotz intensivster Bemühungen nicht daraus vertreiben konnte.
~*~*~*~*~
Wie erwartet hatte Richard wegen Fehlen eines männlichen Modells nicht mehr richtig am Wettbewerb teilnehmen können. Mit Lydia hatte er allerdings immerhin den ersten Platz bei den weiblichen Frisuren belegt, wofür er zumindest eine Urkunde erhalten hatte, die er zum Strunzen [9] in seinem Salon aufhängen konnte.
Die Ostpreußin hatte ihn aber die ganze Veranstaltung über ausgefragt, wo Mark denn stecke und ob es ihm gut ginge. Ihm war nichts anderes übrig geblieben als ihr von dessen Allergie zu erzählen, was der Rothaarigen die Tränen in die Augen getrieben hatte. Er hatte seine liebe Mühe gehabt sie wieder zu beruhigen und ihr zu versichern, dass es ihm trotz allem sehr gut ginge, um nicht noch ein zweites unansehnliches - weil verheultes - Modell zu haben und ganz auszuscheiden.
Conny hatte mit misstrauischen Blicken Richards gute Laune verfolgt. Es war
doch verdächtig, dass der so gut drauf war, obwohl er nun keine Chance
mehr hatte, den Wettbewerb zu gewinnen.
Bedauerlicher Weise konnte er, so sehr er es sich auch gewünscht hätte,
keine weiteren Annäherungsversuche wagen, weil er einfach viel zu sehr
mit seinen beiden Modells beschäftigt war und somit alle Hände voll
zu tun hatte. /So ein Pech aber auch!! Jetzt, wo gerade dieser Giftzwerg weg
ist, habe ich keine Zeit für meinen Richie!!/
Strahlend sah sich Richard die Siegerehrung an. Dass er dieses Jahr nicht auf
dem Siegertreppchen stand, störte ihn zum ersten Mal kein bisschen. Er
hatte etwas viel Besseres als Pokal und Preisgeld bekommen. Zu seiner Beruhigung
war auch Conny nicht unter den ersten Dreien. Schadenfroh schüttelte Richard
den Kopf. Das war auch kein Wunder, wenn man sich ansah, wie die grüne
Landplage seine Modells zugerichtet hatte! Dem Mann - naja, zumindest so etwas
Ähnliches, wie eine männliche Lebensform, wenn auch nicht sonderlich
maskulin - hatte er einen Irokesenschnitt verpasst, der in den Farben des Regenbogens
schillerte. Dabei schrieb der Wettbewerb Frisuren vor, die man auch im Alltag
tragen konnte, ohne schräg angeguckt zu werden... Aber wen wunderte das
schon bei Conny... Er lief ja selbst nicht viel anders herum...
Das weibliche Modell hatte er nicht minder schlimm zugerichtet, aber zumindest
waren ihre Haare einfarbig geblieben. Wie bei einem Igel standen die blondierten,
etwa fingerlangen Spitzen ihrer Haare vom Kopf ab. Allerdings hatte er ihr absichtlich
Löcher in die Haarpracht rasiert, so dass auch sie nicht unbedingt ästhetisch
wirkte und bestimmt nie mehr freiwillig an solch einem Wettbewerb teilnahm.
~*~*~*~*~
Gutgelaunt erledigte Richard die letzten Formalitäten an der Hotelrezeption, wie Schlüssel zurückgeben und dergleichen. Er grinste so dümmlich glückselig, dass er schon von sämtlichem Hotelpersonal verwundert angesehen wurde.
Mark grinste hinterhältig unter der Sonnenbrille und der Baseballkappe, die er wegen dem Ausschlag trug, während er ihn von einer Sitzecke aus beobachtete. Bestimmt würden die Leute noch blöder gucken, wenn sie Richards Bett zu Gesicht bekamen. Vielleicht sollte er ihm später sagen, dass er in dem Hotel vielleicht lieber nicht mehr einchecken sollte... oder vielleicht auch nicht...
Fröhlich pfeifend kam der auf die Geschwister zu, die so weit wie nur
irgend möglich auseinander saßen und sich gegenseitig mit Blicken
aufspießten.
"Auf geht´s!", trompetete er gutgelaunt, so als sehe er ihren
Zwist nicht - was vermutlich auch der Fall war, weil Liebe ja bekanntlich blind
macht.
Vertraulich legte er einen Arm um Marks Schulter und zog diesen dicht neben sich, woraufhin der, wie erwartet, wieder jeder reifen Tomate farblich scharfe Konkurrenz machte. Erstaunlich leicht wand Mark sich aus der Umarmung des Größeren. Zwar gefiel ihm Sabines hasserfüllt-neidischer Gesichtsausdruck zunehmend, aber er hatte keinen Bock hier händchenhaltend wie die letzte Schwuchtel durch die Gegend zu latschen - aber das würde er Richard schon noch verklickern [10].
~*~*~*~*~
Die Zugfahrt war die reinste Zerreißprobe für Bines Nerven.
Nicht nur, dass sie ihren Bruder mit einem anderen KERL im Bett erwischen musste,
nein, es musste ja auch noch ihr derzeitiges Zielobjekt sein und was am Allerschlimmsten
war: sie musste jetzt die ganze Zugfahrt über visavis der Turteltäubchen
sitzen und sich ihr Rumgemache ansehen!
Missbilligend knurrte sich vor sich hin.
Mark spürte Bines bösen Blick nur am Rande. Viel mehr war er damit
beschäftigt sich den aufdringlichen Friseur vom Leib zu halten, der ihn
am Liebsten vor allen Leuten mitten im Zugabteil vernascht hätte und ständig
überall seine Finger hatte, wo es Mark im Moment so gar nicht passte.
Irgendwie hatte ihm das grade noch gefehlt. Nicht genug, dass er eine nervtötende
Schwester und einen beschissenen Ausschlag hatte. /Nein, jetzt bin ich auch
noch schwul. - Na toll!/
Irgendwann lehnte er sich dann doch ergeben an Richards Schulter und stellte
sich auf schlafend, um dessen obszönen und Bines tödlichen Blicken
zu entgehen. Nicht, dass die Beiden ihn nicht weiterhin so anstarrten, aber
zumindest bekam er es nicht mehr mit.
Außerdem hatte das den schönen Nebeneffekt, dass ihm Richard wieder
so beruhigend durch die Haare strich und er wirklich kurz darauf eingenickt
war.
~ Ende? ~
Und hier die Vorschläge von Lesern, wie es mit den Beiden hätte weitergehen können ^^;;
Tenshi meinte:
Variante 1: Mark wacht schweißgebadet auf und muss feststellen, dass alles nur ein Traum war... Diese Variante kann noch ausgearbeitet werden. z.B. dass die ganze Reise nach Berlin und alles Drumherum ein Traum war oder einfach nur die Sache mit dem Ausschlag, dem Geheule und dem Kuss ein Traum war und Mark sich ein wenig verwirrt von diesem "wirklich schwulen" Traum zum Joggen fertigmacht. Na ja, und so weiter...
Variante 2: (die abgedrehte Version) Mark schlägt Richard zusammen und muss feststellen, dass es gar nicht Richard war sondern Lydia, die ihn küssen wollte... Könnte deine Variante 5 sein...*lol*
Variante 3: (meine Lieblingsversion *smile* ) Bei Mark macht es "klick"
und er begreift plötzlich, dass er sich schon längst in Richard verliebt
hat. Er erwidert den Kuss, lässt aber dann von ihm ab, weil ihm sein Gesicht
zu weh tut. Richard gesteht ihm auf dem Weg zum Hautarzt dann seine Liebe...
bla bla bla. Am Besten noch in Sabines Beisein, die dann prompt in Ohnmacht
fällt...*tenshi wieder mal ihrer lieblingsbeschäftigung dem rumspinnen
nachgeht* *ggg*
Öh...meine total abgedrehte Version erspare ich dir lieber... Obwohl...
Ach was soll's...
Variante 4: Sabine kommt in dem Moment rein und fängt an zu schreien wie
am Spieß. Lydia und Conny tauchen plötzlich auf. Lydia beschimpft
die Beiden mit Worten wie "Schwuchteln", Conny fängt auch an
zu schreien (noch lauter und greller als Sabine versteht sich ^_^) ... Ein Hotelpage
kommt, à la Edgar Wallace, zur Tür herein und sagt mit näselnder
Stimme: "Sie haben geläutet?". Mark ruft verzweifelt aus: "Bin
ich hier denn in der Twilight Zone?"... bla bla bla ...
[wireless emotion] meinte:
Variante 1: mark erstickt weil seine nase zugeschwollen ist. richard nimmt sabine als geisel, dreht vollends durch weil er denkt sein leben ist gar nix mehr wert, stürmt den frisörwettbewerb mit dem toten mark und der quietschlebendigen aber nicht mehr quietschenden sabine und gewinnt den kreativitätsaward, danach begeht er sepukku. Conny dreht voll ab und lässt sich von sabine zur heterosexualität konvertieren.
Variante 2: sie stellen mtv an, hören britney spears und bekommen beide einen spontanen herzinfarkt >_<
Variante 3: mark merkt urplötzlich dass männer ihn doch so richtig anturnen, es geht heiss zur sache, aber dann streiten sie sich darüber, zu welcher musik sie ihr erstes mal erleben wollen, da mark auf black metal besteht und richard auf ... jaha, auf was? also, sie schlagen das ganze hotelzimmer zusammen, werden halbnackt aus dem hotel geschmissen und machen es dann ganz ohne musik ... äh ...
Variante 4: richard malt mark mit lebensmittelfarbe seltsame muster über die pusteln, mark fällt in ohnmacht, als er sich ansieht, sabine hat aus heimweh die eltern angerufen, die irgendwas missverstanden haben, und deshalb mit einem grossaufgebot an polizei ankommen, sich über mark halb totlachen, sabine in gewahrsam nehmen, und mark und richard lollis schenken.
Variante 5: bei den beiden geht es heftig zur sache, sabine taucht auf und die tür ist nicht verschlossen (hat richard vergessen, nicht?), sie ist total schockiert, dann kommt aber ihr outcoming, dass sie nur auf sex mit zwei frauen und fünf affen steht, sie rauscht ab in die bar, kippt sich was hinter die binde, geht zu dem frisörwettbewerb, zwingt die leute da zu gruppensex in den seltsamsten paarungen und wird dann in die psychiatrie eingewiesen, die sich als paradies jener seltsamen leute, die mit an sowas wie das other world kingdom glauben, erweist ...
Variante 6: vegeta taucht auf und will mitmachen
Variante 7: mark fängt zaghaft an den kuss zu erwidern, als aus den ecken kameramänner kommen und der moderator mit volltönender stimme den schlusssatz spricht "und seien sie nächste woche wieder da bei null null rosa, wenn es wieder darum geht einen stockhetero zu bekehren!"
Variante 8: sabine kommt rein und will mitmachen, worauf die beiden jungs sofort einen schweren allergieschock bekommen und auf wochen im örtlichen krankenhaus behandelt werden müssen
Variante 9: das fbi stürmt den raum, weil sie nach conny suchen, da der
kaninchen aus den usa geschmuggelt hat, und sie sich sicher sind, es waren ausserirdische
kaninchen. sie nehmen die beiden in gewahrsam und stürmen den frisörwettbewerb;
dort zeigt sich, dass die kaninchen gar keine kaninchen waren sondern getarnte
marshmallows vom planeten fbdjjbk und conny ist ihr mittelsmann seitdem sein
leben vom verlassenwerden durch richard zerstört wurde. die fbiler greifen
ihn mit einer völlig neuartigen strahlenwaffe an, worauf er allen rosa
und grüne mäusespeckhaarsträhnen verpassen will. die ausserirdischen
hingegen werden von sabines beherztem einsatz (*ah, marshmallows, ich liebe
sie *mampf!*) an einer feindlichen übernahme gehindert, mark kommt in die
behandlung von spezialisten und ist am nächsten tag schon wieder voll in
ordnung, und dann finden sie sich auf einer karibikinsel ohne andere menschen
wieder - flitterwochen.
Whisper meinte:
Variante 1: Mark erstarrt zur Salzsäure, aber irgendwie hatte die Dreifachfärbung sein Gehirn chemisch angegriffen, was ihn seine sämtlichen Vorurteile/Hemmungen, etc. kostet... er sich Richard schnappt und ihn vergenusszwergelt bis dieser komplett ausgelaugt die weiße Fahne schwingt.
Variante 2: (die eher wahrscheinliche Variante) Mark packt seine sämtlichen
Karatekünste aus und zeigt Richard wo der Hammer hängt, bis dieser
(wiederholt) die weiße Fahne schwingt- allerdings mit dem Unterschied,
dass des Frisörs Gesicht Marks in Sachen Schwellung, blaue Flecke bei dieser
Variante locker Konkurrenz machen könnte. Auaaaaa!
Joneleth Frederik meinte:
Variante 1: Während Richard für sein hemmungsloses Liebesspiel (so
richtig mit Knospen und Prostata und so) mit Mark gerade Gleitgel sucht, findet
Sabine heraus dass Conny ihr längst verschollener Bruder ist. Sie zwingt
ihn zu einem persönlichen Gespräch und motzt ihn an, warum er sich
solange nicht gemeldet hat - diese Diskussion führen sie dann in Bines
Hotelzimmer fort. Nach einem unerbittlichem Wortgefecht und anschließendem
Versöhnungssex beschließen beide zu Mark hoch zu gehen, wo sie gesuchte
Person mit Richard rumjackern [1] sehen. Conny mutiert spontan zu Hulk (dann
würde seine Hautfarbe auch zu seiner Haarfarbe passen... fg*) und droht
Mark ungespitzt in den Boden zu rammen. Doch in letzter Sekunde kommt Bines
Ballettlehrer, Conny verliebt sich
direkt in ihn und sie leben glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.
Das Gleiche gilt für Richard und Mark, die sich ihre Liebe gestehen und
nun BEIDE als Friseure arbeiten. Und weil es so schön ist, gesteht Lydia
auch noch ihre Liebe zu Bine (hä???), und mit einer abschließenden
Yuriszene endet der Text in einem riesigen Happy End! ^^
[1] rumjackern = (moselfränkisch) den Geschlechtsakt praktizieren, bzw.
den Penis in eine fremde Prostata zu stecken und dabei rhytmisch zu stöhnen
[Anmerkung von Esther: Mir ist schon klar, dass man den Penis nicht "in"
eine fremde Prostata stecken kann, aber Chrissi, Tina, Tenshi und ich haben
Joneleth noch nicht endgültig schwulifiziert, deshalb verzeihe man ihm
diesen kleinen Fehler.]
Variante 2: Mark und Richard können die überschwänglichen Emotionen nicht mehr zurückhalten und fangen an Studenten Mau Mau zu spielen...
Variante 3: Conny ist in Wahrheit ein Doppelspion des CIA und hatte Mark und Richard die ganze Zeit ausspionieren lassen, um sie schlussendlich zum Sex bewegen zu können. Während sich Richard und Mark also am Ende fröhlich vergnügen, sitzt Conny diabolisch grinsend im Schrank des Hotelzimmers und filmt die ganze Angelegenheit durch das Schlüsselloch (komplett mit Ton). Mark wird nämlich in 31 Staaten gesucht, weil er 13 Jahre seines Lebens durch die Welt getrampt ist und überall harmlosen Passanten die Fußnägel schwarz lackieren musste - was ihm natürlich etliche Anzeigen wegen Körperverletzung (oder sowas ähnliches... *fg*) einbrachte. Am Ende zwingt Conny Mark sich den örtlichen Milizen zu stellen, da er sonst damit droht das Sexvideo mit Richard im Internet zu veröffentlichen. Mark geht zähneknirschend auf den Deal ein, und wird zu lebenslangem Knast verurteilt. Doch Richard gibt nicht so leicht auf! Er startet Unterschriftensammlungen und schafft es so international das Anmalen der Fußnägel fremder Passanten weltweit zu legalisieren! So kommt Mark frei und lebt mit dem Friseur glücklich und zufrieden bis an sein Lebensende.
Kommentare:
[1] petzen = kneifen
[2] O_o;; Okay... jetzt wird´s mir aber langsam auch unheimlich: Mark lächelt?! *grusel*
[3] -_- Ach ne, iss ist ja ganz was Neues...
[4] klor = klar; nicht ganz klor sein = nicht ganz dicht sein, nicht ganz klar im Kopf sein
[5] gauzen = bellen
[6] "Lach nett, Achmet, ich krieh mei Tach nett!" = auf deutsch ^^;;: "Lach nicht, Achmet, ich kriege meine Tage (Periode) nicht!" - Was so viel heißt, wie: "Ich bin schwanger - und zwar von DIR!" -- Vergebt mir! Aber den Spruch MUSSTE ich einfach reinbringen... ^^;;;
[7] Was ist? Hat hier jemand was anderes erwartet?! Tss, tss. Irgendjemand muss es Richard doch endlich mal sagen, oder?!
[8] versiffen = einsauen, total verdrecken... so was in die Richtung
[9] strunzen = angeben, prahlen
[10] etw. jmd. verklickern = jmd. etw. klar machen
---
Erstveröffentlichung: 04.01.2003
-> zu "Spliss", der "Haarspaltereien"-Fortsetzung
Diese Seite ist Teil von www.natsu.de.vu