Haarspaltereien - alternativ
von
Esther (esda)
Teil 11f: nachempfunden Tenshi-chans Variante 4 zum möglichen Ende der Geschichte
Bevor Mark so recht wusste, wie ihm geschah, flog die Tür zu seinem Zimmer
auf und Sabine stand im Raum. Sie starrte die beiden Männer an, die in
mehr oder weniger eindeutiger Pose im Bett übereinander lagen und fing
an zu schreien wie am Spieß. Mark musste sich die Ohren zuhalten, um keinen
Gehörsturz zu erleiden. Er sah zu Richard auf, der auch bei diesen Misstönen
das Gesicht verzog, sich aber noch so weit beherrschen konnte sich nicht ebenfalls
die Hände auf den Gehörgang zu pressen.
Gerade hatte sich seine hysterische Schwester wieder halbwegs beruhigt und wimmerte
nur noch ein wenig in mitleiderregender Art und Weise vor sich hin, als auch
schon das nächste Unheil nahte...
Lydia besaß, ohne dass die Anderen davon gewusst hatten, ein Zimmer im
gleichen Hotel. Sie hatte zwar nicht das Geld, um sich so etwas leisten zu können,
war aber mit dem Leiter dieser Niederlassung der Hotelkette über 15 Ecken
verschwägert und auf diese Weise zu einem kostenlosen Aufenthalt in dem
Vier-Sterne-Hotel gelangt. Gerade als sie sich zu ihrem morgendlichen Fitnesstraining
in dem hoteleigenen Folterstudio fertiggemacht hatte und sich auf dem Weg dorthin
befand, hatte sie den Schrei, der aus einem der Zimmer kam, vom Gang aus vernommen.
Eiligst war sie hingestürzt und stand nun in der Tür.
Sie sah sich suchend nach der Quelle des unangenehmen Geräuschs um und
erblickte ein wimmerndes blondes Mädchen, dass in einer immer größer
werdenden Pfütze Tränen am Boden kniete und Unverständliches
vor sich hin brabbelte.
Nett und hilfsbereit wie sie, Lydia die Barmherzige, nun mal war, ging sie zu
ihr, um sie zu trösten. Sie fixierte nur die blonde Tränendrüse,
stolperte deshalb auf dem Weg über ein paar Sportschuhe, verhedderte sich
in einer Jogginghose und trat schließlich etwas, das klirrend unter ihr
zerbrach. [1] Während sie noch im tiefsten Ur-Ostpreußisch vor sich
hinfluchte und sich von der Tretmine in Form der Sporthose befreite [2], hatte
sie das Mädchen schon erreicht und sah auf die Heulboje herunter. Sie wollte
lieber nicht bis auf zwei Meter Sicherheitsabstand näher kommen, die Gefahr
im Tränenfluss weggespült zu werden und zu ertrinken war einfach zu
groß.
"Was ist denn los?", fragte sie einfühlsam und erntete eine Fingerzeig
in Richtung des Hotelbettes. Als sie genau hinsah, erkannte sie auch, weshalb
das ihr unbekannte Mädchen so sehr weinte.
Im Bett lagen ihr geliebter, angebeteter, verehrungswürdiger Marky Schnuckieputzie
und... ihr Friseur...?!
Richard starrte zu Lydia herüber, hielt sich mit der einen Hand an Marks
Schulter fest, um einen Halt zu haben, während er versuchte diese schockierenden
Ereignisse zu verkraften, unterdessen seine andere, freie Hand ungeniert über
Marks Schoß streicheln und sie schließlich in dessen Shorts schleichen
ließ, um ein gewisses Körperteil zu massieren und Mark damit ein
erschrockenes, erregtes Stöhnen zu entlocken.
Lydia fuchtelte wild mit den Fingern in der Luft herum. Da lag IHR Mark, IHR
Marky Baby – zusammen mit einem anderen Mann!! Es trieb ihr ja fast die
Tränen in die Augen.
"Ihr Schwuchteln, Tunten, Tucken!", schimpfte und zeterte sie.
Mark zuckte zusammen. Dass man ihn so nannte, war für ihn mehr als beschämend und beleidigend. He, er war nicht schwul, verdammt noch mal! Er war schließlich ein ganz großer chauvinistischer Macho. Dass er es hier grade mit einem Mann trieb, hatte damit nicht das Geringste zu tun!
Als sich zum dritten Mal hintereinander die Tür öffnete und plötzlich
Connys grüner Haarschopf erschien, wunderte er sich auch schon gar nicht
mehr. Heute war definitiv nicht sein Tag.
Mark hatte keinen Schimmer, warum hier auf einmal sämtliche Leute auftauchten,
die er so überhaupt gar nicht ab konnte: Sabine, Lydia, Conny... Fehlte
nur noch sein Mathelehrer...
Wahrscheinlich hatte das Ding aus dem Sumpf Sehnsucht nach Richard gehabt, die
Schreierei hier mitbekommen und – neugierig und tratschsüchtig, wie
diese Tunte war – gleich seine dümmliche Fratze durch die Tür
schieben müssen.
Es überraschte ihn auch keineswegs, dass die grüne Landplage noch
lauter und greller als seine Schwester schreien konnte und er daraufhin ein
Rauschen in den Ohren hatte, das sich bei dem, was hier grade ablief, garantiert
zu einem Tinitus entwickeln würde, so wie man ihn hier stresste: Ausschlag
verursacht durch einen Friseur, begrabscht von selbigem, dabei beobachtet von
seiner Schwester, einem anderen Haarmodell und einem weiteren schwulen Friseur...
Zum vierten Mal ging die Tür und Mark stöhnte auf – dieses
Mal allerdings nicht wegen Richards Hand, die ihn immer noch an einer unanständigen
Stelle streichelte und massierte.
Was kam als nächstes? Godzilla?
Doch statt der Riesenechse materialisierte sich ein Hotelpage, gekleidet in
eine rote Uniform mit goldenen Aufnähern, sah sich pikiert um, rümpfte
dann die Nase, als er Sabine in der Tränenpfütze, daneben Lydia und
Conny und das Paar im Bett mit Blicken erfasst hatte und fragte dann, ganz diskreter
Page wie er war, mit näselnder Stimme nach: "Sie haben geläutet?"
Mark hätte fast geheult vor Verzweiflung. Wenn er nicht gerade "beschäftigt" gewesen wäre, wäre er aufgesprungen, um seinen Kopf gegen die Wand zu schlagen. So drehte er sich nur zur Seite, biss deprimiert ins Kopfkissen und rief schließlich (nachdem er die Federn, die ihm bei dieser Aktion in den Mund gekommen waren, ausgespuckt hatte) unglücklich aus: "Bin ich hier denn in der Twilight Zone?!"
Auf die in Edgar Wallace-Filmen immer auftauchende, typische amelodische Musik hin versuchte er verzweifelt einfach nur zu sterben, einfach nur durch pure Willenskraft...
Richard lächelte den jungen Mann in der roten Uniform freundlich an und
nahm den Finger von dem Schalter, auf den er eben – unbemerkt von allen
– gedrückt hatte, um nach dem Hotelpersonal zu rufen. Er nickte und
meinte dann: "Ja, bitte nehmen Sie unsere Freunde hier..." Er schwenkte
mit der Hand quer durch den Raum. "...mit ins Hotelrestaurant und lassen
Sie ihnen einen Brunch richten."
Dann grinste er verheißungsvoll zu Mark herunter, der daraufhin wieder
magentarot leuchtete. "Und bringen Sie uns zwei Schönen hier eine
Packung Gleitgel und eine Großpackung extrastarke Kondome mit..."
~Marks Ende~
O_o;;
Originalwortlaut von Tenshi-chans Variante 4:
Sabine kommt in dem Moment rein und fängt an zu schreien wie am Spieß.
Lydia und Conny tauchen plötzlich auf. Lydia beschimpft die Beiden mit
Worten wie "Schwuchteln", Conny fängt auch an zu schreien (noch
lauter und greller als Sabine versteht sich ^_^) ... Ein Hotelpage kommt, à
la Edgar Wallace, zur Tür herein und sagt mit näselnder Stimme: "Sie
haben geläutet?". Mark ruft verzweifelt aus: "Bin ich hier denn
in der Twilight Zone?"... bla bla bla...
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Kommentare:
[1] Gomen, aber da Sabine das bisher in keiner der Alternativ-Versionen passiert ist, musste eben Lydia dran glauben *ehehe*
[2] Okay... ich hab doch ein bisschen mehr beim Original-Ende geklaut ^^°
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Erstveröffentlichung: 04.03.2003 (Fastnachtsdienstag)
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