Darth
potenzielle Selbstmörder sind wir bestimmt nicht
Seit 1995 lärmen DARTH bereits im Untergrund. Dieses Jahr ist ihr Debut "Buttfucked By Destiny" erschienen, Grund genug um mit Sänger Adam ein paar Worte zu wechseln:
NecroSlaughter: Hallo Adam! Danke, dass du uns ein Interview gibst!
-Mach ich gerne.
NecroSlaughter: Ihr seid ja schon seit 1995 existent, habt aber erst jetzt (2004) euer Debüt rausgebracht. Erzähl doch mal in kurzen Worten etwas über euren Werdegang bis heute!
Adam: Wir haben DARTH im Januar 1995 gegründet, Matthias und ich sind seit Beginn dabei, sonst gab es das große Kommen und Gehen. Vor Ralle, der seit 2001 dabei ist, haben wir drei Schlagzeuger "verbraucht", die Bassisten und Gitarristen habe ich schon lange aufgehört zu zählen. Zwischenzeitlich, so um 1998/99 gab's die Band so gut wie gar nicht weil wir keine geeigneten Leute finden konnten. Trotz der Personalmisere haben wir's immerhin auf drei Samplerbeiträge, 2 Demos und mehrere Konzerte geschafft. Die jetzige Besetzung, in der wir "Buttfucked by Destiny" aufgenommen haben besteht seit anderthalb Jahren und bleibt hoffentlich stabil.
NecroSlaughter: Euer Debüt "Buttfucked By Destiny" ist auf dem noch recht jungen polnischen Label Crude Entertainment erschienen. Wie seid ihr an die Jungs gekommen? Und seid ihr zufrieden mit ihnen?
Adam: Mit dem Piotr von Crude Entertainment bin ich schon seit Jahren befreundet, wir haben uns durch gemeinsame Bekannte kennen gelernt. Er hat schon damals unter dem Namen ein Mailorder betrieben, allerdings erst vor kurzem hat er angefangen Platten selbst zu veröffentlichen. Sein erstes Release war das Debüt seiner eigenen Band Patologicum. Wir hatten eigentlich vor, unsere Platte in Eigenvertrieb zu veröffentlichen und da wir nicht gerade nach Geld stinken habe ich Piotr nach seinen Beziehungen zu Presswerken und Druckereien in Polen gefragt, um die Sache so preiswert wie möglich durchzuziehen. Er kannte bereits unsere Demos, sie gefielen ihm, so hat er uns Zusammenarbeit vorgeschlagen. Die Einzelheiten haben wir dann bei dem letzt jährigen W:O:A und per Telefon geklärt, ihm das zwischendurch aufgenommene Material geschickt und ein Paar Monate später die ersten Exemplare der 3000-er Auflage von "Buttfucked by Destiny" erhalten. Zufrieden sind wir auf jeden Fall, Crude Entertainment hat uns jede Menge Arbeit und Kosten abgenommen und dank Piotr's weltweiten Connections ist unsere Platte in immer mehreren Ländern erhältlich.
NecroSlaughter: Der CD-Titel "Buttfucked by Destiny" hört sich ziemlich hart und explizit an, beinahe ausweglos. Was verbirgt sich hinter dem Titel der Scheibe für euch?
Adam: Hehe, der Titel knallt einfach!. Als ich mit ihm irgendwann im Proberaum ankam, haben wir sofort beschlossen, dass unsere erste Platte so heißen wird. Der Text zu dem Stück handelt davon wie man sich fühlt wenn morgens der Wecker klingelt und man zu verhassten Arbeit gehen muss, die nicht gerade dem entspricht was man sich als Kind für die Zukunft erträumt hat, man kann aber mehr darein interpretieren. Z.B. die ganzen widrigen Umstände die uns als Band wiederfahren sind. Außerhalb der Band werden wir auch nicht vom Glück verfolgt, allerdings sind wir keine Jammerlappen und sehen das Ganze mit einer gehörigen Portion Ironie. Schließlich ist man für das meiste im Leben selbst verantwortlich.
NecroSlaughter: Die letzten beiden Songs des aktuellen Silberling ("Amok" und "Koma") stammen anscheinend vom 2002er Demo "Amok/Koma". Wie haben sie es auf "Buttfucked by Destiny" geschafft?
Adam: Es sind starke Stücke und sie haben es verdient offiziell veröffentlicht zu werden. Das Gleiche betrifft auch "Empire of the Lie", "Forbidden Happiness" uns "Self-Exorcism" von unserem 2000-er Demo.
NecroSlaughter: Die beiden Worte sind von ihrer Bedeutung her sehr ambivalent und heißen rückwärtsgelesen ja wie das Gegenstück. Was verbirgt sich hinter diesen Songs?
Adam: "Amok", wie der Titel schon vermuten lässt, beschreibt ein Amoklauf aus der Sicht eines Typen der sich für seine Missgeschicke rächt indem er einige Leute erschießt. Uns ist natürlich aufgefallen, dass der Titel rückwärts gelesen "Koma" ergibt uns so ist eine Fortsetzung entstanden. Der Typ war halt so ein Loser, dass er es nicht geschafft hat sich mit seiner letzten Kugel umzubringen, liegt im Koma und betrachtet sein Werk und dessen Folgen aus einer nicht näher definierten Dimension. Wenn man will kann man das kleine Konzept noch durch das Titelstück erweitern, sozusagen als Auslöser für das ganze Blutbad.
NecroSlaughter: Das CD-Cover zeigt einen Suizid. Steht dieser in einem Zusammenhang zum Titel? Ist die Determination des Schicksals so ausweglos?
Adam: Naja, potenzielle Selbstmörder sind wir bestimmt nicht. Wir haben halt nach einer optischen Umsetzung des Titels gesucht und der Bursche auf dem Cover sieht nicht gerade so aus als ob er mit seinem Schicksal zufrieden wäre.
NecroSlaughter: Wie man auf eurer Homepage (http://darth.here.de) lesen kann, sind die Reaktionen auf euer offizielles Erstwerk recht unterschiedlich. Die Einen Loben euch in den höchsten Tönen, den anderen seit ihr zu simpel und monoton. Wie seht ihr die Kritiken und was sagt ihr über sie?
Adam: Die Geschmäcker sind verschieden, manche mögen unsere direkte Art, andere hätten's lieber progressiver. Allen kann man's eh nicht recht machen und unsere Musik muss in erster Linie uns selbst gefallen.
Natürlich freuen wir uns über die positiven Kritiken, einen richtigen Verriss gab's auch noch nicht, also gibt's keinen Grund um sich zu ärgern. Mindestens die Hälfte der möglichen Punkte war überall drin, sogar bei euch, hehe.
NecroSlaughter: Ebenfalls auf eurer Homepage kann man eure Attitüde gegenüber hoch (über) produzierten Logos und Artworks entnehmen.
Sagt doch mal etwas dazu! Wie seid ihr an diese Haltung gekommen? Und was wollt ihr damit sagen? Sollen sich die Bands nicht hinter einer Fassade aus überstilisiertem Logo und protziger Aufmachung verstecken um über ihre Musik hinwegzutäuschen?
Adam: Es soll jeder machen wie er's für richtig hält, ich will mich da gar nicht einmischen. Wenn manche Bands offensichtlich mehr Zeit mit der Gestaltung ihrer Homepage als im Proberaum verbringen, ist es deren Sache. Es ist klar, dass heutzutage Internet für eine Underground-Band ein enorm wichtiges Medium ist, allerdings wird eine Homepage durch Gigabytes von irgendwelchen Grafiken oder Animationen nicht informativer. Dafür langsamer und unübersichtlicher. Das Gleiche gilt für's Logo. Da haben wir wirklich keine Lust Zeit und Energie zu investieren damit es danach keiner entziffern kann.
NecroSlaughter: Wie läuft es eigentlich bei euch mit dem Songwriting? Wer übernimmt welche Rolle?
Schreibt ihr die Lieder eher am Schreibtisch oder beim Jammen im Proberaum?
Adam: Matthias kommt mit den meisten Ideen in den Proberaum wo wir dann die Stücke zusammen ausarbeiten. Wenn die Arrangements halbwegs stehen wird der Text geschrieben, meistens von mir. Dann wird das komplette Stück bis zum Erbrechen geübt.
NecroSlaughter: Kommen wir mal zu eurer Livepräsenz, mit welchen Bands habt ihr euch denn schon mal die Bühne geteilt?
Adam: Die Liste der Bands mit denen wir zusammen gespielt haben wäre mittlerweile endlos lang. Die bekanntesten dürften Vader, Assassin und Night In Gales sein. Aber meistens spielen wir mit befreundeten Bands aus der Umgebung wie z.B. Insignium oder Nordafrost.
NecroSlaughter: Habt ihr irgendwelche gute oder schlechte Erfahrungen Live gemacht?
Adam: Die PA war zugegeben nicht überall im Topzustand, zum Glück konnte Matthias Dank seiner jahrelangen Erfahrung als Tontechniker immer einen vernünftigen Sound daraus zaubern. Es sind auch schon Saiten gerissen oder Sticks gebrochen worden, aber damit muss man leben können. Wichtig ist, dass man nicht in Panik ausbricht, hehe. Auch nicht, wenn's passiert, wenn man vor einem fast leerem Saal spielt. 1996 spielten wir z.B. als einzige harte Band des Tages auf dem Let's Camp Together-Festival in einem Zeltlager für Jugendliche aus den Partnerstädten Hagens. Darunter waren nicht gerade viele Fans härterer Klänge und gleichzeitig gab's noch das EM-Halbfinale zwischen Deutschland und England. Vor der Bühne waren vielleicht 15 Leute, der Rest hat nebenan Fußball geguckt. Wir haben unseren Set in der doppelten Geschwindigkeit gezockt um auch nicht allzu viel von dem Spiel zu verpassen, hehe. Heute wäre das nicht mehr möglich da wir mittlerweile auch live mit dem Klick spielen.
Ein anderes Mal haben unseren Set die wegen dem Lärm gerufenen Bullen unterbrochen. Als sie sich die ganzen Genehmigungen des Klubbesitzers angeschaut haben, durften wir weiterspielen, der Laden ist seitdem allerdings zu.
Meistens haben wir jedoch gute Shows gehabt, wir geben auch immer alles, egal ob vor 15 oder ein paar Hundert Leute vor der Bühne stehen.
NecroSlaughter: Wie waren denn die Reaktionen auf eure Auftritte von den Fans und Medien?
Adam: Bis auf ein paar Beiträge in der lokalen Presse haben wir so gut wie keinen Feedback seitens der Medien bekommen. Hoffentlich ändert sich das in der Zukunft, wozu ihr gerne beisteuern könnt.
Das Publikum hat bis jetzt immer positiv reagiert, man hat geklatscht und uns nach den Shows gratuliert, eine Handvoll Demos konnten wir auch absetzen. Ausgepfiffen oder mit Bierbechern beworfen wurden wir noch nie.
NecroSlaughter: Was sind denn eure weiteren Ziele für die Zukunft?
Adam: Wir wollen auf die Bretter und zwar sooft wie es geht. Am 30.04 spielen wir zusammen mit Infecdead, Assumption Of Might und Elohim in Emmerich, weitere Auftritte werden geplant. Ausserdem schreiben wir fleißig neue Stücke, wann wir uns mit denen ins Studio begeben steht aber noch nicht fest.
Außerdem werden Dirk und Ralle mit ihrer anderen Band Remain ein Demo veröffentlichen und Matthias wird demnächst Depression bei deren Live-Aktivitäten unterstützen.
NecroSlaughter: Dann lasse ich euch noch die abschließenden Worte.....
Adam: Auf unserer Homepage gibt's zwei Stücke zum Downloaden, hört euch die an, schreibt uns eure Meinung. Falls sie euch gefallen- für 8 Euro (incl. P+V) gibt's die komplette Platte. Und kommt zu unseren Konzerten- die Dates kann man ebenfalls unserer Homepage entnehmen. Sollte nichts in eurer Gegend passieren könnt ihr uns gerne einladen, für ein Bisschen Spritgeld und etwas zum Trinken spielen wir überall
NecroSlaughter: Danke für das Interview!
Adam: Bitte schön, ich bedanke mich ebenfalls für's Interesse!
Interview:Christian/NecroSlaughter