Resurrected

Aber so, wie jetzt, habe ich die Frage eigentlich noch nie beantwortet.


Die Brutal Deather von RESURRECTED arbeiten zur Zeit an neuem Material, suchen ein Label, welches dieses dann dem geneigten Fan offeriert und haben vor kurzem eine DVD zum 10-Jährigen Bestehen auf die Menschheit losgelassen. Grund genug, um mit Gitarrist Thomas etwas zu Mailen...


NecroSlaughter: Hallo Thomas! Wie geht's dir und deiner Band?
Thomas: Hi Christian, bei uns ist soweit alles ok. Wir haben gerade gut zu tun mit der Produktion für eine Promo mit unserem neuesten Material, welches an die Labels geht. Sind ja gerade auf der Suche nach einer neuen Company, da kommen neue Stücke immer gut.

NecroSlaughter: Auf eurem letzten Output, der "Stillborn Penetration" DVD, stand, dass ihr erst kürzlich euer 10-jähriges Jubiläum gefeiert habt. Wollt ihr unseren Lesern noch mal erzählen, wie alles eigentlich begann?
Thomas: Begonnen hat eigentlich alles 1992, da habe Carsten, Fischi und ich uns zum erstenmal getroffen, nachdem mich ein Kumpel in deren Proberaum geschliffen hatte; ich sollte dochmal hören, sei eine coole Band. Die beiden spielten damals noch bei einer Band namens Deformity, in der auch Dirk Nickel gespielt hat, der unsere DVD rausgebracht hat. Ich war 17 und ziemlich beeindruckt damals von Carstens Stimme, das weiß ich noch, haha. Ich selbst hatte gerade glaube ich drei Monate erst Gitarre gespielt. Ein paar Wochen später waren Deformity Geschichte und ich hatte einen kostenlosen Proberaum in einer Schule an der Hand. Wir trafen uns zufällig in unserer Metal-Stammkneipe "Paddy's Pub" in Duisburg-Meiderich, wo wir ins Gespräch kamen. Tja, und Tags darauf probten wir dann gemeinsam, ohne Bassist und nur mit einer Gitarre. Aus dem Raum sind wir rausgeflogen, weil wir da ganz schön viel gesoffen hatten und dort eigentlich im Raum Alkverbot herrschte. Wir hatten noch ne andere Band im Raum, die haben uns dann beim Hausi verpetzt, hähä. Anschließend probten wir in ner anderen Schule, da flogen wir dann raus wegen zu laut. Nächster Proberaum, 6. OG, 4x12" Gitarrenbox alleine schleppen, die Frisur hält... Das war 1993, wir hatten immer noch keinen Basser und keinen zweiten Gitarristen. Da haben wir allerdings begonnen, ernsthaft Songs zu schreiben und nicht nur zu covern. Anfang 1994 legten wir ne kleine Pause ein, weswegen weiß ich noch nicht mal mehr. Im Mai stieß ex-Deformity Klampfer Dirk dazu und wir starteten im neuen Raum als RESURRECTED durch. Wir sind jetzt immer noch im alten Proberaum, sieht nur jetzt etwas anders aus als früher, so mit eingebautem Studio und so weiter...

NecroSlaughter: Bekommt ihr diese Frage eigentlich immer noch gestellt? Interessieren sich die Leute noch für die Anfangstage von Bands? Oder ist diese Frage mittlerweile schon so was von standardisiert?
Thomas: Klar bekommen wir die Frage immer noch gestellt, kommt immer auf das Mag an. Bei Magazinen, mit denen wir schon länger zusammen arbeiten, bekommen wir diese Frage natürlich nicht mehr gestellt. Aber so, wie jetzt, habe ich die Frage eigentlich noch nie beantwortet.
Ob sich die Leute immer noch dafür interessieren, kann ich Dir nur dahingehend beantworten, dass ich mir die Entstehungsgeschichten nur dann durchlese, wenn's auch amüsant ist. Viele Bands beschränken sich auf das anfängliche Besetzungskarussell und die tausend Demos und Promos, das ist mir dann zu nüchtern.

NecroSlaughter: Innerhalb dieser 10 Jahre ist doch sicherlich so einiges passiert. Willst du ein paar Anekdoten erzählen? Gibt es da Highlights in der Bandgeschichte? Oder vielleicht sogar Sachen, wo ihr wünscht, es wäre nie passiert?
Thomas: Passiert ist da in der Tat so einigesund Anekdoten gibt's da so einige. Ich beschränk' mich also mal auf eine. 1997 haben wir in Torgau irgendwann im Dezember ein Festival gespielt. Wir hatten eine ziemlich lange Aftershow-Party und hatten im Club zum Glück ein Zimmer mit zwei Doppelbetten zum pennen. Fischi hatte sich aus dem Publikum eine Perle klargemacht und spielte zungenseitig auf der Bühne kräftig an deren Gaumensegel. Der Pächterin des Clubs passte das offenbar nicht so ganz und kippte den beiden spontan einen kalten Eimer Wasser drüber, so dass beide beschlossen, mit Zungencatchen draußen weiter zu machen. Irgendwann mußte das Mädel ja dann aber nach Hause. Fischis Pech war, dass der Club mittlerweile verriegelt und verrammelt war. Und er stand draußen in der nassen, kurzen Buxe bei minus zwei Grad. Nachdem er sich eine Stunde mit lautem Klopfen und Schreien versuchte bemerkbar zu machen, ist er irgendwie über den Zaun geklettert und über ein Fenster in den Laden eingestiegen. Wir horchten ja schon am Doppelbett, plötzlich geht das Licht an und Fischi steht in der Tür. Carsten schreit: "Licht aus, Du Arschloch, bisse total bekloppt ?" Fischi sacht mit erhobenem Zeigefinger in Oberlehrermanier: "Nix mach ich ! Ihr hört mir jetzt zu !!! Ich steh' seit einer Stunde draußen in der scheiß Kälte und frier mir die Eier ab..." Das ist heute noch der Brüller bei uns. Davon gibt's einige Schoten, dürfte aber hier den Rahmen sprengen.

Sachen, die besser nicht passiert wären ? Auf dem Milwaukee Metal Fest 2000 habe ich mich gegenüber Carsten benommen wie ein Arschloch, das tut mir heute noch leid, er konnte krankheitsbedingt nicht viel singen und ich wollte, dass er noch für eine zweite Show am selben Abend auf die Bühne geht, da der Veranstalter uns hatte viel zu früh spielen lassen. Hätte beinahe zu unserem Split geführt.

NecroSlaughter: Kommen wir mal wieder zum Ausgangspunkt, der DVD. Was könnt ihr den Fans darüber erzählen um den Silberling etwas schmackhafter zu machen?
Thomas: Es ist eine DVD von Death Metal Fans für Death Metal Fans. Zwei Konzerte, eins im Club (NRW Deathfest Wermelskirchen 2003) und eins Open-Air (Party-San Open Air 2003). Wir wollten die verschiedenen Stimmungen beider Locations rüberbringen, hat denke ich mal recht gut geklappt. Die DVD ist keine hochpolierte High-Tech Produktion, sie soll uns schon als das repräsentieren, was wir sind - eine Undergroundband. Trotzdem gibt's natürlich Dolby-Digital 2.1 und gute Bildqualität, alles zum sehr fairen Preis von 10 €. Dazu gibt's noch eine umfangreiche Bildergallerie aus unseren gesamten Schaffensphase, auch unveröffentlichte. Sind schon paar lustige, alte Schätzken dabei. (Wer will, kann das Review dazu bei uns nachlesen - Anm. d. Verf.)

NecroSlaughter: Aus euren letzten News ging ja hervor, dass ihr momentan fleißig an neuen Liedern für ein neues Album arbeitet. Erzähl mal was dazu!
Thomas: Wir haben uns jetzt erst mal etwas aus dem Livesektor zurückgezogen, um ungestört an neuen Songs arbeiten zu können. Wie gesagt, wir bereiten eine Promo-CD mit drei neuen Songs vor, die exklusiv nur an die Labels gehen soll. Ein paar Mags werden die Promo wohl aber auch bekommen. Wir denken, dass wir uns mit der Promo bei den Labels besser verkaufen können; wir haben zwar schon das ein oder andere Angebot, glauben aber, dass wir noch bessere Konditionen aushandeln können.

NecroSlaughter: Was erwartet denn den geneigten Metalhead?
Thomas: Was soll ich Dir sagen, weißte doch schon. Das neue Material von uns ist das beste, brutalste, schnellste, evilste, technischte.... hmm, aber stimmt ja eigentlich. Ich denke mal, wir zeigen uns von unserer besten Death-Metal Seite, unsere Fans werden absolut zufrieden sein, wir machen wie immer keine Kompromisse sondern feilen fleißig weiter an der Qualität unseres brutalo-Death-Metals.

Erscheinen soll das komplette Album irgendwann Anfang nächsten Jahres, das müßten wir aber dann mit dem potentiellen Label erst mal genau abstecken. Einen Titel haben wir übrigens auch noch nicht.

NecroSlaughter: Wie seht ihr die Metal-Szene hier in NRW im Vergleich zur restlichen Szene in der BRD? Gibt's da unterschiede? Was haltet ihr von dem Banner "NRW-DM"?
Thomas: Die Szenen sind intern eigentlich alle ziemlich gleich. Berlin hat seine eigene, Niederbayern auch usw. Die Größe ist natürlich unterschiedlich, den genauen Überblick habe ich bundesweit natürlich auch nicht, das Ganze unterliegt ja auch einer ständigen Fluktuation, ich kann daher nur von NRW sprechen. Das Banner NRWDM steht für die Death-Metal Szene in NRW, wir unterstützen das Banner voll und ganz, auch wenn es keine straffe oder gar feste Organisation gibt. Headquarter von NRWDM ist das AZ Bahndamm in Wermelskirchen, in dem einmal im Monat Knüppeldisco läuft und auch ansonsten so ziemlich alle Underground-Deathmetal-Touren halt machen. Dort treffen sich alle Szeneköppe aus Bands, Zines und Merchern; man tauscht sich aus, macht Konzerte klar, spricht Kooperationen ab und säuft und säuft und säuft...

NecroSlaughter: Was kommt in Zukunft von RESURRECTED? Gibt es da schon pläne für die Zeit nach der neuen Scheibe?
Thomas: Ich stelle gerade eine kleine Tour im Frühjahr 2005 zusammen, die soll durch Deutschland, Holland, Österreich und die Schweiz laufen. Hätte aber auch gerne mal wieder ne richtig lange Tour, vielleicht findet sich da mal wieder was. Weiteres ist nicht geplant, die meisten Sachen gehen wir sowieso höchstens mittelfristig an.

NecroSlaughter: Und nun kommen wir wieder mal zu einem Standart eines Interviews: Deine Letzten Worte an uns und unsere Leser:
Thomas: Natürlich erst mal danke für das Interview zwischen der Reihe, ist gut auch zu Wort zu kommen, wenn man nicht gerade ne neue Scheibe rausgebracht hat. Ach ja, wir haben jetzt ein Forum auf www.smnnews.com; neben uns sind dort die Foren von Bands wie z.B. Suffocation und vielen anderen bekannteren Bands. Also, surft mal rein. Den direkten Link zum Forum findet Ihr übrigens auch auf der Startseite unseres Internetauftritts www.resurrected.net Also, haut mal rein...

NecroSlaughter: Dann danken wir hier vielmals für das Interview und wünschen alles Beste für die Zukunft und mit dem neuen Album!

Interview:Christian/NecroSlaughter 15.09.2004

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