|
|

Bukarest
|
|
Nicht nur, aber auch in Bukarest habe ich mich verliebt. Was für eine Stadt! Es ist nicht einfach, ihr etwas abzugewinnen. Auch ich musste mich am Anfang sehr darum bemühen. Aber wenn man im wahrsten Sinne des Wortes hinter die Fassaden schaut, überfällt es dich. Bukarest ist kalt, laut, schmutzig, hässlich, grau, und staubig – wie ein Mensch, der vom Leben gezeichnet ist. Man spürt diese Stadt, man hört förmlich ihren Schmerzensschrei, ihren verletzten Stolz, ihre Scham und ihre Traurigkeit. Keine andere Stadt hat mir so breitwillig und offen von sich erzählt und blieb gleichzeitig so geheimnisvoll. Wenn ich an Bukarest denke, dann erinnere ich mich an den Mann, der uns mit Tränen in den Augen davon abbringen wollte, den Palast des Volkes zu fotografieren, diesen Schandfleck, unter dem wohl sein Bukarest mit seinen alten Kirchen und Straßenzügen verscharrt wurde. Ich denke an himmelblaue Blechpapierkörbe, an Alleebäume genagelt, auf denen die aufgesprühte Siluette einer schlanken Dame anmutig ein bis drei Papierschnipsel in einen Eimer wirft. Ich denke an endlose Plattenbauviertel, in denen sich die Blocks zwar ähneln, aber nicht gleichen. Ich denke an Straßenhunde, volle Straßenbahnen, zu geparkte Gehwege, nicht funktionierende Rolltreppen, Straßenverkäufer und diese Stadt bewegt mich immer noch. |
|
|---|---|---|
|
|
||
|
|
||
|
|