OP - Tagebuch Seite
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Nun
da ich aufstehen darf fühle ich mich wohler. Auch
die Langeweile wird größer. Wenigstens
einer der mich besucht ! Wir haben eine schöne Zeit ! Ich
bin enttäuscht. Steffen
ist morgens da. Er ist über Nacht gefahren. Zuvor
werde ich von Schwester Carmen noch mit vielen nützlichen Dingen eingedeckt.
Installagel, Sitzbadewanne, Sterillium und Kompressen. Die Reisetasche ist übervoll.
Steffen trägt sie. Wir fahren mit dem Aufzug nach unten. Schönstes
Sommerwetter. Ein
herrliches Gefühl. So hatte ich es mir beim ersten Betreten vorgestellt als Frau
es wieder zu verlassen. Geschafft! Jubel. Ich kann die Gedanken gar
nicht Anhang: Nun
ist mehr als ein Jahr seit der OP vergangen. Alles ist tadellos verheilt. Die OP
war ein voller Erfolg, optisch sowie auch funktional.
Und - ich nehme 2 Kilo ab. Prima! Toll !!! :-)))
Der nächste Höhepunkt ist die Abnahme des Urin
Beutels und die Öffnung des Harnleiters. Was habe ich nicht für Horrorstorys
über das erste Mal
urinieren gehört. "Der
Strahl geht überall hin, läßt sich nicht
kontrollieren." Nichts
davon trifft bei mir zu.
Alles bestens. Es klappt und Rest Urin im Schlauch habe ich auch keinen.
Die Ärzte sind hochzufrieden. Der Schlauch kommt ab. Endlich! Ein
weiteres Stück Bewegungsfreiheit.
Die Tage vergehen, mir geht es täglich besser.
Am Mittwoch kommt Steffen zu Besuch. Ich freue
mich sehr. Er bringt
Sachen mit die ich brauche. Der Tag ist sehr schön. Steffen bleibt
bis Donnerstag. Er schläft im Auto. Armer Kerl.
Wieder Wochenende (!). Ich warte auf Besuch. Zwei meiner Bekannten
haben sich vor meinen Gang ins Krankenhaus angekündigt. Sie würden
unbedingt kommen. Samstag kommt keiner - :-((
Sonntag auch nicht. Ich heule ! Fühle mich verlassen. Alle bekommen
Besuch. Ich nicht. Ich bin verlassen. Im Stich gelassen.
So einsam - allein!
Nur langsam kann meine Mitpatientin Eileen mich trösten.
Am Montag wird der Faden vom "W" gezogen.
Am Abend bestellen Eileen und ich Pizza. Wir essen mit Genuß.
Die Krankenhauskost ist nicht schlecht, aber eine frische
Pizza ist doch etwas ganz anderes !
Den Rest geben wir der Nachtschwester. Sie freut sich riesig.
Dienstag, Reisetag !
Heute werde ich nach der Visite entlassen. Endlich nach Hause.
Endlich raus aus dem Krankenhaus. Ich verlasse das Gebäude, meine Geburtsstätte.
beschreiben. - Unbeschreiblich -
Ich
gehe wie auf Wolken. Ich schwebe !
Die Fahrt ist die Hölle. Ich kann nicht sitzen,
es schmerzt.
Ich bin unheimlich froh das Steffen mich abholt, selber könnte
ich nicht fahren.
Nun habe
ich ein neues Geburtsdatum.
20.07.2000
Positiver Rückblick:
Alles ist glatt verlaufen!
Die OP wurde hervorragend
ausgeführt.
Das Ambiente im St.Markus war toll.
Dank an die Ärzte,
Schwestern und Pfleger !
Ich habe mich dort wohl gefühlt.
Danke Herr
Prof. Dr. Sohn(!)
Ende des
OP-Tagebuchs