...Einführung
Was ist denn nun diese Hexerei? Sind wir Zaunreiterinnen? Baba Jagas? Frösche? Oder besenreitende Dämonen? Der Verlauf der "Mode" hat dazu geführt, dass sich viele Menschen als Hexen bezeichneten, obwohl sie keine waren. Heute distanziert man sich eher von dem Begriff Hexe. Auch ich. Letztendlich gibt es keine feste Definition was eine Hexe ist. Man kennt den Begriff "Zaunreiterin", die zwischen zwei Welten hin- und herreist, aber nicht alle Weltenwanderer würden sich als Hexe bezeichnen. Es gibt so viele Strömungen, Interessen, Schwerpunkte, die man einfach nicht unter einen Begriff Hexe zusammenfassen kann (und darf).
Was also tun, wenn dir jemand offenbart, dass er eine Hexe ist? Hexen arbeiten mit Energien (Magie, Kräfte, Elemente oder Engel etc.), die unsichtbar sind. Hexen sind von daher nicht verrückt und sie leben auch nicht in einer anderen Welt. Sie leben und praktizieren ihren Glauben. Was tun Hexen? Gute Frage. Würde ich anfangen alles aufzuzählen was Hexen tun, würde der Artikel wohl nicht fertig werden. Manche Hexen legen Tarotkarten, manche arbeiten mit Ritualen, manche interessieren sich nur für die Kräfte unserer Natur, manche Pendeln, manche orakeln und manche haben Kontakt zu Verstorbenen. Aber nicht alle die orakeln oder Rituale durchführen würden sich als Hexe bezeichnen. Sehr kompliziert... Ich möchte nur sagen, dass Hexen ganz normale Menschen sind. Auch sie haben ihre schlechte Laune und sind auch mal stinkesauer, von daher passt es einfach nicht pauschal zu sagen, dass Hexen hilfsbereite, offene, freundliche Menschen sind. Eine Hexe ist genau so ein Mensch wie Du, mit allen positiven und negativen Eigenschaften; nur eine Hexe eben.
...Junghexen
Junghexen, also Hexen, die mit ihrer Zauberei gerade beginnen, stehen vor dem Problem oft falsche Ratschläge zu bekommen. Es gibt zu Hauff diese Kommerzhexen, die wild fuchtelnd mit ihren Zauberstab durch die Gegend rennen, an jeder Ecke etwas Böses sehen und teilweise so stark geschminkt sind, dass man Ihnen nachts (haha) lieber nicht begegnen möchte. Diese Hexen mögen auch etwas Gutes wollen, meist betrifft es jedoch ihre Geldbörse. Oft bieten diese "Hexen" Ritualbeschreibungen an, die ich persönlich viel zu kompliziert finde. Zudem benötigen solch Ritualbeschreibungen teure Öle bzw. Materialien, die sich eine Junghexe nie und nimmer leisten kann. Das kann manchmal sehr frustrierend sein. Du brauchst am Anfang keine Ritualgegenstände, Verse oder anderen Schnickschnack sondern einfach nur Dich! Horch in dich hinein. Was ist eine Hexe? Was macht eine Hexe? Warum denkst du, dass du eine bist? Fühlt es sich gut an? Möchte ich das wirklich?
Bei allem, was man beginnt ist es wichtig sich ein solides Grundwissen anzueignen. Dadurch werden Fehler verhindert, die einem selbst und anderen Schaden zufügen könnten. Vergiss nie: Magie wirkt! Die Energien die dabei im Spiel sind, sind viel zu mächtig, als sie beim ersten Mal richtig zu erfassen und zu verstehen. Lass dir also ruhig Zeit, bevor du loslegst. Mache dir Gedanken: Was willst du als Hexe tun? Und was nicht? Schadest du jemanden mit deinem Zauber? Manipulierst du damit jemanden? Dann lass die Finger davon. Deine Gedanken schaffen Wirklichkeit; denke nach, ob du das Ritual oder jenen Wunsch so haben möchtest.
...Gefahren
Wie bereits schon gesagt: MAGIE WIRKT! Betreib Magie von daher nur, wenn du gefestigt und geerdet bist. Vergiss nicht: Menschen sind nicht allmächtig und Hexen sind Menschen. Wir können auch nicht jedem helfen. Magie sollte nicht benutzt werden, um sein Helfersyndrom auszuleben. Wenn du dich mit Magie beschäftigst wirst du auf vieles stoßen, was du noch nicht kennst. Was wir nicht kennen macht uns Angst. Angst hilft uns richtig zu handeln, jeder soll sie haben; das kann jedoch gefährlich werden, wenn deine Angst sich in eine Paranoia steigert und du überall Böses siehst. Beachte auf der anderen Seite jedoch, dass wir weder heilig, hell erleuchtet, noch allwissend sind. Jeder hat seinen eignen Weg zu gehen.
...für Eltern
Ich möchte auch etwas für unsere Eltern mitgeben, die sicherlich besorgt um ihre Tochter oder ihren Sohn sind, da sie vielleicht verschiedene Utensilien gefunden haben oder auch vielleicht den Verdacht haben, dass sich ihre Kinder mit dem Übernatürlichen beschäftigen. Für jeden Menschen ist der erste Kontakt mit dem Übersinnlichen sehr wichtig. Das geschieht meist in einem Alter von 11-12 Jahren. Vielleicht wird auch Religion allgemein zum Thema ihres Kindes. Reagieren Sie bitte nicht zu rasch, es ist nur natürlich, dass Kindern oder Jugendliche die Welt entdecken möchten und dazu gehört die spirituelle Welt nun mal dazu. Machen Sie ihrem Kind keine Angst, stützen Sie es mit. Seien sie offen für die transzendente Welt und stehen sie Ihrem Kind mit offenen Antworten bei. Vielleicht sind die ersten Praktiken die Ihr Kind durchführen möchte Gläserrücken oder ähnliches, erklären Sie ihrem Kind, dass die Welt des Übersinnlichen viel zu groß ist um sie mit Gläserrücken zu erfassen. Sie werden es aber auch vielleicht gar nicht verhindern können, was ihr Sprössling so alles heimlich macht. Von daher versuchen Sie bei Interesse, doch vieles gemeinsam zu tun. Nach einiger Zeit hat das Kind vielleicht genug entdeckt oder das Interesse bleibt bestehen. Glückwunsch Sie haben vielleicht eine kleine Hexe im Haus =) Brechen Sie bitte nicht in Panik aus, falls ihre 15jährige Tochter mit dem Geständnis ins Haus fällt. Glauben Sie mir ich habe schon mit paar jungen Hexen gesprochen, die wirklich einfach nur Angst haben überhaupt ihren Eltern etwas zu sagen. Freuen Sie sich, dass ihr Kind Sie teilhaben lassen möchte in seiner Welt.
...Basis
Es gibt 5 Dinge, die sich jede Hexen aneignen sollte. Das ist das Visualisieren, das Erden, die Reinigung, Schutzkreis ziehen und sich einen Namen aussuchen.
Visualisieren
Visualisieren ist die Fähigkeit sich Dinge vor dem inneren Auge vorzustellen bzw. Dinge zu sehen, obwohl deine Augen geschlossen sind. Du siehst Bilder in deinem Kopf aufsteigen, wobei später auch Geräusche und Düfte wahrgenommen werden können. Fange am besten ganz klein an. Zur Vorstellung reichen am Anfang ganz banale Sachen wie etwa einen Kreis. Keine Angst, wenn dir das furchtbar schwer fällt, das ist ganz normal. Ich habe tagelang üben müssen um einen Kreis zu sehen =) Danach kannst du dir ganz alltägliche Sachen vorstellen, wie etwa eine Badewanne, Brot oder eine Gabel. Studiere die Sachen vorher, wenn es dir schwer fällt sie zu visualisieren. Durch das Visualisieren kannst du ganz leicht ein Ritual im Geiste durchführen; und das ohne viel SchnickSchnack.
Erden
Das Erden ist hilfreich um überschüssige Energie loszuwerden, aber auch um Energien aufzunehmen, wenn du sie brauchst. Vor und nach einem Ritual ist es Erden sehr sinnvoll. Nach einem Ritual ist man oft noch aufgepuscht und voller Tatendrang. Das klingt ja erstmal positiv, aber ein Zappelphilipp zu sein und die ganze Zeit unter Strom zu stehen, ist weder für dich noch für deine Umgebung angenehm. Setze dich oder lege dich auf den Boden. Lege dabei die Handflächen auf den Boden. Nun visualisiere wie die Überschüssige Energie durch deine Hände in den Boden gleitet. Auch eine beliebte Methode ist es, sich seine Beine als Wurzeln vorzustellen. Stell dir vor, wie aus deinen Füßen Wurzeln wachsen und sich mit dem Inneren der Erde verbindet. Nichts kann dich fort tragen. Stell dir auch hier vor, wie du Energien aufnimmst oder abgibst.
Namensfindung
Es gibt viele verschiedene Gründe, warum man sich einen Hexennamen zulegt. Der wohl interessanteste ist, dass man geschützt ist. Keiner weiß, wer sich wirklich hinter dem Namen verbirgt. Einerseits ist es mit Namen schwerer das Ziel eines Zaubers zu werden. Das passiert sehr selten, jedoch steht der Hexenname auch für eine Art "Neugeburt" bzw. für einen neuen wichtigen Abschnitt im Leben. Wie der Name nun lauten soll, kann ich dir nicht sagen, aber es gibt so viele Namen auf der Welt. Es gibt Blumen, Bäume, Steine und Pflanzen. Du hast Ahnen, es gibt Planeten und Elemente, Götter... Die Welt ist reich an Namen. Natürlich kannst du auch einfach deinen Geburtsnamen nehmen. In unserem Namen steckt oft unsere Lebensaufgabe.
Schutzkreis
Kein Ritual ohne Schutz! Ein Schutzkreis eignet sich dafür sehr gut. Eine erfahrene Hexe kann den Schutzkreis weglassen, denn ein Schutzkreis ist immer um uns, nur wir vergegenwärtigen uns das nicht. In einem Schutzkreis bleibt die angesammelte Energie im Kreis selbst und "verpufft" nicht einfach im Raum; er hilft uns also unsere Energien zu sammeln und zu bündeln. Außerdem hält der Schutzkreis negative Einflüsse fern bzw. alles, was nicht im Schutzkreis willkommen ist. Nebenbei gilt der magische Kreis als ein heiliger Raum, in der man sich geborgen und sicher fühlt. Der Kreis kann auf verschiedene Möglichkeiten gezogen werden. Manche benutzen dabei die Elemente Feuer, Luft, Erde und Wasser. Sie gehen im Uhrzeigersinn einen Kreis ab in dem sie eine Kerze halten, dann einen Räucherkegel nehmen, Erde und Wasser auf die Erde verschütten. Du kannst dir aber auch stattdessen vorstellen, wie aus deinem Zeigefinger weißes Licht strömt und damit deinen Kreis ziehst. Am Anfang, wenn du das Visualisieren noch nicht beherrschst, kannst du dir auch gerne ein Wollfaden als Kreis nehmen. Beim Abgehen des Kreises (im Uhrzeigersinn) sprichst du noch ähnliche Worte: Der Kreis ist geschlossen. Wenn du den Schutzkreis verlassen musst, dann kannst du ihn wieder öffnen, das passiert auf genau die umgekehrte Weise.
Reinigung
Ich glaube es wird von vielen Hexen unterschätzt, aber ich muss immer wieder feststellen, dass es nichts schöneres gibt als eine rituelle Reinigung. Es ist wie ein körperlicher Frühjahrsputz, man fühlt sich herrlich frisch und leicht. Es erleichtert dir die Arbeit mit anderen Wesen und macht dich empfänglicher für das Positive.
Wie bei der Hausreinigung (die übrigens auch Wunder bewirkt), ist es wichtig erstmal alten Schrott und Ballast abzuladen. In der Wohnung wird entrümpelt, wie ebenfalls in deiner Seele und deinem Inneren. Entsorge (oder verschenke) alle Sachen die du seit mind. 2 Jahren nicht mehr gebraucht hast, sei es noch so schmerzhaft. In unserer Welt ist einfach das "bewusst werden" nicht mehr vorhanden. Wir schließen mit nichts ab und tragen ewig alles mit uns rum, obwohl wir es nicht mehr brauchen oder benutzen. Und frage dich bei kommenden Einkäufe für die Zukunft: Brauche ich das wirklich?
Schnapp dir ein Zettel und einen Stift und schreib alles auf, was in deinem Leben eigentlich schon zu Ende ist, nur mit dem du nicht abschließen kannst. Den Zettel faltest du zusammen und bindest ihn mit einer Schnur um. Verbrenne ihn anschließend (entweder draußen oder im Kessel) und überlass der Luft bzw. dem Wind die Asche.
Danach kannst du dich magisch reinigen. Räucherwerk wie etwa Weihrauch, Salbei, Myrrhe oder Sandelholz eigenen sich hervorragend. Damit kannst du die ganze Wohnung und dich selbst beräuchern. Entzünde das Räucherwerk und schreite gegen den Uhrzeigersinn durch dein Zimmer oder Wohnung. Räuchere besonders die Ecken und kleine "Verstecke" aus. Natürlich kannst du dazu auch einige Wörter sprechen, wie beispielsweise: Alles Negative soll gehen!
Es gibt auch die Möglichkeit mit Salz zu reinigen. Streue einfach Salz auf den Boden und in alle Ecken oder du löst Salz im Wasser auf und gibst es in einen Sprüher Du kannst auch ganz wenig Salz ins Wasser geben und dich darin baden. Für den Hausputz eignet sich wunderbar Basilikum, welches du für paar Minuten in kochendem Wasser legst. Mit dem Wasser kannst du wunderbar und ohne viel Aufwand deine Wohnung bzw. Boden reinigen.
...Rituale allgemein
Es gibt ganz viele Arten von Ritualen, wie zum Beispiel Liebes-, Heilungs-, Schutz-, Abwehr-, Fruchtbarkeits-, Erfolgs- und Geldzauber. Bitte führe kein Ritual für eine andere Person aus, ohne deren Einverständnis zu haben. Sei es noch so wichtig oder lebensrettend. Du willst sicherlich auch nicht, dass irgendjemand ein Ritual für dich durchführt ohne dein Einverständnis und dieses womöglich noch total in die Hose geht und du das selbst ausbaden musst. Wenn du denkst, dass eine Person wirklich deine Hilfe braucht, dann gestehe ihr was du vorhast und kläre denjenigen auf und lass ihn frei entscheiden. Ein Ritual braucht keine feste Form! In vielen Hexenbücher wird erklärt, dass man wie beim Aufsatz eine Art Einleitung, Höhepunkt und Schluss braucht, dem ist aber nicht so. Vergiss dein Schutzkreis nicht und wie dein Ritual aussieht ist deine Sache. Du solltest nur wissen, was du da überhaupt tust und warum. Der eigentliche Zauber ("Zauber weben") kannst du selbst koordinieren und ausschmücken.
Die geübte Hexe (die das Visualisieren , Erden, Reinigen beherrscht und einen Schutzkreis ziehen kann) kann nun richtig loslegen. Zauberstab her, Kessel her, wild umherräuchern dann wird mein Zauber schon passen. Leider ist dem nicht so. Es ist immer einfach eine Unmenge von Geld auszugeben um irgendwelche "heiligen" Gegenstände zu erhalten. Diese sind wertlos. Ein alter Joghurtbecher kann genauso als Kessel dienen, wichtig ist was du den Gegenständen für eine Macht gibst. Dadurch sind sie auch nicht wertlos, sondern mit Respekt zu behandeln. Das heißt: nicht in andere Hände wandern lassen, sie reinigen und auch nur für magische Zwecke benutzen. Die Gegenstände wissen nicht, wozu sie dienen sollen. Wir geben den Gegenständen eine Bedeutung, somit solltest du deine Arbeitsutensilien auch prägen (durch Visualisation erteilst du ihnen ihre Aufgabe). Ich könnte jetzt hier aufzählen, welche Gegenstände Hexen "unbedingt" haben muss. Ich unterlasse das hier aber ganz bewusst. Die Gegenstände haben die Bedeutung, die du ihnen gibst. Glaube mir, dass du ein Ritual ebenso nur in Gedanken durchführen kannst und es genauso erfolgreich sein kann; der Glaube zählt.
Ebenso gibt es auch verschiedene Tage und auch Farben, die ihre spezielle Bedeutung haben. So heißt es zum Beispiel, dass Liebeszauber an Freitagen besondern wirkungsvoll sind. Glaube mir, wenn du nach Hause kommst und dein Tag war mies, dann wird kein Zauber dir an diesem Tag gelingen. Ich glaube wir als Hexen versuchen uns da ein Wissen zusammen zu suchen, um uns dadurch zu legitimieren. Vielleicht kann man dadurch ein Ritual teurer verkaufen. Das wichtigste ist dein Gefühl! Was sagt dir dein Bauch? Das ist richtig, man kann nichts falsch machen.
Ich bin ein großer Fan des Räucherns. Es ist toll etwas intensiv zu riechen. Wann benutzen wir denn sonst unsere Nase? Das Räuchern, bzw. das Einatmen von Duftstoffen haben nicht nur eine Heilwirkung für unseren Körper, sondern auch eine magische Wirkung. So sollen manche Duftstoffe böse Geister bzw. negative Energie vertreiben oder gute Geister einladen. Sie schaffen uns also auch einen rituellen und heiligen Raum. Durch bestimmte Räucherstoffe wird im Unterbewusstsein eine Assoziation wachgerufen, die uns hilft unsere Kräfte zu aktivieren. Du musst jedoch selbst dein Kraut für ein Ritual finden. Natürlich steht Weihrauch für Schutz, wenn du den Duft absolut nicht magst, dann wird er dir auch nicht beim Schutz helfen. Folge deiner Nase!