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Eine Gemeinschaftsaktion
der Städte und Gemeinden:
Vorwort Rad- und Wanderweg Kerkerbachtal Während noch vor wenigen Jahrzehnten
Dampflokomotiven mit schwer beladenen Waggons durch das Kerkerbachtal schnauften,
findet der heutige Rad-Wanderer ein idyllisch waldumrauschtes Seitental der Lahn,
das die Taunus und Westerwald trennende Lahn mit dem hohen Westerwald verbindet.
Zur Geschichte der Kerkerbachbahn Der Bau der Kerkerbachbahn geht auf Bestrebungen von Bergwerks- und Hüttenbesitzern zurück, das Kerkerbachtal zum Transport der in dieser Region gewonnenen Bodenschätze zu erschließen. Im Mai 1884 wurde die Kerkerbachbahn AG mit Sitz in Limburg gegründet. Im gleichen Jahr begann der Bau dieser Schmalspurbahn. Zwei Jahre später, 1886, wurde der erste Abschnitt von Dehrn nach Kerkerbach für den Güterverkehr eröffnet. Bis 1888 war die ursprünglich geplante Strecke bis Heckholzhausen mit einer Länge von 15,9 km fertig gestellt, sie wurde nun auch für den Personenverkehr zugelassen. Der Sitz der Kerkerbachbahn AG war zwischenzeitlich mit Verwaltung und Werkstätten nach Christianshütte verlegt worden, die für einige Jahre eine Blütezeit erlebte. Mit der Bahn wurde der Transport von Erz aus den Gruben bei Eschenau, Christianshütte und Heckholzhausen, ferner von Marmor und Kalk aus den Brüchen bei Schupbach und Steeden sowie von Phosphorit möglich. Doch das Verkehrsaufkommen entsprach nicht den Erwartungen der Bahnverwaltung, was vor allem an den zu hohen Frachttarifen lag. Um die wirtschaftliche Situation zu verbessern, beschloss man eine Verlängerung der Bahnstrecke bis Mengerskirchen. Der Abschnitt von Heckholzhausen nach Hintermeilingen ging 1905 in Betrieb, bis 1908 wurde die letzte Teilstrecke bis Mengerskirchen eröffnet, womit sich die Länge der Kerkerbachbahn auf 35,1 km erhöhte. Nun konnte zusätzlich Ton aus den Gruben von Hintermeilingen und Braunkohle von Lahr transportiert werden. Außerdem wurden die Säulenbasaltbrüche Füllburg, Rübel und Seeheide an den Bahnbetrieb angeschlossen. Die Erwartungen der Betreiber erfüllten sich leider nicht, das Verkehrsaufkommen belebte sich nicht nachhaltig, lediglich kurze Erfolge stellten sich ein. Etliche Gruben und Steinbrüche lagen so weit weg von den Verladestationen, dass zusätzliche Bahnanschlüsse sowie Feld- und Seilbahnen notwendig waren. Das erschwerte den Gütertransport. Aber auch der Personenverkehr blieb gering. Das lässt sich zum einen auf die dünne Besiedlung dieser Region zurückführen, aber vor allem auch auf die schlechte Erreichbarkeit der Bahnhöfe, die meist außerhalb der Orte lagen. Nach dem 1. Weltkrieg wurden einige Anschlüsse zu Gruben und Steinbrüchen und 1920 schließlich der Abschnitt Hintermeilingen-Mengerskirchen aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt. Im Zuge des Ausbaus des Dehrner Lahnhafens in den 30iger Jahren verlagerte sich der Güterverkehr der Kerkerbachbahn auf den Transport von Ton und Basalt aus Hintermeilingen nach Kerkerbach. Eine kurze Blütezeit erlebte die Bahn in den Jahren 1937-39 während des Baus der Autobahnbrücke bei Limburg, für den von Dehrn nach Dietkirchen ein Gleis zum Transport von Baumaterialien verlegt wurde. Doch während und nach dem 2.Weltkrieg verschlechterte sich die Situation der Kerkerbachbahn wieder. Lediglich der Personenverkehr erreichte durch die Hamsterfahrten nach Ende des Krieges kurzfristig einen bis dahin nicht gekannten Höhepunkt. Insgesamt verlagerte sich jedoch sowohl der Personen- als auch der Güterverkehr zunehmend auf die Straße, so dass der gesamte Verkehr auf der Strecke Hintermeilingen - Kerkerbach bis 1960 vollständig eingestellt wurde. Auf dem letzten Abschnitt Kerkerbach-Dehrn (3,7 km) transportierte die Kerkerbachbahn bis zu ihrer Übernahme durch die DB 1975 noch beachtliche Gütermengen. Auch heute noch können Aktien der Kerkerbachbahn AG käuflich erworben werden. Allerdings nur als Sammlerstücke ...
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Rad und Wanderweg Kerkerbachtal Der Rad- und Wanderweg Kerkerbachtal von Mengerskirchen nach Runkel-Kerkerbach folgt weitgehend der Trasse der ehemaligen Kerkerbachbahn. Bis auf wenige Abschnitte verläuft die Route auf oder parallel der stillgelegten Bahntrasse. Da diese Wege nicht alle asphaltiert sind, werden sie je nach Jahreszeit und Witterung nicht immer in gleichbleibend gutem Zustand sein. Obwohl die Kerkerbachbahn ursprünglich
vom Lahntal aus in den Westerwald führte, erfolgt die Streckenbeschreibung
des Wanderweges aufgrund der topographischen Verhältnisse in umgekehrter
Richtung. Dabei wird die Gesamtstrecke in sich ergänzenden Einzeletappen
kartographisch dargestellt und beschrieben.
Mengerskirchen - Erlenhof (5km) Ausgangspunkt Parkplatz Restaurant "Toscana" Am Bahndamm Der ehemalige Bahnhof in der Nähe
des Parkplatzes war nach Fertigstellung der Gesamtstrecke von Dehrn nach
Mengerskirchen im Jahre 1908 der Endpunkt der Kerkerbachbahn. Für
die 35,1 km lange Strecke benötigte die Kleinbahn 2,5 Stunden.
Erlenhof - Heckholzhausen (13 km) Ausgangspunkt Parkplatz Erlenhof Vom Parkplatz des Erlenhofes führt
ein Weg (Schranke!) durch den Wald, vorbei am ehemaligen Basaltbruch Füllburg"
bis zur stark befahrenen L 3109.
Heckholzhausen - Christianshütte (5 km) Ausgangspunkt: Ortsausgang Heckholzhausen Richtung Schupbach Am Ortsausgang Heckholzhausen Richtung Schupbach folgt man zunächst der Kreisstraße und biegt ungefähr 800m weiter nach links auf einen Weg parallel der ehemaligen Trasse ab. Der nun folgende landschaftlich sehr reizvolle Abschnitt verläuft überwiegend am Waldrand entlang. Zwischen der Hüttenmühle, wo Holz verladen wurde, und dem Bahnhof Schupbach befinden sich mehrere ehemalige Marmorbrüche. In einem Bruch, der unmittelbar am Weg liegt, wird noch Marmor zur Schottergewinnung abgebaut. Kurz vor dem Bahnhof Schupbach überquert man den Kerkerbach und erreicht die Landesstrasse, der man ein Stück in Richtung Wirbelau folgt. Nach knapp 1 km geht es rechts ab nach Christianshütte. In Christianshütte wurde von der
Firma Buderus im 19. Jahrhundert Eisenerz mit Holzkohlenöfen verhüttet.
Wegen Unrentabilität wurde die Hütte 1878 stillgelegt und die
Anlagen von der Kerkerbachbahn AG übernommen. Diese hatte von 1887
bis 1906 ihren Sitz mit Verwaltung und Werkstätten in Christianshütte,
das eine kurze Blütezeit erlebte.
Christianshütte - Hofen (4 km) Ausgangspunkt: Christianshütte Von Christianshütte bis nach Hofen ist die Trasse in weiten Abschnitten vollkommen zugewachsen und daher nicht nutzbar. Stattdessen kann man ab Christianshütte einen links des Kerkerbachs laufenden Waldweg nehmen. Dieser Weg führt bis Eschenau durch das Naturschutzgebiet "Kerkerbachtal". Der Schutz gilt verschiedenen hier vorhandenen Lebensräumen des mittleren Kerkerbaches und deren typischen Tier- und Pflanzengesellschaften, darunter auch seltene und bestandsgefährdete Arten. Zu diesen Lebensräumen zählen der Kerkerbach selbst, die bachbegleitenden Gehölzsäume, Feuchtwiesen und die angrenzenden Hangwälder. Um diesen Schutz zu gewährleisten dürfen die Wege nicht verlassen werden. In Eschenau kommt man an der ehemaligen Mühle vorbei und biegt links in den Müllerweg ein. In der Ortsmitte (an der Brücke') trennen sich die Wege für Radfahrer und Wanderer. Fahrradfahrer wenden sich vor der Brücke nach links und gelangen auf die wenig befahrene Kreisstrasse nach Hofen. Unmittelbar hinter dem Ortsausgang deuten Reste einer Verladerampe auf den Bahnhof von Eschenau hin. Von hier verlief ein Anschlussgleis zum Basaltbruch Beselicher Hof. Die Kreisstraße verläuft bis zum Beginn einer lang gezogenen Steigung nach Hofen parallel der ehemaligen Bahntrasse. Wanderer überqueren in der Ortsmitte
die Brücke und laufen auf der Straße bergauf bis zum Ortsausgang.
Am Waldrand biegt man nach rechts auf einen Weg ab, der an der Hangkante
oberhalb des Kerkerbaches bis zur Oberhofermühle verläuft.
Hofen - Kerkerbach (4 km) Ausgangspunkt: Kreuzung
Ortsmitte (Radfahrer)
Radfahrer kommen über die Kreisstraße
von Eschenau nach Hofen. Am Ortsrand von Hofen überquert man die Kreuzung
geradeaus in Richtung Steeden. Nach ca. 300m biegt man links in einen asphaltierten
Feldweg ein, der auf der Höhe verlaufend zum Ortsrand von Steeden
führt. Hier kommt man am Neubaugebiet vorbei und biegt links auf einen
befestigten Weg ab, der steil zum Kerkerbachtal hinunter führt. im
Tal wendet man sich nach rechts und erreicht nach ca. 500m den Ortsteil
Kerkerbach, wo der Rad- und Wanderweg Kerkerbachtal endet. Hier hat man
Anschluss an den Fernradweg "R7" und den Lahnradweg, die beide parallel
der Landesstraße und der Lahn verlaufen.
Das Fahrgeräusch und Pfeifen der Lok ertönt beim Anklicken des rechten Bildes
Bahnhof Mengerskirchen
weitere Links: Radwanderwege Limburg, Weilburg, Weiltal, Rund um den Knoten, Kerkerbachtal
Großveranstaltung "WALDBRUNN ON THE ROAD" jährlich am letzten Sonntag im August!!
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