Die Ernährung von Nymphensittichen
Eine ausgewogene Ernährung für Nymphensittiche setzt sich vor allem aus den auf dieser Seite genannten
Futterarten zusammen.
Die Auflistungen der verschiedenen Futtersorten wurden nach bestem Wissen zusammengestellt und erheben weder Anspruch auf
Vollständigkeit noch auf hundertprozentige Richtigkeit! Sie spiegeln vor allem meine Erfahrungen und die Vorlieben meiner
Vögel wider.
Körnerfutter
Zwar bietet der Handel inzwischen Fertigmischungen für Nymphen- und vor allem Großsittiche an, doch enthalten diese Mischungen meistens
ziemlich viele Sonnenblumenkerne, die sehr ölhaltig sind und Eure Nymphensittiche schnell dick werden lassen. Es empfiehlt sich
daher, das Großsittichfutter 1:2 mit Wellensittichfutter zu mischen oder die Sonnenblumenkerne ganz wegzulassen. Einige Onlineshops
bieten mittlerweile auch auf Nymphensittiche abstimmtes Futter an, welches dem normalen Großsittichfutter in jedem Falle vorzuziehen ist.
Pro Vogel und Tag gebe ich jeweils einen Esslöffel Körnerfutter in die Näpfe.
Ihr solltet auch nicht zuviel Futter auf einmal kaufen, da es bei sehr langer Lagerung seine Vitamine verliert und schlecht
wird. Schlechtes Futter erkennt Ihr daran, dass es säuerlich riecht oder weiße Beläge hat. Fäden im Futter weisen auf
Futterparasiten hin!
Seid Ihr Euch nicht sicher, ob Euer Futter noch frisch ist, könnt Ihr eine Keimprobe (siehe Quell- und Keimfutter) machen.
Ältere Körner keimen nämlich wesentlich langsamer oder gar nicht mehr!
Frischfutter
Grünfutter, Gemüse und Obst sind für Eure Nymphensittiche auch sehr wichtig, da das Körnerfutter allein nicht den ganzen Vitamin-
und Nährstoffbedarf decken kann. Doch nicht jeder Nymphensittich stürzt sich sofort auf das nasse Grün. Es bedarf manchmal
schon etwas Geduld bis Eure Vögel das neue Futter annehmen. Gekauftes Obst und Gemüse solltet Ihr immer vor dem Verfüttern
gründlich abwaschen und am besten auch schälen, wenn es nicht aus biologischem Anbau ist.
Tipp:
Legt das Obst/Gemüse nach dem Schälen auf ein Küchenpapier und tupft es etwas ab. So ist es nicht mehr so nass und
wird mit etwas Glück schneller angenommen.
Verfütterbares Obst
Ananas, Apfel, Apfelsine, Aprikose, Banane, Birne, Blutorange, Clementine, Erdbeere, Feige (frisch), Granatapfel, Kaki
(nur reife Früchte!), Kirsche, Kiwi, Litschi, Mandarine, Mango, Maracuja, Melone, Nektarine, Orange, Papaya, Pfirsich,
Pflaume, Physalis, Weintraube
Wichtig:
Jegliches Steinobst bitte vor dem Verfüttern entsteinen, da die Kerne giftige Blausäure enthalten!
Verfütterbares Gemüse
Aubergine, Blattsalat, Chicoree, Eisbergsalat, Feldsalat, Fenchel, Frühlingszwiebel, Kartoffel (gekocht), Knoblauch,
Kohlrabi, Kürbis, Lauch (Porree), Lauchzwiebel, Mais (milchigweich), Mangold, Möhre, Paprika, Pepperoni, Radieschen, Rauke
(Rucola), Rettich, Rote Bete (frisch), Salatgurke, Sellerie, Spinat, Staudensellerie, Steckrübe, Tomate, Zucchini,
Zuckerschote, Zwiebel
Verfütterbare Küchenkräuter
Bärlauch, Basilikum, Dill, Kerbel, Kresse, Liebstöckel, Oregano, Petersilie (in Maßen), Rosmarin, Schnittlauch
Verfütterbare Wildpflanzen, Beeren und Gräser
Beifuß, Berberitze, Blaubeere, Breitwegerich, Brombeere, Eberesche, Einjähriges Rispengras, Englisches Raygras, Feuerdorn,
Gemeiner Knöterich, Gemeines Rispengras, Hafer, Hagebutte, Hartriegel, Hasenklee, Heidelbeere, Himbeere, Hirtenhätschelkraut,
Holunderbeere, Johannisbeere, Knaulgras, Löwenzahn, Sanddorn, Schwarzdorn, Stachelbeere, Spitzwegerich, Taube Trespe,
Vogelmiere, Vogelwicke, Wegwarte, Weiche Trespe, Weißer Steinklee
Wichtig:
Wildpflanzen, Beeren und Gräser sollte man nur sammeln, wenn man sie eindeutig bestimmen kann, da es auch giftige Pflanzen
gibt, die mit den ungiftigen verwechselt werden könnten!
Infos: Botanikus
Leckerlies
Alle Vögel lieben Kräcker, doch enthalten diese viel zu viel Zucker. Daher gebt ihnen nur ab und an eine solche Leckerei,
damit sie nicht zu dick werden! Wer gerne backt oder auch kocht, kann seinen Vögeln auch selbst Kräcker oder andere Leckereien
zaubern.
Zu den Rezepten
Quell- und Keimfutter
Beides wird auf gleichem Wege hergestellt, nur dass man das Keimfutter länger keimen lässt.
Für die Zubereitung gebt Ihr ca. 2 gehäufte Esslöffel Körnerfutter oder Keimfutter aus dem Onlineshop in ein feines
Kunststoff- oder Edelstahlsieb, welches Ihr in ein kleines Gefäß mit kaltem Wasser hängt, so dass die Körner gerade
bedeckt sind/schwimmen. Lasst diese Körner nun 12 Stunden quellen. Danach spült Ihr sie kräftig mit kaltem Wasser durch.
Die Futtermischung kann jetzt als Quellfutter verfüttert werden.
Wollt Ihr Euren Kobolden Keimfutter anbieten, dann hängt das durchgespülte Sieb wieder ins Gefäß. Dieses Mal allerdings
ohne Wasser. Da die Körner bereits gequollen sind, haben sie genügend Feuchtigkeit um zu keimen. Diese Mischung sollte jetzt
mehrmals von Euch durchgespült werden. Der Keimvorgang kann weitere 12 bis 24 Stunden dauern, je nachdem wie weit man
sie keimem lassen möchte.
Kochfutter
Hierfür nehmt Ihr verschiedene Saaten, Hülsenfrüchte und Gemüsesorten, die mit reichlich Wasser 15 - 20 Minuten gekocht werden.
Die gewählten Zutaten sollten möglichst alle zur gleichen Zeit weichgekocht sein. Einige Onlineshops bieten mittlerweile auch fertig gemischtes Kochfutter an.
Nach dem Kochen gießt Ihr das Wasser ab und bietet das Kochfutter dann abgekühlt in einem separatem Napf an.
Eifutter
Die Herstellung von Eifutter ist einfach. Man nimmt ein hartgekochtes Ei, ein Stück Zwieback und ein, zwei Möhren.
Der Zwieback sowie die Möhren werden zerrieben, das Ei wird möglichst klein geschnitten und zu guter letzt gibt man
alle Zutaten in einen Napf, vermischt sie noch einmal gut und bietet sie an.
Bitte beachten:
Nach ein paar Stunden solltet Ihr das Keim-, Quell-, Koch- bzw. Eifutter entfernen, da es sehr schnell verdirbt!
Dies gilt auch für jegliches Frischfutter!
Zusätze
Nicht fehlen darf Euren Nymphensittichen ein Kalkstein. Der Kalk ist wichtig für den Knochenbau und das Wachstum der neuen Federn.
Am besten ist ein Stein, in dem auch Jod und Spurenelemente enthalten sind. Ferner gibt es noch Sepiaschalen, die von den
Vögel auch sehr gern genommen werden. Auch Mineralien in Pulverform sind sehr beliebt und können einfach über das Futter
gegeben oder in einem Schälchen angeboten werden.
Folgende Speisen sind schädlich:
* salzhaltige Speisen
* rohe Kartoffeln, roher Kohl, rohes Ei
* Kaffee
* Alkohol
* Süßigkeiten jeder Art (Schokolade führt u.a. zum Tod!)
* Kuchen, Kekse
* Chips, Salzstangen etc.
* Wurst, rohes Fleisch
* Avocados (giftig!), Grapefruits
* Hunde oder Katzenfutter
Weiterführende Weblinks
Futterbausteine im Nymphensittich-Wegweiser
Ernährung bei Sittich-Info
Ernährung bei Birds-Online
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