Geschichten über meine Nymphensittiche
Hier erzähle ich Euch etwas über meine Nymphensittiche, wie ich zu ihnen gekommen bin und was ich mit ihnen bereits erlebt habe.
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Elmos Einzug (2001)
Vorgeschichte:
Schon als Kind pflegte ich bereits Ziervögel aller Art. Angefangen hat es mit einem Wellensittich meiner Oma,
es folgten sodann
noch mehrere im Laufe der Zeit, bis ich irgendwann einen Mohrenkopfpapagei und einen Pennantsittich aus
zweiter Hand bekam.
Die beiden waren fortan mein Ein und Alles. Leider war ich damals noch zu jung um zu wissen, dass man
Papageien niemals allein
und stets mit artgleichen Partnern halten sollte. Für meinen Mohrenkopfpapagei und meinen Pennantsittich
kam diese Erkenntnis leider zu spät. :-(
Mein Mohrenkopfpapagei musste aufgrund einer schweren Metallvergiftung, dessen Ursprung mir leider bis heute
nicht bekannt ist,
eingeschläfert werden und mein Pennantsittich starb, wie ich vermute, unter einer nicht erkannten Aspergillose.
Zwei unterschiedliche Tierärzte hatten ihn bereits untersucht, doch nichts gefunden, so dass er im Februar 2001
verstarb.
Ruht in Frieden meine kleinen Schätze!
... Nachdem ich den Tod meines Pennantsittichs verdaut hatte, stand mein Entschluss fest:
Es sollte ein neuer Sittich einziehen.
Nur was für einer? Am Liebsten hätte ich mir einen neuen Pennantsittich geholt, doch da ich
weder Internet noch Züchter kannte, blieben mir nur die Zoohandlungen und dort gab es
diese wundervollen roten Sittiche nicht.
Doch da gab es ja noch den Bibo, den zahmen Nymphensittich meines Freundes. Nymphensittiche
hatten mich schon als Kind fasziniert.
Mit ihrer Haube schauten sie aus wie kleine Kakadus, doch meiner Mutter waren die grauen
Australier immer zu laut. Dies bestätigte
sich im Nachhinein übrigens nicht, denn Wellis quatschen den ganzen Tag und können damit
viel nerviger sein als ein gelegentlich balzender Nymphensittichhahn! ;-)
Die Suche nach einem Nymphensittich
Es sollte also ein Nymphensittich sein und auf jeden Fall ein Hahn, da ich hörte, dass diese
eher als eine Henne singen und Geräusche nachahmen würden. So schaute ich mir in verschiedenen Zoohandlungen
also die Nymphensittiche an und war erstaunt wieviele schöne Farbschläge es gab.
Die wildfarbenen gefielen mir natürlich besonders gut, aber auch die
Lutinos. Leider waren die Lutinos sehr viel teurer und ich konnte auch nicht erkennen,
ob es sich um einen Hahn oder eine Henne handelte. Also eine wirklich schwierige Entscheidung.
Eines Tages erzählte meine Freundin mir, dass sie in der Zoohandlung, wo sie arbeitete, neben den normalen
Nymphensittichen auch Weißkopfnymphensittiche haben würden. „Hm? Graue Nymphensittiche mit weißem Kopf also?
Irgendwie farblos“ dachte ich. Nein, wenn dann sollte es schon ein bunter sein.
Ich fuhr also mit meinem Freund zur Zoohandlung und schaute mir dort die Nymphensittche an.
Es waren noch drei wildfarbene Hähne dort, das erkannte ich an der gelben Maske, die schon alle hatten.
Ich nahm mir Zeit und schaute mir alle Vögel genau an. Sie wirkten alle sehr aufgeweckt und gesund.
Die Vögel wurden in der Zoohandlung mit viel Liebe behandelt, das merkte man. Ich war etwas unsicher,
für welchen ich mich nun entscheiden solle. Der Nymphensittich der alleine in einem Käfig saß,
sah bereits schon älter aus, die anderen beiden jünger. Doch von denen war nur noch einer zu haben.
Nun gut, ich entschied mich für den jüngeren aus dem anderen Käfig. Er wurde mit einem Kescher vorsichtig
eingefangen und in eine Pappschachtel gesetzt.
Nun hatte ich also meinen ersten Nymphensittich gekauft. Schnell fuhren wir nach Hause, damit er in
seinen Käfig konnte. Das Heim für den kleinen Kobold war bereits fertig eingerichtet, so dass er gleich
einziehen konnte. Gespannt beobachteten wir unseren Neuankömmling, der sich erstmal kaum von der Stange
bewegte auf die ich ihn gesetzt hatte. Wir tauften ihn auf den Namen Elmo.
Die ersten Tage war er wirklich sehr ruhig gewesen, so dass ich mir schon Gedanken machte, ob ich
wirklich die richtige Entscheidung getroffen hatte. In der Zoohandlung war er doch so lebendig gewesen,
warum war er nun so still und bewegte sich kaum?
Doch eines Tages hatte Elmo sich offenbar eingelebt. Er sang, kletterte wie verrückt im Käfig herum.
Nun war es Zeit für den ersten Freiflug. Das Zimmer wurde vogelsicher gemacht und die Tür geöffnet.
Ach, wie freute sich der Kleine, dass er endlich fliegen konnte!
Elmo lernte wirklich schnell, wie es raus aus dem Käfig und wie es zurück in den Käfig ging. Und genauso
schnell wurde er auch zutraulich und zahm. So, wie ich es mir immer gewünscht hatte! :-)
Im Sommer lernte Elmo dann auch den Bibo kennen. Die beiden verstanden sich prächtig, sangen sich an und
waren ständig zusammen unterwegs. Es war schön den beiden zuzusehen und Bibo hatte auch endlich Gesellschaft.
Bisher konnte ich Elmo auch immer sehr gut von Bibo unterscheiden. Ich war so stolz auf meinen Kleinen mit
den gelben Schwanzfedern und den Flecken
im Nacken. Bis auf die gelben Nackenflecken ist jedoch nichts geblieben.
Elmo entwickelte sich zu einem stattlichen Hahn. Er sang aus Leibeskräften, war aufgeweckt und verspielt.
Doch nach meinem Umzug merkte ich, dass die gelegentlichen Besuche bei Bibo nicht ausreichten
um ihm ein schönes Leben bieten zu können.
Ich begann also mich im Internet über Nymphensittiche und ihre unterschiedlichen Farbschläge zu informieren.
Ich war erstaunt wieviele verschiedene Farben es inzwischen gab, doch in den Zoohandlungen waren diese entweder
gar nicht zu bekommen oder sehr teuer. Ich wollte gerne einen Schecken. Bewusst wollte ich einen Hahn kaufen,
da ich Sorge hatte, dass Elmo und die Henne anfangen würden zu brüten.
So schaute ich mich also in den umliegenden Zoohandlungen um, konnte aber das Geschlecht der Nymphensittiche
nicht erkennen. Da stand ich also wieder vor einer schwierigen Entscheidung. Was war nun wichtiger?
Ein Partner oder ein Farbschlag der mir gefiel?
Dann sah ich einen total goldigen Scheckenhahn in einer Zoohandlung. Er balzte aus vollster Kehle, so dass
ich ihn leicht erkennen konnte. Ja, das war ein Süsser. Doch eine Woche später war er leider nicht mehr da! :-(
In den Käfigen saß aber noch ein Lutino und eine wildfarbene Henne. Ich entschied mich für den Lutino,
da man mir versicherte, dass es sich um einen Hahn handele, doch es kam alles anders! ;-)
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Poldis Einzug (2002)
Am 07.09.2002 war es soweit: Elmo sollte endlich einen Partner bekommen. Wirklich viel Auswahl hatten sie in der Zoohandlung
leider nicht. Die hübschen Schecken, die noch vor zwei Wochen dagewesen waren, wurden schon alle verkauft. In den Käfigen saß
also noch eine wildfarbene Henne und ein Lutino, den ich mir schon einen Tag vorher angesehen hatte, nur war ich mir wegen des
Geschlechts nicht sicher. Ich wollte ja unbedingt einen Hahn, da ich solche Angst hatte, dass eine Henne Eier legen und - wie
meine Wellihenne - an Legenot sterben könnte. So naiv wie ich war, fragte ich natürlich den Zoohändler. Dieser versicherte mir,
dass es sich um einen Hahn handeln würde und auch sein Vater, angeblich sehr geübt darin das Geschlecht zu erkennen, bestätigte
seine Meinung.
Nun gut. Ich glaubte den Aussagen der beiden Herren, auch wenn sie etwas seltsam auf mich wirkten. Doch der kleine gelbe Vogel
musste einfach mit, egal welches Geschlecht er denn nun hatte. Zu sehr hatte mich in die gelbe Kugel mit den großen Kulleraugen
verliebt. Also fing der Händler den Vogel ein, las seine Ringnummer ab, die ich sodann mit meiner Anschrift auf einem Zettel
notierte und schon war der kleine Vogel in seiner Transportbox.
Auf der Fahrt nach Hause schaute der kleine Nymphensittich immer wieder durch die Luftöffnungen. Ich war echt überglücklich, doch schon
als wir daheim waren und der kleine Vogel seinen Käfig bezogen hatte nahm das Schicksal seinen Lauf...
Irgendwas war komisch. Sicher, er musste sich erstmal an sein neues zu Hause gewöhnen und alles beäugen, aber als ich den Vogel
das erste Mal von unten sah, traf mich der Schlag! Die Kloake war ganz grün und mit Kot verschmiert!
Auch Federn hatte das arme Kerlchen kaum noch am Popo. Tja, die Zoohandlung hatte bereits geschlossen, da wir den Vogel Samstag
mittags abgeholt hatten. Ich ärgerte mich, dass ich mir den Vogel nicht habe vorher zeigen lassen, so wie ich es in Büchern
und im Internet gelesen habe. Doch dafür war es zu spät. Ich wollte mir den Vogel dann genauer anschauen, hielt meine Hand in
den Käfig und schon saß er auf meiner Hand. Ich war total baff. Er blieb auch ganz lieb bei mir sitzen und machte keine
Anstalten wegzufliegen. Nein, diese kleine gelbe Maus konnte ich unmöglich wieder hergeben!
Ich behielt ihn also und sammelte Kot, den ich beim Tierarzt zur Untersuchung abgab.
Inzwischen hatten wir den kleinen Nymphensittich auf den Namen Poldi getauft. Dieser Name passte sowohl zu einem Hahn als auch zu
einer Henne. Poldi lebte sich super schnell ein, sie war auch richtig aktiv, wobei sie sich wohl auch das Beinchen verrenkt haben muss,
da sie es kaum noch belastete, aber auch diese kleine Verletzung kurierte sie schnell aus.
Das Einzige, was sie bis dato nicht tat, war balzen und als sie sich dann anbot, wusste ich, dass die Zoohandlung mir eine
Henne „untergejubelt“ hatte.
Naja, inzwischen war mir auch dies vollkommen Schnuppe. ;-)
Sodann bekam ich das Ergebnis von der Tierärtzin: Poldi hatte Zwergfadenwürmer. Volierenvögel haben diese Würmer wohl ziemlich
häufig, genauso wie Spulwürmer. Also wurde Poldi zwei Wochen entwurmt und Elmo gleich mit, da sie zwischenzeitlich auch kurzen
Kontakt gehabt haben. Nach zwei Wochen sammelte ich erneut Kot von beiden und es wurden keine weiteren Eier im Kot gefunden.
Ganz wichtig beim Kotsammeln ist übrigens, dass man ihn über mindestens zwei Tage und zu unterschiedlichen Tageszeiten sammelt,
da die Wurmeier nicht jedes Mal mit ausgeschieden werden. Als Poldi dann gesund war, begann ich mit der Vergesellschaftung von
Elmo und Poldi. Erst lernten sie sich draußen kennen. Das ging noch einermaßen gut, allerdings wollten immer beide von mir
gekrault werden.
Das war eigentlich nicht Sinn der Sache, denn sie hatten ja nun sich. Und dann wurde Elmo auch noch eifersüchtig auf Poldi. :-(
Kam ich an die Voliere zu Poldi, wurde sie sofort verjagt. Den Spiegel mit den kleinen Ringen musste ich Elmo ganz wegnehmen,
denn er griff Poldi jedes Mal an, wenn sie damit spielen wollte. Poldi war so unerfahren und lieb, sie wollte immer von Elmo
gekrault werden, doch Elmo kannte so etwas nicht und hackte ihr dann immer auf das Köpfchen. Poldi verlor ihr ganzes Vertrauen
zu Artgenossen. Sie hatte schon regelrechte Panik vor Elmo. Dennoch war sie sehr verspielt, machte fast jeden Tag
„Engelchen“ und ich war froh, dass ich mich für sie entschieden hatte. Sie ist so eine goldige Maus!
Doch es blieb leider nicht lange ruhig um Poldi. Kaum hatte sie die Wurmkur hinter sich, bekam sie eine Bindehautentzündung.
Nun musste Poldi das erste Mal mit zur Tierärtzin. Diese schaute sich Poldis Auge an und gab mir Augentropfen mit, die ich ihr
täglich zweimal ins Auge träufeln sollte. Die bisher so zahme Poldi bekam immer mehr Angst vor meiner Hand, was auch verständlich
war, doch was sein musste, musste sein. :-(
Leider ging es Poldi einfach nicht besser. Ihr kleiner Körper war inzwischen so geschwächt, so dass sie eines Abends rückwärts
mit verdrehtem Kopf von der Stange fiel. Ich zitterte am ganzen Leib, wusste nicht was ich tun sollte. Sie lag im Sand, breitete
ihre Flügel um ihren Körper herum aus und japste nach Luft.
Ich sah sie in diesem Moment schon sterben. Nicht mal der Nottierarzt wollte mir am Telefon helfen, sagte sie müsse es selbst
schaffen. Ich wickelte sie sodann vorsichtig in ein Handtuch ein, setzte sie in das Unterteil des Krankenkäfigs und stellte
sie an die Heizung. Ihre Füßchen waren ganz lahm, sie hatte gar kein Gefühl mehr in den Beinchen, doch sie erholte sich und
ich konnte sie in den Arm nehmen. Ich war überglücklich, dass sie es geschafft hatte. Am nächsten Tag fuhr ich zu meiner Tierärztin,
dort bekam sie Vitamine, die ich ihr dann auch über den Schnabel verabreichen sollte. Ihr ging es zwar zunehmens besser,
aber durch die ganzen Behandlungen muss ihr Immunsystem sehr geschwächt worden sein, denn kurz daraufhin bekam sie eine
heftige Kropfentzündung.
Also bekam sie erneut Medikamente über den Schnabel verabreicht, was der kleinen Maus ganz und gar nicht gefiel. Poldis
Vertrauen mir gegenüber verschwand immer mehr. Sie flüchtete regelrecht, wenn ich mich ihr näherte.
Doch dann war Poldi endlich über den Berg. Drei Monate hatte sie gekämpft bis sie gesund war. Leider weiß ich bis heute
nicht, weshalb Poldi so krank gewesen ist. Ich vermute, dass sie schlecht aufgezogen und zu früh verkauft wurde. Leider
brachten auch Gespräche mit der Zoohandlung nichts. Diese stritten natürlich alles ab und waren auch nicht bereit die
Tierarzt-Rechnungen zu bezahlen.
Zwischen Poldi und Elmo änderte sich leider auch nichts, da Elmo immer noch so streitsüchtig war, doch verstand Poldi
es nun sich gegen Elmo zur Wehr zu setzen. Es dauerte wirklich lange bis die beiden ein Paar wurden. Zwar durfte Elmo
Poldi inzwischen ab und an treten und er balzte sie auch an, aber kraulen war immer noch nicht drin.
Im Januar 2005 geschah sodann etwas, was die beiden richtig zusammenbrachte: Poldi hatte ihr erstes Gelege. Zum Anfang
war sie ziemlich biestig und dachte gar nicht daran, Elmo an die Eier zu lassen, doch sehr bald schon duldete sie ihn bei
sich auf dem Boden. Die beiden gaben so ein süßes Paar ab. Elmo kam runter zu ihr, passte auf sie auf, sprach mit ihr und
schaute, ob alles in Ordnung ist. Seit dieser Brut sind sie ein Herz und eine Seele. Ok, ab und zu gibt's noch Zoff, aber
das ist ja normal in einer Nymphenehe! ;-)
Elmo folgt Poldi jetzt wirklich auf Schritt und Tritt! Damals war ihm vollkommen egal, wo Poldi sich aufhielt,
doch nun will auch er nie wieder ohne die kleine gelbe Knutschkugel sein.
Poldi, kleiner Sonnenschein, wir lieben Dich!
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Poldis erstes Gelege (2005)
Es fing alles damit an, dass Poldi mal wieder den Volierenboden verteidigte. Eigentlich nichts
neues, denn sie hatte schon öfters solche Phasen wo sie meinte, „Das gehört mir, da kommt keiner hin“.
Doch dieses Mal war das Verteidigen energischer und als sie dann auch noch eine ganze Nacht
unten geschlafen hatte, machte mich das zunächst etwas stutzig.
Erst dachte ich meine Maus sei krank, da sie dort unten ganz aufgeplustert saß und ihr Kot veränderte
sich auch ganz plötzlich, doch wie Ihr seht war Poldi keineswegs krank. Elmo trat sie fast täglich, eine ganze
Woche lang und dann war doch tatsächlich das erste Ei da! :-) Ich konnte
es kaum glauben. Meine Maus hatte ihr erstes Eichen gelegt!
Da ich keine Zuchtgenehmigung habe, habe ich die Eier, wie andere Halter es empfehlen, erstmal ausgetauscht.
Doch wie sollte es dann weitergehen? Ich machte mir ziemliche Gadanken um Poldi,
da sie doch mein Sorgenkind ist und ich hatte Angst, die Brut würde sie zu sehr schwächen. Doch zunächst tat ich erstmal nichts und wartete ab. Poldi fing schon am zweiten
Tag fleißig zu brüten an und sie merkte nicht einmal, dass es ein unechtes Ei war, was ich ihr da untergeschoben habe.
Das Unterschieben war übrigens nicht gerade leicht, da Poldi sich zu einem kleinen Monster entwickelt hatte! ;-) Sie verteidigte ihr Kuckucksei und ließ auch Elmo nicht mehr in ihre Nähe.
Sie jagte den armen Kerl die ersten Tage durch die ganze Voliere obwohl sich Nymphensittiche beim Brüten eigentlich abwechseln.
Aber nach dem zweiten Ei ließ sie ihn dann doch mal gucken. Schließlich war er ja der Papa! :-)
Elmo versuchte dann immer Poldi die Eier unter dem Bauch wegzustehlen.
Dabei kniff er ihr auch schonmal in die Füße. Oder er kroch ganz dreist unter ihre Flügel um an die Eier zu kommen! :-) Als Poldi dann doch mal freiwillig die Eier verließ und Elmo sie für sich hatte wusste er trotzdem erstmal nicht so
recht was er damit anfangen sollte und guckte nur doof. Dann versuchte er sie mehrmals unter seinen kleinen Bauch zu schieben, aber das gelang ihm einfach nicht,
so dass Poldi das Brüten wieder übernahm.
Aber er konnte wenigstens auf seine Poldi aufpassen.
Dann kam das dritte Ei. Ich habe das Ei noch eine Weile dringelassen, denn die beiden waren einfach ZU goldig, als sie es beäugten.
Poldi war ziemlich kaputt nach dem Legen und so holte Elmo sich dann das echte Ei. Er war so behutsam damit und säuberte es erstmal
ganz vorsichtig.
Nachdem diese Arbeit getan war und Poldi sich das Ei wiederholte musste auch erstmal der junge Nymphenpapa
eine Pause einlegen.
Poldi hat insgesamt 4 Eier gelegt. Bevor das vierte kam, hatte ich mich entschlossen, die Eier wegzunehmen
und den Brutplatz dicht zu machen. Denn Poldi frass sehr wenig in der Zeit und wurde richtig
dünn. Ich hatte Angst um sie und Angst, sie würde nach dieser erfolglosen Brut neue Eier legen. Das wollte ich meiner
Maus nicht zumuten, so dass ich auf Anraten einiger erfahrener Halter die Eier erstsatzlos weggenommen habe.
Ich denke es war die richtige Entscheidung, denn das Brüten nimmt den Vögeln sehr viel
Energie. Poldi ließ das vierte Ei von der Stange fallen, da der Brutplatz verbaut war. Wenn Ihr
keinen unerwünschten Nachwuchs haben und Euren Nymphensittich die Brüterei ersparen wollt,
sorgt am besten von vornherein dafür, dass sie erst gar keinen Nistplatz finden oder in Brutstimmung kommen.
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Elmos Abschied (2010)
Ich habe nie damit gerechnet mich von Elmo bereits nach 9 Jahren verabschieden zu müssen. Der immer so freche
und fröhliche kleine Vogel mit seinen lustigen Liedern war nie krank gewesen.
Elmo und Poldi waren im Winter 2009/2010 sehr triebig gewesen und hatten mal wieder Familienpläne ausgeheckt und
Eier bebrütet. Vergnügt kümmerten sie sich um die unechten Eier. Nach Ende der Brut fing Elmo an zu mausern, wirkte
auch etwas schlapper, aber ich machte mir hier keine Gedanken, da es mir normal erschien, vor allem im Winter, wo sie eh
träger sind.
Als er Ende Mai/Anfang Juni jedoch ganz plötzlich kaum noch Kraft in seinen Krallen hatte als ich ihn auf den Finger nahm,
bekam ich große Angst. Er torkelte regelrecht herum und ich wusste nicht, was geschehen war. Wir vereinbarten umgehend
einen Termin bei unserer Tierärztin, welche ihn röngte und Blut abnahm. Das Differentialblutbild
zeigte eine geringgradige Erhöhung der Gesamtanzahl an Entzündungszellen und eine mittelgradige Erhöhung des Prozentsatzes
an Monozyten. Was auch immer das nun zu bedeuten hatte. Am auffälligsten fand unsere Tierärztin
jedoch die morphologische Veränderung der Heterophilen, diese zeigten sogenannte
toxische Ermüdungserscheinungen. Diese Veränderungen zeugten offenbar von einer länger anhaltenden schweren Infektion,
welche das Abwehrsystem strapazierte. Die nur geringgradige Erhöhung der Gesamtanzahl der Entzündungszellen deutete sie
in diesem Zusammenhang als eine erschöpfte Funktion des Immunsystems. Die Röntgenaufnahme an sich zeigte zunächst keine Auffälligkeiten.
Wir begannen also umgehend mit einer entsprechenden Behandlung und verabreichten ihm Baytril und Metacam, doch Elmos
Zustand verschlechterte sich weiter. Er fraß zwar wieder richtig gut, doch er konnte seine Beine nicht mehr richtig
koordinieren, sackte weg, lag bäuchlings oder stützte sich an Gegenständen ab. Sein Greifreflex wurde immer schwächer.
Also fuhren wir erneut zu unserer Tierärztin und ließen ihn erneut röntgen. Die neue Aufnahme zeigte eine deutliche
Verkleinerung der Leber, so dass wir - obwohl wir die Leber im gesunden Zustand ja nie kannten - davon ausgingen,
dass es sich um eine sogenannte Schrumpfleber, also Leberzirrhose handelte. Die Chancen,
dass sich eine Leber regeneriert, stehen in der Regel ganz gut, doch Elmos Zustand besserte sich auch mit
verschiedenster Unterstützung der Leber und auch Nieren nicht.
Seine Beine blieben weiterhin kraftlos und er saß nur noch am Boden. Obwohl seine Beine und Füße weiterhin Gefühl
hatten, war er zu schwach um sich hiermit allein fortzubewegen und benutzte seinen Schnabel und Flügel hierzu. Trotz
seines Handicaps und des vielen Schlafens genoss er jeden gemeinsamen Augenblick und kraulte auch Poldi immernoch
hingebungsvoll, wenn sie sich zu ihm gesellte.
Auch sein Appetit war weiterhin gut und ich wog ihn jeden Tag, um sein Gewicht zu kontrollieren.
Leider schaffte er es nicht mehr über 80 g zu kommen, sondern befand sich weiterhin im kritischen
Bereich von 73 g oder weniger. Ich hatte auch versucht ihn zu päppeln und er nahm das Handaufzuchtfutter
auch an, doch nach einer Weile wurde mir bewusst, dass er es selbst schaffen muss und ich ihn nicht für immer
füttern könne. Er fraß also weiterhin selbstständig, nahm aber nicht mehr zu. Mir schien dies würdevoller zu sein,
als ihn immer mit Brei vollstopfen zu müssen.
Ich stand in sehr engem Kontakt mit unserer Tierärztin und der Gedanke ihn zu erlösen kam selbstverständlich auch
hierbei auf. Diese Entscheidung nahm Elmo mir jedoch ab.
Früh morgens am 07.09.2010 fand ich ihn verklebt mit Erbrochenem vor. Ich befürchtete das Schlimmste, Elmo konnte nichts
mehr bei sich behalten. Egal ob Futter oder Wasser, alles wurde wieder erbrochen. Da unsere Tierärztin im Urlaub war,
fuhren wir zu einer anderen, die sich Elmos Geschichte anhörte und nochmals ein Röntgenbild anfertigte. Weitere
diagnostische Untersuchungen waren in seinem Zustand schon lange nicht mehr durchführbar. Auch ihr fiel die verklerinerte
Leber sofort auf. Doch sie sagte, sie könne auch nicht viel mehr für den kleinen Kerl tun, gab uns Schmerzmittel und etwas
homöopathisches für die Nerven mit. Diese sollten die Beine ggf. wieder stabilisieren. Elmo ließ die Untersuchung tapfer
über sich ergehen und war nach dem Besuch sehr wach und hungrig.
Als wir zu Hause ankamen, wusste er sofort wo er war. Seine Klarheit im Kopf war es auch, die es nicht zuließ, ihn
einschläfern zu lassen. Ich sorgte für viel Wärme und da er so einen Hunger hatte, ließ ich ihn auch Kolbenhirse futtern,
aber diese und auch die Nährpaste der Tierärztin behielt er nicht bei sich. Ich beschloss sodann, ihn nicht zwangszufüttern,
weil ich sah, dass es ihm nicht gut tat. Er sollte sich ausruhen und erholen dürfen. Ich wachte die ganze Nacht über ihn
und er erbrach immer noch.
Am 08.09.2010 um halb vier morgens ist Elmo für immer eingeschlafen. Elmos Abschied und der Weg dahin war äußerst
schmerzhaft, doch die gemeinsame Zeit und die Erinnerungen an ihn werden für immer in unseren Herzen sein.
Elmo, lass es Dir gut gehen im Regenbogenland.
Auch wenn wir Dich unendlich vermissen tröstet es uns,
dass Du nicht mehr leiden musst
und irgendwann sind wir alle wieder vereint.
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Kirbys Einzug (2010)
Nachdem Elmo Anfang September 2010 verstorben war, sollte Poldi natürlich einen neuen Freund bekommen. Die Suche nach
einem hübschen jungen Hahn war gar nicht mal so einfach. Eigentlich war ich mir auch sicher, dass es nicht wieder ein
wildfarbener oder geperlter Hahn werden würde, denn dieser würde Elmo einfach zu ähnlich sehen und dies wollte ich vermeiden.
Doch egal wo ich suchte oder wen ich anschrieb, es machte einfach nicht „klick“. Ich hatte mir für den Zeitraum auch Urlaub
genommen, damit der Neue sich eingewöhnen und ich ihn beobachten konnte, doch ich konnte mich nicht entscheiden.
Dann stieß ich auf eine schon etwas ältere Anzeige, wo ein junger Perlscheckenhahn abzugeben war. Im Internet sah ich
allerdings nicht, um welchen Vogel es sich handelte und bei einem Perlschecken musste ich an einen richtigen Schecken
mit viel Gelb denken. Mein Freund mag diesen Farbschlag zwar nicht so gern, aber dennoch schrieb ich die Dame an.
Als ich den kleinen knuffigen Kerl auf den Fotos, welche ich geschickt bekam, sah, wusste ich, dass „er“ es sein würde.
Ich hatte hier keine Zweifel oder Bedenken, er sollte es sein, also machten wir uns am 30.10.2010 auf den Weg zu einer
sehr netten Hobbyzüchterin und holten unseren Kirby dort ab.
Der Käfig für den noch sehr schüchternen und kleinen Nymphensittich war bereits hergerichtet. Dennoch hatte ich alle
Mühe ihn zu beruhigen, denn er kam mit den Grenzen des Käfigs anfangs gar nicht zurecht und wollte oben „entfliehen“.
Ein Handtuch auf dem Käfig half ihm etwas ruhiger zu werden und sich sicherer zu fühlen.
Kirby blieb einige Tage in Quarantäne bis er tierärztlich untersucht wurde und alle Ergebnisse vorlagen. Während dieser
Zeit machte er mächtig Radau, weil er Poldi bereits hörte, aber nicht sehen konnte.
Als ich die ersten Ergebnisse vorliegen hatte, durfte er schonmal einige Runden im Zimmer drehen. Dabei flog er sofort
die Decke an und landete im Drachenbaum. Den fand er richtig toll, denn fortan versteckte er sich nur noch darin vor mir.
Er ließ sich aber auch recht gut vom Baum abflücken und wo anders wieder absetzen.
Seine erste Dusche genoss er auch schon, aber davon hielt er noch nicht soviel.
Am 10.11.2010 war es dann soweit. Die letzten Testergebnisse lagen vor und waren negativ. Somit stand einem ersten
Besuch seitens von Poldi nichts im Wege. Ich beobachtete gebannt das erste Zusammentreffen der beiden. Zuerst fauchte
Kirby und war verängstigt. Als ich ihn herausließ, kletterte er nach oben auf den Käfig, putzte sich und rückte immer
dichter an Poldi heran. Dieser Moment war total bewegend. Poldi drückte ihren Kopf an seine Schulter und wollte gekrault
werden, aber das war Kirby noch nicht geheuer. Sie saßen noch den ganzen Abend dicht an dicht, gerade so als würden sie
sich schon lange kennen.
Am 12.11.2010 zog Kirby zu Poldi um. Auch dieser Umzug verlief unproblematisch. Er fühlte sich sofort wohl in der großen
Voliere und fing schon am darauffolgenden Morgen das erste Mal an zu singen. Wie lange hatte ich kein Nymphensittichbalzen
mehr gehört, es war soooo schön. :-)
Kirby wurde schnell mutiger und zutraulicher. Er schaute sich alles von Poldi ab, fand sofort die Landeplätze wie den
Vogelbaum und stürzte sich wagemutig auf die Kolbenhirse, die ich ihm hinhielt. Manchmal ist ihm die Hand noch etwas
unheimlich, aber wenn er mag, dann steigt er auch auf sie und lässt sich tragen.
Fasziniert beobachtete ich in den kommenden Wochen, dass Kirby begeistert mit wirklich allen Spielsachen spielt, die
in der Voliere hängen. Sei es Kork, seien es Lederbändchen und Perlen, sei es Acrylspielzeug. Er beknabbert alles,
knibbelt Knoten auf, brabbelt das Spielzeug an und scheint richtig Spass damit zu haben.
Auch beim Freiflug erkundet er alles neugierig und hat kaum Scheu vor Gegenständen. Die Vitrinen oder den Fernseher
flog er allerdings noch nicht an, was auch gut ist. ;-)
Ich bin sicher, dass wir mit diesem kleinen Kerl noch sehr viel Freude haben werden. Er ist sehr gelehrig, was das
Nachpfeifen von Liedern angeht und hat auch große Freude an ruhiger Pop- oder Rockmusik.
Er hat ein ganz drolliges Wesen und er bemüht sich sehr Poldi zu gefallen. Sie tut manchmal noch etwas desinteressiert,
dennoch sitzen sie oft nah zusammen, dösen oder schlafen und mittlerweile konnte ich sie auch schon beim gegenseitigen
Kraulen sehen. All dies zeigt mir, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, was mich sehr glücklich macht. :-)
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