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Krankheiten erkennen

Trotz aller Pflege und Sauberkeit können Eure Nymphensitttiche einmal krank werden. Hierauf solltet Ihr vorbereitet sein und einen kleinen Käfig oder eine Transportbox parat haben.

Haltet Ihr mehrere Vögel, solltet Ihr Euren kleinen Patienten am besten von den anderen trennen, bis geklärt ist, was er hat. Ich möchte Euch an dieser Stelle einige der häufigsten Symptome und Krankheiten aufzählen, möchte aber darauf hinweisen, dass Ihr bei jedem Krankheitsverdacht den Tierarzt aufsuchen solltet, da nur dieser wirklich Gewissheit verschaffen und Euren Nymphensittichen vielleicht sogar das Leben retten kann!


Aspergillose:

Symptome:
Atemnot, apathisches Verhalten, schlechtes Gefieder, Abmagerung, hört auf zu singen/ist heiser.

Mögliche Ursache:
Euer Nymphensittich hat verpilztes oder verdorbenes Futter gefressen (Hier sind Erdnüsse häufig der Auslöser, da diese schnell ranzig werden. Kauft daher kein Futter mit Erdnüssen!). Aber auch Stress, Vitaminmangel und fehlendes UV-Licht können dazu beitragen, dass die Atemwege austrocknen und angreifbar für Pilze sind.

Behandlung:
Geht sofort zum Tierarzt. Da sich die Pilze in der Lunge und den Luftsäcken festsetzen, könnte Euer Nymphensittich, gerade bei größerer Anstrengung, ersticken.


Bindehautentzündung:

Symptome:
Das Auge des Nymphensittichs ist geschwollen, es ist entzündet.

Mögliche Ursache:
Zugluft, Erkältung, Verletzung, bakterielle Infektion.

Behandlung:
Tierärztliche Untersuchung und Behandlung einleiten.


Durchfall/Kotveränderungen:

Symptome:
Breiiger, wässriger Kot, das Gefieder um die Kloake herum ist verschmutzt.

Mögliche Ursache:
Aufregung, Nymphensittich hat geduscht/gebadet, Grünfutter gefressen, Vergiftung, Pilze, Parasiten ...

Behandlung:
Beobachten, falls Euer Nymphensittich nur aufgeregt war oder Grünfutter gefressen hat, evtl. etwas Vogelkohle geben. Wenn sich der Zustand jedoch nicht bessert oder Ihr den Verdacht auf eine Vergiftung etc. habt, geht zum Tierarzt!


Erbrechen/Hochwürgen von Körnern:

Symptome:
Nymphensittich würgt das Futter hoch, das Gefieder ist verklebt.

Mögliche Ursache:
Schlechtes Futter, Hefen, bakterielle Entzündung, Vergiftung, Kropfentzündung, Megabakterien.

Behandlung:
Zum Tierarzt fahren.


Erkältung:

Symptome:
Niesen, schweres Atmen, feuchte Nasenlöcher, aufgeplustert und teilnahmelos.

Mögliche Ursache:
Zugluft, starke Temperaturschwankungen.

Behandlung:
Nymphensittich wärmen, z. B. mit einer Infrarotlampe die Ihr auf eine Seite des Käfigs stellt, so dass der Nymphensittich den Strahlen jederzeit ausweichen kann (Abstand: 50 cm vom Käfig). Bessert sich der Zustand nicht, solltet Ihr einen Tierarzt aufsuchen, welcher den Vogel abhören, abtasten und am besten auch Abstriche vom Rachen nehmen wird.


Gehirnerschütterung:

Symptome:
Benommen, hält den Kopf schief.

Mögliche Ursache:
Nymphensittich ist gegen die Scheibe oder einen anderen harten Gegenstand geflogen/abgestürzt.

Behandlung:
Ruhe, Abdunkeln des Zimmers, nötigenfalls den Tierarzt anrufen und um Rat fragen.


Legenot:

Symptome:
Henne sitzt auf dem Boden, versucht mit großer Anstrengung das Ei zu legen. Unterleib ist geschwollen, Erschöpfung.

Mögliche Ursachen:
Eierschale ist zu dünn, das Tier ist zu jung, das Ei ist zu groß, schlechte Ernährung.

Behandlung:
Nymphensittich warm halten, sofort den Tierarzt aufsuchen!


Psittakose (Papageienkrankheit):

Symptome:
Apathie, Schwäche, Bindehautentzündung (meist einseitig), Schnupfen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Abmagerung, allgemeines Unwohlsein und gesträubtes Gefieder

Ursache:
Jeder Neuzugang sollte in der Regel auf diese Erkrankung getestet werden, da auch augenscheinlich gesunde Vögel bereits Chlamydien in sich tragen können, ohne dass es zu einem Ausbruch gekommen ist. Auch bereits behandelte Vögel bleiben oftmals weiterhin Träger des Erregers und können somit andere Vögel damit anstecken. Übertragen wird die Erkrankung durchs Partnerfüttern, aber auch durch Gefiederstaub und getrockneten Kot.

Behandlung:
Leidet einer Eurer Vögel unter mehreren der oben genannten Symptomen und gibt es keine andere Ursache hierfür, sollte man einen entsprechenden Test veranlassen, um diese Erkrankung auszuschließen. In der Regel wird ein sogenannter 3-Tupfer-Test gemacht, bei welchem Tupferproben vom Augensekret, vom Rachen und aus der Kloake genommen werden. Das Ergebnis vom Labor liegt in der Regel innerhalb von 10 Tagen vor.

Bis 2012 war die Psittakose eine anzeigenpflichtige Seuche (= Zoonose), weil sie auf den Menschen übertragbar ist. Beim Menschen äußert sich die Erkrankung in erkältungs- oder grippeähnlichen Symptomen. Euer Hausarzt kann Euch bei einer sehr auffälligen und schweren Grippe auf den Erreger hin testen. Für uns Menschen stellt diese Erkrankung keine Gefahr dar, da sie behandelbar ist. Da kaum noch Psittakosefälle gemeldet werden, hat sich das Bundesminesterium entschlossen, die Meldepflicht abzuschaffen. Seitdem ist sie nur noch anzeigepflichtig. Dies bedeutet, dass der Tierarzt die Erkrankung dem zuständigen Amtstierarzt melden muss, dieser sich aber nicht mehr wie früher einschalten wird. Die Therapie bestimmt also der Vogeltierarzt. In der Regel wird mit Antibiotika behandelt. Während der Behandlungszeit sollte man auf Hygiene achten und die Vögel möglichst in einem leicht zu reinigenden Raum stellen. Ideal ist ein Gästebad. Der Käfig wird am besten ohne Sand und gegebenenfalls mit Küchentüchern ausgestattet, so dass jeden Tag eine feuchte Reinigung veranlasst werden kann.

Ist die Therapie abgeschlossen, werden noch zwei Kontrolluntersuchungen anhand von Sammelkotproben durchgeführt, um festzustellen, ob die Chlamydien erfolgreich behandeln wurden oder nicht.


Schwermetallvergiftung (Blei, Kupfer, Zink):

Symptome:
Schlapp und zittrig, Appetitlosigkeit, erst Durchfall, dann blutiger Kot.

Mögliche Ursache:
Nymphensittich hat an der Gardine, Lametta, einer Kupfervase oder einem Kabel geknabbert. Auch verzinkter Volierendraht kann die Ursache einer (meist schleichenden) Vergiftung sein! Für einen Laien ist es schwer zu erkennen, ob ein Vogel nur müde ist oder unter einer Vergiftung leidet. Ist der Kot bereits blutig, ist es vermutlich schon zu spät für den kleinen Kerl, da das Metall die inneren Organe zerfrisst. Habt Ihr eine Vorahnung, dass an schwermetallhaltigen Gegenständen geknabbert wurde, dann fahrt SOFORT zu einem Tierarzt. Schwermetallpartikel kann der Tierarzt auf dem Röntgenbild erkennen und Euren Nymphensittich dann behandeln. Bei einer chronischen Zinkvergiftung ist es oft schwieriger. Diese wird über einen Bluttest festgestellt.

Behandlung:
Sofort zum Tierarzt! Dieser wird die nötige Behandlung einleiten (Entgiftung oder operative Entfernung der verschluckten Metallstücke).


Spulwürmer und andere Endoparasiten:

Symptome:
Durchfall, Gefieder um die Kloake ist mit (evtl. grünem) Kot verschmiert, Abmagerung.

Ursache:
Der Nymphensittich kommt aus einer Aussenvoliere und hat dort die Spulwurmeier von draußen lebenden Vögeln (Kot) bzw. vom Boden aufgenommen. Auch durch mit Kot verunreinigte Äste und Grünfutter kann man sich solche Parasiten einschleppen.

Behandlung:
Sammelt zunächst Kot für eine Kotuntersuchung und zwar an zwei Tagen und an verschiedenen Zeiten, da nicht mit jedem Häufchen Wurmeier ausgeschieden werden. Den Kot bewahrt Ihr so lange in einer kleinen Filmdose oder Gefiertüte im Kühlschrank auf und bringt sie dann zum Tierarzt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wird er ein entsprechendes Mittel zur Entwurmung geben. Der Käfig ist während dieser Zeit täglich zu reinigen, um eine Neuansteckung zu vermeiden. Es empfiehlt sich daher Küchenpapier im Käfig auszulegen.


Weiterführende Weblinks:

Sittich-Info (inkl. Liste vogelkundiger Tierärzte)

Birds-Online
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