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Anreise (12km Rad)
Gegen 5Uhr starteten wir noch im Dunkelen zum Hbf. Zu unserem Erstaunen waren mehr Fahrräder als Autos unterwegs. Schnell noch die Fahrkarten aus dem Automaten gezogen und schon wird auch der Zug bereitgestellt, der uns nach Stuttgart bringen wird. Hat es in Hessen noch geregnet, so ist in Baden-Würtemberg schönstes Sommerwetter. Wir haben über eine Stunde Umsteigezeit und da unser Zug pünktlich war, reicht die Zeit für einen kleinen Stadtbummel durch die Fußgängerzone zum Schloßplatz. Der nächste Zug fährt uns quer durch Baden-Würtemberg. Mehrfach werden die Loks gewechselt, so daß ich kurz Aussteigen kann. So lande ich auch am Hafen von Lindau mit der bekannten Hafeneinfahrt. Vom Bodensee geht es durch den Arlbergtunnel und bald darauf haben wir Landeck erreicht.
Unser Hotel liegt mitten in der Einkaufsstraße. Für die Räder gibt es einen großen Abstellraum unterhalb eines Spar-Marktes.
Nach Glurns (36km)
Nach einem guten Frühstück geht's zurück zum Bahnhof, doch der Postbus läßt auf sich warten und erscheint erst pünktlich zur Abfahrtszeit. Der Fahrer verlädt die Räder und meint es wären nur 2 angemeldet.
In der Ortsmitte von Nauders ist Endstation. Nach einem kurzen Stop beim Bäcker gehts endlich los. Leider haben wir den ganzen Tag starken Gegenwind und die Sonne fehlt auch. So sieht die Gegend am Reschenpass wenig einladend aus. Nachdem wir den Stausee verlassen haben geht es quasi nur noch abwärts. Die Dörfer erinnern mich ans Engadin. In Mals suchen wir ein Café; landen aber bei einem Picknick mit Kuchen aus dem Spar-Markt. Danach endecken wir auch noch Café. Unser Hotel in Glurns ist ein riesiges altes Haus und sehr nett.
Nach Meran(69 km)
Der Tag startet mit leichtem Nieselregen und endet mit schönstem Sonnenschein. Eine Dusche beschert uns nur die Beregnung der Apfelbäume, die für 300m auch den Vinschgauradweg beregnet.
Am Nachmittag finden wir in Naturns ein schönes Café mit zivilen Preisen. In Plaus gönnen wir uns einen Abstecher vom Damm der Etsch in den Ort. Um die Pfarrkirche zum Heiligen Ulrich herum ist auf der Friedhofsmauer in 18 Szenen der "Plauser Totentanz" zu sehen, untermalt mit Sprüchen im Vinschger Dialekt. Abwärts nach Meran müssen wir die Strasse nutzen, da der Radweg neu gebaut wird. Das mondäne Meran ist ein krasser Kontrast zu den Vinschgauer Dörfern bisher. Unser Hotel liegt oberhalb des Ortskerns und wir müssen hinauf schieben.
In den Gärten von Schloß Trautmannsdorf und nach Bozen (37 km)
Eigentlich hatten wir einen ganzen Tag für Meran geplant, doch nun muß ein halber Tag für den Botanischen Garten bei Schloß Trautmannsdorf reichen. Den haben wir im Fernsehen gesehen und er soll einer der schönsten in Europa sein. Außerdem können wir ihn gemütlich zu Fuß vom Hotel erreichen.
Dort bringen wir den halben Tag zu.
Den Weg zurück auf den Radweg finden wir sehr gut, wenn auch eher zufällig. Dieser führt uns an einem riesigen Supermarkt vorbei. Da gehe ich erstmal hinein, um Proviant zu kaufen. Da der Laden wirklich riesig ist, dauert das halt etwas. Mit Getränken und reichlich leckerem Kuchen kehre ich zurück. Gleich darauf begegnen wir zwei Reiseradlern, die auch kurzentschlossen zum Supermarkt abbiegen. Zwischen Sinich und Burgstall müssen wir auf der Straße fahren. In Burgstall finden wir beim Rathaus einen Picknickplatz - auf dem Spielplatz. Hier wird bei herrlichem Wetter gleich der gesammte Einkauf vertilgt. Weiter führt der Weg entgegen dem Bikeline-Führer zwischen Etsch und Bahnlinie.
Am Abzweig nach Bozen ist ein Picknick- und Rastplatz. Es gibt auch Trinkwasser hier. Alle Plätze sind belegt und alle Arten von Radler treffen sich hier. Ältere Herren mit ihren Stadtgurken sitzen beim Plausch, Rennradler und Mountainbiker tauschen sich über Erlebnisse und Routen aus. Eine Stadtkarte zeigt die Radrouten in Bozen, das eine echte Fahrradhochburg ist.
Beim Einchecken werde ich gefragt, ob wir zu Wikinger gehören. Das Hotel ist gut gewählt. Ein altes Gebäude, Innen auf das Modernste eingerichtet. Eine abgeschlossene Fahrradgarage gibt es gegenüber. ..und diese stand voll mit Rädern von Girolibero.
Als wir abends draußen in der Fußgängerzone sitzen, beginnt es auf einmal zu regnen, aber ein großer Schirm hält uns trocken. Auf dem Rückweg ins Hotel ist es schon wieder vorbei.
Über Kaltern nach Bozen (75 km)
Als ich morgens aus dem Fenster sehe, macht sich gerade die Gruppe von Wikinger fertig zur Abfahrt. Die Räder werden eingestellt etc. Die Räder sind erstaulicherweise die Orangenen von Girolibero.
Wir entschließen uns, die Variante über Kaltern zu fahren. Dies bedeutet ein paar Höhenmeter, aber recht sanft, da es entlang einer ehemaligen Bahnstrasse geht.
Es ist Sonntag und auf dem Marktplatz von Kaltern ist entsprechend viel los. Wir finden ein Café, um dort ein Stück Geburttagstorte zu essen und uns für die lange Strecke heute zu stärken. Leider trübt sich später das Wetter ein und da der Etschradweg an allen Dörfern vorbei führt, finden wir kein weiteres Lokal für eine Pause. So fällt es schwer, den Nachmittag durchzuhalten.
Kurz nachdem wir das Hotel erreicht haben, gibt es einen sehr starken Gewitterschauer, so bleiben wir im Hotel und feiern mit einem noblen 3Gang-Menü. Auch hier steht die Tiefgarage voll mit Fahrrädern, 47 Stück, die meisten von Girolibero.
Zum Gardsee (51km)
Nach einem guten Frühstück -nun gut, dass ein Frühstücksei extra kosten ist für ein Hotel dieser Kategorie etwas befremdlich- holen wir den Stadtrundgang nach und kaufen Verpflegung für den Tag ein.
Bis Mori folgen wir noch einmal bei Traumwetter der Etsch.
In Nago verlieren wir den Weg und müssen etwas suchen. Nun geht es sehr steil hinab nach Torbole. Am See herrsch emsiges Treiben und der Radweg ist überfüllt mit Radlern und Fußgängern.
Das Hotel sind Riva ist sehr modern, doch die Lage könnte besser sein. Ein Industriebetrieb sorgt für Lärm, der selbst bei geschlossenem Fenster unüberhörbar ist. Den Abend verbringen wir daher im alten Zentrum malerischen von Riva del Garda. Als wir zum Hotel zurückkommen, ist der Lärm vorüber.
Heut' fahr'n wir über'n See (16 km)
Bei Traumwetter überqueren wir heute den Gardasee per Schiff. Es ist eine kleine Kreuzfahrt, denn das Schiff pendelt auf seiner Route von Nord nach Süd immer wieder zwischen dem Ost- und Westufer. Die Strecke von Riva bis Sirmione dauert so über 4 Stunden. Die Räder parken derweil auf dem leeren Autodeck
Sirmione ist uns viel zu überlaufen. Darum schwingen wir uns bald auf die Räder und fahren das kurze Stück nach Desenzano. Zwischendrin gibt's noch einen Stop am See. Meine Frau kauft uns zwei leckere Schinkenbrote während ich mit einem Radler plaudere. Er ist mit einem schnellen Renner unterwegs und will heute den ganzen See umrunden. Nun, dann hat er noch was vor sich, es ist Nachmittag und erst die Hälfte des Weges ist geschafft. Wir verfahren uns etwas und umrunden den halben Ort bevor wir unser edles Hotel finden. Der Rezeptionist ist sehr bemüht einen Platz für unsere Räder zu finden, letzlich landen Sie im Lager des Hotels zwischen den Voräten an Reinigungsmitteln und Toilettenpapier. Desenzano gefällt uns gut und wir haben ein sehr gutes Essen im Freien an diesem Abend.
Per Bahn nach Verona (0 km)
Mit dem Zug geht es heute nach Verona, das dauert keine 30 Minuten. Wir bummeln durch die Stadt, shoppen ein wenig, beobachten eine Restauratorin bei der Arbeit und geniessen die Aussicht auf die Stadt.
Direkt neben dem Dom essen wir sehr gut zu Mittag. Ein kleines Lokal. Es gibt nicht einmal eine Speisekarte. Der Chef zählt uns persönlich auf, was sie heute im Angebot haben. Die Qualität der Speisen ist vorzüglich und der Preis nicht nur angesichts der Lage sehr günstig.
Zurück in Desnzano haben wir am Abend nicht so viel Glück mit dem Restaurant. Ich muß ewig auf mein Dessert warten, und dann schmeckt es nicht einmal!
per Rad nach Brescia und per Bahn weiter nach Bergamo (44km)
Die letzte Radetappe und nochmals geht es bergan, was aber mit einem schönen Blick auf den See belohnt wird.
Am Ortsausgang von Bedizolle finden wir tatsächlich eine Radwegausschilderung nach Brescia. Über Pontenove mit seiner pitoresken Brücke werden wir nach Brescia geführt, leider zum Teil entlang der Hauptstrasse.
Brescia zur Mittagszeit ist leider etwas enttäuschend und wirkt verlassen, so dass wir bald in den Zug nach Bergamo steigen
Dort finde ich einen super Weg zum Airport, wo auch unser Hotel liegt. Als Straße eingezeichnet, ist es doch meist nur ein Feldweg. Eine Beschreibung dieser Strecke finden Sie hier.
An der Rezeption muß ich erst verhandeln, um einen Unstellplatz für die Räder zu erhalten, dabei ist das Hotel riesig und keinesfalls beengt. Wir quetschen je ein Rad in eine kleine Abstellkammer, so dass sich die Türen jeweils gerade noch schließen lassen. Dann geht es zum Bus und in die Oberstadt. Leider fahren uns 2 Busse weg, ehe wir Tickets aus dem Automaten haben. Die Mehrtageskarten sind dafür sehr günstig!
Wir bummeln kurz durch die Oberstadt und suchen uns dann ein Lokal fürs Abendessen.
Bergamo und Heimreise (10km)
Zunächst versuchen wir vergeblich Luftpolsterfolie zu kaufen, wofür wir uns auf die Räder schwingen und einer Malerbedarfsladen aufsuchen. Einen Baumarkt finden wir leider nicht. Sodann wollen wir mit dem Bus in die Stadt. An der Haltestelle werden gerade die Plakete ausgewechselt- und was dient den Handwerkern als Unterlage: Luftpolsterfolie. Ich frage, ob wir diese haben könnten und man schenkt Sie uns!
Der Vormittag in der Oberstadt ist leider total veregnet, so dass wir nochmals im selben Restaurant einkehren. Dann bessert sich das Wetter. Meine Frau sammelt Kastanien und wir bummeln noch ein bisschen durch die Unterstadt, die auch ganz nett ist. Schließlich geht es zurück ins Hotel, wo wir noch schnell unseren Kuchen verspeisen bevor wir mit Rädern und Gepäck hinüber zum Terminal fahren. Das Verpacken geht heute recht schnell und der CheckInn ist unproblematisch. Der Herr vom Sperrgepäck wünscht uns sogar noch eine gute Reise. Wäre das Einchecken mit den Rädern doch immer so unkompliziert und nicht so ein Streß wie zuletzt in Toulouse.
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