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Rhodos 2007

eine kleine Rundreise im Mai mit dem Rad

oder "Die Vliegende Fiets"

Rhodos Impressionen

1.Tag

Anreise (17km Rad)

Bereits um Viertel vor Sechs steht der Kleinbus vom Flughafentransfer vor unserer Tür. Wir sind noch gar nicht bereit zur Abreise. So bringe ich schon mal die Räder zum Bus, die seit Tagen verpackt auf ihren Einsatz warten. Da der Bus drei Sitzreihen hat, ist es leider nicht möglich, die Räder einfach hinein zu stellen. Schließlich klappt der Fahrer die Rückenlehne der dritten Reihe um und ich lege die Räder drauf. Damit es eine halbwegs ebene Fläche gibt, packe ich hinten die Gepäcktaschen unter die Räder. Dann geht's es mit hohem Tempo zu Flughafen.

Dort nimmt sich meine Frau einen Gepäckwagen für die Gepäcktaschen während ich die beiden verpackten Räder bugsieren muss. Ich will gleich zum Check-Inn stürzen, doch wir packen erst noch alle Gepäcktaschen - bis auf eine - in einen großen Tatonka-Sack und verschnüren diesen. Bei Check-Inn ist noch nicht viel los. Ich packe den Sack (17kg) aufs Band. Die Dame fragt uns: Also drei Gepäckstücke? Ich: Wieso drei? Na, das hier und die zwei Koffer? Koffer? Nein - nur das hier und die zwei Fahrräder! Dann fragt sie uns noch, ob wir einen Fensterplatz möchten. Nach leichtem Zögern bejahen wir. Nun müssen wir noch die Fahrräder zum Sperrgepäckschalter bringen. Hier laufen die Bikes durch einen großen Scanner und wir sind sie erst mal los. Wir dagegen gehen zunächst zum Bäcker, um das Frühstück nachzuholen.

Mit einer gelben Boing737 mit HLX-Beschriftung geht es dann nach Rhodos. Der Fensterplatz entpuppt sich als ein Platz am Notausstieg und bedeutet, dass vor dem Fensterplatz ein Sitzplatz fehlt. Das führt für mich zu ungeahnten Sitzkomfort - der eigentlich neuerdings kostenpflichtig ist. Sonst verläuft der 3 Stunden dauernde Flug ruhig und ohne besondere Ereignisse. Es gibt ein Sandwich und dazu Getränke gratis. Als wir bei Landeanflug nach draußen schauen, sieht es erstaunlich grau aus, als würde es gleich regnen. So hatten wir uns Rhodos nicht vorstellt, zumal zu Hause sommerliches Wetter war.

Über eine Treppe verlassen wir die Maschine und werden mit einem Bus zum Terminal gebracht. Hier warten die meisten Reisenden aus unserer Maschine zunächst am falschen Band, während ich schon einmal zu erkunden versuche, wo wir die Räder erhalten könnten. Aber außer dem Gepäckband scheint es keine Möglichkeit zu geben, die Räder bereitzustellen. So kommen auch bald unsere Gepäcktaschen an und ich erspähe draußen unsere Räder. Daher positioniere mich an der Luke des Gepäckbandes. Dieses wird kurz angehalten und die Räder werden durch die Luke gesteckt. Gut, dass ich hier bereits stehe und sie einzeln entgegen nehme und so Beschädigungen vermeiden kann.

Jetzt heißt es die Räder auspacken und fahrbereit machen. Nach ca. 1 Stunde - die Ankunftshalle hat sich derweil fast vollständig geleert - verlassen auch wir das Terminal. Zunächst geht es an der Startbahn entlang, an deren Ende ein Flugzeugwrack liegt. Von einem kleinen Lokal hat man einen guten Blick darauf sowie auf die startenden und landenden Maschinen. Nun müssen wir auf die Hauptstrasse. Auf dieser ist es erfreulich ruhig. So passieren wir die ersten Ansiedlungen, bis ich unvermittelt auf ein Schild Alex Beach Hotel treffe. Nach 6km haben wir unser erstes Hotel bereits erreicht. Eigentlich hatten wir ein anderes gebucht und wurden am letzten Werktag vor dem Abflug umgebucht - aber das ist eine Story für sich, die aber dazu führt, dass wir uns erstmalig mit den Segnungen von All-Inklusive befassen müssen.

Blick von Theologos auf Tholos Beach

So gehe ich erst mal zur Rezeption, während meine Frau draußen bei den Rädern bleibt. Mit meinem vom Reisebüro ausgestellten Behelfsvoucher ist man nicht zufrieden, einen solchen Beleg kennt man hier scheinbar nicht. Außerdem wundert sich die Dame, warum meine Frau nicht herein kommt. Also gehe ich schnell hinaus zu den beladenen Räder, damit meine Frau sich Ihr AI-Bändchen abholen kann. Alles in allem eine nicht so freundliche Begrüßung. Ein guter Abstellplatz für die Räder findet sich auch nicht, wir sollen Sie vor dem Hotel abstellen. Das machen wir schließlich auch und dort schienen sie niemanden interessiert zu haben - außerdem konnten wir sie von unserem Balkon sehen.

Mit dem Fahrstuhl fahren wir samt unseres Gepäcks in den dritten Stock. Hier riecht es intensiv nach neuem Teppich. Das Zimmer ist recht schlicht eingerichtet, scheint aber erst kürzlich renoviert zu sein. Der Ausblick geht leider auf die Hauptstrasse. Als nächstes erkunden wir die Anlage. Es gibt mehrere Pools, Spielbereiche für Kinder und Sportplätze. Dann sind wir am Beach - sorry, Strand wollte ich sagen- angelangt. Ich habe schon schönere und saubere Strände gesehen.

Wir könnten jetzt gut etwas zu essen vertragen, aber trotz All-Inclusiv ist nichts aufzutreiben. So begnüge ich mich mit einem Softdrink - und trinke diesen aus einer Tasse, da mir die alten Plastikbecher zu eklig sind.

Es bleibt noch Zeit bis zum Abendessen, so dass wir die Räder nehmen und Richtung Theologos fahren. Der Ort liegt ca. 1km landeinwärts auf einem kleinen Hügel. Hier sehen wir unsere erste griechische Kirche. Wir fahren dann noch ein Stück weiter in Richtung "Schmetterlingstal". Die Strecke ist nett und führt durch eine Olivenhain. Wir fahren ein paar Kilometer bis zur Abzweigung wo wir umdrehen und den gleichen Weg zurück nehmen.

Beim Abendessen geht es recht laut zu - bedingt durch die Anwesenheit vieler kleiner Kinder. Mit der Speisenauswahl bin ich auch nicht recht zufrieden. Das Grillfleisch, das meine Frau ergattert hat, sieht aber sehr lecker aus ..und der Rotwein ist sehr süß :-(
Auf die Show, die am Abend draußen auf der Bühne stattfindet, verzichten wir und machen noch einen kleinen Spaziergang am Strand zum Nachbarhotel.

 

2.Tag

Radtour auf der Küstenstrasse nach Kamiros Skala (52km)

Von Fluglärm habe ich in der Nacht nichts gehört, aber am Morgen kommen einige Geräusche von der Strasse - ist aber nicht wild. Wir machen uns auf zum Frühstück, das mich mehr überzeugt, als das Abendessen. Die Pfannkuchen sind sehr lecker! Auch sonst gibt es viel süßes Kram z.B. Kuchen und sehr viele Kekse.

Nach dem Frühstück führt uns der erste Weg kurz an den Strand bevor wir uns für den Tag fertig machen. Mit den Räder fahren wir die Küstenstrasse entlang. Zunächst passieren wir dabei das Kraftwerk bei Soroni, welches gestern unangenehme Gerüche zum Hotel herüber geweht hat. Dann folgt der Ort Soroni. Hier gibt es einige Läden und so kaufen wir bei einem Bäcker eine Tüte Kekse. Kurz hinter Kalavarda stoppen wir an einem Restaurant mit hübsch angelegtem Garten, den wir bewundern u.a. die nachgebaute Windmühle. Auch zwei Räder von CycleTours stehen hier. Als wir weiterfahren wollen, schreie ich auf, denn ich spüre einen stechenden Schmerz am rechten Knöchel. Die Übereste einer Biene finde ich auch noch. Der Schmerz ist zu stark, um weiter zufahren. So suchen wir einen schattigen Platz und ich versuche die Einstichstelle mit unserer Wasserflasche zu kühlen, doch dadurch wird der Schmerz nur schlimmer. So fahren wir bald trotzdem weiter - allerdings nicht sehr weit. An einer kleinen Bucht lassen wir uns nieder. Hier ist es nett, vor uns steht eine Reihe Liegestühle aufgebaut und hinter uns gibt es ein paar Speiselokale, wo ab und an eine Busladung abgeladen wird. Am Strand selbst ist es ruhig. Oberhalb des Strandes sollen die Überreste der Stadt Kamiros liegen. Hier machen wir nun ca. eine Stunde Pause bevor ich beschließe, dass es weiter gehen kann.

Badebucht bei Kamiros

Nun ist fast kein Verkehr auf der Strasse, die jetzt direkt am Meer entlang läuft. Die Sonne hat sich etwas hinter Wolken verzogen, aber es ist trotzdem warm. Als sich die Landschaft hinter einer Kurve wieder etwas weitet stehen rechts und links der Strasse Gewächshäuser und wir erkennen Tomaten und Melonen. Am Ortsrand von Mandriko entdecken wir eine schöne Kirche, leider wird sie gerade verschlossen. Da es jetzt ein paar Tropfen Regen gibt, bleiben wir kurze Zeit hier. Anschließend geht es einmal durch den Ort bergauf -die erste Steigung heute, dann sind wir wieder auf der Hauptstrasse. Schon können wir Kamiros Skala erkennen. Der Ort hat eigentlich nicht viel zu bieten, wäre nicht der kleine Hafen. Dort gibt es ein paar Lokale und hier legt die Fähre zur Insel Chalki an. Die Fähre liegt auch gerade im Hafen und es ist einiger Ladeverkehr. Wir beschließen auch einzukehren. Getränke bekommen wir schnell, doch die Speisekarte bringt man uns aber erst auf Anforderung - liegt es am AI-Bändchen? Das erst jetzt eine Papiertischdecke aufgelegt wird finde wir - als Griechenlandneulinge- lustig.

Nach unserer leichten Mahlzeit machen wir uns auf den Rückweg. Im Ort und im Hafen ist ein ruhig geworden, die Fähre ist bereits abgefahren. Unterwegs wird es langsam auch wieder heller und sonniger. Vor Kamiros sehen wir noch einige Ziegen am Straßenrand. In Mandrika steigt dann einmal mein Adrenalinspiegel. Obwohl auf der Hauptstrasse nicht viel los ist, beschließe ich spontan bergab auch wieder durch den Ort zu fahren. Ich biege gerade um die Kurve, da stürzen zwei große Hunde kläffend auf mich zu. Insbesondere mache ich mir nun um meine Frau sorgen, die hinter mir fährt. Zum Glück werden die Hunde gleich zurückgerufen und meine Frau war noch soweit weg, dass Sie den Vorfall gar nicht bemerkt hat. In Soroni entdecken wir eine Konditorei mit vielen kleinen Leckereien. Die Auswahl ist so groß, dass ich mich kaum entscheiden kann. Der Autoverkehr wird ab hier wieder spürbar, ist aber doch erheblich geringer als ich vor der Reise befürchtet hatte. Kurz vor Tholos sitzt eine Frau vor Ihrem Haus an der Strasse und spendet uns Beifall. Von meinem Insektenstich am Fuß merke ich inzwischen nichts mehr und das soll sich zum Glück auch nicht ändern.

Um 20Uhr ist wieder Sonnenuntergang angesagt, aber durch einige Wolken am Horizont fällt er weniger spektakulär aus.

 

3.TAG

Zum Tal der Schmetterlinge und nach Maritsa(31 km)>

Heute geht es zunächst auf bekannter Nebenstrecke am Theologos vorbei zur Straße in Schmetterlingstal. Dort stoßen wir zunächst auf ein Weingut, das uns durch Ihr Kapholländisch anmutendes Gebäude anzieht. Die Tanks in einem Teil des Gebäudes deuten darauf hin, das hier tatsächlich Wein produziert wird, den man auch gleich hier erwerben könnte. Dies liegt uns aber z.Zt. fern, denn wir haben keine Lust auch noch Weinflaschen mit uns herum zu schleppen. Sonst widme ich meine Aufmerksamkeit hier mehr einem auf dem Parkplatz abgestellten alten Mercedes-Transporter, als dem Weingut selbst.

Mercedes vor dem Weingut

Nun steigt die Strasse langsam mehr und mehr an. Am Strandrand wird auf Attraktionen wie eine Straußenfarm hingewiesen. Das deutet darauf hin, dass wir auf einer Touristischen Route sind und hier viele Menschen vorbei kommen. Der Anstieg ist zwar nicht dramatisch, aber ich habe dabei wohl ein Bein etwas überlastet, so dass ich es in den nächsten Tagen bei jedem Antritt merke- Wir kommen noch an einer kleinen Ortschaft vorbei, die komplett auf militärischem Gelände liegt und fotografieren ist hier verboten, an erreichen wir einen Parkplatz im Imbissbude. Hier soll es zum Schmetterlingstal gehen. Wir schließen unsere Räder an eine Parkbank an - auch die Packtasche bleibt hier - und spazieren los. Zunächst geht es noch ein Stück auf einer Straße bergab bis zu einem Souvenirshop. Hierhin hätten wir noch fahren können. Mehr oder weniger durch den Shop und ein Restaurant gelangen wir so zum unteren Eingang des Schmetterlingstales und damit zum Kassenhäuschen. Hier wird uns eröffnet, dass es derzeit keine Schmetterlinge gäbe, der Eintritt aber trotzdem pro Person 3€ kostet. Ersteres hat uns nicht überrascht, letzteres schon etwas, doch nun sind wir einmal hier und wollen die Attraktion auf sehen. So löhnen wir unseren Obolus und marschieren los. Mein erster Eindruck ist: das hier ist ein Park und kein Tal. Als sieht nett und angelegt aus, dazu gibt es Holzstege über die das Gelände erschlossen und passierbar ist. Ein Wasserlauf plätschert uns entgegen, es ist schon nett hier - aber wie auf Rhodos fühle ich mich nicht. Bald ist der erste teil des Tales passiert. Wir müssen eine Strasse queren und zwei Restaurant passieren um zum Eingang des oberen Teiles zu gelangen. Der Weg führt weiterhin bergauf sonst ändert sich nicht viel, außer dass hier noch mehr Menschen unterwegs sind als im unteren Teil. Am Ende des Wege gelangen wir zu einem Picknickplatz, wo wir kurz pausieren bis wir weiter zum kleinen Kloster gehen. Von hier oben haben wir einen schönen Blick auf die Küste und können unser Hotel erkennen. Weiterhin gibt es hier einfache Speisen zu erwerben und das innere der Kirche kann besucht werden. Das dabei etwaige Bekleidungsvorschriften gewahrt werden mussten, ist mir dabei nicht aufgefallen. So machen wir uns bald auf dem Weg zurück. Jetzt ist es viel ruhiger im Tal. Wo sind nur die Menschen alle? Liegt es daran, dass gerade Mittagszeit ist?

So sind wir bald wieder bei unseren Rädern, die unversehrt auf uns warten. Wie bisher jeden Tag hat sich die Sonne zur Mittagszeit hinter den Wolken versteckt. Da wir nicht weiter bergauf wollen, machen wir kehrt und fahren richtig Damatria. Wir kommen an einem weiteren Kloster vorbei, doch hier ist es ganz ruhig. Nur einmal hält ein Auto und der Fahrer füllt seine Wasserflasche aus der Leitung. Wir passieren eine Start- und Landebahn, die auf unserer Karte als Stillgelegt bezeichnet wird. Als Fahrziele ergibt sich Maritsa, so wir am Ortrand zunächst eine kleine Kirche bewundern. Dann lassen wir uns bei einem Kaffee nieder. Nebensatz sitzen die älteren Herren des Dorfes, aber wir haben das moderne Lokal im "Chill Out" Look gewählt. Von hier aus können wir gut das treiben hier im Ortskern betrachten -und sind ganz überrascht, als die Wirtsleute plötzlich hinter einer Verbretterung einen Flattscreen-TV hervorkommen lassen. Am Abend gibt es Fußball und man bereitet sich darauf vor.

Wir können uns am griechischem Programm nur wenig erfreuen, daher starten wir den Rückweg. Bald werden wir von zwei Rennradler überholt, die meiner Frau Respekt zollen. Dann passieren wir noch eine etwas verfallen wirkende Straußenfarm, bevor wir zurück auf der Hauptstrasse sind. Wir sind dann so zeit zurück, dass wir uns noch ein wenig an den Strand legen können. Im Wasser versucht sich ein Herr im Windsurfen, doch leider ist kaum Wind. Es sieht lustig aus wie er auf dem Board so an uns entlang schleicht.

Der Sonnenuntergang ist heute auch wieder wunderschön. Gerade als die Sonneversunken ist, passiert dann vier Soldaten mit Maschinenpistolen den Strand, da wird mir ganz anders. Ist dass hier Routine? Wir sind schließlich in Sichtweiter der Türkischen Küste! Zumindest bleibt es das einzige, das ich hier so etwas sehe.

 

4.TAG

Zur Besichtigung nach Kamiros (46 km)

Auf dem gleichen Weg wie um Dienstag geht es in Richtung Kamiros. Nein halt, ich versuche zwischen Soroni und Fanes einen Weg an der Küste zu finden - vergeblich! Dafür ist es am Strand dort sehr ruhig. Aber wir müssen zurück in den Ortskern von Soroni. So geht es dann auf bekannter Strecke bis zum Restaurant "Old Kamiros". Ab hier geht es Steil aufwärts. Ich verfluche mich dafür, dass ich nicht das Rad unten am Restaurant habe stehen lassen. Busse sind in beiden Richtungen unterwegs und speien auf dem Parkplatz ihre Ladung von Kreuzfahrttouristen aus. Wir schließen unsere Räder direkt am Eingang an den Zaun und gehen in die Anlage - selbstverständlich nachdem wir den Eintritt bezahlt haben. Die Ausgrabungsstätte ist sehr weitläufig und so bringen wir hier einige Zeit zu. Es muss einmal ein beeindruckender Ort gewesen sein und hier oben sicherlich nur schwer einnehmbar. Einmal sehen wir einen großen Decke auf den Ausgrabungen.

Alt Kamiros

Der Weg hinab ist zumindest die Belohnung dafür, dass wir die Räder hinauf gewuchtet haben. Am Strand verspeisen wir unsere mit gebrachten Lunchpakete - für irgend etwas muss AI ja gut sein.
Auch heute ist es zu früh für den direkten Rückweg so biegen wir noch in Richtung Solakos ab. Hier kommt es der Mineralwasser den Insel her. Da wir nicht wissen, welche Steigungen auf der kleinen Strasse nach Dimilia auf uns zu kommt, fahren wir den selben Weg nach Kalavarda zurück. Die Strasse ist auch nett und hat kaum Verkehr. Wir stoppen noch an einem kleinen Kloster. Wir sind die einzigen Menschen hier, die Kirche ist somit leider zu und der Platz drum herum sieht etwas vermüllt aus.

Auf dem Rückweg kommen wir nicht um einen Stop beim Konditor in Soroni herum. Wir verspeisen die Leckereien gleich auf einer Bank vor dem Laden.

Nach dem Abendessen sitzen wir heute noch etwas draußen auf der Hotelterrasse. Es ist relativ leer hier. Scheinbar sind noch nicht alle Gäste für heute und das Hotel sind nun geringer belegt. Für Abwechslung sorgt ein niedlicher kleiner Hund der Herumläuft und Anschluss sucht. Es gibt scheinbar recht viele wilde Katzen und Hunde auf der Insel.

5. Tag

Einmal mit Gepäck über die Insel (34 km)

Heute müssen auch wir packen, denn wir fahren auf die andere Seite der Insel. Ich bin etwas aufgeregt, da ich mir nicht sicher bin, welche Steigungen auf uns zu kommen. Rückblickend kann ich nur darüber lachen! So laden wir unser ganzen Gepäck auf sowie das Verpackungsmaterial für den Flug und starten zunächst hinreichend bekannten Strecke nach Soroni. Am Ortsausgang von Soroni geht es dann ins Unbekannt. Bei viel Sonnenschein geht es leicht aufwärts. Der erste schattige Zwischenstop ist ein Kloster - Agios Soúlas -umrahmt von einigen Sportplätzen. Akustisch kommt es uns mehr wie ein großer Kinderspielplatz vor, denn es sind hier mehrer Busladungen Kinder anwesend. Mit einer kleinen Abfahrt geht es weiter.

Kurz vor Dimilia überholen uns 10 kleine rote Geländewagen - eine Gruppe auf Jeepsafari. Am Ortsrand hören wir dann Lautsprecherdurchsagen, die wir natürlich nicht verstehen können. Was ist hier los? Das Rätsel löst sich sogleich. Wir überholen einen Kleintransporter, der mit geöffneter Schiebetür und Heckklappe durch den Ort schleicht. An der Heckklappe hängen einige Kleidungsstücke, weitere sind im inneren des Wagens säuberlich aufgestapelt. Es handelt sich um ein rollendes Bekleidungsgeschäft. Nun scheinen wir im Ortszentrum angekommen zu sein. Ein kleiner Platz, die Geländewagen treffen wir hier alle wieder. Die letzten Teilnehmer der Tour begeben sich gerade in das kleine Lokal hier am Dorfplatz. Gegenüber gehen die Menschen in ihren Häusern und Gärten ihrem Tagesgeschäft nach. Auch der rollende Laden trifft ein, doch der Verkaufserfolg bleibt aus! Nachdem wir für einige Minuten die Atmosphäre eingesogen haben und froh waren nicht der Sonne ausgesetzt waren wollen wir den hier beginnenden Anstieg angehen, stoppen jedoch gleich wieder als wir die hübsche Kirche erblicken. Die Strasse ist von glatter Fläche und breit, auch der Anstieg ist zunächst mäßig. Dann stoppen wir zum Luftholen und meine Frau schiebt ab hier ihr Rad. Ich entdecke derweil oben einige Häuser. Das kann noch nicht Eleoúsa sein, denke ich - wir können längst noch nicht oben sein.

Plaza in Elousa

Doch nach weiteren ca. 300m haben wir den Ort Eleoúsa erreicht. Lt. unserem Reiseführer soll es hier eine Plaza in italienischen Stil geben - diese suchen wir sogleich auf. Im Schatten der Zypressen machen wir eine ausgiebige Pause. Die Plaza wurde von den Italienern angelegt und die anliegenden Gebäude sind teilweise leer und halb verfallen. Wir beobachten zwei Männer, die den Platz Fegen. Die Kirche oberhalb der Plaza ist leider geschlossen. Dann stoppt plötzlich ein Kleinwagen und eine Frau fragt uns, wie Sie nach Eleoúsa kommt. "Sie sind bereits da" ist unsere Antwort. Sie wäre über furchtbare unbefestigte Strassen gekommen, erzählt Sie. Wir dagegen rollen auf gut asphaltierter Straße bergab nur um im nächsten Ort - Archipoli -wieder bergan zu strampeln. Auch hier gibt es eine hübsche Kirche und direkt dafür ein kleines gut besuchtes Lokal. Wir sind stark versucht hier einzukehren, obwohl wir keinen Hunger haben. Aber wir fahren weiter, bis zur nächsten Kirche, dem allein liegende Kloster Agios Nektarios. Die Kirche sieht aus wie gerade neu gebaut. Weiter geht es Abwärts bis zur Abzweigung zu den sieben Quellen. Hier führt die Strasse steil bergan, was wir uns mit dem Gepäck nicht antun möchten. Dann sehe ich einige Menschen auf dem anderen Seite am Bach entlang kommen. Lt. Karte soll es da auch eine Mühle geben. Meine Frau meint, da könnte ich doch mal hin schauen. Das lasse ich mir nicht zweimal sagen. Oberhalb des Baches zieht sich ein schmaler Weg sich in ein Tal hinein. Die Mühle kann ich nicht entdecken. Dafür einen Wasserkanal der in einem Tunnel verschwindet. Davon hatte ich gelesen. Durch den Tunnel könnte man auch gehen. Mich interessiert nur, dass es von hier nicht weit zu den sieben Quellen ist. Wenige Meter weiter liegt ein nettes Lokal unter Bäumen, zum Teil über dem steinigen Flussbett aufgeständert. Überall plätschert Wasser aus den Felsen. Doch welches sind die sieben Quellen? Ich weiß es nicht. Dafür kreuzt jetzt ein Pfau meinem Weg. Wieder an der Strasse erzähle ich meiner Frau, sie solle unbedingt auch den Weg gehen - und doch was zu essen mitbringen! Während ich auf Sie warte kommt ein Radfahren und spricht mich an woher ich komme, Er kommt aus Polen und hat es scheinbar eilig. Gleich versteh ich auch warum. Er ist der erste einer kleinen Gruppe und wartet um die anderen bei der Ankunft zu fotografieren zu können. Dann fahren Sie den steilen Weg bergauf. Wir dagegen wollen abwärts der Küste entgegen - nicht bevor wir unseren Keks verspeist haben. So sind wir überraschend schnell an der Kreuzung mit der Hauptstrasse der Ostküste. Hier beginnt die Allee die bis hinunter nach Kolymbia führt und die vielleicht die einzige Sehenswürdigkeit des Ortes ist. Etwas ratlos kurven wir dann durch den Ort - und landen Oberhalb des Hafens an einer gepflegten Hotelanlage. Hier endet der Weg. Also umdrehen. Das Hotel könnte es sein, doch wo ist der Eingang. Schließlich finden wir eine Einfahrt. Hier hängen TUI- und Thomson-Fahnen, aber der Name ist Hotels ist nur sehr klein angeschrieben. Wir sind richtig. Der Check-Inn erfolgt in englischer Sprache. Ein Herr spricht mich an, ich vermute der Manager. "Sie sind mit dem Fahrrad gekommen? Wir wussten ja nicht wann Sie ankommen würden. Ein Platz für die Fahrräder - wir werden eine Lösung finden, laden sie erst einmal ab." Was wir sogleich tun. Da kommt er zu uns heraus. Wir wären in einem anderen Gebäude, daher sollen wir dem Golfwägelchen hinterherfahren. Ob wir etwas Gepäck dort aufladen wollen? Unsere Räder könnten wir dort am Gebäude abstellen. So folgen wir dem Wägelchen - cool. Dann weist er uns den Weg. Dort drüben ist es. Die Räder stellen wir direkt vor dem Zimmer ab. Das Zimmer ist riesig. Es gibt Bademäntel und Pantoffeln und sogar eine kleine Musikanlage. CDs könnte man bei der Rezeption leihen - lesen wir. Das Bettgestell sieht dagegen etwas abgenutzt aus. Vorne hat das Zimmer einen Balkon und Blick auf den Hafen. Da vor der Mauer waren wir gerade noch auf unseren Rädern. Ein ganzen Bündel Unterlagen hat man mir an der Rezeption mitgegeben. Zumeist will man uns nur etwas verkaufen: Upgrade auf All-Inclusive, Mietwagen oder -Motorrad. Nun geht's schnell unter die Dusche, um anschließend unsere Umgebung erkunden zu können. Das Hotelgelände ist viel weitläufiger als man in erste Augenblick meint. Wir sind bestimmt 300m vom Hauptgebäude und Hauptpool entfernt, es gibt aber einen kleinen Pool nahe unserem Balkon. Dieser ist recht klein Vergleich zur großen Poollandschaft. Die große Felswand im Hintergrund macht die Kulisse beim großen Pool recht spektakulär. Nun verlassen wir die Hotelanlage und laufen am Strand entlang. Dieser besteht aus sehr groben Kies. Hotels und Baulücken wechseln sich hier ab. Ähnlich sieht es an der Strasse ab. Es gibt viele Hotel aber auch viel Platz dazwischen. Fast ausschließlich an der Hauptstrasse gibt es einige Shops und Restaurants sowie Auto- und Fahrradvermietungen. Dann hießt es Umziehen zum Abend essen. Der Katalog schrieb etwas von gepflegter Kleidung, in der Infomappe die ich heute erhalten habe, schreiben sie etwas von formeller Kleidung, die habe ich aber nicht dabei. Weder Jackett noch Krawatte sind im Reisegepäck. Ich bin daher gespannt, was kommt. Es gibt "wait to be seated". Eine Dame begrüßt uns übertrieben freundlich und scherzt mit jeder Dame. Wir haben wir Wahl, ob wir draußen, im kühlen Speisesaal oder hier in der großen Rotunde unter der Glaskuppel sitzen möchten. Das es im Speisesaal recht kühl ist, bleiben wir in der Rotunde. Es gefällt es gut hier. Es plätschert ein künstlicher Wasserfall hoch über uns wölbt sich das Glasdach und drüber der blaue Himmel. Nebenbei sehen wir alle Gäste auf dem Weg zum Speisesaal. Während unsere Mahlzeit sehe ich nur zwei Herren die man ev. als formell gekleidet bezeichnen können. Formell muss man sich hier jedenfalls nicht kleiden, aber etwas schicker darf es hier schon sein - und mit Shorts oder Bermudas erhalten Herren hier keinen Einlass in den Speisesaal. Ich fühle mich jedenfalls wohl in meiner Stoffhose im Jeansschnitt.

Aber das überraschenste Ereignis des Tages sollte noch folgen, zum Dessert so zusagen. Jedenfalls komme ich übers ganze Gesicht grinsend vom Dessertbuffet zurück. Was ist denn los, will meine Frau wissen. "Du glaubst nicht was eben passiert ist. Ich stehe am Buffet, da spricht mich jemand an: Olaf was machst Du denn hier?". Ich schaue auf und sehe meinen Kollegen Heinz. Das darf nicht wahr sein.

...und dann gab's noch die unangenehme Überraschung. Hatte ich mich schon gefreut, weit genug vom Hauptgebäude entfernt zu sein, um nichts mehr vom Unterhaltungsprogramm zu hören, so erschallt Musik vom Nachbarhotel, sobald wir auf der Rückseite unseres Nebengebäudes ankommen. Dort habe ich vorhin ein Freilichtbühne gesehen und Plakate mit der Aufschrift Grease. Statt einzuschlafen, nehme ich so in der nächsten Stunde alle Hits des gleichnamigen Musicals wahr und anschließend ist meine Müdigkeit weg. Der einzige Minuspunkt in dieser schönen Hotelanlage! Irgendwann muss ich aber doch eingeschlafen sein.

6. Tag

Nimm den nächsten Bus nach Lindos ...

Nach einem guten Frühstück - unter der Glaskuppel - studieren wir den Busfahrplan. Für den ersten Bus nach Lindos sind wir zu spät, aber den zweiten sollten wir packen ... und sind viel zu früh an der Haltestelle direkt vor dem Hotel. Das Busticket kostet nicht mehr als zu Hause und auch der Bus hat schon ein Leben in Deutschland hinter sich. Die Fahrt ist wenig spektakulär, der Himmel heute leicht bedeckt. Die Steigung auf der Hauptstrasse wäre mit dem Rad nicht ohne gewesen und der Verkehr auch nicht. Wir fahren zunächst durch Archángelos. Den Ort muss man wohl nicht gesehen haben. Dann biegt der Bus in die Vlicha-Buch gab. Hier liegen ein paar schöne Hotels, die im Katalog als Lindos verkauft werden. Noch ein Anstieg, dann sind wir da. Oberhalb des Ortes halten die Linienbusse und beim Ausstieg gibt's den ersten Blick auf die bekannte Akropolis von Lindos. Der Touristenrummel im Ort schreckt mich zunächst ab. So kommen wir an einem Stall vorbei. Hier warten Dutzende Esel nur darauf, Touristen auf Ihrem Rücken hinauf zur Akropolis zu tragen. Wenige Meter weiter, dann das Bild, das mir im Kopf eingebrand bleibt: Ein nicht gerade schlanker tatoovierter Herr mit freiem Oberköper auf einem Esel reiten mitten in der Menschenmenge der schmalen Gassen. Ein - wie ich finde - peinlicher Anblick. Wir versuchen etwas abseits der Haupttrampelpfade hinauf zur Burg zu gelangen, was uns aber nicht wirklich gelingt. Wir lassen unserem Obolus beim Kassenhäuschen und steigen weiter bergauf, wobei wir schon einige historische Steinmatzarbeiten bewundern können. Oben angekommen, beeindruckt die Größe der Anlage und das man überall herumlaufen darf. Hat denn hier kein Denkmalschützer Angst, dass die Menschenmassen das historische Bauwerk auf Dauer zerstören? Auch der Blick von hier oben ist umwerfen. Zum einen der Blick auf die Dächer von Lindos mit Ihren Dachterrassen, zum anderen eine schöne Badebuchten tief unter uns, so wie der Strand und Hafen von Lindos. Sogar eine Katzenfamilien hat sich hier oben ihr Heim eingerichtet.

Aldstadt Lindos

Während wir hinter zum Strand steigen, ziehen dunkle Wolken über die Insel, etwas Wind kommt auf. Wir suchen Schutz und Rast in einer Taverne am Strand bei guter griechischer Kost. Dann ziehen wir noch durch die Gassen von Lindos, die bereits leerer geworden sind. Die Läden gleichen aber meist einander. Ein Esel als Marionette hat es mir angetan, aber er muss hier bleiben. Schließlich setzt Nieselregen ein und wir machen uns auf den Weg hinauf zur Bushaltestelle. Dort müssen wir eine Weile auf den Verspäteten Bus warten. Es ist der Letzte an diesem Tag nach Kolymbia - und das bereits um 15Uhr! Schließlich kommt die Dame vom Fahrkartenschalter, um den Wartenden Fahrgästen mitzuteilen, dass Ihr Mann gleich käme. Und alles in bestem Deutsch. Der Bus setzt uns dann wieder direkt vom dem Hotel ab. Nach dem Abendessen verbringen wir noch einige Zeit gemeinsam mit dem Kollegen und seiner Frau auf der Terrasse vor Ihrem Hotelzimmer und leeren eine Flasche Rotwein - original von der Insel. Vom Nachbarhotel ist auch nichts zu hören und so wird es eine ruhige Nacht.

7. Tag

Zur Antony Quinn Bucht (36 km)

Heute sollen unsere Räder wieder zum Einsatz kommen, die inzwischen ihrem Platz auf dem Balkon gefunden haben. Vorbei an einem 12-Fly-Clubhotel geht es auf ruhiger Straße in Richtung der Hauptstrasse, die wir dann auch für einige hundert Meter nutzen und froh sind sie wieder verlassen zu können. Nur leider landen wir zunächst in einer Sackgasse. Doch bald sind wir im Zentrum von Afantou. Am Hauptplatz gibt es mehrer lokale, wo wir die einzigen Touristen zu sein scheinen. Die Tortenstücke hier reichen von der Größe für zwei Personen. Dann kommt sogar eine kleine Gruppe Touristen über den Platz, sie hatten scheinbar ein Führung hier im Ort. Wir fahren auch nochmals durch den Ort, finden aber nichts wirklich sehenswertes. Dann klettert die Straße an und die Beschilderung weist zum Schmetterlingstal. Dorthin wollen wir aber nicht, also fahren wir rechts ab. An einem offenen Zauntor kläffen zwei Hunde, bleiben aber auf dem Grundstück. Dann geht es bald abwärts und wir erreichen die Ausläufer von Faliraki. Ein Hotel, vor dem eine Kuh weidet hat es mir angetan. Wir lassen das quirlige Zentrum links liegen und suchen uns einen alternativen Weg. Tatsächlich gelangen wir über eine kleine Anhöhe zum Abzweig zur Anthony Quinn Bay. Dabei passieren wir zunächst die Ladika Bay. Das Wasser sieht von hier oben herrlich aus. Nach 200m ist die Strasse zu Ende und wir stehen vor der Anthony Quinn Bucht, wie eine Betonplatte mit Inschrift beweist. Wir suchen ein schattiges Plätzchen für eine Pause. Jetzt noch ein kleiner Snack und alles wäre perfekt.

Die Antony Quinn Bucht

Die Bucht ist wunderschön, das ist Wasser herrlich blau und kristallklar, ein paar Boote ankern in der Bucht, eine Menschen liegen am Ufer in der Sonne. Vielleicht der schönste Platz der ganzen Insel, der einstmals Herrn Quinn zum Geschenk gemacht wurde. Der Rückweg bietet - neben einem kurzem Stück auf der Hauptstrasse - Kilometer am flachen Strand entlang. Wir sind für jeden Schatten spendenden Baum dankbar. Da wir früh am Hotel zurück sind, wollen wir nun endlich einmal die Poollandschaft nutzen. So wären die Bademäntel auch mal zu etwas nutze. Dann kommt es. Gerade bin ich aus dem Pool geklettert, rutsche ich weg. Ich fange mich jedoch wieder, allerdings spüre ich vorher noch einen Schmerz im Sprunggelenk. So gehe ich erst mal in den Whirlpool. Obwohl sich meinen Fuß nicht wirklich gut anfühlt können wir anschließend einen Spaziergang machen. Nachdem Abendessen jedoch kann ich nur noch mit starken Schmerzen laufen und weiß kaum, wie ich zurück ins Zimmer kommen soll, geschweige denn wie ich liegen und schlafen soll. Wir schmieren den Fuß mit Salbe ein. Schließlich kann ich tatsächlich schlafen.

8. Tag

..und es geht doch! (33 km)

Am nächsten Morgen ist der Schmerz nicht mehr so stark, aber ich traue mich nicht aufzutreten. Wie jetzt weiter gehen? Ich spiele im Geiste diverse Alternativen einmal durch: 2 Taxen nehmen wg. der Fahrräder, einen Van mieten (z.B. Fiat Doblo). Meine Frau schlägt vor selbst mit dem Rad zu fahren und für mich ein Taxi zu rufen. Ich bin mir nicht sicher, ob der Fuß geröntgt werden muss. Ich frage also bei der Rezeption nach einem Arzt. Sie würden einen kommen lassen. Wir vereinbaren, dass wir erst Frühstücken gehen und dann zur Rezeption kommen. Also humple ich los und lasse mich beim Frühstück, dass wir erstmals draußen einnehmen, von meiner Frau bedienen.

Später kommt dann der Arzt aufs Zimmer. Der Fuß ist nicht geschwollen und ich kann inzwischen vorsichtig auftreten. Dann wäre nichts gebrochen meint der Doc. Zögerlich weise ich auf die Räder auf dem Balkon und frage vorsichtig wie es mit Radfahren wäre. Why not - ist seine Antwort. Das hatte ich gestern Abend nicht zu träumen gewagt und bin auch jetzt nicht sicher, ob ich das Risiko eingehen soll.

Zunächst laden wir einmal unser Hab und Guts auf und ich übe vorsichtig anzuhalten und abzusteigen und dabei das verletzte Bein möglichst wenig zu belasten. Ich habe doch reichlich Angst, die beladene Fuhre plötzlich stoppen zu müssen. Zunächst geht es über eher ruhige Strasse die Strecke vom gestern Nachmittag wieder zurück. Nur ist heute der Himmel recht grau und am Strand ist nichts los. Dann kommen wir wieder an die Hauptstrasse. Hoffentlich geht das gut denke ich. Aber es fährt sich dann doch gar nicht schlecht und die Pkws fahren auch kaum schneller als ca. 80km/h. Um möglichst wenig auf der Hauptstrasse fahren zu müssen machen wir den Schlenker in Richtung Anthony Quinn Bay, doch über den Hügel fahren wir heute nicht, daher müssen wir nochmals auf die Hauptstrasse. Als ich dann einen LKW hinter mir habe, verliere ich die Nerven und fahre auf den Randstreifen um zu halten. Einmal tief Luft holen und weiter geht's. Meine Frau hat davon nichts mitgekommen und muss auf mich warten. Schon geht es hinein nach Faliraki. Wir verlassen die Hauptstrasse und biegen prompt falsch ab. Also wenden und durch das Zentrum von Faliraki. Hier gibt es alles was scheinbar das Herz des Pauschaltouristen wünscht: MC Donalds, einen Bungee-Kran, div. Diskos etc. Dann geht es an den großen Hotelhochhäusern vorbei. Jetzt wissen wir erst, wie schön wir es bisher hatten. Ganz am Ende wird gerade noch ein neuer Hotelkasten gebaut. Auch auf der Nebenstrasse Richtung Kalithea ist genug Verkehr. Dann geht es leicht berauf und es bietet sich ein letzter Blick zurück auf Faliraki. Aus der Entfernung sieht es doch ganz nett aus!

Therme von Kalithea

100m weiter ist schon der Parkplatz zur Kalithea-Quelle. Ich hatte mit einem großen Hinweisschild gerechnet, aber nein nichts. Die Anlage macht einen netten frisch renovierten Eindruck. Wir schieben unsere Bikes bis zu einer Parkbank in einer Grünanlage. Dann erkundet meine Frau die Umgebung, während ich meinen Fuß schone und mit einer Katze anbandele. Als meine Frau zurückkommt, sagt Sie es wäre schön und da wäre noch ein Gebäude direkt am Meer. Also muss ich mir das ganze auch ansehen, nachdem ich mich über Weg und eventuelle Treppen ausführlich informiert habe. Zunächst lande ich aber unten in der Bucht. Obwohl es heute meist bedeckt ist, ist hier einiges los. Einige Schnorcheln, andere sind mit kompletter Tauchausrüstung hier. Die kommen von einem der beiden Schiffe, die hier liegen und wohl Tauchkurse anbieten. Vorsichtig steige ich eine Treppe hinauf und gelange so zu einem gerade erst frisch renovierten Gebäude. Ein Glas-überdachtes Rund öffnet sich direkt zum Meer. Der Fußboden ist hübsch gepflastert. Der Verschluss meiner Kamera kommt gar nicht zur Ruhe. Jetzt noch blauer Himmel und es gebe Traumfotos. Unsers Reiseführer schreibt von nicht genug Geld für Renovierung. Das war ein Mal. Nur das Gebäude mit der Quelle ist noch nicht frisch gestrichen. Einfach ein schöner Platz hier. Nun hätte ich Hunger, aber ein Restaurant gibt's hier nicht. Allerdings hatte ich einen Imbisswagen auf dem Parkplatz gesehen und so frage ich meine Frau, ob wir uns dort was holen wollen. So gibt es schließlich für jeden einen großen Hotdog. Der ist richtig gut und zudem riesig. Nachdem bestimmt zwei Stunden vergangen sind, müssen wir weiter. Hatte man zwischenzeitig schon den Eindruck, die Sonne würde die Wolken vertreiben können, so sieht es jetzt doch reichlich zugezogen und dunkel aus. Überall in Kalithea kommen die Leute vom Strand zurück. Von der Strasse aus sieht es wenig einladend aus hier: Wo sind denn die Hotels versteckt? Der Verkehr nimmt auch langsam zu. Dann plötzlich das Ortseingangschild Rhodos und die übliche Vorstadt mit Supermarkt, Autowerkstatt, Industrie - wenig schön, zumal kein blauer Himmel den Eindruck aufheitert. Ebenso so der Eindruck als wir wieder ans Wasser kommen. Heruntergekommene Kneipen und einfache Häuser und einige Industriegebäude. Wo sind wir hier? Einmal um die Kurve und der Eindruck ändert sich vollständig. Zur Linken erstreckt sich die Stadtmauer. Aus einem Durchlass strömen die Touristen, vor uns der Hafen. Allerdings spüre ich in diesem Moment auch die ersten Regentropfen auf meiner Haut. Also schnell weiter. Über großzügige Strassen gelangen wir schnell in die Neustadt. Hier ist alles enger. Gleich hinter dem Kasino liegt schon unser Hotel. Ein erster Blick auf die Fassade. Sieht ja sehr ordentlich aus. Wenn es innen auch so ist, dann war es die richtige Wahl. Ein paar bange Minuten habe ich noch, allerdings völlig vergeblich. Hatten wir uns doch schon mehrfach Gedanken gemacht, was mit den Rädern wohl in Rhodos-Stadt geschehen würde. Doch der Rezeptzionist des 4-Sterne-Hotels hat kein Problem mit unseren Rädern. Die sollen nur in Untergeschoss. Damit hat jedoch eher meine Frau ein Problem, da wir die Räder hinunter tragen müssen und ich verletzt bin. Aber mit der Unterstützung eines Hotelangestellten klappt es gut. Unten stellen wir die Räder hinter einer Sitzgruppe ab, wo Sie die nächsten 2 Tage verbringen werden, bis mir Sie wieder hoch holen werden - allerdings mit dem Fahrstuhl!

Nun geht es hinauf in den fünften Stock. Das Zimmer ist mit dunklen Möbeln nett eingerichtet. Nicht mehr ganz neu, aber doch OK. Dann das beste: Auf den Balkon. Ich habe extra ein Zimmer mit Meerblick gebucht und so haben wir einen Blick über den Strand bis zum Hafen hinüber. Wir lassen wir uns gleich draußen nieder. Das es inzwischen regnet, bemerken wir fast nur an den Menschen mit Regenschirm. Wir sitzen hier trocken und betrachten das Treiben. Gelegentlich kommt ein Ausflugboot herein und ein anderes verlässt den Hafen. Ich bin Glücklich, es aus eigener Kraft hierher geschafft zu haben. Damit ist die Radreise jedoch fast zu Ende, doch traurig bin ich nicht. Stundenlang könnte ich hier sitzen, und da das Wetter am heutigen Pfingstmontag im Augenblick zu nichts anderem einlädt, tun wir das auch - zumindest bis es Zeit wird zum Essen zu gehen.

Unten im Restaurant ist schon viel los. Menschen aus aller Welt sehen wir. Allein zwei Tische mit Reisegruppen aus Asien, eine davon feiert den Geburtstag eines Mitreisenden. In diesem Hotel gibt es nur die Vorspeisen vom Buffet, der Rest wird am Platz serviert. Das Buffet sieht sehr gut aus. Es gibt Unmengen Salate und auch ein paar warme Kleinigkeiten. Danach stehen 2 Hauptmenüs zur Auswahl. Zum Dessert gibt es jeden Abend die Auswahl zwischen Eis, Torte oder Obst. Ich wähle natürlich die Torte. Nach dem Essen machen wir in der Dämmerung einen ersten Spaziergang zum Hafen.

9. und 10. Tag

Rhodos

In den nächsten beiden Tagen bummeln wir durch die historische Altstadt. Leider ist hier der Tourismusrummel sehr heftig. Ein Laden reiht sich an den nächsten und die Lokale werben sehr aktiv um Gäste, aber etwas weiter gibt es auch noch ruhige Gassen und Hinterhöfe, wo man einen kleinen Einblick in das einfache Leben der Bewohner bekommt. Auch eine kleine Bäckerei mit angeschlossenem Laden finden wir. Eine Kirche wird Renoviert, aber wir durften schon mal auf das Grundstück. Sehr interessant auch der Besuch der Synagoge. Ein Südafrikaner mit Vorfahren von der Insel überwacht hier die Renovierungsarbeiten. Alles ist wunderschön. Wir erfahren viel über die Geschichte der Juden auf der Insel und seine eigene interessante Lebensgeschichte. Leider ist es gleichzeitig auch ein schwarzes Kapitel der deutschen Geschichte. Nachdem die Italiener die Insel verlassen hatten, war sie ein paar Jahre in deutscher Hand, mit fatalen Auswirkungen für die jüdische Bevölkerung der Insel. So gibt es heute nur noch wenige Juden und so ist keine Gemeinde mehr in der Synagoge aktiv. Sie wird vielmehr zu einem Museum umgebaut.

Strand und Hotels in der Neustadt

Neben der Altstadt ist für uns der Hafen die große Attraktion. Jeden Morgen ist er mit anderen Schiffen gefüllt, und am Nachmittag sehen wir sie an unserem Balkon vorbei ziehen. Viele der Kreuzfahrtschiffe sind uns vom Namen her unbekannt und haben schon viele Jahre auf den Weltmeeren gesehen. Weiterhin kommen täglich die Fähren der BlueStar-Ferries von Piraeus an. Das größte Schiff während unseres Aufenthalts war die AIDA Cara. Erstaunlich hingegen fanden wir es, wie dicht wir im Hafen an die Schiffe kommen. So entwickelt es sich zu festen Programmpunkt vor dem Abendessen auf dem Balkon zu sitzen, das Treiben unten am Strand zu betrachten und auf die Ausfahrt der Kreuzfahrer zu warten. Wollen wir hier eigentlich wieder weg???

11. Tag

Traum Wetter und Flughafen Chaos (23km)

Schließlich kommt aber der Tag der Abreise hat. Das Wetter ist sonniger und wärmer denn je. Am Hafen werden wir mit den Rädern heute mal für Holländer gehalten, so wir sonst sofort als deutsche erkannt wurden. Zunächst wollen wir hinauf zur Akropolis. Auf dem Weg dorthin finden wir noch einen schönen Aussichtpunkt. Alle Paar Minuten bringt ein Taxi hier Touristen her und wir stehen hier mit den beladenen Rädern. Der Ausblick ist klasse und das Meer wirkt heute herrlich grün. Dann gelangen wir zur Akropolis, von der nur wenige Säulen wieder aufgebaut wurden. Von hier führt unser Weg noch ein Stück auf der Höhe entlang bevor es steil hinunter zu Küste geht. An der Küste ziehen sich die Hotelklötze in lockerer Folge fast bis zum Flughafen hin. Es ist gerade Mittagszeit und unser Abflug erst am Abend, so haben wir viel Zeit, die wir an der einen oder anderen Stelle verbummeln. Der Wind ist heute kräftig und so können wir mehrfach Windsurfer beobachten. Ein nettes Lokal für einen Imbiss finden wir aber zunächst nicht, nur teuere Edelschuppen. Dann müssen wir wieder auf die Hauptstrasse, an der auch noch gebaut wird, so dass der Randstreifen nicht befahrbar ist. Einmal ist die Strecke auch nur Einspurig befahrbar. Ich bin froh, als wir da durch sind.

Kitesurfen vor der Kulisse von Rhodos

Im letzten Ort vor dem Airport finden wir am frühen Nachmittag noch ein kleines Lokal, wo extra für uns das Essen zubereitet wird. Dann fahren wir noch einmal zum Strand, wo wir neben Kitesurfern auch noch einen deutschen Reiseradler treffen. Er ist ebenfalls auch dem Weg zum Flughafen, aber nur um seine Frau abzuholen, bevor die Reise fortgesetzt wird.

Wir dagegen sind bald am Airport, viel zu früh wie ich zunächst meine, schließlich sind es noch 4 Stunden bis zum Abflug. Aber nun sind wir halt hier. Also suchen wir uns eine vermeintlich ruhige Ecke in der Abflughalle und beginnen damit die Räder reisefertig zu verpacken. Die Luftpolsterfolie ist schon mehrfach verwendet und nicht mehr reißfest. Während ich also die Pedale abschraube, Lenker drehe und die Räder einwickele bekomme ich immer mehr Zuschauer, da genau hier eine Warteschlange zum Flug nach Düsseldorf aufgemacht wird. Als ich nach über einer Stunde fertig bin, öffnet gerade unser Check-Inn und sofort hat sich auch hier eine Warteschlange aufgebaut - meine Frau mit dem Gepäck mittendrin. Mit den Räder habe ich mich etwas abseits aufgestellt. Ein Herr von Security fordert mich auf Ihm zu folgen und so versuche ich, mit den zwei Rädern zwischen den wartenden Menschenmassen hindurch zukommen. Es geht zu einem großen Scanner. Hier sollen die Räder durch, aber meines passt nicht. Ich schlage vor noch mit dem kleineren Rad meiner Frau zu versuchen, aber auch das schlägt fehl. Also werden die Räder nur abgetastet. besonders haben es ihm die Rücklichter angetan, die ich sorgfältig verpackt habe. Am Check-Inn geht es kaum voran. Einer hat keine Ausweispapiere, der nächste begreift nicht, dass er sein Gepäck selbst zum Scanner tragen muss. Beim nächsten Fluggast ist der Koffer viel zu schwer - max. 34 kg sind erlaubt, erfahren die verstörten Besitzer. Schließlich sind wir an der Reihe. Auch unser großer Sack muss durch den Scanner. Dabei gefällt den Security-Leuten etwas nicht. Wir sollen den Sack öffnen, doch der ist zugebunden. Schließlich besorgen Sie uns ein Messer - unserer ist schließlich mit im Sack. Als wir den Sack geöffnet haben, nehmen Sie die oberste Tasche - mit unseren guten Kleidungsstücken (Hemden und Hosen) - und lassen Sie nochmals einzeln durch den Scanner laufen. Damit sind Sie zufrieden und wir dürfen den Sack wieder verschließen. Dann läuft er nochmals durch den Scanner und verschwindet über das Gepäckband. Währenddessen - fast hätte ich es nicht bemerkt - holen zwei Männer unsere Räder ob. Die ersten Verpackungen lösen sich währenddessen schon wieder auf - aber nun kann ich nichts mehr tun. Damit ist der Check-Inn beendet. Wir dagegen hatten längst zur Toilette gewollt und uns umziehen, schließlich haben wir noch die durchgeschwitzten Radklamotten an. Wir beschließen trotzdem, zunächst nach oben in den Abflugbereich zu gehen. Hier ist der Sicherheits-Check dann problemlos. Die Abflughalle jedoch ist völlig überfüllt, vor der Anzeigetafel Menschenmassen, insbesondere vor dem Damen-WC große Wartenschlange, auch das Bistro ist überfüllt. So ein Mist. Was nun? Wir möchten gern unsere Sachen wechseln. Schließlich finden wir dafür doch noch einen halbwegs ruhigen Platz im Terminal. Nun fühlen wir uns wohler. Wir verspeisen die letzten Reste und warten dass unser Flug aufgerufen wird. Aber es tut sich nichts. Auch die Anzeigetafel ist sehr im Rückstand. Die Flüge werden erst angezeigt, wenn der Abflug unmittelbar bevorsteht. Dann sehe ich draußen eine Hapag Maschine landen. Bald darauf eine Ansage, aus der ich mir mehr zusammenreime als dass ich es verstanden hätte, dass unsere Maschine gerade gelandet wäre. Mit 2Stunden Verspätung starten wir schließlich. Als Grund für die Verspätung wird von Hydraulikproblemen gesprochen, selbst dass ist mir jetzt fast egal. Die Ankunft ist nur 30 Minuten hinter Plan. Der Fahrer vom Flughafentransfer wartet schon auf uns. Mit seinem Bus kennt er sich noch nicht aus. Er muss erst nachfragen, wie die Rückbank umgelegt wird, dafür fährt er vernünftig. So sind wir gegen 1Uhr in der Nacht zu Hause und können schlafen gehen. Unser Fahrer dagegen hat jetzt noch eine Tour nach Düsseldorf. Die Räder haben den Flug gut überstanden, nur die Schaltung am Rad meiner Frau muss ich neu einstellen. Wir dagegen fangen schon wieder an zu träumen. Es gibt noch so viele griechische Insel. Eine Tour mit dem Fährschiff von Insel zu Insel, die könnte uns gefallen.


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