ReiseBerichtebei Olafs-Traveltipps

Die Bahn-, Boot- & Bike-Tour

Genussradeln entlang der Ostseeküste und auf Rügen

August/September 2001


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Strandkorb

Prolog

Auch diesmal haben wir lange nachgedacht, ehe das Reiseziel feststand. Eigentlich wollte ich eine Gruppentour in Nordspanien machen, doch eine Geburtstagsfeier kam (wieder einmal) der Planung in die Quere. Warum wir uns dann für Mecklenburg-Vorpommern entschieden weiss ich nicht einmal mehr genau. So wurde der Ostseeküstenradweg und Rügen ausgewählt und alle Übernachtungen (zumeist bei HRS) vorgebucht. Auch bezüglich Bahn- und Fährverbindungen wurde das Internet befragt.

 

1.Tag : Temperatursturz und Schwerin im Regen

Schwerin - Wismar (43 km)

Diesmal geht es am Montag morgen zum Bahnhof. Der Interregio (wieder einmal Richtung Hamburg) ist fast pünktlich, läuft aber auf dem Nachbargleis - zum Glück am selben Bahnsteig - ein. Wir stellen unsere Räder in den Steuerwagen, da hier die Beladung einfacher ist, obwohl wir eine Reservierung für den nächsten Waggon haben. An diesem Morgen ist das kein Problem, es sind keine Plätze in diesem Waggon reserviert. Für das Umsteigen um Hamburg haben wir 15 Minuten Zeit, was sich als völlig ausreichend herausstellt, da unser Zug pünktlich in Hamburg Hbf. ankommt. Wir müssen quer durch den Bahnhof. Beide Bahnsteige sind glücklicherweise mit funktionierenden Fahrstühlen ausgestattet.

Der Ausstieg in Schwerin gestaltet sich schon wesentlich schwieriger. Aus den schmalen Türen des IR-Zuges geht es auf einen tief liegenden Bahnsteig hinab, dann müssen wir die Räder auch noch vom Bahnsteig in den Bahnhof hinunter tragen. Es finden sich aber ungefragt ein paar helfende Hände sowohl beim Bahnpersonal als auch unter den Reisenden!

Bei leichtem Nieselregen schieben wir unsere Räder durch die Stadt. Das erste beeindruckende Gebäude ist das Innenministerium, es sieht einer Burg ähnlich und scheint frisch (orange!) gestrichen zu sein. Im weiteren stellt sich immer wieder heraus, dass die am besten aussehenden Gebäude zur Landesregierung gehören. Wir erreichen das bekannte Schloß. Ich bin etwas enttäuscht, da dieses erstens von einem Baugerüst verziert wird und zweitens das Wetter so trübe und dunkel ist. Ich verzichte daher darauf ein Foto zu machen. Wir begeben uns noch kurz in den Schlosspark, bevor es kräftig zu regnen beginnt. Nun suchen wir Schutz unter einem Baum direkt beim Schloß mit Blick auf den Schiffsanleger. Ich ziehe noch meine Regenhose über und hoffe somit gegen jedes Wetter geschützt zu sein. Doch leider nützt uns der Baum auf Dauer wenig und der Regen will einfach nicht aufhören. So warten wir sicherlich eine halbe Stunde, ohne das sich noch eine Besserung ergibt. Schließlich gehen wir in die Stadt zurück, auf der Suche nach einem warmen, trockenen Plätzchen. Wir suchen uns ein Kaffee am Marktplatz aus, wo wir unsere Räder unter der Markise im Trockenen abstellen können. Wir dagegen sind alles andere als trocken, meine Schuhe und Strümpfe sind nass, und dabei sind wir noch keinen einzigen Meter Rad gefahren! Gestern hatten wir noch 30 Grad und zum Beginn unserer Radtour laufen wir durch den Regen. Am liebsten möchte ich gleich wieder Heim fahren.

Aber nach einem leckeren Milchreis mit warmer Kirschsoße sieht die Welt schon wieder anders aus. Während ich noch meine Socken wechsele scheint draussen schon wieder die Sonne. So laufen wir noch einmal um den Marktplatz und werfen einen Blick in den Dom. Als wir endlich mit der Radtour starten ist es schon nach 13:00 Uhr.
Zunächst geht es immer an der Ausfallstrasse entlang, später können wir gelegentlich etwas vom Schweriner See sehen. Es ist sehr windig. Vielleicht kann man es schon Sturm nennen. Der See hat richtige Wellen mit weissen Schaumkronen.
An Ende einem Anstieg treffe ich eine Reiseradlerin, die sich vom diesem erholt, doch bevor wir richtig ins Gespräch gekommen sind, fährt sie schon wieder davon. In Flessenow treffen wir Sie wieder. Sie sucht die Jugendherberge und wir die Fortsetzung das Weges nach Wismar und so trennen sich unsere Wege. Es handelt sich um ein verschlafenes Nest, doch direkt am See befinden sich ein schönes Hotel und nebenan eine ebenso schöne Pension. Der weitere Weg verläuft im Schlamm und ich wünsche mir schon hier in einem der Häuser bleiben zu können.

Zum Glück kommen gerade zwei Fußgänger, die wir nach dem Weg fragen können. Wir müssen durch den ganzen Ort zurück bis zum Weg "Zur Hühnerfarm". Dieser stellt sich als sehr problematisch heraus. Er beginnt als sehr breiter unbefestigter Feldweg, doch schon bald steht er komplett unter Wasser. Meine Frau fährt vorsichtig hindurch, doch ich traue mich mit dem beladenen Rad nicht. Beim Versuch die Wasserstelle zu umgehen, versinken ich und das Rad 10cm tief im Schlamm. So komme ich auch nicht weiter. Als muss ich zurück und auch hindurch fahren. Meine Frau wartet bereits und fragt, was ich denn da gemacht hätte. Es folgen noch mehrere solcher Stellen, die wir aber entweder durchfahren oder umgehen könne. Zwischen diesen Pfützen ist es so trocken und sandig, so dass fahren ebenfalls kaum möglich ist. Ich hoffe nur, das wir nicht umkehren müssen. Schließlich führt der Weg weiter in ein NSG. Dort machen wir eine Pause. Außer uns scheint hier niemand zu sein.

Wir sind schließlich froh als wir am Nordende des Sees wieder eine Straße erreichen. Jetzt wird die Landschaft jedoch wellig und der Sturm bläst uns genau entgegen. Meine Frau vermeldet, dass sich nicht mehr kann und schiebt jeden Anstieg. Erst Tage später stelle ich fest, dass sie immer auf dem mittleren Kettenblatt gefahren ist! Kurz hinter Dorf Mecklenburg haben wir uns verfahren. Während in der Ferne schon Wismar zu sehen ist, zieht eine sehr dunkle Regenfront heran. Wir kehren in den Ort zurück und suchen unter einem Dach Schutz. Der Schauer ist kurz aber sehr heftig und es hagelt sogar. Nun habe ich keine Lust mehr und will den Zug nehmen, was wir denn auch tun, obwohl nun meine Frau weiter fahren wollte.

Sie erkundet noch den direkt am Bahndamm verlaufenden Radfernweg Elbe-Ostsee, der sich hier als matschiger Pfad erweist und mit dem beladenen Rad sicherlich keine Freude wäre!

Erfreulicher Weise können wir den Bahnhof Wismar ohne Überwindung jeglicher Barrieren verlassen und erreichen bald das gebuchte Hotel am Rande der Altstadt. Die Räder können wir in der Garage abstellen, die einmal ein Lagerhaus gewesen sein muss. Dann starten wir zum Rundgang durch die Altstadt. Am schönen Marktplatz suchen wir uns dann ein Lokal für das Abendessen. Ich bin nicht zufrieden mit meiner Wahl, da die Bratkartoffeln fast roh sind. Auf dem Weg zurück ist es schon dunkel und durch die altmodischen Strassenlaternen fühlen wir uns Hundert Jahre zurückversetzt!

Wir gehen zunächst am Hotel vorbei zu Hafen. Hier ist noch einiges Leben. Auf den Booten sitzen die Skipper und nebenan Parken die Wohnmobilisten.

 

2.TAG Mit Zug und Rad weiter nach Kühlungsborn

(Schwerin-) Neubukow - Kühlungsborn (27km)

Der nächste Tag begrüßt uns mit Sonnenschein. Da der nächste Abschnitt des Ostseeküstenradweges auf unserer Karte wieder nicht besonders attraktiv aussieht, bleiben wir zunächst in Wismar um ggfs. später per Bahn weiter zufahren. Und so machen wir nach einem guten Frühstück einen zweiten Stadtrundgang. Wir werfen einen Blick in die Heiliggeistkirche, sehen uns den Turm der Marienkirche an und bummeln über den Marktplatz. Schließlich besuchen wir noch die Nikolaikirche. Vor dieser sehen wir eine Gruppe Radler mit Ihren tollen Rädern (zumeist mit Federgabel). Alle sind mit reichlich Ortlieb-Taschen ausgestattet und sehr (rad-)sportlich angezogen. Da werden wir wohl - konditionell- nicht mithalten können. Erwähnenswert ist noch die Brücke zwischen Kirche und Schabbelhaus. Auf jedem der vier Brückenpfeiler befindet sich eine Plastik mit einem Schweine-Motiv und zu jedem weiss ein gerade anwesender Stadtführer einen Spruch.

Als wir das Hotel verlassen beginnt es gerade wieder zu regen und es stürmt noch immer. So fällt es die Entscheidung leicht, den Weg zum Bahnhof einzuschlagen. Dort haben wir fast 30 Minuten Zeit bis zur Abfahrt des Zuges. Diese benötige ich aber auch, um die Fahrkarten zu erhalten. Der Transport der Räder ist - dank Bahncard - teurer als unsere Fahrkarten. Das Einsteigen in den modernen Triebwagen mit Niederflurteil (ET643, Spitznahme Nachverkehrs-ICE) ist kein Problem und im Mehrzweckabteil finden unsere Räder gut Platz, zumal es die einzigen im Zug bleiben.

Wir steigen in Neubukow aus, wo wir gleich wieder von einem Regenschauer begrüßt werden.
Im Ort passieren wir die Gedenkstätte von Heinrich Schliemann bevor wir wieder den Kampf mit der welligen Landschaft und dem Sturm aufnehmen. Zum Teil kommen wir bergauf schneller voran als bergab. Unser erster Stop ist in Rerik. Auch hier zwischen Ostseeküste und Salzhaff werden wir vom Sturm fast weg geweht, als wir uns auf die Seebrücke begeben.

Bei Meschendorf diskutieren wir mit zwei Damen, die gerade ihr Picknick machen, über den weiteren Weg, den Sie dank meiner Karte dann auch finden werden. Gleich darauf geht es kräftig bergab und noch kräftiger hinauf . Anschließenden können wir auf flacher Strecker nach Kühlungsborn hinein rollen. Vorbei an Supermarkt und Tankstelle werden wir auf verwinkelten Wegen zur Promenade geführt, wo uns tolle neue und renovierte Hotels und Ferienanlagen erwarten. Bevor wir das gebuchte Hotel erreichen suchen wir im Zentrum von Kühlungsborn-West noch einmal Schutz vor einem Regenschauer. Vor unserem Hotel weist eine Tafel daraufhin, das es Radlerfreundlich sein soll. Na, wir werden sehen. An der Rezeption wird mir sodann gesagt, dass wir die Räder unter der Treppe am Hintereingang abstellen könnten. Dort stehen bereits 6 Fahräder und ich muss erst etwas Platz schaffen und bevor ich unsere dann eine Treppe nach unten tragen kann. Für eine größere Gruppe würde es hier sicher sehr eng. Das hätte ich mir von einem Radlerfreundlichen Hotel besser erwartet.

Vom Hotelzimmer sehe ich die Radlergruppe vom Vormittag vorbei fahren. Es ist erst früher Nachmittag, somit haben wir reichlich Zeit die Promenade abzulaufen, dabei werden wir vom Sturm gründlich "Sandgestrahlt". Wir bewundern einige Windsurfer, die den Sturm zu nutzen wissen und bestaunen die mutigen, die sich ins kalte Wasser wagen.

Alles im Ort sieht super herausgeputzt aus und eine neue Shoppingmeile mit Giebelhäuserattrappen, läßt meine Sinne daran Zweifeln wo ich gerade befinde. Ich glaube mich in die USA versetzt. Nach dem wir so noch 7km abgelaufen sind, gönnen wir uns ein Abendessen in einem Zypriotischen Restaurant.

 

3.TAG Keine Pleiten aber Pannen

Kühlungsborn - Bad Doberan - Warnemünde

Nach einem guten Frühstück gehen wir zunächst noch einmal auf die Strandpromenade. Dort soll direkt gegenüber vom Hotel um 9:00 Uhr die Strandgymnastik stattfinden. Tatsächlich haben sich dort 3 Personen eingefunden, denen wir nur kurz zuschauen. Mein erstes Fitnessprogramm dagegen heisst, die Räder wieder aus dem Keller empor zu tragen. Weit kommen wir danach aber zunächst nicht. Die Sonne scheint und an der Seebrücke gibt’s genug zu sehen. Dort will gerade ein Schiff - die Baltica- anlegen, hat aber einige Schwierigkeiten. Schliesslich können wir uns vom Anblick Kühlungsborns aber doch los reißen und fahren wieder auf den Ostseeküstenradweg. Diesen müssen wir uns erstmal mit vielen Fußgänger teilen. Die Wegequalität ist einigermaßen in Ordnung, obwohl es eine Pfützen gibt, die es zu umfahren gilt ohne die Fußgänger in Bedrängnis zu bringen. Von der Ostsee sehen wir aber nicht sehr viel. Erst passieren wir die Baustelle für den neuen Yachthafen, dann verläuft der Weg etwas weiter im Wald. Schließlich erreichen wir Heiligendamm und gelangen zuerst zum Bahnhof der Molli-Bahn. Dort sehen wir die Radler vom Vortag wieder, die mit Rädern und Gepäck auf den Zug warten. Schon kurz darauf laufen aus beiden Richtungen die Dampfzüge ein. Für die Radler wird es etwas hektisch. Die Räder müssen ganz nach vorn in den Gepäckwagen, die Radler und das Gepäck ein paar Wagen weiter in die Personenwagen, denn der erste Wagen nach dem Gepäckwagen ist ein Speisewagen. Wenige Minuten später ist alles verstaut und der Zug setzt sich in Richtung Bad Doberan in Bewegung und der Bahnhof ist plötzlich wieder ganz still und leer.

Wir dagegen wollen uns jetzt Heiligendamm ansehen, das durch seine weissen Häuser berühmt ist. Doch welche eine Endtäuschung: Der ganze Ort ist eine Baustelle. Die schöne Anschicht von der Seebrücke auf das Häuserensemble in unserem Reiseführer, ist kaum mit dem zu vergleichen, was wir vorfinden. Von dem großen Hotel stehen nur die Außenmauser, das Kurhaus ist eingezäunt, vor den anderen Villen stehen Bautafeln. Einzig ein Restaurant strahlt in frischem Weiss. Wenn Luxusrenovierung erst abgeschlossen ist, wir es sicher wieder wunderschön, doch im Augenblick gibt’s nur Baulärm. So setzen wir unseren Weg bald fort. Da es noch früh ist, beschliessen wir, auch nach Bad Doberan zu fahren. Was wir nicht bereuen. Der Radweg dorthin ist einer der besten der ganzen Tour. Parallel zu den Gleisen der Molli gleiten wir auf glatten Asphalt dahin und passieren dabei die Pferderennbahn. In Bad Doberan suchen wir zunächst eine Bäckerei auf. Diese hat eine phantastische Auswahl. Wir können uns gar nicht recht entscheiden. Als nächstes können wir dann die Molli-Bahn bei ihrer Fahrt durch die schmalen Strassen der Innenstadt beobachten. Im Park verspeisen wir dann unseren Kuchen und betrachten das treiben rund um den roten und den weißen Pavillon. "Unsere" Radlergruppe sehen wir hier auch wieder. Den Dom kann ich nirgendwo entdecken, also fragen wir bei der Information nach. Wir waren im Park schon nahe dran, erfahre ich. Wir müssen durch eine Nebenstrasse, über eine Brücke, dann sind wird bald am Klostergelände und passieren zuerst die Ruinen. Im Zentrum der komplett von einer Mauer umschlossenen Anlage steht die mächtige Backsteinkirche. Wir sichern die Räder gut und wollen in die Kirche. Die ist jedoch nur gegen Eintrittsgeld zu bewundern und so verzichten wir. Statt dessen gehen wir einmal um die Kirche herum und suchen dann einen Ausgang aus der Klosteranlage.

Wir finden auch einen. Über einen Fußweg gelangen wir an eine viel befahrene Strasse, haben aber keine Ahnung wo wir genau sind. Da kommen einige "Girls" mit Rädern und Gepäck vorbei, doch Sie können uns auch nicht helfen. Also fahren wir einfach der Nase nach und sind auch auf dem richtigen Weg. Leider wird die Strasse schmaler und der Verkehr bleibt. Außerdem will mein Rad irgendwie nicht richtig rollen. Gelegentlich rumpelt es sogar ein wenig. Also halte ich an und siehe da, der Hinterreifen ist fast platt. Auf dem schmalen Grünstreifen am Straßenrand versuche ich den Reifen mit der Handpumpe aufzupumpen. Das ist mühselig und hält gerade bis zum nächsten Dorf ca. 1km entfernt. Also nochmal pumpen. Mir wird warm, die Sonne meint es heute gut und die Pumpe macht den Rest. Doch nach einem weiteren Kilometer ist wieder Schluss. Nun heißt es für mich schieben. Im nächsten Ort erkundigen wir uns nach einer Tankstelle oder einem Fahrradladen. Doch Fehlanzeige, beides gibt es hier nicht. Ein Fahrradverleih sei gleich um die Ecke erfahren wir von ein paar "Kids" auf Nachfrage. Dieser hat jedoch noch geschlossen. Praktischer Weise ist nebenan gleich ein Lebensmittelladen. Hier hole ich mir zunächst eine Erfrischung.

Dann geht es an den Ausbau des Hinterrades. Es ist mein erster Platten auf einer Tour und das zweite mal, das ich ein Hinterrad mit Kettenschaltung ausbaue. Glücklicherweise habe ich einmal vorher zu Hause geübt. Inzwischen ist der Herr vom Fahrradverleih aufgetaucht und auch gleich wieder weg, als ich das Fahrrad zum Ausbau des Hinterrades auf den Boden lege. Das könne er nicht mit ansehen, sagte er und verschwand. Komisch denke ich, was hat er nur! Egal, ich mache meiner Arbeit weiter. Gleich darauf ist der Herr wieder da - mit einem Montageständer. So kann ich nun das Hinterrad bequem bei stehendem Fahrrad ausbauen. Das geht recht gut. Reifenheber habe ich dabei und so ist der Schlauch schnell draussen. Ebenso schnell sind wir mit dem defekten Schlauch im Laden und suchen gemeinsam nach dem Loch. Doch es gibt keine Chance den Schlauch zu retten. Da ich eine Aerofelge habe, kann mir der Herr vom Verleih keinen Schlauch anbieten, doch einen Ersatzschlauch habe ich selbstverständlich dabei. Er läßt es sich dann nicht nehmen, diesen mit seinem Kompressor aufzupumpen. Auch beim Einbau des Rades leistet er Hilfestellung und will anschliessend nicht einmal etwas dafür haben. Deshalb auf diesem Wege nochmals vielen Dank nach Nienhagen für diese Hilfe. Mit schmutzigen Fingern fahre ich weiter. Doch schon nach 500m stoppen wir. Hier gibt’s es ein Eiskaffee und meine Frau hätte gern ein Eis, aber ich könne wohl kein Eis essen mit den schwarzen Fingern. Doch das ist kein Problem. Ich frage, ob ich mit die Hände waschen dürfte und anschließend kaufen wir sogleich unser Eis. So verlassen wir gutgelaunt Nienhagen und bis Warnemünde ist es nicht mehr weit.

In Warnemünde fahren wir Richtung Zentrum und biegen kurz darauf zum Strand ab. Um auf die Promende zu gelangen müssten wir die Räder über Treppenstufe ca. 1m nach oben bugsieren. Wir beliben deshalb auf der Strasse und haben viel Zeit die Häuser zu betrachten. Kurz vor dem Betonklotz des Neptun-Hotels gibt es endlich die Möglichkeit auf die Promenade zu wechseln. Ich laufe gleich an die Strand, da die Fähre nach Trelleborg gerade ausläuft und ich ein Foto machen möchte. Dann bummeln wir weiter bis zum Leuchturm.

Nun machen wir uns auf die Suche nach einem Fahrradladen. Eine Verkäuferin in einem Kiosk am alten Strom weiss, wo ich einen finden kann. Wir gelangen in einen noch recht dörflich wirkenden Teil von Warnemünde. Die Strassen sind von Bäumen gesäumt. Hier gefällt es mir, aber mit dem Radladen hätte ich hier nicht gerechnet. Doch tatsächlich es gibt hier einen ZEG-Händler und ich habe in wenigen Minuten den gewünschten Schlauch. Somit bin ich beruhig und wir können noch ein wenig durch den Ort bummeln, kaufen - unverschämt teueren - Kuchen. Am alten Strom herrscht ein reges Treiben. Touristen, Ausflugsdampfer und Fischerboote. Eine richtige Urlaubskulisse.

In der Info frage ich noch wir wir unser Hotel finden und tätsächlich müssen wir bis ein paar Kilometer zurück. Aber der Rückweg vergeht wie immer viel schneller. Das Hotel liegt etwas abseits, aber direkt an einer Fahrradstrasse. Wir bekommen ein hübsch eingerichtetes Zimmer im Ergeschoss und nehem gleich die Terasse vor unserem Zimmer in beschlag. Die Räder kommen in der Garage bei den Mieträdern des Hotels unter.

Wir haben keine Lust heute noch wider auf die Räder zu steigen und Speisen daher - mangels anderen alternative in Fußwegentfernung - im Hotel. (Rest. ???? Tomate). Es ist dort sehr Stilvoll. Das Essen ist auch sehr gut aber doch eher Übersichtlich. Außer uns befindet sich nur noch ein weiterer Gast im Restaurant.

4. Tag : Fischland

Warnemünde - Wustrow - Ahrenshoop

Das Frühstück ist sehr gut. Es gibt’s sogar Kuchen und Dessert, die ich natürlich testen muss. Danach geht es zurück nach Warnemünde, wo wir noch einen Blick auf die Verkaufstände der Fischer werfen, bevor wir in Richtung Fähre aufbrechen. Der direkte Zugang zur Fähre verläuft im Tunnel unter der Bahn mit Treppenstufen, also fahren wir einen 2km Umweg über den nächsten Bahnübergang. Kurz vor der Fähre liegt ein riesiges Kreuzfahrtschiff, die Norwegian Dream.

Von der Warnow-Fähre haben wir noch einen schönen Blick auf den Kreuzfahrtriesen. Nun führt der Weg vorbei an großem Gelände der Bundesmarine, Marschmusik schallt herüber. Wir da gerade ein Schiff verabschiedet oder üben nur die Musiker? Wir werden es nicht erfahren.
Im nächsten Ort steht einkaufen in einem kleinen altertümlich wirkenden Laden an. Danach führt der Radweg hauptsächlich durch Waldgebiet, später fahren wir auf dem schnurgeraden aphaltierten Deich. An der ersten Seebrücke heute, sehen wir ein letztes mal die Radlergruppe. Im übrigen ist das Wetter heute so toll, das selbst ich mich entschlossen habe, in Radlerhose zu fahren. Rechts vom Deich liegen einige Reetdachhäuser, links der Strand, der aber den Büschen verdeckt ist. So geht es Kilometer um Kilometer wie auf einer Fahrradautobahn. An die Orte die wir dabei streifen habe ich keine genauen Erinnerungen mehr. Erst in Wustrow ist die Herrlichkeit des Radwegs auf dem Deich zu Ende. Wir gehen auf diese Seebrücke, suchen und finden den (kleinen) Bodden-Hafen. Ab jetzt führt der Weg nicht mehr an der Ostsee, sondern am Bodden entlang. Nach einer Weile erreichen wir wieder einen kleinen Hafen. Da wir der Meinung sind, dass wir bald das Hotel erreichen müssten schieben wir vom Hafen hoch zur Strasse. Wir haben zwei unterschiedliche Anschriften für das Hotel erhalten und wissen nicht nach welcher wir uns richten müssen. Den ersten Strassennamen haben wir gefunden, aber laut den Hausnummer sind wir in der falschen Richtung unterwegs. Zu Glück lassen wir uns davon nicht beirren, denn schon das übernächste Haus ist unser Hotel – ganz in Blau gehalten. Auch das Zimmer ist mit Maritimen Motiven dekoriert sehr hübsch.
Leider gibt es für die Fahrräder keine Unterstellmöglichkeit, aber wir haben ein Zimmer mit Terrasse, wo wir die Räder sogleich abstellen und den Ort zu Fuß zu erkunden.

Neben vielen Reetdachhäuser fällt mir dabei ein modern wirkendes Rotes Gebäude auf. Dieser Kisoks passt gar nicht hier her denke ich mir. Am Abend lese ich dann, das eben dieses Gebäude ein Werk der Bauhaus-Architekten ist und eine Sehenswürdigkeit. So kann man sich täuschen. Zurück führt unser Weg wieder am Bodden entlang. Nach dem Abendessen gehen wir noch einmal richtung Ostsee und können von den Klippen den Sonnenuntergang bewundern. So haben wir auch heute wieder einige Kilometer zu Fuß zurückgelegt.

5. Tag : Darß und Zingst und Regen

Ahrenshoop - Prerow - Zingst

Heute geht es weiter am Bodden entlang. Durch kleine Orte mit bunten Häusern. Besonders hübsch finde ich ein gelb gestrichenes Haus, dessen Briefkasten eine Miniaturausgabe der großen Hauses ist. Wir suchen noch einen Bäcker, finden auch einen, dessen Auswahl sagt uns nicht zu, so dass wir weiter nach Prerow. Fahren.

P. ist schon ein größerer Ort und wir finden einen Supermarkt mit Bäckerei. Hier gibt es riesige Plunderstücke, die uns gefallen. Auf der Seebrücke wollen wir die Plunderstücke verspeisen, werden aber vom Regen vertrieben. Also geht’s gleich weiter. Ein Stop an der Hohe Düne.muß aber noch sein. Der Regen ist auch wieder vorbei. Der Blick reicht weit auf die Darß hinaus und der Prerorstrom ist gut zu sehen. Bald erreichen wir schon Zingst. Wir haben ein Zimmer im größten Klotz im Ort reserviert, aber beim beim Check-Inn behandelt man mich nicht besonders freundlich. Zudem weiß ich nicht wohin mit den Rädern? Der vorgeschlagene Fahrradständer vor dem Haus ist ein Witz. Es können nur die Vorderräder gesichert werden und die Bikes stehen im Regen. In der vollen Tiegarage kann ich auch kein sicheres Plätzchen entdecken, so parken vor dem Fahrstuhl in Tiefgarage. Wir haben ein riesiges Appartment mit Küchenzeile, aber das Bett im Schlafraum ist sehr schmales. Da es noch sehr früh ist wollen wir noch die Halbinsel Zingst erkunden. Auf der Suchenach dem Weg zum Hafen schieben wir die Räder durch die aufwendig gestaltete Fußgängerzone - interessant und hochwertig wirkende Pflasterung, beleuchtete Wegweiser. Der Weg führt quer durch den Ort. Wir kaufen Karten für die Fähre nach Hiddensee. Diese werden in einem gewöhnlichen Einfamilienhaus im Hausflur verkauft. Dann wollen wir mehr von der Insel Zingst sehen. Es beginnt zu regen. Wir packen uns wetterfest ein, doch es macht keinen Spass. Der Regen wird immer stärker. Nach ein paar Kilometern drehen wir um. Wir stoppen an zwei Supermärkten und suchen Fertigfutter für die Mikrowelle. Noch einen Pikkolosekt dazu und das Dinner ist perfekt. Schliesslich haben wir u.a. einen großen Esstisch und eine Küchenzeile, aber keine Töpfe und Pfannen. Nach dem Abendessen ziehen wir zu Fuss los und gönnen uns ein Eis. Zum Abschluss können wir von der Seebrücke aus noch einen Hauch von Sonnenuntergang erleben. Obwohl der Himmel eigentlich kommt bedeckt ist, gibt’s es für die Sonne kurzzeitig einen Lichtspalt. Bald darauf laufen wir im Dunkeln auf dem Deich und freuen uns über den beleuchteten Ort.

6. Trauminsel und Traumwetter

(Zingst - Hiddensee) - Rügen

Der nächste Tag beginnt früh, da wir um 9 Uhr mit dem Schiff nach Hiddensee wollen, was eine Fahrt von über drei Stunden bedeutet, außerdem geht das Schiff nur einmal am Tag, da dürfen wir es nicht versäumen! So kommt es, dass wir bereits 30 Minuten vor Abfahrt auf dem Schiff sind und unsere Räder am Heck abstellen. Wir suchen uns einen Platz auf dem Deck, denn es ist ein schöner Morgen. Die Sitzplätze sind jedoch alle feucht. Erst als wir unsere Plätze bereits mit Tempos getrocknet haben, erkennen wir das hierfür extra Tücher bereit liegen. Vor unseren Schiff fährt noch ein zweites auf der Route, so können wir immer erkennen wo wir als nächstes fahren werden. Die Fahrrinne geht etwas verschlungene Wege, was darauf schließen lässt, dass das Fahrwasser nicht besonders tief ist. Häufig sehen wir Komorane und Möwen auf Fischreusen sitzen. Später können wir in der Ferne die Silhouette Stralsunds erkennen. Jetzt kommen uns viele Segler entgegen, deren Boot in Stralsund liegt und die diesen Samstag für eine Ausfahrt nutzen. Vor uns sitz eine Dame mit Hund und dieser kläfft jedes Boot an das besonders nah an unserem Schiff vorbei fährt. Schließlich gehen wir nach unten um eine Kleinigkeit zu essen, damit wir uns auf Hiddensee nicht mit so profanen Ding beschäftigen müssen.

Im Hafen von Vitte ist eine Menge betrieb. Mehrere Schiff liegen im Hafen und haben eine Menge Menschen abgesetzt. Handwagen warten auf das Gepäck der Übernachtgaste, Tagesgäste sehen eher ziellos umher. Wir fahren nach kurzer Beratung zunächst nach Süden in Richtung Neuedorf. Unterwegs gibt es neben flacher Landschaft einige Überraschungen für mich. Zum einen begegnen wir mehr Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor als ich erwartet hatte - ich glaube es waren drei Kleintransporter - zum anderen fahren wir durch eine blühende Heidelandschaft. Der Höhepunkt der Blüte ist zwar überschritten, doch es ist immer noch schön anzusehen.
In Neuendorf finden wir einen Verkaufsstand mit Gemälden. Die Inselmotive gefallen uns sehr gut und wollen daher gern ein Bild mitnehmen. Da wir es noch einige Tage auf dem Rad transportieren müssen, entscheiden wir uns für eine Miniatur der blauen Scheune. Ich wundere mich über die nur vereinzelt stehende Hauser. Erst später lese ich, das der Fischerort für dieses Ortsbild ohne Zentrum unter Denkmalschutz steht. Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass ich mich vorher wenig über Hiddensee informiert habe, da ich die Insel nur als Umsteigehafen nach Rügen nutzen wollte. Umso mehr war ich jedoch von der Schönheit und Vielfalt der Insel begeistert. Nach einer Pause am Hafen drehen wir um und fahren gen Kloster. Die letzten Kilometer müssen wir dabei gegen den Wind kämpfen. Ab Kloster wird die Insel hügelig und so hat der Ort einen völlig anderen Charakter. Wir bummeln über die von Bäumen gesäumte die Hauptstrasse, werfen einen Blick auf das Hauptmann-Haus und überlegen, ob wir uns irgendwo setzen sollen und Kuchen essen. Wir entschließen uns Kuchen mit auf das Schiff zu nehmen. Auch zurück nach Vitte kämpfen wir wieder gegen den Wind, dürfen dafür aber auch einen Reiher beobachten. In Vitte bleibt uns gerade noch Zeit die "blaue Scheune" in Augenschein zu nehmen, bevor wir aufs Schiff müssen. Wir haben uns für die Autofähre entschieden, da nur auf dieser die Mitnahme der Fahrräder garantiert ist und die Personalfähre ab Kloster sah absolut voll aus. Das einzige motorisierte Fahrzeug auf dem Autodeck ist ein Traktor, ansonsten sind nur Radfahrer und Fußpassagiere zu sehen, was bedeutet das gesamte Deck fast leer ist. Das kleine Oberdeck dagegen ist prall mit Menschen gefüllt. Wir finden zwar Sitzplätze, aber haben keinen Ausblick. Also flüchten wir zurück auf Autodeck, hier müssen wir stehen, können aber den Blick zurück nach Hiddensee schweifen lassen. Die Fahrrinne scheint auch hier sehr schmal zu sein. Was besonders auffällt, als Wassertaxis an uns vorbei schießen.

Auf Rügen abgekommen, verwöhnt uns der Radweg zunächst mit sehr guter Wegequalität. Dann wird der Weg zum Feldweg mit groben Schotter, lässt aber noch befriedigend fahren. Bald taucht schon unser Hotel in Alleinlage auf.
Wir checken gleich ein, parken die Räder in der Garage um gleich darauf ins Schwimmbad zu verschwinden. Doch dort angekommen ist – nicht nur – uns das Wasser viel zu kühl. Außerdem kommt aus dem Durchgang zum Außenbecken kalte Luft herein. Schade drum, dann nehmen wir halt den Wirlpool. Mit einem feudalen Abendessen im Wintergarten des Hotels beschließen wir dann den Abend dieses perfekten Tages.

7. Tag : Zum Kap Arkona

Nach einem opulenten Frühstücksbüffet mit allem was man sich wünschen kann, schwingen wir uns wieder auf die Räder. Heute geht es in den Norden der Insel Rügen, dazu müssen wir zunächst wieder eine Fähre nutzen, die Wittower Fähre. Es sind am heutigen Sonntag morgen noch zwei Radler (mit MTB) mit uns auf der Fähre. Bald nervt uns ein paar das auf Mieträder im Schneckentempo vor uns her fährt, doch der Weg ist recht schmal zum Überholen. Beim Bäcker in Witte treffen wir die MTBler wieder. Sie speisen Ihren Kuchen gleich im Laden, wir dagegen nehmen wir für heut' Mittag mit. Der Hafen von Witte mit einem verfallenen Betonviadukt ist hässlich, doch kurz darauf lohnt sich ein Stop. Zwei Sportler führen aus dem Wasser die neuste Trendsportart aus. Sie surfen und lassen sich dabei von einem Drachen antreiben. Das scheint nicht einfach zu sein, aber beide beherrschen es recht gut.

Auf ruhigen Nebenstrassen fahren wir weiter in Richtung Steilufer. Ab und an gibt es nun einen kleinen Schauer, so auch als wir das Nordufer erreichen. Jetzt folgen wir den Küstenlinie auf einem schmalen Pfad, der wohl eigentlich als Fußweg angelegt wurde und für beladene Räder nicht besonders gut geeignet ist. Außerdem ist am heutigen Sonntag viel los. Wir begegnen vielen Fußgängern und weiteren Radler. Den letzten Anstieg zum Kap schieben wir deshalb lieber.Bei den Leuchttürmen stellen wir die Räder ab. Hier ist es sehr tourischtisch. Es gibt eine Fotoausstellung und die Leuchttürme zu besichtigen. Ich werfe einen Blick in das Hochzeitszimmer im Leuchtturm und finde es wenig reizvoll hier zu Heiraten.

Bis zum Dorf Vitt müssen wir jetzt ständig größere Gruppen Fußgänger passieren. Dann entdecke ich das Bähnchen, das die Autofahrer vom Parkplatz zum Wanderweg bringt. Wie gut das wir keine Parkprobleme haben. Wir gehen kurz durch den Ort und verlassen in Richtung Süden. Nun bekommen wir Gegenwind und weiterhin ab und zu einen kleinen Schauer, der uns die restliche Strecke nach Breege weiter erscheinen läßt, als sie ist. In Juliusruh stellen wir uns unter und geniessen die letzte Takte des Kurkonzertes, die Parkanlagen verpassen wir leider. Zu unserem Hotel in Breege müssen wir ein ganzes Stück durch den Ort. Es handelt sich um mehrer neue Häuser direkt am Hafen. Die Rezeption befindet sich in einem seltsamen älteren Gebäude. Ich erfahre, dass diese auch nur bis 18Uhr geöffnet ist. Da haben wir Glück gehabt, rechtzeitig angekommen zu sein. Außerdem geht inzwischen der Nieselregen in Dauerregen über. Das Abstellen der Räder scheint noch ein Problem zu werden. Ich werde auf ein paar einfache Fahrradständer hingewiesen, die ich erstens nicht nutzen möchte und die zweitens alle belegt sind. Ins Haus darf man die Räder nicht nehmen und eine andere Möglichkeit kann ich nicht finden, also frage ich nochmals bei der Rezeption nach. Jetzt wird wir das Abstellen im Fahrradcontainer angeboten, aber das würde 1.-DM pro Rad und Nacht kosten wird mir zweimal gesagt. Das kann ich mir gerade noch leisten. Nun geht’s mit den Räder um die Rezeption herum und ich darf im Regen mit dem Vorhängeschloss und dem Öffnungsmechanismus des Containers kämpfen. Schliesslich habe ich es geschafft. Wir -sprich ich - müssen die Räder hinein hängen, noch ein kleiner Kraftakt, aber das wars dann für heute. Ich freue mich, dass die Räder nicht über Nacht im Regen stehen müssen.

An der Rezeption war mir ein großer Berg Gepäck aufgefallen. Das fällt mir wieder ein, als einige Radler mit Kettler-Rädern und jeweils einer kleinen Ortlieb-Tasche eintreffen. Das war also das Gepäck einer organisierten Tour. Sie kommen gerade mit dem Schiff von Hiddensee und einige wollen noch zum Kap Arkona. Dafür bewundere ich Sie, denn mir würde nicht im Traum einfallen beim diesem Wetter noch diesen Weg auf mich zu nehmen. Aber meine Bewunderung hält nicht lange an, denn als wir nach dem Abendessen noch einen Spaziergang durch den Ort machen, sehen wir vor einem Lokal am Hafen einige der Kettler-Räder stehen und drinnen sitzen Sie alle. Beim Frühstück am nächsten Morgen haben wir erfahren, dass Sie natürlich nicht mehr gefahren sind.

 

 8. Tag : Bergauf zum Königsstuhl

Breege - Glowe -Köhninsstuhl - Lohme - Glowe

Heutige ist die Etappe zum nächsten Hotel lächerlich kurz und wir sind schon vor 11 Uhr dort. Die Strecke auf einem welligen Radweg dem schmalen Landstreifen der Schaabe war auch sehr gut zu fahren. Was aber machen wir den ganzen Tag? Es sollte sich eine anstrengende Lösung finden. Zunächst aber checken wir ein. Wir werden sehr freundlich per Handschlag begrüßt und unser Zimmer ist erfreulicher Weise bereits fertig. So können wir ohne größeres Gepäck wieder aufbrechen. Die weitere Strecke erweist sich als wenig angenehm. Zunächst müssen wir auf der viel befahrenen Hauptstrasse fahren. Als wir von dieser abbiegen, erwarten uns einige Steigungen. Wir testen einen Rad- und Wanderweg der uns zunächst durch eine Heidelandschaft führt. Ausgefahrene Spuren und Steine lassen diesen Weg nicht zur größten Freude werden. Hinter einem Campingplatz verwandelt sich der Weg in einen schmalen Trampelpfad, so dass wir schieben. Schließlich laden wir auf einem breiten Waldweg, der auch nicht besonders gut zu fahren ist und leicht ansteigt. Wir sind inzwischen seit ca. 5km keinem Menschen mehr begegnet. Doch jetzt kommen wir auf eine Teerstrasse und vor uns liegt eine Imbissgaststätte. Die Teerstrasse wir jetzt recht steil und endet an einem Busparkplatz. Wir sind am Ziel. Sogar einige Fahrräder stehen hier. Wir schliessen die Räder an und nach wenigen Metern erreichen wir den Königsstuhl. Ein Kassenhäuschen versperrt den Zutritt. Da wir aber hierher gekämpft haben und von Meereshöhe auf 117m gefahren sind, zahlen wir die 2DM pro Kopf und ärgern uns das wir auf unsere Kurkarte aus Glowe keine Ermäßigung erhalten, wie z.B. auf die Kurkarte von Binz.

Anschließend besuchen wir noch einige andere Aussichtspunkte, die ebenso schön sind, aber keinen Eintritt kosten. Auf den Abstieg zum Strand verzichten wir, denn die 100 Höhenmeter, die wir anschließend wieder herauf müssten, wären mit Sicherheit sehr anstregend. Zurück nehmen wir einen etwas anderen Weg und sind überrascht, wie vielen Menschen wir begegnen. Ich suche nach einem Laden, um Getränke zu kaufen, kann aber nichts entdecken. Der Imbiss am Parkplatz war mir mit 3,50.-DM für 0,33Liter einfach zu teuer. So machen wir an einem Hofverkauf halt, den wir bereits auf dem Hinweg gesehen hatten. Es ist ein modernes Gebäude eines Öko-Hofes. Im Laden gibt es fast alles, sogar ein Restaurant ist angeschlossen. Wir erwerben mit Honig gesüssten Saft. Der ist viel besser als alles von dem Imbiss und sogar günstiger. Auf die Hauptstrasse nach Glowe haben wir wenig Lust und wählen daher eine andere etwas längere Strecke, was zunächst aber doch 2km auf der Hauptstrasse, nur in die "falsche" Richtung bedeutet! Beim Schlosshotel "Spyker" verlasssen wir die Strasse und müssen den Wegverlauf suchen. Wieder fragen wir ein paar Kids, die uns auf die richtige Strecke führen. Schließlich müssen wir durch ein NSG. Hier ist der Weg wieder nur ein schmaler Pfad. Wir schieben, aber einige Radler kommen uns fahrend entgegen. Zu Fuss will der Weg einfach nicht enden, die Orientierung habe ich schon lange verloren. Schliesslich gibt es sogar einen Wegweiser, der anzeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind! Jetzt müssen wir nur noch durch den Ort. Auf den letzten Meter setzt Regen ein und wir rasen zum Hotel zurück. Im Hotel finden wir auf der Speisekarte "Käseplatte vom Hofgut Bisdamnitz". Wir wissen jetzt wo das ist. Ansonsten ist uns die Speisekarte doch zu exquisit, wir gehen ein Haus weiter.

 

 9. Tag : Traum- und Alptraumorte am Ostseestrand

Glowe - Lietzow - Neu Mukran - Prora - Binz

Eigentlich war ein Ruhetag in Glowe geplant. Aber was damit anfangen?.Strand ist nicht unser Ding, außerdem ist auch nicht gerade Strandwetter. Heute und Morgen auf der Hauptstrasse muss ich auch nicht fahren. Nach langen hin und her beschliessen wir weiter zu fahren. Zunächst reservieren wir aber telefonisch ein Hotel ins Binz.

Den ersten Teil der Strecke kennen wir schon, die "Hauptstrasse" dann am Schloss vorbei zum NSG. Hier kommt uns ein Radlerpaar entgegen. Wir tauschen ein paar Tipps aus und weisen Ihnen den weiteren Weg. Die Frau staunt ungläubig über den Weg durch NSG. "Da kann man Fahren?". Wir empfehlen mit Gepäck jedoch die Hauptstrasse.

Unsere Strecke führt über kleine ruhige Strassen und bis wir schliesslich an der Hauptstrasse zum Fährhafen Murkran landen. Hier ist viel Verkehr von und zum Hafen. Zum Glück gibt es einen Radweg, der uns recht gut gefällt als er durch ein Wäldchen führt.

Doch dann kommt die Katastrophe. Hinter den Bahngleisen suchen wir lt. Ausschilderung den weiteren Weg. Wir müssen noch einmal die Bahn queren. Das geschieht ohne jegliche Schranken und Signale auf einen schmalen Fußweg, der mit der beladenen Räder kaum passierbar ist. Lt. Ausschilderung geht’s hier zu den Feuersteinfeldern. Dann gelangen wir in den Wald. Der Weg hier ist so gut wie nicht befahrbar – höchstens mit einem MTB. Entweder nur Matsch oder loser Sand. So quälen wir uns schiebend voran und zweifeln an unserer Ankunft in Binz. Irgendwann gelangen wir aber wieder auf einen geteerte Strasse. Dort steht sogar ein Wegweise der Radfahrer auf den Weg führt, den wir gekommen sind.

Vorbei am Plattenbau des Murkraner Hofs kommen wir zum Fahrhafen. Dort ist z.Zt. nicht viel los. Am Parkplatz zu den Feuersteinfeldern stehen viele Autos. Sollte dieses der ausgeschilderte Weg gewesen sein? Als Fussgänger wäre ich dann schon dreimal wieder umgekehrt. Mich zieht es nach Binz, so fahren wir weiter und zwar nahe dem Strand auf einem Plattenweg. Zwei-, dreimal müssen wir nun suchen wo der Weg weitergeht, dann stehen wir vor der Ruinen von Prora. Den nördlichen Teil hatte man versucht zu sprengen, was aber nicht gelang. Die teilweise eingestürzten Ruinen hinterlassen einen tiefen Eindruck bei uns. Ich bin jetzt auch die restlichen Gebäude gespannt. Aber wir fahren zunächst einen halben Kilometer von diesen entfernt an der Strasse, obwohl der Radweg eigentlich direkt an den Gebäuden entlang laufen sollte. Als wir fast an diesem vorbei sind, fahren wir doch noch direkt an das Bauwerk. Der endlos lange Block sieht nicht so furchtbar aus, wie ich erwartet hatte. Der heutige Massentourismus hat zwar weniger gigantische Bauwerke entstehen lassen ist aber teilweise auch kaum hübscher (z.B. in El Arenal oder selbst bei den Hochhausburgen von Waikiki).

Nun haben wir den Ortsrand von Binz erreicht und gelangen auf die Promenade. Hier ist Radfahren verboten und angesichts der vielen Menschen versuchen wir es auch nicht. Zunächst kommen wir an vielen renovierten Plattenbauten vorbei, die jetzt alle gute bis sehr gute Hotel darstellen. Plötzlich gibt es einige Tropfen wegen, so dass wir nun an die Strasse und auf die Räder begeben. Aber wir schaffen es nicht bis zum Hotel. Es gibt einen sehr kräftigen Schauer mit Hagelkörnern, so dass wir Schutz vor einem nobelen Bekleidungsgeschäft suchen. Ich erwarte ständig , dass wir von hier vertrieben werden, aber es lässt sich niemand blicken. Nach zehn Minuten ist der Spuk vorbei und wir kehren zurück auf die Promenade. Aber was ist hier los? Im Kurpavillion wird beste Tanzmusik gespielt und viele Menschen haben sich zum Zuhören versammelt. Wir gesellen und dazu und auch die Gruppe aus Breege sehen wir hier kurz wieder. Die Musiker sind sehr gut und so bleiben wir bis zum Ende. Das Kurhaus hinter uns wird gerade renoviert - Wiedereröffnung als 5-Sterne Hotel im Dezember 2001- und die Arbeiter nehmen nicht immer Rücksicht auf das Kurkonzert. Geschlagene 45Minuten stehen hier, obwohl ich zum Einschecken drängle. Es können schließlich nur noch wenige Meter zum Hotel sein. Das Hotel liegt direkt in der Einkaufsstrasse von Binz und sieht O.K. aus. Doch über zwei Punkte sind wir weniger Glücklich. Das Zimmer stinkt intensiv nach Zigarettenqualm und der Räder können wir nicht drinnen abstellen. Ich versuche ein anderes Zimmer im Haus zu erhalten, aber das ist nicht möglich. So müssen wir uns für eine Nacht arangieren und viel Lüften. Die Räder schliesse ich so gut als möglich am überdachten Fahrradständer an, dann können wir den Ortsrundgang fortsetzen. Den Abend beschliessen wir heute beim Italiener.

 

 

 10. Tag : Der Wandertag - mit Rad

Binz - Sellin

So schnell mögen wir uns von Binz noch nicht wieder trennen, außerdem ist die heutige Etappe super kurz. Ich möchte noch eine Fotoausstellung besuchen. Es werden Fotos eines Bremer Fotografen gezeigt, der Fotos gleich nach der Maueröffnung gemacht hat. Da hat sich viel verändert. Dann lassen wir uns nahe der Fischräucherei nieder, bis es schon Mittag ist und schließlich die dunklen Wolken immer näher kommen. Wir sind gerade am Beginn der Steigung Richtung Jagdschloss Granitz, als es zu Regen beginnt. Wir nutzen die Pause für einen Besuch des örtlichen ALDI. Dann schieben wir die belandenen Räder zum Jadgschloss hoch. Die Strasse ist recht gut, da hier eine Bahn die Besucher zum Schloss hinauf fährt. Ob gehen wir einmal ums Schloss und essen ein Bratwurst. Der Weg abwärts ist leider nicht so gut, eher ein Waldweg und wir müssen sehr aufpassen, um nicht zu stürzen. Am Ende des gefälles treffen wir auf die gleise des "Rasenden Roland". Nun möchte ich warten bis der nächste Zug kommt, um ein Foto zu machen. Die weitere Strecke ist so sandig, dass wir bis zum Ortseingang von Sellin schieben. Wir kommen wie üblich von hinten und ich finde unser Hotel nicht gleich. Als ich schließlich danach Frage, heist es das Haus dort drüber ist es - oh wie peinlich! Das Hotel ist super schick und neu und wir kommen uns mit den Räder etwas deplaziert vor. Unser Gepäck wird sogar von einem Bediensteten aufs Zimmer gebracht. In der Tiefgarage gibts es sogar großzügig Platz für Fahrräder, das hätte ich nicht erwartet. Wir ziehen gleich wieder los, den Ort anzuschauen. Die bekannte Seebrücke ist sehr nett aber sonst kann ich dem Ort nicht so viel abgewinnen. Eine große FeWo-Anlage, die immerhin im Seebäder-Stil gebaut wurde, dafür sind die Häuser an der Hauptstrasse noch nicht alle sanniert. Einkaufen tun wir in einem Tante Emma Laden - den großen Edeka entdecke ich erst am nächsten Tag.

Eigentlich hatten wir hier einen Ruhetag eingeplant, aber irgendwie ist die Luft raus aus der Tour. Da zudem das Zimmer im Luxushotel nicht gerade preisgünstig ist, beschließen wir am nächsten Morgen abzureisen.

 11. Tag : Der Rasende Roland

Sellin - Stralsund

Zum Glück ist es kein Problem schon abzureisen, obwohl wir für zwei Nächte reserviert hatten. Da wir bis zur Abfahrt des nächsten Zuges noch Zeit haben, beschließen wir dem Zug entgegen zu fahren. So fahren wir schließlich bis nach Göhren und wo wir wenige Minuten vor Abfahrt des Zuges ankommen. Mein Frau schimpft daher, als ich noch einen Schlenker an die Promenade mache, bevor ich zum Bahnhof fahre. Hier steht der Zug bereit und ich lade das erste Rad in einen Wagon, da kommt ein Bahner und fragt wo es hingehen soll. Das führt dazu, dass ich das Rad wieder ausladen muss, denn die Räder in diesem Wagon gehen nur nach Binz. Wir dagegen wollen bis im Zug bleiben. In Binz verlasse ich allerdings doch ein Zug kurzzeitig - für ein paar Fotos! In Putbus steigen wir dann aus. Der Zug erhält eine Diesellok und soll bis Lauterbach fahren, aber wir warten die Abfahrt nicht ab. Den Zirkus in Putbus empfinde ich auch sind so toll wie erwartet, wahrscheinlich müßte man sich diesen aus der Luft betrachtet. Nun suchen wir den Einstieg in die alte Bahntrasse, nicht ohne vorher noch Kuchen für ein Picknick zu kaufen. Ich frage in der Information nach und erhalte einen Hinweis, wie ich diese finden kann - und ohne diese Wegbeschreibung hätten wir die Bahntrasse auch nicht gefunden. Der Weg ist manchmal auch nur als ein schmaler Trampelfad zu sehen. Der einzige Radfahrer, den wir auf dem ganzen Weg bis Garz begegnen, ist eine Frau auf einem alten Fahrrad, die scheinbar im "Nahverkehr" unterwegs ist. Dafür kreuzen plötzlich zwei Rehe mit großer Geschwindigkeit unseren Weg. Ich habe mich richtig erschrocken, so schnell waren plötzlich da - und auch wieder weg. In Garz verlieren wir die Bahntrasse und suchen uns mühsam den Weg. Wir entscheiden uns für die Strasse, was zunächst angesichts der geringen Verkehrs ok ist. Schließlich machen wir auf einem kleinen Spielplatz Rast und versuche unsere Reservierung in Stralsund auf den heutigen Abend zu verschieben. Nach zwei Telefonaten ist dies auch geglückt - es ist sogar etwas günstiger geworden. Nun möchte ich den Weg etwas abkürzen und von Poseritz nach Garz die direkte Strasse wählen, was sich als großer Fehler erweist. Hier herrscht dichter Verkehr und wenn mich Wohnmobile überholen wir es schon mal eng. Meine Frau, die hinter mir fährt, hat mehrfach Angst um mich, so knapp scheren die Autos ein. Aber schießlich ist Sie es, die von einem PKW von der Strasse abgedrängt wird. Das Zwingt uns zu einer Pause, um die Nerven etwas zu beruhigen. Außerdem suchen wir in Gustow wieder die Bahntrasse auf, auch wenn die Strecke etwas länger sein sollte. Beim Rügendamm verlieren wir nochmal kurz die Route sind dann aber schnell in Altefähr. Als wir den Fähranleger erreichen, ist die Fähre gerade abfahrbereit, nimmt uns aber schließlich noch mit an Bord. Das Wetter ist zwar nicht Perfekt, aber die Überfahr mit dem Blick auf die sich nähernden Türme der Stadt Stralsund ist doch lohnenswert. Auch im Hotel in Stralsund sind in der Tiefgerage Plätze für Fahrrader reserviert. Wenn die Nachfrage stimmt ist also einiges möglich! Und das obwohl dieses Hotel zur gleichen Kette gehört, wie das Haus in Zingst. Es folgt ein Stadtbummel, ein Abendessen in einem kleinen Restaurant am Markt und dann ist die Reise fast vorbei.

 12. Tag : Heimreise

Beim Frühstück klingelt das Handy - wie ungewöhnlich. Es ist meine Mutter, die mir zum Geburtstag gratuliert. Anschliesend müssen wir noch zum Bahnhof wegen der Platzreservierung und der Änderung der Fahrkarten, da wir bereits einen Tag früher fahren, als geplant war. Es klappt aber problemlos. Wir haben jetzt noch Zeit bis zum Nachmittag und gehen Shoppen. Zum Abschluß würde ich gern zur feier des heutigen Tages in einem Caffee Torte essen gehen, aber wir finden nichts was uns zusagt. So kaufen wir Kuchen für die Rückreise und machen uns auf zum Bahnhof. In Hamburg müssen wir umsteigen. Es regnet inzwischen kräftig und der Schaffner im Zug ab Hamburg bewundert uns, dass wir bei solchem Wetter mit den Fahrrädern unterwegs sind. Dabei hatten wir doch fast immer gutes Wetter!


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