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Kultur, Natur, Radtour

oder die Hitzeschlacht in der Toskana

im Juni 2003


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Flug mit HLX

Sonnenblumen am Strassenrand

Der Dom in Siena

Prolog

Im letzten Jahr waren wir bei schlechtem Wetter mit dem Auto in Andalusien unterwegs. Wir haben uns dort fast ausschließlich in größeren Städten aufgehalten. Rückblickend hat mir das weniger gut gefallen. Also sollte es wieder eineFahrradtour sein. Außerdem wollten wir die günstigen Flugpreise der Billigflieger nutzen. Mai und September fielen aus beruflichen Gründen als Reisemonate aus. Das machte die Entscheidung nicht einfacher. Zudem waren schon die besten Flüge z.B. nach Neapel ausgebucht. Die Toskana wäre wohl auch noch im Juni möglich, dachten wir. Unser Reiseführer gab eine Durchschnittstemperatur von 27Grad für Florenz an. So buchten wir Flüge mit HLX nach Pisa.
Aber wie eine Radtour machen? Es wäre zwar möglich gegen Aufpreis die Fahrräder mitzunehmen, aber das war mir zu kompliziert. Den Streß die Räder am Flughafen zu verpacken, wollte ich mir ersparen - also ausnahmsweise eine Pauschaltour mit Mietrad und Gepäcktransport machen?
Die Topographie der Toskana sprach dafür. Zwar habe ich mit Mieträdern nicht gerade gute Erfahrungen gemacht, allerdings hatte ich auch noch kein Mietrad von einem Radreiseveranstalter. Nachdem ich einige Emails mit der Donau-Touristik in Linz ausgetauscht hatte und alle meine Fragen zufriedenstellend beantwortet waren, buchten wir schließlich die Tour sowie Übernachtungen in Pisa und Siena vor bzw. nach der Tour. Außerdem bestellte ich im Reisebüro Fahrkarten für die Bahnstrecke zwischen Pisa und Florenz, wo die Pauschaltour starten wird, sowie ein Hotel in Florenz.

 

1.Tag : Pisa

Fluganreise nach Pisa (0 km)

Unser Flug geht erst am Abend und hat leichte Verspätung. Als wir den übersichtlichen Airport von Pisa verlassen, dämmert es bereits. Wir nehmen uns gleich ein Taxi. Die Fahrt geht quer durch die Stadt und ich kann die Fahrstrecke nicht ganz nachvollziehen. Für knapp 10€ landen wir schließlich direkt vor dem Hotel. Der erste Eindruck von diesem ist wenig überzeugend, aber meine Erwartungen waren auch nicht hoch. Unser Zimmer ist klein und mit drei Betten ziemlich vollgestopft. Einzig das Bad ist mit modernen Sanitäreinrichtungen ausgestattet. Die Matratzen der Betten sind durchgelegen - dabei kostet eine Übernachtung in diesem Hotel z.B. bei der TUI ca. 160€ pro Zimmer. Wir haben es zum Glück günstiger - über die Donau-Touristik - erhalten. Zumindest ist es aber kühl im Zimmer, die Klimaanlage funktioniert.
Dies wird uns erst richtig bewußt, als wir das Hotel verlassen. Es ist bereits 22Uhr und dunkel, doch die Temperatur ist tropisch. Wozu habe ich bloss eine Jacke an?
Kaum stehen wir auf der Straße, da kann ich den schiefen Turm sehen. Daher also der Preis! Wir spazieren auf dem Campo dei Miracoli umher. Ein erster Anruf wird getätigt: "Hallo, wir stehen direkt am Schiefen Turm". Schließlich gehen wir noch ein Stück weiter und gelangen in die Einkaufsstrasse und weiter bis zum Arno. Vor einem Eiskaffee drängen sich die Menschen, auch sonst ist auf der Straße noch viel los.

 

2.TAG Mit Zug nach Florenz

Bahntranfer Pisa-Florenz (0km)

Am Morgen ziehe ich die Rollläden hoch, um einen Blick hinaus zu werfen. Seitlich kann ich den Schiefen Turm sehen. Zu meiner Freunde sehe ich auch recht viele Fahrräder vorbei fahren. Natürlich werden sie nur für kurze Strecken genutzt, aber immerhin wird hier Rad gefahren, vielleicht auch weil Pisa eine Universitätsstadt ist. Noch einmal zieht es uns zum Campo dei Miracoli. Die Sonne brennt schon am Morgen gewaltig. Ein bisschen Windowshopping steht an, doch einkaufen wollen wir eigentlich noch nichts. Wir erkunden noch, wo der Bahnhof liegt und wie wir dorthin gelangen. Ich muss feststellen, dass ein Bus direkt gegenüber vom Hotel abfährt und sowohl zum Bahnhof als auch zum Flughafen fährt.
Gegen Mittag checken wir aus und fahren zum Bahnhof und mit einem modernen Regionalzug weiter nach Florenz SMN. Letzteres dauert ca. 1 Stunde. Unser Hotel in Florenz liegt direkt gegenüber dem Bahnhof. Wir können sofort unser Zimmer im 5. Stock beziehen. Es handelt sich um ein schönes, frisch renoviertes Zimmer. Doch leider ist ein sehr warm hier drin, die Klimaanalge schafft nicht viel. Wir habe gleich zwei kleine Probleme u.a. können wir die Balkontür nicht wieder verschließen. Aber innerhalb kurzer Zeit wird uns Personal geschickt, dass die Probleme beseitigen kann.
Dann folgt unser erster Stadtrundgang in Florenz

 

3.TAG Florenz

(0 km)

Am Vormittag laufen wir durch Florenz; besuchen u.a. die Markthalle. Nach dem Mittag fahren wir mit dem Linienbus nach Fisole und besuchen das Archeologische Museum. Dort sind wir besonders von den kleinen Bronzefiguren beeindruckt.
Wir gehen noch hoch zum Kloster. Von hier gibt es einen fantastischen Blick hinab auf Florenz. Wir werfen noch einen Blick in die Klosterkirche. Dort versammeln sich gerade die Mönche zur Abendmesse.

4.TAG Florenz

(0 km)

Mittags wechseln wir das Hotel. Das Starthotel der Radreise liegt in einem scheinbar weniger wohlhabenden Wohnviertel. Per Bus gehts zurück in die Innenstadt und mit einem Minibus (einem kleinen Bus, der auch durch die schmalen Altstadtstrassen fahren kann), lassen wir uns noch etwas herum fahren. Danach laufen wir zur Kiche S. Miniato al Monte hinauf. Vom Vorplatz gibts es einen schönen Blick auf Florenz, ähnlich dem vom nahen Piazzale Michelangelo, nur ist hier der Arno nicht zu sehen. Aber auch die Kirche ist sehenswert. Auf dem Weg stoppen wir noch einmal im Rosengarten (nur Mai bis Mitte Juni geöffnet). Auf dem Rückweg versorgen wir uns beim Lidl mit reichlich Wasser für den ersten Fahrradtag. Da im Lidl viel Betrieb ist und wir unbedingt noch duschen wollen, sind wir erst kurz nach 19Uhr fertig für das Treffen mit der Reiseleitung.
Und wir sind überrascht! Es ist kaum ein Platz frei im Frühstückraum und die Veranstaltung hat bereits begonnen. Allerdings werden zunächst die Reiseunterlagen ausgegeben, die bereits vorher über das Reisebüro erhalten haben. Mindestens 20 Personen sind hier, ca. je zur Hälfte aus den Niederlanden und aus Deutschland. Bis auf die Vorverlegung der Radausgabe am nächsten Morgen auf 8Uhr wegen der Hitze erfahren wir auch nichts wesentlich neues.
Wir haben Halbpension gebucht, aber das moderne Hotel Airport besitzt kein Restaurant und hat uns daher anderweitig zum Essen angemeldet. Also machen wir gegen 20Uhr uns auf den Weg, das Restaurant für unser Abendessen zu suchen.

5. Tag : nach Pistoia

(47km)

Ich habe überhaupt keinen Hunger und esse kaum etwas zum Frühstück. Liegt es an der Aufregung oder am ungewohnt vielen Öl im Essen gestern? Um 8Uhr werden die Räder ausgegeben. Bis 9Uhr muss das Gepäck fertig in der Hotellobby stehen. AN der Trabrennbahn vorbei verlassen wir Florenz. Hinter Poggio (Medici Villa) haben wir uns verfahren und einen Bogen über Iolo und San Pietro nach Olmi gemacht. Der Weg führt über Kilometer an Gärtnereien vorbei. In Pistoia besichtigen wir den Dom und schlendern durch die kleine aber nette Altstadt. Das Hotelzimmer ist heiß und laut. Das schlechteste Zimmer dieser Reise. Das ist in der Reiseausschreibung klimatisierte Zimmer versprochen wären, fällt mir leider erst wieder Daheim auf. Die Räder parken über Nacht in einem kleinem Parkhaus für PKWs eine Straße weiter. Pistoia ist längst nicht so touristisch wie Florenz und Pisa, aber auch ganz nett. Das Abendessen ist eine exakte Wiederholung der Speisenfolge des Vortages. Hoffentlich gibt es jetzt nicht jeden Tag das gleiche, denke ich mir.
Da wir sehr zentral in der Stadt wohnen, gehen wir nach im Essen noch einmal zum Dom. Angestrahlt wirkt der Platz viel schöner und romantischer. Nachteil der zentralen Lage ist, dass bis spät in die Nacht draußen reger Betrieb herrscht, aber irgendwann schlafen wir trotzdem ein.

6. Tag : nach Lucca

Bahntransfer Pistioa-Montecatini und Altopascio - Lucca (50km)

Der Tag beginnt mit einem mageren Frühstück, schließlich erhalten wir immerhin noch Brötchen. Die ersten 400 Höhenmeter der Strecke wollen wir uns ersparen und mit der Bahn fahren. Das kostet für 2 Personen und 2 Fahrräder 10€. Ich habe mir im Hotel auf einen einen Zettel geschrieben, was ich möchte und gebe diesen der Bahnbeamtin. So erhalte ich problemlos die gewünschten Fahrkarten. Der Zug steht schon auf dem Bahnsteig bereit, aber ich habe Probleme beim Abstempeln der Fahrkarten. Schließlich drängen wir uns noch in den vollen Zug hinein, aber er fährt und fährt nicht ab. Erst nach ca. 30 Minuten setzt er sich in Bewegung.
Wir schieben zunächst durch Montecatini, vorbei an großen Hotels, um einen kleinen Eindruck vom Ort zu erhalten. Nachdem wir uns noch mit 2 großen Flaschen Wasser eingedeckt haben, schwingen wir uns endlich auf die Räder.
Der Autoverkehr in und um Montecatini ist zunächst recht nervig und es dauert einige Zeit bis wir uns diesem entziehen können. Später fahren wir auf ruhigen Wegen in hügeliger Landschaft. Zur Mittagszeit ist die Hitze unerträglich. Die Luft flimmert vor Hitze und wir suchen etwas schatten bei einem einzeln stehenden Haus. Ich komme wir fast vor wie in einer Wüste, der Himmel hinter uns sieht jedoch reichlich dunkel aus. Im nächsten Dorf hören wir es in der Ferne donnern und überlegen kurz, ob wir das Gewitter in der kleinen Bar des Ortes abwarten sollten. Zum Glück entscheiden wir uns dagegen, denn wir erreichen am Nachmittag trocken Altopascia. Da ab hier die weitere Strecke durch dicht besiedeltes Gebiet und Vororte von Lucca verläuft und es zudem regnet, donnert und blitz, fällt die Entscheidung leicht, bis Lucca mit der Bahn zu fahren. Die größte Herausforterung ist es dabei, die Fahrkarten aus dem Automaten zu erwerben. Das Abstempeln geht inszwischen ganz leicht. Die Bahnfahrt ermöglicht uns eine erste Tour auf der Stadtmauer und einem kleinen Bummel durch die regennasse Stadt, bevor wir uns ins Hotel fahren. Außerdem sehen wir, das in Lucca auch bei Regen Fahrrad gefahren wird; in einer Hand den Regenschirm haltend! Das BestWestern Hotel liegt leider etwas außerhalb, so daß wir nach dem Essen, das auch sehr lange dauert, nicht wieder in die Stadt kommen. Dafür ist das Hotel auch das beste der Reise und wir haben ein großes Zimmer mit zwei Betten. Wir fühlen uns fast wie in den USA. Auch das Essen ist vorzüglich, ein Viergänge-Menü! ... und endlich einmal haben wir die Auswahl zwischen verschiedenen Speisen!
Wir sitzen an einem großen Tisch mit anderen, die auch diese Tour fahren und hören, dass nicht alle soviel Glück heute hatten. Ein Paar aus den Niederlanden ist direkt in das Gewitter geraten und hat einen Blitzeinschlag in unmittelbarer Nähe erlebt.

7. Tag : über Pisa nach Tirrenia

(53 km)

Lucca gefällt uns so gut, dass wir bis Mittag in der Stadt bleiben. Wir besichtigen den Dom, bummeln durch die belebten Gassen, wundern uns über die vielen Feinkostläden und versuchen viel vom Lebengef¨hl dieser Stadt in uns aufzunehmen. Bei heute wieder strahlend blauen Himmeln sieht die Stadt noch viel schöner aus. Wir können uns einfach nicht losreißen; doch nach einer letzten Runde auf dem Stadtwall müssen wir - in der Mittagshitze- aufbrechen. Zum Glück ist die Strecke heute eben. Zunächst gibt es sogar einen Radweg, dieser wird immer schlechter und ist später teilweise zugeparkt. Schließlich endete der Radweg und wir müssen auf einer vielbefahrenen Ausfallstraße fahren. Als ich ein braunen Wegweiser mit einem weißen Fahrradsymbol entdeckte, biege ich daher kurzentschlossen ab. Sofort wird die Gegend ländlich. Nach ca. 1km geht es einen Deich hinauf und wir fahren auf einem schönen - geschotterten - Radweg am Flussufer. Diesem folgen wir nach links bis einer Brücke, wo wir die Ausfallstraße wieder erreichen und die beschriebene Route lt. unserem Roadbook fortsetzen können. Unterwegs nutzen wir fast jeden schattigen Fleck für eine kleine Pause in der brütenden Hitze. An der nächsten Brücke sehen wir unten im Fluß Menschen baden - und zu meiner Überraschung sehe ich auf der Hauptstrasse eine Gruppe Radler in Richtung Lucca fahren. Pisa durchqueren wir schnell, denn wir kennen die Stadt schon vom ersten Reisetag. Die Durchquerung der Stadt ist auch einfacher, als ich gedacht hatte, denn wegen eines Festes sind weite Teile der Stadt für den Verkehr gesperrt und auch die anderen Straßen sind recht leer. Die folgende Strecke von von Pisa nach Marina di Pisa liegt im Schatten, aber dafür gibt es viel Autoverkehr. Interessant wurde es erst in Marina de Pisa, wo viele Menschen am Strand liegen. Bald haben auch wir die letzte Strecke nach Tirrenia - einem moderen Ort aus der Retorte- geschaft. Wie stellen unsere Räder einfach in die Eingangshalle unseres Hotels und begeben uns auf das Zimmer, um uns zu erfrischen. Später stellen wir die Räder doch noch in die Tiefgrage und gehen noch ein wenig an den abendlichen Strand.

8. Tag : Casciana Terme

(45 km)

Der Start ist heute etwas unangenehm. Wir haben die Wahl zwischen einer großen Straße mit viel LKW-Verkehr oder einem parallel verlaufenden Sandweg, der kaum zu befahren ist. Anschließend fahren wir auf Schotterweg ohne Autoverkehr parallel zu einem Kanals. Die eigentlich etwas monotone Strecke wird durch Sonnenblumenfelder und die Beobachtung von Reptilien und Schmetterlingen doch ganz reizvoll - sofern man über den Müll hinweg sieht! Alte Autobatterien und Computermonitore in der Landschaft zu entsorgen entspricht nicht unserem Umweltverständnis! Bald darauf beginnt die hügelige Toskana, so wie wir sie uns vorgestellt haben. Zunächst kaufe ich in der einzigen Bar weit und breit noch eine Flasche Wasse - die teuerste außerhalb von Florenz! Der Weg steigt langsam an, gelegentlich ziehen wir es vor zu schieben. Bald kommt Bus der Donau-Touristik von hinten. Er stoppt. "Ist alles OK?" Wir bejahen und er setzt seine Fahrt fort. Nach einer Mittagspause in einem verschlafenem Ort geht es lansam wieder abwärts. Die Abfahrt nach Casciana Terme ist sogar so steil, daß wir aufpassen müssen, die Abzweigung zum Hotel nicht zu verpassen.
Das Hotel ist eine schöne Villa gegnüber dem Kurpark. Doch der interessiert uns - noch - nicht. Wir sehnen uns nach einer Dusche, doch aus dem Wasserhahn kommen nur ein paar Tropfen. Wir erfahren, daß es wegen Arbeiten im Ort z.Zt. kein Wasser gibt und der Speicher des Hotels soeben leer ist. Den Nachmittag verbringen wir am Pool. Danach gibt es noch ein Treffen mit der Reiseleitung. Die Fahrscheine für den Rückfahrt nach Florenz werden verteilt und der Termin für den Transfer am nächsten Tag abgesprochen. Der Ort bietet nichts sehenswertes - wie wir am Abend festellen. Das Abendessen findet um 20 Uhr statt; mit dem Flair einer Kantine!

9. Tag : nach San Gimignano

11km Bustransfer (41 km)

Auf dem Weg nach San Gimignano

Der Tag beginnt sehr schön: Wir nehmen das Frühstück im Garten vor dem Hotel ein. Unsere Strecke führt zumeist an Getreidefeldern entlang. Bald wird jedoch die Freude am Radfahren getrübt; meine Frau hat Probleme mit Ihrem Rad. Der Umwerfer schaltet nicht mehr richtig und die Kette schleift ständig an diesem. Zum Glück sind wird Mittags für den Transfer verabredet.

An Treffpunkt wartet bereits ein Paar aus den Niederlanden. Die Frau wird mit uns im Bus fahren, während ihr Mann die 11 km Anstieg aus eigener Kraft bewältigen will. Er möchte uns auch bei der Schaltung helfen, doch der Bus hat Reserve-Fahrräder dabei. So wird ein anderes Rad passend eingestellt - und auch die Bremsen werden justiert. Das der Tacho nicht funktioniert, merken wir erst später. Die Batterie des Senders ist leer. Am höchsten Punkt der Strecke setzt uns der Bus ab und wir rollen locker auf San Gimignano zu. Wo immer sich ein Ausblick auf das einzigartige Panaramo der Stadt findet, machen wir kurz halt.

Zum Stadtkern geht es noch einmal bergauf. Unser Hotel liegt außerhalb der Stadtmauer, ist aber sehr schön. Vom Zimmer haben wir einen Blick auf die Altstadt mit den Geschlechtertürmen. Der Ort ist völlig auf Touristen eingestellt. Hinter der Stadtmauer folgt ein Touristenshop auf den anderen. Die meisten lassen wir links liegen, doch schließlich besuchen eine Gallerie.
Das Abendessen gibt es heute draußen auf der Terrasse. Anschließend gehen wir wieder in den Ort zurück und die nächtliche Stimmung zieht uns völlig in Ihren Bann. Es fällt uns trotz der späten Stunde schwer ins Hotel zurückzukehren.

10. Tag : nach Siena

(41 km - diverse Höhenmeter)

Die Angaben über die heutige Streckenlänge variieren zwischen 40 und 46km. Außerdem sind mehrere hundert Höhenmeter zu überwinden. Es waren für uns die meisten Höhenmeter der Tour.
Zunächst gehts es von San Gimignano hinunter ins Tal und gleich wieder auf fast gleiche Höhe hinauf. Dafür werden wir hie rmit dem Anblick eines Sonnenblumenfeldes belohnt. Orte sehen wir nicht viele. Am Fuße von Monteriggione machen wir eine längere Pause, aber ich kann mich einfach nicht aufraffen allein in der Mittagshitze hinauf zu gehen. So fahren wir schließlich weiter, bis mir meine Frau kurz darauf mitteilt, sie könne nicht mehr. Mit einigen zusätzlichen Pausen am Strassenrand erreichen wir doch noch gemeinsam Siena. Kurz darauf sehe ich den Bus auf der anderen Straßenseite stehen. Meine Frau versteht erst nicht was los ist. Die Räder werden auf den Hänger geladen und ist die Radreise plötzlich beendet. Der Bus bringt uns das letzte Stück bis zu unserem Hotel. Es waren schliesslich nur 41km, wo wir fast 50km befürchtet hatten.
Wehmut macht sich bei mir breit. Nun haben wir keine Räder mehr und müssen uns zu Fuß fortbewegen. Auch werden wird die anderen, die die Strecke gefahren sind, nicht wieder sehen, da wir auf mehrere Hotels verteilt sind. Wir starten auch bald zu einem ersten Stadtrundgang. Siena scheint mir dunkel und abweisend zu sein, was meine Stimmung nicht gerade bessert. Das Abendessen erhalten auf der Terrasse des Hotel Garden. Leider erklärt uns niemand richtig, wie wir dorthin gelangen, aber wir finden es mit Nachfragen schließlich doch. Wir speisen draußen auf der Terasse. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf die Altstadt von Siena.

11. und 12. Tag : Siena

(0 km )

Vor dem Rathaus

Auf den zweiten Blick ist Siena eine sehr schöne Stadt auf drei Hügeln. Allerdings ist die Stadt für meinen Geschmack weniger zum Shoppen geeinget als Florenz oder auch Pisa. Unbedingt sehenswert ist der Dom. Ein krasser Gegensatz zum Innen schlichten Dom von Florenz!

13. Tag : Rückflug

Bahntransfer Siena-Empoli-Pisa Airport

Nach einem letzten Stadtbummel machen wir uns auf den Weg nach Pisa. Wir sind viel zu früh am Flughafen. Beim Warten auf die Maschine treffen wir ein Paar von der Radreise wieder; Sie fliegen mit dem gleichen Flug heim

Nachtrag

Wegen fehlender Radwege ist die Toskana sicherlich nicht unbedingt das perfekte Radreiseland, aber es hat durchaus auch hier seinen Reiz mit dem rad unterwegs zu sein, wenn man Steigungen nicht scheut und etwas hitzeresistend ist.
Die Firma Donau Touristik bietet die beschriebene Tour inzwischen nicht mehr an, jedoch haben andere Anbieter ähnliche Touren im Programm.

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