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Expo 02
Zu Besuch bei der Schweizer Landesausstellung
an den Bieler Seen
[Bericht Biel] [Bericht Murten] [Bericht Neuchatel]
Nach meiner Begeisterung für die Expo2000 wollte ich gern wieder eine Expo besuchen.
So waren wir im August 2002 in der Schweiz und haben die Landesausstellung EXPO02 besucht.
Die Expo fand an vier Orten im Westen der Schweiz statt, von denen wir drei besucht haben.
Besuch der Arteplage Biel:
Pünktlich von einer Radtour am Bieler See zurückgekehrt, stehen wir um kurz vor 18:30 vor der Arteplage in Biel an einem
Automaten vor SBB, um ein Expo-Ticket zu erwerben, was auch problemlos gelingt. Witzig finde ich nur,
dass der Automat uns auf dem
Display „Gute Reise“ wünscht - am in gewisser Weise begeben wir uns ja auch auf eine Reise.
Am Eingang erhalten wir ein Armband mit einem Barcode angelegt. Damit könnten wir jederzeit das Gelände verlassen und
auch wieder betreten. Bevor wir und das Gelände betreten wird der Strichcode gescannt. Ich fühle mich
etwas komisch dabei. „Nun bin ich kodiert und registriert“ sage ich. Ausflug nach Murten:
Am nächsten Tag machen wir uns per Bahn auf nach Murten, dazu müssen wir in Lyss umsteigen. Ich hatte bereits gehört das Murten
ein netter Ort sei und sich auch ohne Expo lohnen würde.In Murten sind die Fußwege vom Bahnhof zur Stadt mit Eisenketten von der Strasse
abgetrennt, da somit die Wege verbreitert wurden. Ein entsprechender Andrang ist aber nicht zu erkennen. Auf dem Weg zur Stadt kommen wir
an einem Kunstwerk vorbei. Es handelt sich um tausend Eier und einem Baum sowie einen Nachbau eines Leopard-Panzers,
allerdings als Wohnung hergerichtet!? Murten hat keine eigentliche Arteplage. Die Ausstellungen sind über den Ort und das Seeufer verteilt,
deshalb muss bei der jeweiligen Ausstellung das Expoticket gescannt werden.
[Biel]
[Murten]
[Neuchatel]
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Ein Abend auf der Arteplage Neuchatel: Mit dem Zug einer Privatbahn gelangen wir nach kurzer Fahrt nach Neuchatel. Wir können nun mit der Standseilbahn "Fun ambule" unterirdisch bis
fast zur Expo fahren- Preis 1sFr oder gratis mit dem Expoticket, aber das wollen wir uns für den Rückweg aufheben, deshalb laufen wir zunächst zu Fuß
hinab in den Ort. Besonders ansprechend ist der Weg nicht, es geht recht steil bergab. Auf dem Weg in die Innenstadt landen wir in einem kleinen Park,
der zu einem Hotel gehört. Nach ca. 30 Minuten Fußweg sind wir in der Altstadt. Hier gefällt es mir. Es gibt schöne Brunnen, Läden, viele Menschen
und eine südländische Atmosphäre. Uns zieht es aber weiter zum Schloss. Dafür müssen wir wieder bergauf, damit wir wieder hinunter
gucken können. Andere Touristen lassen sich mit einem Touristenzug hierher fahren. Hier können wir den See und auch ein bisschen von der Arteplage sehen.
Wir sehen auch einen Ballon aufsteigen, aber er ist mit einem
Seil fest und fährt bald wieder herab, so was habe ich schon in Berlin am Potsdammer Platz gesehen. Später sehen ich das eine Fahrt damit
30sFr kostet -nicht gerade geschenkt! Als wir genug geguckt haben, laufen wir wieder in die Stadt hinunter, füllen beim Migros unseren
Getränkevorrat auf und bummeln nun am Seeufer entlang zur Arteplage. Schon vor dem Eingang gibt es ein paar kleine Ausstellungen,
die einen auf dem Weg zum Eingang begleiten.
Wir gehen sofort in den ersten Pavillon mit Namen „Nuveau Destinations“. Es gibt keine Warteschlange.
Eine Dame empfängt uns. Wir dürften entweder zuerst einen Basketball in den Korb werfen oder direkt auch in den Pavillion
hinein gehen. Ich möchte sehen, was sich hinter der Ausstellung verbirgt und verzichte aufs Werfen.
Wir bekommen jeder einen Kopfhörer, mit Ohrmuscheln im Basketballdesign. Das Innere der (Tragluft-)Halle ist wie ein
Sportplatz gemacht: Roter Fußboden mit Begrenzungslinien, Basketballkörbe und Eckfahnen. Bei jeder Eckfahne wechselt
das Programm auf dem Kopfhörer. Alle Texte jedoch ziehen Parallelen zwischen Sport und Politik. Ist auf jeden Fall nett
gemacht.
Vor dem nächsten Pavillon müssen wir 5 Minuten warten. Ein paar junge Damen verkünden in verschiedenen Sprachen,
dass es drinnen ein technisches Theater und eine Art Modeschau gäbe. Der Film dient eher zur Verkürzung der Wartezeit.
Im Theater tritt eine Frau auf, die die Aufgabe hat, den Werkplatz Schweiz darzustellen. Dazu bedient man sich einiger
technischer Maschinerie, deshalb wohl technisches Theater. Es gibt eine Art Kofferband auf dem Boden und ein
Schienensystem unter der Decke. Über beides werden zu passender Gelegenheit Gegenstände herbei gebracht.
Zum Abschluss gibt es die Modeschau der Roboter und als Krönung wird sogar die Frau heran gefahren,
Sie trägt jetzt ein leuchtendes Glasfaserkleid. Na ja.
In den roten Pavillion gegenüber möchte meine Frau nicht, da dort als Abschluss eine Rutschpartie wartet. So stellen stattdessen
an einer langen Warteschlange an. Wenn hier so viele Menschen warten, muss das Gut sein, denke ich. Die Ausstellung heißt
„Strangers in Paradise“, aber was soll man sich darunter vorstellen? Nach ca. 20 Minuten Wartezeit gelangen wir in
den Pavillon und müssen auf den Fahrstuhl warten. Es sieht hier aus wie im Wareneingang eines Unternehmens. Der Fahrstuhl
macht eher den Eindruck eines Lastenfahrstuhls. Dann müssen wir in die Viehekel umsteigen, die uns durch den Pavillon fahren.
Jetzt weiß ich, dass ich davon schon gehört hatte. Es handelt sich um sehr große Einkaufswagen und wir sitzen darin wie sonst
die Kinder. Die Fahrt ist nicht besonders aufregend, d.h. jeder kann und sollte sie mitmachen, es ist schon eine besondere
Attraktion in Biel. Wir durchfahren das Gebäude vom Keller bis aufs Dach hinauf.
Als wir den Pavillon verlassen, ist es bereits nach 20Uhr und die Warteschlange ist geschlossen, so dass wir leider keine zweite
Fahrt machen können.
Wir schlendern über die große Brücke - die auch nach der Expo erhalten bleibt, sehen und die Klangtürme an und
verirren uns im Schilderwald. Wir gehen zum Abendessen in ein SB-Restaurant, das Ganze ähnelt einem amerikanischen
FOOD-Court, nur dann man erst beim Verlassen des Restaurants zahlen muss. Das Essen schmeckt uns gut, selbst mir mundet der Fisch
vorzüglich. Als Dessert gönne ich mir noch eine Schwarzwälder Kirschtorte. Das Preisniveau scheint mir für eine Expo sehr in Ordnung zu
sein und nicht teuer als in der Stadt. Anschließend ist auf dem weitläufigen Gelände nicht mehr viel los, die Bühne ist dunkel nur in einigen Lokalen
sind noch Leute. Daher gehen wir zunächst ins Hotel zurück. Wieder auf dem Gelände warten wir mit ca 200 Menschen an diesem Sonntagabend
am Ufer auf den Beginn des Nachtspektakels. Auf einen Vorhang aus Wasser wird ein Film gezeigt - wo hab' ich das bloß schon gesehen?
Thema ist "One Woman, one Vote" und es wird eher schaurige Musik dazu gespielt. Gelegentlich wird eine Feuerwerksrakete
gezündet. Das Ganze endet mit klassischer Musik und bewegten Fontainen. Meiner Frau hat es gefallen, ich hatte
eher ein "deja vue"-Erlebnis und frage mich was das mit der Schweiz zu tun hat.
Die Stadt ist tatsächlich sehr hübsch. Oberhalb des Sees liegt ein Schloss. Im Innenhof des Schlosses ist eine Tribühne
für Konzerte aufgebaut. Die Hauptstrasse ist von hübschen alten Häusern mit Arkardengängen gesäumt, darunter befinden sich Läden
aller Art. Der Ort erscheint mir wie Bern im Kleinformat. Am Ende der Strasse ist ein Stadttor und dort scheint einiges los zu sein.
Ein Straßentheater beendet gerade die Vorführung und lockt jetzt die Zuschauer hinunter zum See. Wir wollen jedoch noch oben bleiben.
Hier sind für die Expo einige Container aufgebaut für Shops, Kartenverkauf etc. Das ist ein seltsamer Kontrast zum alten Stadttor.
Hier befindet sich auch die Expo-Agricole - die habe schon wieder "deja vue" Empfindungen!
In einer temporären Markthalle stehen z.B. Köstlichkeiten aus der Schweiz zur Degustation: Wurst, Käse, Säfte, Schnaps ....lecker!!
Wir gehen durchs Tor zurück in die Stadt und auf die Stadtmauer und genießen den Blick auf die Dächer der Stadt.
Auch hier an der Stadtmauer gibt es zwei Expoausstellungen. Wir gehen aber durch
ein weiteres Stadttor auf einen ruhigen Platz. An einem Brunnen lassen wir uns nieder. Wir kommen mit einem Herrn ins Gespräch,
der am Brunnen Wasser für seinen Garten holt. Wir sprechen u.a. über die anstehende Bundestagswahl.
Anschließend steigen wir auf die Mauer hinauf, und geniessen den Blick auf die Dächer der Stadt.
Nachdem wir den Blickfang der Expo in Murten, den Monolithen. schon vielfach gesehen haben, machen wir uns auf zum Seeufer,
um ihn aus der Nähe in Augenschein zu nehmen. Neben dem großen Monolithen im See entdecken wir noch mehrere kleine
Exemplare. Alle enthalten kleine Ausstellungen, z.b. einen Spiegel auf dem wir uns Kopfstehend bewundern können.
Eine andere Ausstellungen kann ich weniger deuten, aber das Wetter ist auch heute wieder herrlich und der Spaziergang am See
macht Spaß. Quasi gegenüber dem Monolithen liegt ein rostiges U-Boot an Land, dieses war das Wahrzeichen der letzten Schweizer
Landesausstellung (1964?). Hier fahren die Boote zum Monolithen ab. Drinnen ist das Rundgemälde der Schlacht von Murten
zu sehen. Nun machen wir uns wieder auf den Weg zurück nach Oben ins Städtchen und Streben dem Bahnhof zu.
Auf dem Gelände streben wir direkt auf die Kieselsteine zu, so werden die großen Dächer, unter denen sich die meisten Ausstellungen
befinden, genannt. Ohne zu Warten gelangen wir in die Ausstellung "Biopolis", dieeinem Pharmakonzern gesponsert wird, hinein.
Aber die Ausstellung spricht mich wenig an und so verlassen wir den Pavillon schnell und streben dem nächsten direkt nebenan entgegen.
Die Ausstellung hat irgendwas mit Energie zu tun. Eine Tafel warnt u.a. Trägern von Herzschrittmachern vor dem Besuch. Das triff für uns
zum Glück nicht zu - also hinein! Ein donnerndes Geräusch kommt uns entgegen. Wir erspähen einen Wasserfall. Im nächsten Raum bin ich zunächst überwältig. Es ist
dunkel, die Luft ist sehr feucht. Uns wird ein Standplatz zugewiesen. Stroboskopeffekte setzen ein. In der Mitte ist eine Bühne auf der sich eine Frau befindet.
Langsam stelle ich fest, das wir uns um diese Bühne herum bewegen. Wir stehen auf einer drehenden Plattform. Zu den Stroboskopblitzen gesellen sich Wasserspiele.
Manchmal gibt es eine Fontäne über uns hinweg. Viel zu schnell dreht sich die Plattform dem Ausgang zu und wir stehen vor der Frage wohin nun?
Wir stellen uns an der Warteschlange zu "Ada" an, getreu dem Motto, da ist eine Warteschlange, das muss gut sein. Leider trift das m.E. nicht zu. Die Warteschlange entsteht,
da nur eine begrenzte Menge Menschen in die Ausstellung hinein darf. Es handelt sich um einen interaktiven Raum. Wir erfahren zunächst wir man mit Ada interagieren kann
und die Aufmerksamkeit von Ada auf sich zieht und können die Gruppe vor uns in dem Raum beobachten. Ich finde es nicht so toll, vielleicht wäre es besser, wenn noch
weniger Menschen in dem Raum wären. Kinder können bestimmt besser damit umgehen und die Aufmerksamkeit von Ada erreichen. So stellen wir uns wieder an diesmal bei Robotics.
Hier fahren einige Roboter zwischen den Menschen heraus. Einer bleibt vor mir stehen und muss vom Personal wieder in Gang gesetzt werden. Das überzeugt mich auch nicht.
Dagegen finde ich die Roboterfische in einem Aquarium recht faszinierend.
Nun ist Beaufort12 schon geschlossen. So ruhen wir uns erstmal aus. Dazu bieten sich einige Liegen an, die eigentlich wie eine Mischung aus Liege und Rutsche aussehen, aber
doch recht bequem sind. Wir haben dabei einem schönen Blick auf den See und die langsam untergehende Sonne. Dann essen wir auch hier im Mistral SB-Restaurant.
Anschließend schlendern wir noch etwas über das Gelände und überlegen ob wir wirklich bis zum Abendspektakel bleiben sollen. Aber da es schon 21Uhr50 ist bleiben wir.
Das Abendspektakel hier ist vollig anders als in Biel, aber es spielt sich wieder auf dem Wasser ab und zwar vor den Kieselsteinen.
Diese werden bunt angestrahlt (siehe Foto).
Dazu gibt es Nebeleffekte und Fontänen. Den Abschluß bildet eine Arte Seeschlacht. Erst steigt Feuer auf, dann spritzt Wasser auf - an der gedachten Einschlagstelle.
Wir begeben uns schließlich so schnell wie möglich zum Ausgang. Leider fährt die Standseilbahn zum Bahnhof heute Abend nicht, aber es sollen Busse fahren.
Wir fragen den Fahren eines in der Nähe stehenden Busse, der verweist uns auf die andere Strassenseite. Dort würde in 10 Minuten der Bus fahren. Also beschließen wir,
auch wieder zum Bahnhof hinauf zu laufen. Mit uns tun das noch viele andere Menschen. Kurz nachdem wir auf dem Bahnsteig angekommen sind, kommt auch unser
IC. Ein riesig langer Neigetechnik-Zug der längst nicht gefüllt ist. Nach einer kurzen Fahrt von 20 Minuten stehen wir wieder in Biel am Bahnhof. Es ist schon ein Vorteil, dass
wir ein Hotel nahe des Bahnhofs gewählt haben, so konnten wir das Abendspektakel in Neuchatel erleben und sind noch vor Mitternacht im Hotel zurück.
Fazit
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