Reisebericht : Zum Skilanglauf nach Reit im Winkl

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Olaf in der Loipe

Einleitung

Nachdem wir im Februar 1990 den Schnee suchen mußten, war unser Wunsch nach einem weiteren Winterurlaub sehr gering. So blieb es in den letzten Jahren dabei, ein- oder zweimal für einen Tag in den Harz zu fahren, bis mich eine anstehende Geschäftsreise zu Beginn des Jahres 1999 in ein Reisebüro führte. Während ich wartete, nahm ich mir einen Winterkatalog. Ich war etwas enttäuscht, als ich sah, daß es sich um Ferienhäuser und -wohnungen handelte, blätterte trotzdem in dem Katalog . Ein Haus in Reit im Winkl gefiel wir dabei gut. Es schient noch sehr neu zu sein, gut ausgestattet und auch der Preis war O.K. Am Abend zeigte ich meiner Frau den Katalog und auch ihr gefiel meine Wahl und so begannen wir Pläne zu schmieden und guckten uns einen Termin aus. Bis wir geprüft haben, ob wir Urlaub bekommen können und uns schließlich zur Buchung entschlossen hatten, waren es nur noch 2 Wochen bis zum Reiseantritt. Ich wartete deshalb ungeduldig auf die Rechnung des Reiseveranstallters. Die kam sehr spät, aber glücklicherweise zusammen mit dem Voucher an. Wir überwiesen das Geld umgehend und schon konnte es los gehen.

1. Tag Anreise

Am Samstag um kurz vor 9 Uhr ging es per Bus von zu Hause los, ca. eine Stunde später fährt der IC im Hauptbahnhof ab. Dieser soll uns ohne Umsteigen direkt bis nach Prien am Chiemsee bringen. In München steht der Zug einige Zeit auf freier Strecke und ich sehe unseren Busanschluß schon verschwinden, denn wir haben nur 10 Minuten Umsteigezeit und der nächste Bus fährt 2 Std. später. Wir erreichen aber Prien mit nur 5 Minuten Verspätung. Wir haben uns schon frühzeitig an der Tür zum Ausstieg bereitgestellt, was nicht schlecht ist, denn nach uns kommt eine Gruppe mit sehr viel Gepäck. In Prien regnet es -wie schon längere Zeit auf unserer Strecke durch Bayern - aber unser Regenschirm und die Regenbekleidung sind irgendwo im Koffer. Also lassen wir den Regen Regen sein und suchen unseren Bus. Es stehen sogar zwei Busse bereit. Der erste ist schon voll, da müssen wir den zweiten nehmen. Ich verlade das Gepäck (Koffer und Skisack) in den Gepäckraum, während meine Frau schon einsteigt und bezahlt. Der Fahrpreis mit Bahncard ist günstig. Eine Fahrkarte bis nach Reit kann die DB leider nicht ausstellen. Nach kurzer Zeit schon sitzen wir im Bus und freuen uns, nicht so lange wie nachfolgende Fahrgäste im Regen stehen zu müssen. Nach einer Viertelstunde fährt der Bus los. Einige Fahrgäste müssen stehen. Inzwischen habe ich entdeckt, daß der Bus einen Heckgepäckträger für Skier hat und einen roten Skisack wie den unseren sehe ich auch. Hat der Busfahrer diesen dorthin verfrachtet? Immer wieder sehe ich Unterwegs nach hinten, ob unsere Ski wohl noch da sind. Bis nach Reit sind es ca. 40km. Der Skisack wird schön naß und da eine Naht offen ist, befürchte ich, daß die Skischuhe meiner Frau, die sich ebenfalls im Skisack befinden, auch sehr naß werden! Das geht ja gut los, denke ich. In Reit angekommen, wissen wir nicht genau wie es weiter geht, eigentlich wollten wir ab der Endstation (Haltestelle Post) ein Taxi nehmen, jedoch scheint der Bus weiter in unsere Richtung zu fahren. Wir fahren mit bis zur Haltestelle Groisenbach, denn dort soll unsere FEWO sein. Es regnet kräftig als wir aussteigen. Wir ziehen mit dem Gepäck auf der Fahrbahn entlang, da die Fußwege voll Schnee sind, da wäre kein Vorankommen mit dem Rollenkoffer. Nach zwei kleinen Irrwegen durch Schnee und Pfützen erreichen wir unsere FEWO-Anlage. Der Schnee am Straßenrand ist fast 2 Meter hoch aufgetürmt. Wir sind schön naß und froh endlich angekommen zu sein, schließlich ist es schon 18Uhr. Die Rezeption ist verweist, denn gerade sind einige Gäste angekommen. Als erstes darf ich dann, naß wie ich bin, die Anmeldung ausfüllen und 35.- DM Kurtaxe bezahlen, bevor wir endlich in die FEWO kommen. Es ist die Nr. 10 direkt am Eingang und ebenerdig gelegen. Die Fewo ist noch recht neu und sehr schön, ein Sofa (auch als Bett für eine weitere Person, eine Sitzecke, TV, Radio, Telefon und eine kleine Küche mit 2 Herdplatten, alles vorhanden. Wir legen uns gleich trocken, rufen bei meinen Eltern an und gehen dann in den Gastraum zum Abendessen. Täglich wird hier eine kleine Karte sowie zwei Gerichte auf Vorbestellung serviert. Wir essen Toast Hawaii bzw. Nudeltopf. Dann packen wir uns ins Bett und beschließen den Abend mit TV.

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2. Tag Regen

Am Morgen regnet es immer noch. Wir haben für 8 Uhr Frühstück bestellt. Es ist sehr gut : Brötchen, Wurst, Käse, Marmelade, Orangensaft, Tee und sogar für jeden ein Stück Kuchen. Den Preis erfahren wir erst am Abreisetag. Nach dem Frühstück ziehen wir unsere Regenkleidung über und machen uns auf den Weg ins Dorf. Wir wollen ins Verkehrsbüro, das am Sonntag Vormittag geöffnet hat, um unsere Loipenpässe und eine Loipenkarte abzuholen und die Kurkarte abstempeln zu lassen. In der Kurtaxe von DM 2,50.- ist nämlich die Loipenbenutzung inklusive, während Tagesbesucher 5.- DM für die Benutzung der Langlaufloipen bezahlen müssen. Dann gehen wir in den Ortskern. Beim dem Regen ist der Weg etwas beschwerlich. Teilweise liegt hoch Schnee auf dem Fußweg, teilweise ist der Schnee zu tiefen Pfützen der einem Berg Schneematsch geschmolzen. Auch heute am Sonntag haben einige Läden geöffnet.[Anmerkung: Dies war im Januar2001 und 2003 nicht mehr der Fall!] So gehen wir in den EDEKA-Markt und versorgen uns mit allem was wir zum Frühstück benötigen sowie mit Spagetti und Soße - wir können uns auch selbst was Kochen, denken wir. Für den Rückweg finden wir nun eine etwas angenehmere Strecke, wir brauchen somit nicht ausschließlich an der Bundestrasse entlang zu laufen. In der FeWo angekommen, müssen wir zunächst unsere durchnäßte Kleidung trocken, dann gibt einen kleinen Lunch (Joghurtmüsli und Obst). Im TV läuft die Nordische Ski-WM und wir sehen den spannenden Doppelsieg von Schmitt und Hannawald. Gegen 15:30 Uhr ziehen wir unsere Regenklamotten wieder über, den wir wollen unbedingt noch eine Runde auf Skiern laufen. Inzwischen ist der Regen in Schnee übergegangen. Wir entscheiden uns für die einfache Loipe Nr.2, die nur wenige hundert Meter entfernt verlauft und laufen 2 Runden auf dem hinteren Teil der Strecke. Für den Einstieg nach einem Jahr Pause und bei starken Schneefall reicht uns das für den Anfang. Das Laufen klappt recht gut, die kleine Abfahrten sind bei dem Neuschnee reizlos. Am Abend kochen wir unsere Nudel und sehen anschließend einen Film mit Sascha Hehn mit ZDF. Dann fällt mein Blick auf meine LL-Schuhe und ich stelle fest, das sich die Oberfläche auflöst. Das wird ein Thema für den nächsten Tag.

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3. Tag Schnee

Um 3Uhr40 wache ich zum ersten mal auf, um 6:30 Uhr stehe ich auf . Draußen schneit es kräftig. Zunächst schreibe ich Tagebuch und bereite dann das Frühstück vor. Es gibt Tee, Müsli, Toast, Vitaminsaft etc. Meine Frau will unbedingt im Büro anrufen, erreicht dort aber niemanden. Ich rufe bei der Skihütte an, um zu fragen, ob es für meine LL-Bindung noch neue Schuhe gibt. Ich erfahre, daß keine passenden Schuhe mehr vorrätig sind und ich sowohl Schuhe als auch Bindung neu benötige - aber das hatte ich schon erwartet. Der Spaß soll ab 160.- DM kostet. Dafür bekomme ich schon fast ein komplettes Set, denke ich. Also steigen wir zunächst wieder in unsere Regenkleidung - es schneit immer noch - und starten wieder auf der Loipe Nr.2. Diesmal laufen wir aber weiter Richtung Langlaufstadion und bis zum Benzeck-Lift. Hier beginnt ein steiler Anstieg, den wir uns heute aber ersparen wollen. Wir laufen noch bis zu den Häusern von alt Blindau und dann zu Fuß zum Lift-Stüberl. Es ist noch nicht einmal 12 Uhr, so machen wir nur eine kleine Pause mit Limo und Kuchen. Ein Herr an unserem Tisch erzählt, das er fast 70 Jahre alt ist und noch LL-Ski läuft. Da haben wir noch ein paar Jahre Zeit diesen Sport auszuüben, denke ich mir. Anschließend laufen wir über die Loipen 5 und 6 bis in die Nähe unserer FeWo. Wenige Meter bevor wir unsere Unterkunft erreichen, fällt mir auf, daß mir ein LL-Handschuh fehlt. Ich durchsuche alle Taschen, aber er ist nicht aufzufinden. Meine Frau geht noch einmal bis zur nächsten Streckenecke zurück, doch auch Sie kann den Handschuh nicht entdecken. Die Handschuhe sind schon alt und nicht mehr schön! Da werde ich mir wohl ein Paar neue kaufen müssen, sage ich mir. Zunächst aber machen wir unsere Mittagspause, meine Frau sogar einen Mittagsschlaf, dann wollen wir zu Fuß ins Dorf. Zuerst laufen wir zu der Stelle, an der mir die Loipe verlassen haben. Vielleicht finden wir den Handschuh noch, hoffe ich - und tatsächlich : Auf einem Stock, der zur Markierung der Straße für die Schneeräumung dient, steckt mein Handschuh, das freut mich. Wir gehen auf einem geräumten Fußweg rechts der Lofer entlang Richtung Dorfmitte. Als wir wieder auf die Straße treffen, stellen wir fest, daß wir zu weit gelaufen sind. Nach ein paar hundert Metern treffen wir wieder auf die übliche Straße. Wir kaufen einer Konditorei Quarkstrudel. Meine Frau probiert in der "Skihütte" einige Fleeceshirts an. Ich schaue wir derweil LL-Handschuhe an. In der Skiabteilung im Keller werde ich fündig. Die Paar Handschuhe gefällt mir und ist auch im Preis i.o.. Anschließend lasse ich mich bezüglich LL-Schuhen und Skiern beraten. Der Verkäufer empfiehlt wird Kurzski - nur 170cm lang und dafür etwas breiter. Ich könne mir die Ski sofort zum Testen ausleihen, die Leihgebühr würde beim Kaufpreis verrechnet. Diese Ski wäre z.Zt. die meist verkauften. Mir scheinen die Ski etwas teuer, so nehmen wir nur die Handschuhe und gehen wieder. Nun noch schnell zu EDEKA, denn wir haben Appetit auf Suppe . Kaum sind wir aus dem Laden, stellen wir fest, daß wir den Joghurt vergessen haben - also schnell wieder zurück. Wir wollten dann um 18 Uhr mit dem Ortsbus zurück, doch wir haben keine Lust 15 Minuten zu warten. Es ist ein schöner Abend - kein Schneefall, gute Sicht - und so gehen wir zu Fuß zurück. Der Weg macht bei abendlichem Licht und dem Anblick beleuchteter Häuser am Berghang Spaß. Dann gibt es Dinner : Erbsensuppe (aus der Dose) mit Kabanossi und den Quarkstrudel zum Dessert - das schmeckt! Als Wehrmutstropfen erzählt mir meine Frau dann, sie wäre wohl Krank - na das sind Aussichten!

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4. Tag Gold im Skispringen

Heute morgen fühlen wir uns beide nicht richtig fit. Da wir zum Glück kein Fieber haben, wollen wir auch heute Skilaufen. Wir starten aber etwas später und wieder auf der Loipe Nr. 2. Da hier heute ein unangenehmer Wind bläst, setzen wir unseren Weg auf der Nr. 3 fort. Es schneit die ganze Zeit. Wir laufen über Krautloidersteg und nehmen noch den Hügel mit der relativ langen Abfahrt zum Ort mit. Über die Loipe Nr. 2 geht's zurück Richtung Tennishalle. Es ist Mittagszeit, drum gibt's heute Wurstbrot. Danach sehe ich fern. Es läuft das Mannschaftsspringen bei der WM. Man ist das spannend. Als sich der zweite Durchgang verzögert, brechen wir wieder Richtung Dorfmitte auf, obwohl noch 2 Springer pro Mannschaft ausstehen. Wir laufen wieder an der Lofer entlang und machen dann einen kleinen Schaufensterbummel, außerdem suchen wir einen Uhrmacher, da meine Frau ein neues Armband für ihre Uhr benötigt. Das wird gekauft, außerdem möchte ich noch zum Dorner und hören welche Ski und Schuhe er mir empfiehlt. Hier wird mir von den Kurzski abgeraten. Ich probiere verschiedene LL-Schuhe, kann aber nicht entscheiden welche Größe mir richtig paßt. Als wir endlich aus dem Laden kommen ist es schon 17:40 Uhr - also wieder schnell zu Edeka, um eine Dose Suppe und Würstchen zu kaufen. Obwohl der (kostenlose) Ortsbus gleich fährt, laufen wir lieber zu Fuß zurück. Es dämmert schon und schneit immer noch ein wenig. Die Bundesstraße ist sogar weiß vom Schnee. Im TV erfahren wir, daß die deutsche Mannschaft trotz zweier Stürze Weltmeister geworden ist. Außerdem wird viel von Lawinen in Österreich berichtet - da rufen wir lieber schnell bei meinen Eltern an, um zu sagen, daß hier alles in Ordnung ist und keine Lawinengefahr!

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5. Tag Neue Ski

Ich habe nicht gut geschlafen, stehe früh auf und schreibe für 1,5 Tage das Tagebuch.(aus dem dieser Bericht entstand). Wir fühlen uns beide etwas krank. Aber nachdem wir gefrühstückt und uns angezogen haben, fühlen wir uns für einen Spaziergang fit. Bei super Sonnenschein gehen wir über die Wiese, auf der die Loipe Nr. 2 führt, zum Info-Pavillion und weiter zur Kinderskischule. Dann geht es bergauf weiter. Wir müssen gut aufpassen um nicht auszurutschen, kommen aber auf der Straße bis zum Pötschbichl gut voran. Die Aussicht ist leider durch hoch am Straßenrand aufgetürmten Schnee eingeschränkt. Jetzt führt der Weg nur noch über einen schmal frei geräumten Fußweg in Richtung Berggasthof Jederer. Aber schon kurze Zeit später gebe ich auf. Es ist zu steil. Ich schaffe es mit meinen Stiefel nicht hinauf und bergab wäre es noch schlimmer. Meine Frau geht den Weg noch ein Stück weiter und macht an der nächste Wegbiegung noch ein paar Fotos. Ich versinke derweil mit einem Bein bis übers Knie im Schnee. Vorsicht gehen wir ins Tal zurück, schauen bei den Skiläufern am Dorflift vorbei und bewundern Einwohner, die Schnee von den Hausdächern räumen. Wir suchen nun den Weg zu einem anderen Gasthof, geben aber nach 3 Fehlversuchen auf. Ich gehe jetzt zum Dorner und nehme das größere Paar Schuhe und die lt. Verkäufer langsameren Ski dazu. Meine Frau holt noch Kuchen und dann laufen wir mit unserem Gepäck zur FEWO. Die Sonne versteckt sich inzwischen schon wieder hinter den Wolken. Am Nachmittag stehen wir dann doch noch mit den Skiern in der Loipe Nr. 2. Es schneit schon wieder. Meine neue Ski wollen im Neuschnee noch nicht richtig laufen - oder hätte ich doch die Schnelleren nehmen sollen? Wir laufen nur 1,5 Runden bevor wir in die FEWO zurückkehren. Ich habe keine Lust essen zu gehen. Es wird schon dunkel und es herrscht dichtes Schneetreiben als wir zum PLUS-Markt laufen, aber Sie führen unsere bevorzugte Suppenmarke. Wir nehmen noch eine Piccolo-Flasche und einen Multivitaminsaft mit. Nach nur 30 Minuten sind wir wieder zurück. Im TV gibt's viele Berichte aus Galltür, wo die Leute eingeschlossen sind und sich vor neuen Lawinen fürchten.

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6. Tag Sonnenschein und kein Schneefall

Ich habe gut geschlafen, obwohl meine Frau in der Nacht mehrfach gehustet hat. Richtig Fit fühlen wir uns immer noch nicht. Meine Frau möchte zunächst auch nicht aufstehen. Nach 10 Uhr starten wir schließlich doch noch. Die Sonne scheint herrlich, aber es ist sehr kalt (-8 Grad Celsius). Ich möchte heute einen neuen Weg ausprobieren den uns unser Vermieter genannt hat, der aber nur als Fußweg in der Karte verzeichnet ist. Links der Lofer gibt es aber tatsächlich eine Anschlußloipe (z.T. einspurig), die von einem Parkplatz Richtung Wald und der meisten Loipen führt. Von hier ist es nicht weit zum Benzeck-Lift. Heute wagen wir den Anstieg der gleich folgt und die anschließende Abfahrt. Wir bleiben auf der Loipe Nr. 6, obwohl ich erwarte das die Strecke schwerer wird. Zunächst sehen wir aber einen Heißluftballon der wohl im Dorf startet. Dann folgen einige Anstiege und Abfahrten die wir vorsichtig meistern. Ich erkunde zuerst die Abfahrten - auch mal mit Notbremse - und meine Frau folgt langsam nach. Wir kommen an der Rodelbahn vorbei und nach einer relativ langen sanften Abfahrt erreichen wir das Hotel Steinbacher Hof direkt unterhalb der Sprungschanzen. Hier wollen wir Mittagspause machen. Bei dem herrlichen Wetter sitzen fast alle Gäste auf der Terrasse, wir beschließen aber, ins Haus zu gehen. Hier haben wir zunächst einen kleinen Wirtsraum für uns allein, aber entgegen meinen Befürchtungen werden wir hier prompt und schnell bedient. Das Essen (Kaiserschmarrn und Topfenstrudel) kommt schnell und ist sehr gut. Wir suchen noch die sehr schönen Waschräume auf, bevor wir das Hotel zufrieden verlassen. Was wir noch nicht wissen ist, daß die längste Abfahrt noch vor uns liegt, aber auch die schaffen wir irgendwie. Kurz darauf sind wir an dem Punkt, wo ich meinen Handschuh verlor. Hier verlassen wir die Nr. 6, gehen über die Brücke und steigen auf der Nr. 2 wieder ein, da ich noch etwas laufen möchte. Wir wollen deshalb auf Skiern nach Entfelden zum Sparmarkt. Dort kaufen wir u.a. Pfannengemüse fürs Abendessen und laufen dann auf der Nr. 2 zurück zur FeWo. Ich schaue wieder etwas Wintersport im TV - diesmal Biathlon aus USA, bevor unser unvermeidlicher Spaziergang ins Dorf folgt. Entlang der Lofer geht's heute bis zum Krautloidersteg - das kommt uns alles bekannt vor, auch wenn wir heute aus einer anderen Richtung kommen.

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7. Tag Fast eine Wiederholung !

Der erste Blick aus dem Fenster heute zeigt Wolken und nur etwas blauen Himmel, kein Regen oder Schneefall. Wir starten den Morgen ganz in Ruhe, schauen Frühstücks-TV, nehmen unser Frühstück ein. Unsere Regensachen packen wir in den Rucksack, aber wir werden sie nicht brauchen. Wir wollen den Weg vom gestrigen Tag noch einmal laufen. Am Benzeck-Lift kämpfe ich mich heute komplett auf Skiern den Anstieg hoch. Die Abfahrten meistern wir auch besser als am Vortag, denn wir wissen jetzt was jeweils auf zu kommt. Es sind scheinbar weniger Leute unterwegs, als beim Superwetter gestern und wir kommen schneller voran. An der Abzeigung von der Nr. 5 zur Nr. 6 bei Blindau, werden wird gefragt, ob wir die Strecke kennen. Man wollte uns wohl vor der relativ schwierigen Strecke warnen. Der Höhepunkt des Vormittags ist das letzte Stück zum Steinbacher Hof. Es läßt sich super hier hinabgleiten, so daß wir schon um 20 vor zwölf an dem Hotel sind. Fürs Mittagessen ist es uns noch zu früh, also laufen wir zurück bis die sanfte Abfahrt beginnt und gleiten von neuen hinab. Das wiederholen wir dann gleich noch einmal. Pünktlich um 12 Uhr gehen wir dann zum Mittag. Heute sind viele Menschen im Haus zum Essen, aber wir bekommen noch einen Fensterplatz. Nach einigem hin und her bestellen wir das gleiche wie gestern, aber es dauert heute viel länger, so daß wir erst um ca. 13 Uhr das Hotel wieder verlassen. Wir wollen gleich noch einmal die Runde machen, aber nun ist der Schnee langsamer geworden, es kommt nicht mehr der richtige Spaß auf. Die folgende Abfahrt kürzen wir zu Fuß über die Straße ab. Am gestrigen Ausgangspunkt angekommen, möchte ich noch weiter laufen. Wir starten deshalb wie am Morgen in der Anschlußloipe, laufen jetzt aber Richtung Krautloidersteg und LL-Stadion weiter. Neben dem kleinen Skilift, der nicht in Betrieb ist, üben wir noch das Abfahren und sind schließlich sowohl mit unseren Können zufrieden, sowie auf recht erschöpft. Schließlich müssen wir vor jeder Abfahrt den Hügel hinauf laufen. Wir gehen noch zu EDEKA und zum Bäcker, dann geht's über die Loipe Nr. 2 zurück. Als gegen Abend die Sonne doch noch wunderschön scheint, machen wir noch einen Spaziergang. Es geht wieder bis Krautloidersteg, dann über die Lofer und zurück entlang der Anschlußloipe. Hier sind wir heute schon zum dritten Mal, aber es ist sehr schön im Abendlicht. Außerdem haben wir zu Fuß mehr Zeit auf Einzelheiten zu achten. Skiläufer sind jetzt keine mehr in der Spur. Zum Abendessen gehen wir heute bei uns im Haus, dann schauen wir in unserer Wohnung das Springen von der Normalschanze. Diesmal stehen 3 Japaner auf dem Siegertreppchen.

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8. Tag Odyssee nach Hause

Ich wache schon um 6 Uhr auf und gehe auch bald ins Bad. Wir packen noch einige Sachen in den Koffer, ich muß den Müll wegbringen ( so ein Mist). Heute ist wieder ein super Sonnenwetter, drum wollen wir noch einen Gang machen. Wir gehen Richtung der Loipe Nr. 2, die ist heute morgen vollkommen leer. Liegt das an der Uhrzeit oder am "Bettenwechsel" (Samstag ist der Hauptan- und Abreisetag). Meine Sonnenbrille habe ich schon eingepackt und so laufe ich blinzelnd durch die Gegend. Zehn Minuten bevor der Bus Richtung Post abfahren soll, stehen wir an der Bushaltestelle bereit, doch der Bus kommt und kommt nicht. Wir werden nervös. Der Bus nach Prien fährt gleich und der nächste fährt Samstags erst 160 Minuten später. Ich versuche ein Taxi zu stoppen, doch der Fahrer winkt nur. Die Nummer der Taxizentrale kenne ich auch nicht, was nun? Endlich kommt ein Bus, der uns Richtung Post mitnimmt, aber unser Anschlußbus ist längst weg. Wir studieren zunächst die Abfahrtszeiten der anderen Busse und stellen fest, daß in ca. 30 Minuten bei Bus Richtung Ruhpolding fährt. Dort gibt es Bahnanschluß, weiß ich! Ich versuche genaueres über Fahrdauer und Anschluß in der Post heraus zu bekommen, denn dort gibt's auch die Fahrkarten. Der Schalterbeamte kennt aber nur die Abfahrtszeiten und Fahrpreise. Nun will ich versuchen eine Bahnverbindung über die neuen Auskunft der Bahn zu bekommen. Ich weiß, daß es sich um eine relativ teure 01805-er Rufnummer handelt, aber was hilft es. Ich schiebe meine Telefonkarte in den Automaten, das Display zeigt 11,80 an. Ich wähle die Nummer der Bahnauskunft und lande in einer Warteschleife. Ich darf mir Musik anhören, während ich beobachte, die das Geld auf meiner Telefonkarte verrinnt. Bei 9,20.- DM höre ich plötzlich ein Besetztzeichen. Na toll, denke ich, 2,60.-DM für nichts! Wir beschließen auf jeden Fall den Bus nach Ruhpolding zu nehmen, denn sonst müssen noch fast 2 Stunden warten. Also wieder rein ins Postamt und Fahrkarten kaufen. Jetzt sind Warteschlangen vor den Schaltern, so daß ich mich vordränge - natürlich frage ich, ob ich vor darf. Dann noch schnell einen Schokoriegel (Bounty) kaufen, und schon kommt der Bus. Ich verlade den Koffer und die Ski in den Gepäckraum. Es steigen nur wenige Fahrgäste ein. Wir fragen nach einem Anschlußzug. Der Fahrer muß dazu in seinen Unterlagen blättern und sagt dann, daß wir erst um 12:34 Uhr Anschluß hätten. Dann wäre unser Intercity schon weg. Wir setzen uns in die erste Reihe, wegen der guten Aussicht. An der nächsten Haltestelle sind wir wieder am Ausgangspunkt - wir sind heute wirklich schon weit gekommen! Es steigen einige Skifahrer zu, die zur Winklmoos Alm wollen. Unser Bus fährt nur bis zum Seegatterl. Hier muß er auf einem engen Parkplatz wenden. Weiter geht es Richtung Weitsee und Ruhpolding. Überall sind Loipen gespurt und LL-Läufer unterwegs. Hier könnte man bis Ruhpolding durch laufen - aber das wären über 20 km. Leider scheint es keine weiteren Haltestelle zu geben, um als LL-Läufer nicht die gesamte Strecke laufen zu müssen. Nach weniger als 30 Minuten erreichen wir den Stadtrand von Ruhpolding. Der Ort scheint wesentlich größer als Reit zu sein - und dafür liegt hier weniger Schnee. Auf den Dächer liegen nur ca. 20cm. Schon erreichen wir den Bahnhof, und ich hoffe daß wir schon einen Zug gegen 11:30 erreichen werden. Der Zug fährt auch prompt ein, als wir auf dem Bahnsteig angekommen sind. Im Zug erkundige ich mich bei anderen Fahrgästen und dann noch einmal beim Schaffner nach der Ankunftszeit in Traunstein und dem Anschlußzug. Und tatsächlich sollen wir unseren IC erreichen, das ist ja super! Der Schaffner akzeptiert auch unseren Fahrschein, denn es ist ein Einheitspreis. In Traunstein ist es ein weiter Weg zum anderen Bahnsteig, aber wir sind pünktlich da, nur der IC nicht. Mit 10 Minuten Verspätung läuft dieser ein. Nachdem wir das Gepäck verstaut haben, nehmen wir unsere reservierten Plätze ein und können uns endlich ein wenig entspannen und den Ausblick auf die herrliche Landschaft im Sonnenschein genießen. In München hat der Zug seine Verspätung wieder aufgeholt. Außerdem füllt sich jetzt der Wagon mit Reisenden. Kurz nach dem Abfahrt stoppt der Zug schon wieder und hält für einige Minuten. Weiter geht die Fahrt über Augsburg und Nürnberg. Hier hält unser Anschluß-ICE auf dem Nachbargleis, aber wir sollen lt. Ansage des Zugchefs und auch lt. unserer Reservierung erst in Würzburg umsteigen, warum auch immer. Jedenfalls stehen beide Züge fast 10 Minuten nebeneinander. Dann fährt der IC voraus und der ICE soll folgen. Nach einigen Minuten ist schon wieder Schluß mit der Fahrt, wir stehen für ca. 15 Minuten und ich befürchte dauernd, daß gleich der ICE an uns vorbei fährt - das tut er aber nicht. Die Bahn entschuldigt sich per Durchsage für die Wartezeit und weiter geht es. Im nächsten Bahnhof sehe ich auf der einen Seite Feuerwehrleute stehen und auf der anderen Seite einen IC mit geöffneten Türen. Später erfahre ich, daß die LOK dieses Zuges gebrannt hat. Bahn fahren scheint heutzutage wieder ein richtiges Abenteuer zu sein. In Würzburg läuft der ICE einige Minuten nach dem IC ein und so können wir in Ruhe umsteigen. Meine Frau hat Probleme mit den Skiern in den Waggon zu kommen, also stelle ich erst den Koffer ab und bringe dann die Ski an der Garderobe unter. Endlich können wir unsere Plätze einnehmen. Ich versuche noch zum Speisewagen durchzudringen, aber der Zug ist sehr voll und ich muß immer wieder über Gepäck steigen. So drehe ich bald um und verzichte auf den Kuchen. Trotz der Verspätung können wir die geplante Straßenbahn erreichen. Diese fährt heute scheinbar zu langsam, denn unseren Bus erreichen wir nur noch mit viel Glück. So kommt es, daß wir tatsächlich nach dieser Odyssee pünktlich zu Hause ankommen.

Fazit

Reisen ist immer noch ein kleines Abenteuer! Aber in Reit im Winkl hat es uns gut gefallen. Und da wir längst noch nicht alles gesehen haben, fahren wir vielleicht im nächsten Jahr wieder hin.


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