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"Es gibt eine berühmte indische Märchensammlung, deren Rahmenerzählung damit beginnt, dass jeden Tag in dem
Audienzsaal des Königs ein Magier erscheint und ihm einen Apfel überreicht. Der König gibt ihn jedes Mal achtlos an seinen Wesir weiter, der ihn seinerseits in eine abgelegte Kammer
werfen lässt. Ein ganzes Jahr geht das so, bis eines Tages der Affe der Königin, der sich losgerissen hat, in den Audienzsaal springt, den Apfel ergreift und hineinbeißt. Als er das
tut, sehen alle zu ihrem Erstaunen, dass dieser Apfel als Kern einen wunderschönen Edelstein enthält. Nun forscht der König natürlich schleunigst nach dem Verbleib der bisherigen
Äpfel und lässt in der Kammer nachschauen. Tatsächlich finden sich unter dem verfaulten Fleisch des Obstes eine Menge wertvoller Edelsteine, deren Anzahl genau der Tage des Jahres
entspricht. Es lohnt sich, täglich das anzunehmen, was Gott uns anbietet und herzhaft hineinzubeißen. Wenn wir so das Leben mit allen Sinnen in uns aufnehmen, entdecken wir im
Bekannten und Gewöhnlichen den Schatz, den Gott uns täglich in die Hand gibt." (H. Laarmann, Mit Freude das Leben feiern, Herder-Verlag).
Wir dürfen in jedem Gottesdienst unser ganzen Leben mit hineinbringen,
Höhen und Tiefen, unsere Hoffnungen aber auch unsere Ängste, unsere Stärken aber auch unsere Schwächen. Wir wissen, Gott lebt mit uns und verwandelt unsere Angst, unsere Schwäche, alles, was dunkel in unserem Leben ist, in Licht und Leben. Gottesdienst feiern heißt, den Dienst Gottes an uns Menschen dankbar annehmen, den er uns durch Jesus Christus angeboten hat. Jesus Christus selbst ist die Mitte, er wandelt Brot in seinen Leib und teilt sich an uns aus. Durch ihn befähigt können wir den Dienst Gottes an uns Menschen annehmen, damit viele Menschen von Gott hören und ihn als Quelle des Lebens erfahren.
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Seit ca. 15 Jahren feiern wir einmal im Monat (meistens am 1. Sonntag) einen Familiengottesdienst. In der
Zeit der Vorbereitung auf die Erstkommunion besteht die Chance, Kinder zur lebendigen Mitfeier der Messe hinzuführen. Das muss auf kindgerechte Weise geschehen, soll aber doch achtsam
den Grund legen, auf dem Glauben wachsen kann und auf dem das tiefere Verstehen des sakramentalen Geschehens in der Eucharistie möglich wird. Hat das Kind die Messe als lebendige
Feier erlebt, so kann es als Heranwachsender Zugang dazu behalten und als Erwachsener Eucharistie als das Kernstück seines Lebens erfahren. Aus dieser Hoffnung heraus erarbeiten 2
Gottesdienstkreise regelmäßig die Familiengottesdienste. In jedem Kreis engagieren sich 6-8 Frauen der Gemeinde. Bei den Vorbereitungstreffen steht zunächst das Sonntagsevangelium im
Mittelpunkt, anschließend werden Ideen zur Umsetzung gesammelt und gesichtet. Kristallisiert sich eine Idee heraus, wird überlegt, wie sie im Gottesdienst umgesetzt werden kann. Jede
Teilnehmerin trägt mit ihrem Begabungen dazu bei: basteln, Geschichten umschreiben, Kulissen erstellen, Dekorationen besorgen usw.
Der Termin des nächsten Familiengottesdienstes wird in den Pfarrnachrichten bekanntgegeben.
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