Reise auf den Spuren des Kirchenpatrons

Kirche in IrlandLetmathe. (rd) Über 30 Mitglieder der Pfarrgemeinde St. Kilian haben zusammen mit Pfarrer Manfred Wacker die Sommerferien zu einer einwöchigen Reise nach Irland genutzt, um dort auf den Spuren des Gemeindepatron, des Heiligen Kilian zu wandeln.
Zunächst ging es in die irische Hauptstadt Dublin, wo die Gruppe das Trinity College mit dem berühmten Book of Keils besichtigte. An dieser Universität dürften nur Protestanten studieren, weil der katholische Glaube über Jahrhunderte in Irland unterdrückt wurde. Erst im 19.Jahrhundert kam es endlich zu Lockerungen, eine zweite Universität wurde gegründet, an der alle die Möglichkeit zum Studium hatten. In Dublin besichtigten die Letmather zudem die St. Patrick Cathedral sowie die beeindruckende Christ Church Cathedral sowie am Ende der Reise auch das berühmte Guiness Storehouse, wo vor fast 250 Jahren Arthur Guiness erstmals das nach ihm benannte bekannteste irische Bier feilbot.
Von Dublin aus ging es weiter nach Mullagh, dem Geburtsort des Heiligen Julian. Dort feierte die Gruppe nicht nur eine Messe, sondern besuchte auch das Zentrum über das Leben und Wirken des Kirchenpatrons sowie die Quelle, an der das Geburtshaus von Kilian gestanden haben soll.
Nächstes Ziel war die erste Zisterzienserabtei auf der Insel in Mellifont. In der frühchristlichen Klostersiedlung Monasterboice bestaunten die Letmather das älteste irische Hochkreuz, das aus, dem 10. Jahrhundert stammt. 'Irische Hochkreuze verbinden das keltische Sonnensymbol mit dem christlichen Zeichen des Kreuzes und stellen - in Stein gehauen - biblische Szenen und Inhalte dar. Den Menschen der damaligen Zeit, die bis auf Ausnahmen des Lesens unkundig waren, sollte durch diese Bildersprache der christliche Glaube vermittelt werden.


Durch die Wicklow Mountains führte die Reise weiter nach Glendalough, einer imponierenden Klosteranlage aus dem 6. Jahrhundert, die auf den Heiligen Kevin zurückgeht. In Kilkenny wurde das Schloss erkundet, die Black Abbey und die St. Canice Cathedral. Weiter ging es zum Rock of Cashel, wo über Jahrhunderte hinweg die irischen Hochkönige gekrönt wurden. Später entwickelte sich dieser Ort zu einem geistlichen Zentrum der Insel. In der Grafschaft Kerry stand die Besichtigung eines irischen Herrenhauses auf dem Programm, die einen Einblick in das Leben der Menschen im 17. Jahrhundert bescherte.
Im Verlauf eines Tagesflugs zur Dingle Halbinsel wurde die Kathedrale in Ardfert besucht, die vom Heiligen Brendan gegründet wurde, sowie das Gallarus Orafory, ein frühchristliches Gebetshaus und die romanische Kirche Kilmakedar. In Kilfenora sah die Gruppe weitere irische Hochkreuze aus dem 12. Jahrhundert, bevor es zu den Cliffs of Moher ging, die auf einer Länge von acht Kilometern etwa 200 Meter hoch' spektakulär aus dem Atlantik ragen. Ähnlich beeindruckend war die zerklüftete Karstlandschaft The Burren, in der unter anderem eine Grabanlage aus der Steinzeit besichtigt werden konnte, sowie in Bunratty Castle, in dem das ländliche Leben im 19. Jahrhundert nachempfunden werden kann.


Es fehlte auch ein kurzer Abstecher nach Galway nicht, bevor die Insel von Westen nach Osten wieder durchquert wurde, unter anderem entlang den weitläufigen Klosterbezirks Clonmacnoise, direkt am Shannon River. Diese Anlage besticht durch ein Ensemble von Rundtürmen, die der Verteidigung dienten. Das Kloster wurde mehr als 20 Mal gebrandschatzt und geplündert und immer wieder aufgebaut.
In Dublin schließlich schloss sich der Kreis der bemerkenswerten Tage, bevor die Heimreise nach Letmathe angetreten das alle wohlbehalten erreichten.
(IKZ, Samstag, den 12. August 2006)

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