Katholische  Kirchengemeinde St. Kilian, Iserlohn-Letmathe

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Letzte Änderung: 26.05.2007

 

 


Hl. Kilian


 

Von Kilian, der aus Irland stammt, ist an historischer Überlieferung sehr wenig bekannt. Ca. 779 nennt die Würzburger Markbeschreibung als frühestes Zeugnis seinen Namen ("chirisahha sancti Kilianes"), 781/83 wird in dem im Kloster Lorsch verfassten sog. Kalendar Karls des Großen zum 8. Juli das Gedächtnis "der heiligen Märtyrer Kilian, des Bischofs, und seiner Gefährten" vermerkt.

Die vermutlich um 840 entstandene Heiligenlegende "Passio minor" berichtet über das Leben des hl. Kilian Folgendes:

Kilian, dessen ursprünglicher keltischer Name Killena lautete, stammt aus einem bedeutenden irischen Geschlecht und wird aufgrund seiner christlichen Haltung Bischof. Er verlässt mit elf Gefährten, unter ihnen Colonat, Gallo, Arnuval und Totnan, Irland, um "das Eigentum zu verachten, nach dem Evangelium des Herrn Vaterland und Eltern zu verlassen und völlig arm Christus nachzufolgen".

Die Missionare kommen in das Gebiet der östlichen Franken zum Kastell Wirciburc (Würzburg), wo Herzog Gozbert regiert. Er und sein Volk sind noch Heiden. Um sie zu Christus zu bekehren, entschließt sich Kilian, beim Papst den Missionsauftrag einzuholen. Papst Kolon (686-687) erteilt ihm die "Erlaubnis und Vollmacht zu predigen und zu lehren". Nach Würzburg zurückgekehrt, bekehrt Kilian den Herzog, und dieser lässt sich mit seinem ganzen Volk taufen.

Herzog Gozbert ist aber, nach üblicher Sitte, mit der Witwe seines Bruders verheiratet, was nach kirchlichem Recht nicht statthaft ist. Nach einer eindringlichen Ermahnung durch Kilian ist Gozbert bereit, sich von seiner Frau Geilana zu trennen. Diese sinnt nun darauf, wie sie Kilian vernichten kann. Sie dingt Mörder, die Kilian und seine Gefährten in der Nacht enthaupten und ihre Körper sowie kirchliche Gewänder und Gefäße eiligst verscharren.
Herzog Gozbert sucht Kilian, Geilana leugnet, etwas über seinen Verbleib zu wissen. Aber der Mörder, wahnsinnig geworden, klagt sich selbst an. Gozbert befragt daraufhin eine Versammlung, was mit dem Wahnsinnigen geschehen solle. Es wird vorgeschlagen, ihn freizulassen. Falls es den Gott der Christen gebe, werde er ihn strafen, falls nicht, werde man zum angestammten Glauben der Diana zurückkehren. Dies wird befolgt, und der Wahnsinnige tötet sich selbst. Damit hat der Christengott gesiegt, sein Zorn trifft die Täter. In Geilana fährt der böse Geist, Gozbert wird in einer Art Familienhaftung ermordet, sein Sohn Hetan vertrieben.

An der Begräbnisstätte der Heiligen geschehen wundersame Krankenheilungen. Ihre Leiber werden "nach dem Rate und der Weisung des Papstes Zacharias, durch Vermittlung des Erzbischofs Bonifatius, von Burchard, dem ersten Bischof von Würzburg, aus ihrem Grabe ehrenvoll erhoben".

Ausschnitte aus dem Leben des heiligen Kilian sind in insgesamt 8 Kirchenfenstern der Kilianskirche dargestellt.


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Fotos: Martin Menzel, Letmathe