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Das im Bewusstsein der deutschen Gesellschaft eine so untergeordnete
Rolle spielende Land Bolivien bildete den Mittelpunkt des Kinderbibelnachmittags, den die St. Kiliangemeinde am Samstag veranstaltete. Rund 40 Kinder des dritten und vierten Schuljahres lernten die ferne Welt kennen, in der Mädchen arbeiten und Jungen spielen dürfen. Konkret heißt arbeiten für Carolina aus der Stadt Tarija: Auf die Geschwister aufpassen, für den Haushalt sorgen und auf dem Markt Teichtaschen und Saft zu verkaufen. Die Kinder verglichen den Tagesablauf des zehnjährigen Mädchens mit ihrem eigenen und stellten fest, wie viel Freizeit ihnen in Deutschland zur Verfügung steht. Spielend erlebten die Jungen und Mädchen, wie früher in Bolivien Nachrichten verbreitet wurden. In einem Staffellauf musste sich jeder einen Satz merken und ihn weitererzählen. So gelang es den Einwohnern des südamerikanischen Landes, eine Nachricht an einem Tag bis zu 400 Kilometer weit zu tragen. Die Kinder lernten danach in einem Puzzle, dass sowohl die Kartoffel als auch das Meerschweinchen ihre Ursprünge in Lateinamerika haben. Zum Abschluss nahmen alle kleine Spardosen mit, die am Ende der Fastenzeit in einem Familiengottesdienst eingesammelt werden. Mit dem Erlös unterstützt Misereor die Kirche in Tarija und damit auch Carolina, um ihr und allen Kindern ein besseres Leben mit Zukunftschancen zu ermöglichen.
Text: Kilian Trotier, Iserlohner Kreisanzeiger
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