Katholische  Kirchengemeinde St. Kilian, Iserlohn-Letmathe

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Letzte Änderung: 26.05.2007

 

 


Kirchenführer


 

Eine interaktive 360°-Ansicht des Kircheninnenraumes.

360°-Anischt
(ca. 500 kB)

 

 

 

Die  Pfarrkirche St. Kilian ist eine aus Westhofener Bruchstein errichtete neugotische Hallenkirche. Sie ist die größte ihrer Art im Märkischen Kreis. Wegen ihres monumentalen Baustils, ihres mächtigen 73 m hohen Turms mit  dem 19 m hohen Helm und ihrer dominanten Lage im Letmather Stadtbild ist sie zum Wahrzeichen Letmathes geworden. Die  Pfarrkirche wird im Volksmund "Kiliansdom" oder  "Lennedom" genannt.

St. Kilian
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Auf  der Konsole des Mittelpfeilers des Turmportals befindet sich eine Kunststeinfigur des Kirchenpatrons, des hl. Killian. In seiner linken Hand ruht auf einem Schwert, dem Zeichen seines Martyriums, das Letmather Kirchenmodell, während er die rechte Hand segnend erhebt. Die flankierenden Figuren  der Apostel Petrus und Paulus konnten, nach einem gescheiterten  Versuch zu Beginn des 2. Weltkriegs, erst 1987 geschaffen  werden. Die schweren Eichentüren zeigen in 16 Reliefs das Leben Jesu von der Verkündigung bis zur Himmelfahrt.

 

Portal
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Das  Kircheninnere erlebt der Besucher als eine weiträumige, dreischiffige Halle. Rote Säulen aus Naturstein tragen  auf reichgeschmückten Kapitellen das Gewölbe und  trennen das Hauptschiff von den gleichhohen Seitenschiffen.  Ein schwach ausgebildetes Querhaus bildet keinen wirklichen  Kontrast zum Langhaus.

 

Innenraum
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Der  Chorraum wird vom Altar aus weißem Mainsandstein dominiert.  An den vier Ecken des Altares sind in figürlicher Darstellung Begebenheiten aus dem Alten und Neuen Testament festgehalten,  die einen engen Bezug zur Eucharistie haben. Im Scheitelpunkt  der Apsis birgt eine neugotische Altarstele den Tabernakel.  Begrenzt wird der Chorraum zum Umgang hin durch acht Säulen. Die Tatsache, dass die vier kostbareren Säulen aus  rotem schwedischen Granit näher zum Tabernakel stehen  als die Säulen aus schwarzem westfälischen Goldadermarmor,  ist als theologische Aussage der Erbauer zu deuten.

 

Chorraum
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Der  rechte Seitenaltar ist dem Kirchenpatron, dem hl. Kilian, gewidmet. Seit 1978 birgt der Altar die Reliquie des hl. Kilian. Am Sonntag nach dem Patronatsfest am 8. Juli wird  die Reliquie vor dem Hochaltar verehrt.

 

Kilianaltar
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Sieben große Chorfenster bilden den Hintergrund für  den Altarraum. Die drei mittleren Fenster beinhalten bildliche Darstellungen. Im mittleren Fenster thront Gottvater mit Königskrone und langem Bart. Er weist auf Christus,  der ein Priestergewand trägt. Neben die priesterliche  Funktion Christi tritt die des Herrschers, symbolisiert durch einen mit einem Kreuz gekrönten Hirtenstab.  Als Weltenherrscher steht Christus auf der Weltkugel. Das Thema des rechten Chorfensters (Bild) ist die Einsetzung des Abendmahles. Neben Jesus sind fünf Apostel und  im Hintergrund der wegschleichende Judas zu erkennen.  Die Umschrift lautet: "Nehmet hin und esset, das ist mein Leib. Trinket alle davon, das ist mein Blut. Tuet dies zu meinem Angedenken." Das linke Chorfenster  stellt die Verheißung des Altarssakramentes in der Synagoge von Karphanaum dar. Unter dem siebenarmigen Leuchter spricht Jesus zu den zweifelnden und ungläubigen  Juden: "Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist."

 

Kirchenfenster
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Über dem Altar schwebt das kunsthostorisch bedeutsamste Kunstwerk  der Kirche, der sog. "Letmather Kruzifixus". Es gilt als stilistisch einzigartig in Westfalen und steht  in seiner Art den rheinischen Astkreuzen näher als den westfälischen. Während der Kreuzbalken wohl eher aus dem Barock stammt (und daher nicht stilecht ist,  der Korpus müsste an einem Astkreuz hängen), wird der Korpus in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts (etwa um 1370) datiert. In der Zeit der großen Pest sahen die Künstler des späten Mittelalters in Jesus nun den leidenden Menschen, nicht mehr den göttlichen  Sieger am Kreuz. Schwer und leidend hängt die Letmather  Christusfigur an den schmerzhaft auseinandergerissenen Armen; diesem Ausdruck der Qual kann sich der Betrachter schwerlich entziehen.

 

Letmather Kruzifixus
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Über den Windfangtüren im Turmraum hängt das älteste Kunstwerk der Kirche, ein romanisches Kruzifix aus dem 12. Jahrhundert. Es stellt im Gegensatz zum gotischen Kruzifix im Chor Christus als Priester und König dar. Christus  hängt nicht am Kreuz, sondern er steht, mit einem Königsmantel bekleidet, der früher mit Steinen besetzt war und noch Reste alter Bemalung aufweist, auf einem Sockel. Königskrone  und kreuzförmige Stola charakterisieren seine königliche und priesterliche Würde. Plamsonntag, Karfreitag und  Ostern hat das Kreuz seinen Ort im Altarraum als Teil der  Liturgie dieser Tage.

 

Romanisches Kruzifix
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Die  Kirche verfügt über einen zwar nicht umfangreichen,  aber doch eindrucksvollen Bestand an alten Kultgeräten. Bedeutend ist eine gotische Turmmonstranz, ein schweres silbernes Kunstwerk, das noch heute bei feierlichen Gottesdiensten benutzt wird. Ende des 17. Jahrhunderts hat Fürstbischof Jobst Edmund von Brabeck diese Monstranz seiner Heimatgemeinde geschenkt, damals war sie bereits 200 Jahre alt. Die Inschrift am Fuß der Monstranz enthält eine kurze Lebensbeschreibung des Bischofs. Eine weitere Inschrift gibt Auskunft über eine Reparatur, die im 18. Jahrhundert notwendig geworden war, weil ein Geistlicher die schwere Monstranz hatte fallen lassen. 1901 erhielt die Monstranz bei einer Restaurierung  ihre heutige Gestalt.

 

Monstranz
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Fotos  vom Turm von St. Kilian, die während der Renovierungsarbeiten aufgenommen wurden.

 

Fotos vom Turm

 

 

 

Die  Kirchenfenster mit Darstellungen und Erläuterungen  aus dem Leben des hl. Kilian werden auf einer eigenen Seite erläutert.
zu den Kirchenfenstern

 

 

 

 

 

Die  obigen Ausführungen stammen aus dem Kirchenführer:
Trotier, P.: Die Pfarrkirche St. Kilian zu Letmathe. Verein  der Freunde des St.-Kilians-Domes Letmathe / Sauerland (Hrsg.).  2. Auflage, 1997.