Aufzucht und Pflege von Artemia Salina und Reinigung des Beckens

Eigentlich kinderleicht

Anfangs ist es sinnvoll das zukünftige Artemiaheim mit kochendem Wasser auszuspülen, um diversen Krankheitserregern gleich zum Start die Grundlage zu nehmen. Gleiches gilt immer für alle Sachen die an oder in das Wasser kommen. Es sollte immer vorher mit kochendem Wasser abgespült werden.

Beim Reinigen der Utensilien darf auf keine Reinigungsmittel zurückgegriffen werden. Die Gefahr ist zu groß, daß solche Rückstände im Wasser bleiben. Dies schadet den Tieren.

Ein paar Tage vorher bereiten man den einen oder anderen Liter abgekochtes Wasser vor, dieses füllt man in ein verschließbares Gefäß und läßt es einfach stehen. Aus diesem Gefäß bedient man sich in Zukunft immer, wenn der Wasserstand mal wieder etwas erhöht werden muß. Die entsprechende Menge abgekochtes und abgestandenes Wasser entnehmen wir nun und kippen das mit dem Salz in das neue Zuhause der Krebse. Auf 1 Liter Wasser gibt man 4 gehäufte Teelöffel Salz. Gut rühren bis sich das Salz gelöst hat und zum Schluß die Tonscherben hineingeben.

Nun geben wir die Eier hinzu. Eine Prise der Artemia Eier reicht um etlichen Krebsen das Leben zu schenken. Auf keinem Fall zu viele Eier in das Wasser geben. Aus einem Gramm Artemia Eier können theoretisch bis zu 160000 Krebse schlüpfen !

Bei optimaler Temperatur (20 - 22 Grad Celsius) und Salzkonzentration (2,5 - 3,8 %) schlüpfen aus den Cysten nach 1 - 2 Tagen kleine Nauplien. Wenn die Wasserqualität, die Temperaturschwankung in der Nacht oder der Sauerstoffgehalt abweicht, kann es noch später zum Schlupf kommen.

Es ist nicht ungewöhnlich, daß dann gleich viele hunderte der Nauplien durch das Wasser zappeln. Leider sterben in den ersten Tagen runde 90 % aller Babies weg. Verhindern kann man das nur schwer. Für ausreichend Sauerstoff sollte gerade in der Anfangszeit gesorgt werden, damit nicht noch mehr den Tod ereilen.

Das Wecksingnal für einen Nauplius ist Sonnenschein. Durch den Sonnenschein entstehen Algen und anderes Plankton, die die Nahrung der Kleinkrebse darstellen. Deshalb ist ein heller Fensterplatz für das Aquarium angebracht.

Ein selten gefütterter Daueransatz in der prallen Sonne benötigt kaum Pflege. Es wachsen genügend Algen an den Tonscherben, die die Ausscheidungsprodukte der Krebschen umsetzen und diesen als Futter dienen. (Jedoch Achtung ! Durch zuviel Sonne oder Wärme kann das Wasser "umkippen". Das biologische Gleichgewicht wird durch direkte Sonnenbestrahlung gefährdet.)
Je intensiver aber gefüttert wird, desto sorgfältiger ist der Behälter zu reinigen. Durch Überfütterung verändert sich die Wasserqualität erheblich, dies verschlechtert Schlupf- und Überlebensrate.

Anfangs haben die Nauplien einen Dottersack, der sie über die nächsten 2 - 3 Tage bringt. Danach sollte mit der ersten Fütterung begonnen werden. Hierzu nimmt man 4 Tropfen des flüssigen Liquizells. Das Wasser färbt sich nun trüb-grün. Weiteres Futter sollte erst hinzugefügt werden, wenn das Wasser wieder glasklar ist. Dieses gilt auch für die anderen Futterarten.

Wenn die Krebse aus dem Nauplienstadium herauswachsen ist es Zeit das Mikrozell einzusetzen. Das erkennt man daran, daß die Kleinen länglicher werden und die zwei Paddelarme sich zurück entwickeln.
Mit einem Zahnstocher trifft man meistens die perfekte Dosis Futter für eine Wochenration.

Hier ein Beispiel für das
Nauplien-Endstadium :

Der Nauplie bekommt seine Komplexaugen und entwickelt seine 11 Beinsegmente.

Der Krebs ist in dieser Phase ca. 2 - 3 mm groß.

Mit einer Größe von 1 -1,5 cm sind die Krebse ausgewachsen und haben eine Lebenserwartung zwischen 2 und 10 Monaten.

Letzte Anmerkung nebenbei; von allen bekannten Artemia-Arten ist Artemia parthenogenetica für unser Außenklima am besten geeignet. Falls jemand seine Krebse draußen halten möchte.

Reinigung des Gefäßes

Für die Reinigung benutze ich folgende Utensilien:

Vorher die beiden Gefäße mit kochendem Wasser ausspülen, den Teelöffel und die Pipette mit kochendem Wasser kurz übergießen.

Als allererstes warte ich immer, bis die Population nicht mehr zu groß ist. Wenn man 150 Tiere hat, dann artet das in Arbeit aus. Eine Reinigung kommt bei mir also erst in Betracht, wenn ich eine überschaubare Menge Artemia habe.

Mit der Spezialpipette hole ich nach und nach jeden Krebs persönlich aus dem Becken und setze ihn in ein separates Gefäß.
Der eine oder andere Krebs nagt am Boden an den Algen und denkt nicht daran herum zu schwimmen und sich fangen zu lassen. Also warte ich solange bis er "auftaucht". So kommt halt der eine oder andere Tag zusammen.
Wenn ich das Becken ein wenig schüttle, dann schwebt der ganze Dreck herum und die letzten Artemia sind dann noch schwerer zu finden...
Irgendwann habe ich dann auch den letzten Krebs umgesetzt.

Jetzt kommen wir zum Filtern.
Nun nehme ich zwei Kaffeefiltertüten, lege sie ineinander und tacker sie an ihren Nahtstellen zusammen. Zwei Filter halten mehr aus und können sich durch das Zusammentackern nicht so schnell öffnen, was sonst auf jeden Fall immer bei mir passiert. Jetzt halte ich den verstärkten Filter über das zweite Gefäß und schütte das alte Salzwasser durch den Filter. Ganz vorsichtig und langsam !!!
Jetzt bleibt der ganze Dreck darin hängen. Eierschalen. Artemiahaut, Kot, Leichenteile und Algenfetzen. Je nach dem wie lange das letzte mal her ist.

Probieren könnte man nun den vollen Filter zu trocknen, der mit aller Wahrscheinlichkeit noch gute Eier beinhaltet - aus eigener Zucht !

Nun sind die Krebse in einem separaten Gefäß, das gefilterte nun saubere Salzwasser in einem anderem Glas und der eigentliche Behälter ist nur noch am Boden mit Algen und den Steinen belegt. Die Algen sind inzwischen nach Jahren mit den Steinen zu einem stattlichen "dicken" lederartigen Teppich zusammen gewachsen und der läßt sich mit dem Löffel vorsichtig gut vom Boden lösen. Den Algenlappen incl. Stein, spüle ich mal kurz unter fließendem Leitungswasser ab.
Jetzt reinige ich das Urbecken mit Leitungswasser und dem Küchenrollenpapier. Zum Schluß bekommt das Gefäß noch eine Fuhre kochendes Wasser verabreicht - also keine Seife, Spüli oder anderes Reinigungszeug benutzen !

Jetzt lege ich den Algenteppich wieder vorsichtig auf den Grund, schütte das gefilterte Wasser in das Becken und dann setze ich die kurz ausgezogenen Artemia wieder rein.

Eventuell gebe ich etwas neues Salzwasser hinzu um den Wasserspiegel wieder auf den ursprünglichen Stand zu bringen.

Fertig !

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