Interessantes über Salinenkrebse

Salinenkrebse sind Überlebenskünstler

Die Embryonen in den Eiern überstehen die unwirtlichsten Bedingungen.
Man setzte die Cysten im Labor einer Temperatur von -200 Grad Celsius aus. Andere Cysten gab man kurz in kochendes Wasser. Trotzdem schlüpften aus einigen Eiern kleine Nauplien aus.
Cysten die über 50 Jahre in einer Schublade gelagert waren konnte man in einem Ansatz wiederbeleben. Es ist durchaus möglich daß sie nach Jahrhunderten immer noch schlüpfen können. Vielleicht sogar Jahrtausende bleiben diese Dauereier lebensfähig.

Artemia auch Urzeitkrebse genannt

Die Salinenkrebse werden auch Urzeitkrebse genannt, weil sie schon seit ca. 195 Millionen Jahren unverändert auf unserem Planeten existieren. Es sind also echte lebende Fossilien. Sie stammen aus dem Erdzeitalter Jura welches im Erdmittelalter dem Mesozoikum liegt. Sie lebten zur selben Zeit wie der große Brachiosaurus und der Stegosaurus. Sie sahen wie diese Saurier entstanden und zu den größten Tieren heranwuchsen, die diese Welt je gesehen hatte. Auch die Katastrophe, die die Saurier dahin raffte haben sie vor 65 Millionen Jahren überlebt und schauen seit 1,5 Millionen Jahren dem Menschen zu, wie er auf der Welt lebt.

Kunst mit Artemia

In Frankfurt/Main ist vom 25.01. - 02.03.1996 von dem Künstler Alexander Rogl ein Galeriefenster mit Artemia Salina verschönert worden. Er benutzte das Fenster als Projektionsfläche und lies die Tiere vergrößert über das Glas zappeln.

Große Artemia Ernte

In den Vereinigten Staaten werden seit 1949 an verschiedenen Salzseen um Utah herum (auch der große Mono Lake) Artemia Cysten im großen Stil "geerntet". Dies geschieht zwischen Juli und September. Tonnenweise werden die Eier in alle Welt verschickt für Zierfischzüchtereien und andere Großhändler.

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Artemia milhauseni gibt es gar nicht

In einer alten Ausgabe von Brehms Tierleben wurde behauptet, eine besonders schöne Artemia Art sei Artemia milhauseni, die durch einen besonders intensiven Rotton auffällt. Doch die Art milauseni verwandelte sich schnell wieder in die herkömmliche Artemia salina Art, nach dem der Salzgehalt bei der Zucht verringert wurde.

Erste wissenschaftliche Beschreibung

Die erste und älteste wissenschaftliche Beschreibung von Artemia ist aus dem Jahre 1755. Die Wissenschaftler Schlosser, Kuehnen und Becking haben damals, mit ihren bescheidenen Mitteln, die Anzahl der Beinchenpaare der Krebse richtig mit 11 angegeben.

Salzüberschuß

Damit die Krebse im Salzwasser überleben können, müssen sie irgendwie mit dem überschüssigen Salz umgehen können, welches sie mit der Nahrungsaufnahme einnehmen. Sie scheiden es einfach über die Anhänge der ersten Beinpaare wieder aus. Weil sie dieses geschafft haben, konnten ihnen die Feinde nicht in das salzige Wasser folgen und sie blieben so von ihnen verschont.

Artemia Salina in Deutschland ?

Im 19. Jahrhundert gab es an wenigen Stellen in Deutschland noch natürliche Artemia Salina Vorkommen. Leider ist durch die fortschreitende Industrialisierung der Lebensraum der Salinenkrebse fast komplett vernichtet worden. Ein letztes Rückzugsgebiet scheint ein ehemaliges Salzbergwerkes bei Peine (Niedersachsen) zu sein. In 3 Temporärgewässern konnte eine kleine Population nachgewiesen werden. Dieses Vorkommen ist durch Nutzungsbestrebungen gegenwärtig bedroht. Es besteht nach Aussagen Ortsansässiger wenigstens seit 30 Jahren.

Space Artemias

Eine besondere Ehre wurde den Urzeitkrebsen 1972 zuteil. Sie waren an Bord der Raumkapseln Apollo 16 und Apollo 17 zum Zwecke von wissenschaftlichen Versuchen. Leider ist über die Testergebnisse nichts weiter bekannt.

Drei Augen

Artemias werden mit nur einem Auge geboren, mitten im Gesicht - der sogenannte Augenfleck. Wenn sie älter werden bekommen sie noch zwei dazu. Diese nennen sich dann Komplexaugen. Mit diesen können die Krebse dann schon ein wenig mehr als nur hell und dunkel unterscheiden.

Trockenzeit = Ruhezeit

Wenn man irgendwann mal keine Lust mehr auf diese kleinen Haustiere hat. Sollte man sie auf keinem Fall einfach so wegschütten ! Man läßt den Behälter einfach austrockenen; so macht man ganz unbewußt was ganz Natürliches für die Artemiawelt. Wenn der Salzgehalt steigt, produzieren die weiblichen Krebse Dauereier. Wenn zum Schluß nur noch eine dreckige krustige Salzschicht übrig ist, kann man den Behälter ruhig über Monate und Jahre hinweg "vergessen". Sollte irgendwann mal wieder frisches Wasser hinzugegeben werden, schlüpfen aus den damals abgelegten Eiern neue Nauplien.
Eigene Nachforschungen haben gezeigt, daß Artemia-Cysten nicht immer bei der ersten "Überschwemmung" ausgebrütet werden, auch wenn die Umgebung optimal ist. Einige brauchen diesen Zyklus trocken - naß mehrmals, so daß auch nach dem zweiten und dritten Austrocknen immer wieder neue Krebse schlüpfen können.

Artemia-Akrobatik

Läßt man die Tiere einige Zeit im Dunklen stehen und macht dann das Licht an, wird man Zeuge wie die Krebse völlig durchdrehen. Wie verrückt rasen die Artemias im Behälter herum, einige machen sogar Salto-Mortale. Der plötzliche Wechsel von Dunkelheit zum hellen Licht veranlaßt die Tiere zu einer spektakulären Superaktivität. Zurück zu führen ist das auf den negativen Lichtrückenreflex.

Jungfernzeugung

Es ist nichts ungewöhnliches, daß bei einem neuen Ansatz nur Weibchen geboren werden. Man muß sich keine Gedanken machen, daß nun keine Nachkommen geboren werden. Es ist auch so möglich ein Zucht von Artemia zu betreiben. Diese pflanzen sich dann durch die sogenannte Parthenogenese fort. Das ist die griechische Bezeichnung für Junfernzeugung. Bei dieser Fortpflanzungsart gehen die Nachkommen aus unbefruchteten Eizellen hervor.

Alte Artemias

Jeder möchte gerne, daß seine Artemias besonders alt und besonders groß werden. Am besten erreicht man dieses Ziel, wenn man ein etwas unter dem normalen Salzgehalt liegt, wenig füttert und die Zimmertemperatur nicht über 20 Grad Celsius steigen läßt.Übertreibt man es zu stark mit diesen drei Angaben, wird das Gegenteil damit erreicht - die Artemia sterben dann früher.

Salinenkrebschen als Brotaufstrich

In der Sahara, in Libyen, in der Siedlung Garbaroun, wohnt der Stamm der Douadas. Sie selber nennen sich die "Wurmfresser" die den Wurm "Dud" verspeisen. Nach Recherchen kam zu Tage, daß es sich bei dem Wurm um eine Artemia Art handelt, die in dem naheliegenden Salzsee vorkommt. Sie haben die Krebse herausgefischt und zu einer Paste verarbeitet, die sie als Beilage zu Brot und Fleisch nehmen.

Ein Jahr ohne Sauerstoff

Am meeresbiologischen Institut der Universität Davis in Kalifornien erforscht Professor James Clegg seit über 35 Jahren die Krebsart Artemia. Clegg entdeckte, daß Artemia-Dauereier (Cysten) mehr als ein Jahr ohne Sauerstoff überleben können. Die Schlupfrate blieb
extrem hoch. Keine andere Tierzelle würde eine solche Behandlung überleben.


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