Lebenszyklus von Artemia Salina

Entwicklung:
Die in Handel befindlichen "Artemia-Eier" sind eigentlich Cysten
(Eier bestehen nur aus einer Zelle, Cysten sind mehrzellig). Diese Cysten werden
immer dann gebildet wenn die Lebensbedingungen es erfordern, z.B. wenn das Heimatgewässer
austrocknet oder der Sauerstoffgehalt sinkt. Sie enthalten einen Embryo, der
sich in einem "Trockenschlafstadium" befindet, er ist durch eine besonders
harte Schale geschützt.
Cysten haben nach der Trocknung einen Feuchtigkeitsgehalt von 6 % bis maximal
10%. Bei diesen Werten ist keinerlei Stoffwechsel-Aktivität mehr meßbar.
Das macht sie bei kühler und trockener Lagerung sehr haltbar.
Die Fähigkeit eines kompletten, primitiven Organismus in einem voll entwickelten
Stadium zu überleben heißt Anabiose.

Das Wecksingnal für einen Nauplius, dessen vorher schrumpelige Cyste sich nach einem starken Regen mit Wasser vollgesogen hat, ist Sonnenschein. Durch den Sonnenschein entstehen auch Algen und anderes Plankton, die die Hauptnahrung der Kleinkrebse dann darstellen.
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Artemia oder auch Feenkrebse genannt sind Rückenschwimmer, sie wenden die Körperunterseite zum Licht, filtern mit den behaarten Beinen die Nahrung aus dem Wasser und transportieren sie zur Mundöffnung. Das zweite Mandibelpaar bleibt beim Weibchen klein, beim Männchen wird es riesig und dient bei der Paarung zum Festhalten des Weibchens.
Das Erscheinungsbild kann sich mit den Umweltbedingungen verändern. Der
schönste Effekt ist ein intensiver Rotton, den sie annehmen.
Die Erklärung dafür ist, daß Salzkrebse in Wasser mit einem
größeren Salzgehalt mehr Blutfarbstoff (Hämoglobin) bilden.
Außerdem sollen solche Tiere unter extremen Bedingungen weniger Körpersegmente
entwickeln und früher geschlechtsreif werden, weshalb man früher auch
glaubte, das man es mit zwei verschiedenen Arten zu tun zu hat.
Das ist eine spontane Anpassung an die Umwelt, die bei besseren Bedingungen
auch wieder zurückgehen kann. Diese Eigenschaft hat mit der eigentlichen
Evolution nichts zu tun, da sie noch am ehesten mit Eigenschaften wie dem unterschiedlichen
Muskelaufbau infolge verschiedener körperlicher Betätigung vergleichbar
und somit auch nicht vererbbar ist.
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Man kann davon ausgehen, daß ihr gesamtes Dasein nur der Nahrungsaufnahme
und der Fortpflanzung dient. Dabei filtrieren die beborsteten Beine kontinuierlich
Nahrungspartikel - hauptsächlich Kleinstplankton, Mikroorganismen und organische
Schwebstoffe - aus dem Wasser. Der Nahrungsbrei wird in der Bauchrinne nach
vorne zum Mund transportiert.
Die Tiere schwimmen in der Regel in Rückenlage, wobei es jedoch nicht der
Einfluß der Schwerkraft ist, der sie ihre Lage im Raum bestimmen läßt,
sondern der Lichteinfall. Diese Eigenschaft nennt man "negativer Lichtrückenreflex".
Wenn die Krebse gesund sind, sind sie ständig und sehr lebhaft in Bewegung.

Beim Fortpflanzungsakt umgreift das Männchen mit seinen Mandibeln das Weibchen am Brutsack. Bis zu einer Woche schwimmen Männchen und Weibchen miteinander, bis sie sich mit hektischen schlägen des Hinterleibes wieder trennen.

Geschlechtsreife Weibchen besitzen einen Brutsack, in dem die reifen Eier zur
Sauerstoffversorgung mit eigenen Muskeln rhythmisch
hin- und herbewegt werden. Zur Fortpflanzung haben Salinenkrebschen verschiedenen
Möglichkeiten, u.a. über Parthenogenese (Jungfernzeugung) und über
Eier, die sich noch im Brutsack entwickeln (Viviparien , Entwicklungszeit 4
Tage, sehr dotterarm). Bei ungünstigen Lebensbedingungen können die
Weibchen jederzeit Cysten bilden. Ein Weibchen kann alle 4 Tage 300 Nachkommen
haben.
Je nach Umweltbedingungen gibt es also Nachkommen ohne Befruchtung, direkte Lebendgeburten oder widerstandsfähige Cysten.
Bei einer Bruttemperatur von ca. 25°-26°C schlüpft ein Nauplius innerhalb von 24 Stunden und ist nach 8 - 14 Tagen geschlechtsreif, je nach Herkunft und Lebensraum variierend. Je nach Salzgehalt beträgt die Lebensdauer etwa 2 - 10 Monate und verkürzt sich bei einer erhöhten Salzkonzentration.
Schlupf eines Salinenkrebschens
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Die Eier, aus denen der Nauplius schlüpft, sind etwa 0,2 mm groß. Der Schlupfvorgang selbst vollzieht sich dann in zwei Phasen: Zuerst platzt die Eihülle auf und der Embryo (Prenauplie) schlüpft mit dem Kopf voran. Er ist zu diesem Zeitpunkt aber oft noch von einer Art transparenten Membrane (wie man oben an den Bildern schön erkennen kann) umgeben. Nach ca. 6 Stunden wird die Membrane weich und der Nauplius kann sich mit kräftigen Schwimmbewegungen davon befreien. Anfangs besitzt der Nauplius noch keinen Verdauungstrakt. Eine Fütterung ist in den ersten 3 Tagen nicht notwendig, da die Larven sich von ihrem Dottersack ernähren. Die Nauplien sind jetzt so groß, daß sie mit bloßem Auge gerade schon wahrnehmbar sind. Anfangs haben die Krebse nur ein Auge - das Nauplienauge. Später wachsen noch zwei Augen nach, womit sie dann drei insgesamt haben.
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Nauplien unterm Mikroskop
