Home

Übers OsterCruising

Gallerie/Bilder

Presseblick

OsterCruising Forum

 

Tuning&Styling

  • Optisches Tuning
  • Akkustik-Tuning
  • Klassisches Tuning
  • ChipTuning
  • Turbolader & Co.
  • Kompressoren
  • Nitrous Oxide System / NOS
  •  

    Links

    Kontakt

    Gästebuch

    Disclaimer

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Akkustik-Tuning / Car Hifi

     

     

     

     

     



    Von dieser Geschichte habe ich niemals so viel Ahnung wie der Dipl.Ing, der die Story geschrieben hat. Darum habe ich diese mal mit abgedruckt. Die Original Adobe Acrobat Datei habe ich mal unter diesem Link. Da sind viele viele Bilder und Beschreibungen mit drin. Lohnt sich mehr als der HTML-Text unten...!

    selfmadehifi.pdf


    Das ist ein toller Verein und eine wirklich empfehlenswerte Internet-Seite...

     

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 1 von 36

    Car-HiFi-Installations-Guide

    Dies ist ein relativ umfassender Leitfaden für Installationen von

    HiFi-Anlagen in Autos.

    Er enthält gesammelt den Großteil (und sogar noch etwas mehr)

    der Informationen der Webseiten von www.selfmadehifi.de.

    Mein Motto:

    Laut kann jeder, aber gut klingen muss es!

    Um eine Anlage einzubauen ist ein gewisses Mindestmaß an

    elektrischen und mechanischen Verständnis jedoch Voraussetzung.

    Momentan umfasst dieser Guide über 30 Seiten, die alle

    notwendigen Informationen enthalten. Er wird jedoch ständig

    erweitert.

    Weitere Infos unter www.selfmadehifi.de

    Revisions History:

    Version Datum Beschreibung

    1.0 18.01.2003 Erstausgabe

    1.1 26.01.2003 5.4 Angaben zu Dämpfungsfaktor hinzu

    8. Glossar hinzu, viele Ergänzungen

    1.2 14.02.2003 4.1.2 Formel erneuert, da im PDF Vers. 1.1 nicht lesbar

    Viele Details bei Bandpass-Systemen hinzu

    Überall kleine Details (z.B. Rechtschreibung und Grammatik)

    1.3 30.03.2003 Weitere Tipps und Ergänzungen hinzu

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 2 von 36

    Inhalt

    Seite

    1. Einleitung 3

    1.1 Warum HiFi im Auto? 3

    1.2 Grundvoraussetzung ist das Radio 3

    2. Erster Schritt: ein neues Frontsystem 4

    3. Sind auch Lautsprecher hinten nötig? 5

    4. Der Bassdruck kommt vom Subwoofer 7

    4.1 Gehäusesubwoofer 8

    4.1.1 Geschlossene Gehäuse 9

    4.1.2 Bassreflex-Systeme 11

    4.1.3 Bandpasssysteme 12

    4.2 Free-Air-Systeme 14

    4.3 Lautsprecherwiderstand 15

    5. Zusätzliche Endstufen im Auto 16

    5.1 Leistungsbedarf 16

    5.2 Leitungsquerschnitte 18

    5.3 Komplettverkabelung 20

    5.4 Endstufentypen 22

    5.5 Impedanz 23

    6. Störungen 24

    7. Installation in der Praxis 26

    8. Erweiterungen 28

    8.1. Navigationssysteme 28

    8.2. DVD- und Video-Systeme 28

    9. Glossar und Begriffdefinitionen 29

    10. Weitere Hinweise 36

    11. Quellen- und Literaturangaben 36

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 3 von 36

    1. Einleitung

    1.1 Warum HiFi im Auto?

    Car-HiFi? - HiFi im Auto also... Da denken viele sofort an riesige Subwoofer, große

    Endstufen-Boliden und Lautstärken, die die Bleche des Autos vibrieren lassen. Doch so

    muss das alles nicht unbedingt sein.

    Zuerst einmal das Generelle: Warum wollen so viele überhaupt die Anlage im Auto

    entsprechend um- oder aufrüsten?

    Die Werksanlagen, egal von welchem Hersteller, mit Originalradios und Lautsprechern in

    allen vier Ecken kosten ja oft schon eine Menge Geld. Radios z.B. sind im Vergleich zu

    gleichwertig-ausgestatteten Radios der Car-HiFi-Hersteller mindestens doppelt so teuer und

    die besten Tuner/CD-Teile und Wandler werden hier nicht verbaut, obwohl diese

    Werksradios von Herstellern wie Becker, Blaupunkt, Clarion, Nakamichi Panasonic etc.

    hergestellt werden. Grund dafür ist natürlich der enorme Kostendruck im Automotive-Sektor.

    Das gilt auch für viele Hersteller, die erst bei extrem teuren Anlagen von z.B. Audi,

    BMW, Mercedes, Porsche dann doch etwas Geld nutzen dürfen. Dann ist die Qualität meist

    akzeptabel, allerdings steht auch hier der dafür bezahlte Preis meist in keinem Verhältnis

    mehr zum gebotenen. Mit Eigeneinbauten lassen sich auch bessere Ergebnisse erreichen.

    So sollte bei Neuwagen die geringste Ausbaustufe von Radio und Lautsprechern geordert

    werden, damit schon mal alle notwendigen Kabel im Auto liegen. Dann den Werksschrott

    rauswerfen, vor allem die Lautsprecher und die billigen Werksradios, deren Verkaufspreis

    leider trotzdem bis zu 500,- EUR betragen kann. Das Problem bei neuen Autos ist oft die

    Integration des Radios an das Navigationssystem, Lenkradfernbedienung u.s.w., so dass

    typische Zusatzfunktionen nicht mehr benutzt werden können. Da muss man oft suchen, um

    etwas wie einen Adapter zu finden, wenn es so etwas überhaupt gibt.

    Im diesem Guide (Führer) werden die technischen Grundlagen und Hintergründe zum

    Thema beschrieben. Es wird aber auch in einigen Bereichen (wie Subwooferbau) etwas

    tiefgründiger ins Detail gegangen. Am Ende gibt es Hinweise und Tipps, die einen guten

    Einbau erst ermöglichen.

    1.2. Grundvoraussetzung ist das Radio

    Zentrale Steuereinheit ist das Autoradio oder neudeutsch die head-unit. Es enthält den

    obligatorischen Tuner für UKW (FM) mit Verkehrsfunksystem (ARI, TA, TP). Bei heutigen

    Radios sind zusätzlich ein Cassettendeck, eine CD- oder gar eine DVD-Einheit integriert.

    Extern können meist DAB-Tuner, CD-Wechsler oder DVD-Geräte angeschlossen werden.

    Selbst preiswerte (<200 EUR) CD-Receiver (Radio mit CD-Teil) sind originalen

    Werksradios beim Klang- und dem Empfangs weit überlegen.

    Heutzutage sind Radios mit MP3-fähigen CD-Laufwerken eine hervorragende Alternative

    zu CD-Wechslern. Selbst mit geringer komprimierten Dateien z.B. mit 192kbps lassen sich

    noch mehr als 8 Stunden auf einer CD-R unterbringen.

    Will man auf externe Endstufen verzichten, sind 4 High-Power-Endstufen im Radio

    notwendig. Für externe Endstufen sind jedoch mind. 2 Vorverstärker-Ausgänge nötig, besser

    4 bis 6, dann kann auch der Subwooferpegel direkt am Radio eingestellt werden. Hier sind

    Hochpegel-Outputs mit Ausgangsspannungen zwischen 3...5V von Vorteil, da so Störungen

    weniger Chancen haben.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 4 von 36

    2. Erster Schritt: ein neues Frontsystem

    Bitte verstehen, dass ich kaum Empfehlungen für bestimmte Systeme geben kann. Aber

    einige Lautsprecher-Firmen wie z.B. Boston, Canton, Focal, Infinity, JBL, MB Quart, Morel

    oder Rainbow erlauben sich im allgemeinen keine großen Fehltritte bei den Frontsystemen.

    Pauschalurteile wie „Alles von Firma X ist gut oder sehr gut“ sind aber Blödsinn.

    Zuerst ist einmal die Größe des Systems (Tieftöner) entscheident. Einfache Dual-Konus-Lautsprecher

    im 10 cm-Format sind von vornherein nicht in der Lage genügend Pegel und

    Schalldruck selbst im Grundtonbereich (über 150 Hz) zu erzeugen. So sind mindestens 13

    cm (5 “) Tieftöner zu verwenden, größere Pegel sind damit aber kaum reproduzierbar. Hat

    man keinen tieffrequenten (85...120 Hz) (aktiven) Hochpass, der die tiefen,

    leistungsraubenden Frequenzen fernhält, sind deshalb immer mind. 16 cm-Systeme (6,5 “)

    vorzuziehen.

    Im allgemeinen ist, meiner Meinung nach, ein 16cm-Zweiwegesystem der beste

    Kompromiss in Sachen Platz, Pegel, Klang und Räumlichkeit. Zu den Lautsprechern gehört

    deshalb auch eine passive Frequenzweiche, die von den kleinen Hochtönern (z.B. 25 mm-Kalotte)

    die tiefen Töne fernhält, üblich geschieht das bei 4...5 kHz mit 12 dB/Oktave.

    Problem vorn beim Türeinbau ist oft die Lautsprechertiefe, vor allem wenn nicht werksseitig

    vorgesehen ist, größere Tieftöner dort reinzusetzen. Wer aber auf spezielle, flache und oft

    auch teure Lautsprecherchassis mit speziellen Magnetwerkstoffen und Konstruktionsdetails

    verzichten will, muss wohl oder übel ein Doorboard benutzen, das an die Türverkleidung

    befestigt wird. Oft reicht es schon, die Türablage zu entfernen und den Lautsprecher über

    eine oder zur Not mehrere zugeschnittene(n) Spanplatte(n), die eine Dicke von 19...27 mm

    haben, weiter nach vorn zu setzen. Dazu die z.B. runde Platte (natürlich mit dem Loch für

    den Lautsprecher in der Mitte) auf die Türverkleidung schrauben und darauf dann den

    Lautsprecher samt Gitter befestigen. Wenn der Lautsprecher nun nur an der Verkleidung

    hängt, sollte der Zwischenraum und der Türraum mit Dämmmaterial und guter Befestigung

    beruhigt werden, sonst klappert die ganze Geschichte... Hinter der Verkleidung befindet sich

    im allgemeinen eine Folie. Sollte es nötig sein, sie zu zerschneiden, ist sie mit Kunststoff-Tape

    anschließend wieder zusammenzukleben, damit der Innenraum von den

    Witterungseinflüssen geschützt bleibt. Damit das Doorboard entsprechend gut an das

    Fahrzeug angepasst aussieht, wird das ganze mit Spachtelmasse verbessert und geschliffen.

    Manchmal reicht auch schon das „Bearbeiten“ der Plastik-Abdeckungen, um statt einem

    Zehner einen 16er in den Originaleinbauort zu kriegen.

    Je nach Türraum sind im allgemeinen weitere Dämmmaterialien wie z.B. Bitumenmatten

    oder anderes Dämmmaterial nötig, sonst klingt alles manchmal etwas hohl und blechern.

    Auch ist so das Mitschwingen und Klappern von Fahrzeugteilen in den Griff zu kriegen.

    Wohin mit dem Hochtöner bei Komponentensystemen? Vielfach benutzt wird oft das

    Spiegeldreieck. Ich würde ein tieferes Anbringen an der Tür eher empfehlen. Hier ist im

    allgemeinen Probieren notwendig, um ein gutes Ergebnis zu finden. Das Resultat ist

    abhängig vom System, der Weiche und dem Auto, es gibt kein generelles Optimum.

    Ein komplettes, hochwertiges Frontsystem ist immer der beste Anfang um eine ausbaufähige

    Car-HiFi-Anlage aufzubauen. Gegenüber den originalen „Werks-Tröten“ ist bei

    entsprechender Signalquelle (Radio) immer eine deutliche Verbesserung spürbar.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 5 von 36

    3. Sind auch Lautsprecher hinten nötig?

    Während die meisten Fahrer hier mit „Klar, natürlich“ antworten, fragen einige, die ihre

    Stereoanlage von zu Hause kennen, dann schon nach dem Sinn. Musik wird in Stereo so

    abgemischt, dass keine rückwärtigen Signale enthalten sind.

    Also würde das Front-Staging, die Bühnenabbildung des Stereosignals, vor allem durch zu

    laute Hecklautsprecher sofort verschlechtert werden. Betreibt man aber einen Subwoofer

    hinten, sollte man auf den „Rearfill“ nicht ganz verzichten, aber nur so laut wie nötig, je

    leiser desto besser für das Frontsystem. Das ist auch das Problem von Soundboards, die so

    keine high-fidele und hochwertige Wiedergabe ermöglichen.

    Soundboards sind Bretter, die komplette Mehrwegesysteme und teilweise auch Subwoofer

    enthalten und die werksseitige Heckablage im Auto ersetzen. Sie sind nur in einigen

    speziellen Anwendungen als Alternative sinnvoll.

    Meine Empfehlung: Ein kleineres Dualkonus oder Zweiwege-Stereo-System (z.B. 13 cm

    Koax), das jedoch nicht das Stereosignal (L, R) , sondern das Differenz-Signal (L-R, R-L)

    wiedergibt. Das Ergebnis ist einfach verblüffend, da das Frontstaging nicht zerstört wird.

    Werden nach längerem Hören damit probeweise die Hecksignale abgeschaltet, klingt alles

    flach und mit wenig Tiefe. Im Differenzsignal sind nur die Raumanteile enthalten, Bass und

    Stimme löschen sich so fast vollständig aus. Vorsicht bei zu stark komprimierten (MP3,

    128kbps) Material, eventuell werden hier die Phaseninformationen des Stereosignal zerstört,

    dass dieser Trick nicht mehr richtig funktioniert.

    Eine passive Möglichkeit für High-Power- (Brücken-) Radioendstufen ist das folgende:

    Bild 3.1

    Bei Low-Power-Endstufen lässt man die Beschaltung für den unteren Speaker weg, und

    schaltet den linken Lautsprecher (unten) einfach in Reihe zum rechten Speaker, der Plus-Anschluss

    jedes Lautsprechers geht aber dann an den Plus jeder Endstufe. Die

    Kondensatoren halten die tiefen Frequenzen, die im Differenzsignal kaum vorhanden sind,

    von den Speakern fern. Hier sind bipolare Elkos (100 uF ... 220 uF) mit einem kleinen, nur

    wenige µF großen, parallelgeschalteten Folienkondensator zu verwenden. Man kann sie

    jedoch auch weglassen.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 6 von 36

    Bei brückbaren Car-HiFi-Verstärkern (also die meisten Endstufen) kann es mit diesem

    Verfahren aufgrund der inneren Verschaltung der Netzteile jedoch Probleme geben. Es wird

    dann eventuell ein Monosignal wiedergegeben oder es ist gar nichts zu hören.

    Da beide Lautsprecher ein phasengedrehtes Signal wiedergeben, anstatt eines gleiches, hat

    das weiterhin den Vorteil, dass man die Hallanteile von hinten auch nicht orten kann.

    Erst bei kompletten Decodern mit Dolby-Surround Pro Logic II (2) kann man auf diesen

    Kniff verzichten und die erzeugten Heckkanäle direkt anschließen.

    Dieses Dolby hat gegenüber der ersten Generation den Vorteil, dass auch von Stereoquellen

    ein besserer Raumklang erzeugt werden kann. Trotzdem kann es auch mit Dolby Surround-kodiertem

    Material richtig umgehen.

    Die Membranen hinten sind vor den Druckschwankungen, die durch einen Gehäuse-Subwoofer

    im Kofferraum entstehen können, abzuschirmen, notfalls auch nur mit

    Dämmwolle.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 7 von 36

    4. Der Bassdruck kommt vom Subwoofer

    Subwoofer sollen die ganz tiefen Frequenzen (z.B. Tiefbass) wiedergeben, die die kleinen

    Frontsysteme nicht, nicht tief genug, nur schwach und mit zu kleinem Pegel bringen. Im

    allgemeinen sind das Frequenzen unter 100 Hz, weshalb eine aktive Frequenzweiche dem

    Woofer mit einem Tiefpass zu größeren Frequenzen hin stark im Pegel reduziert.

    Subwoofer nutzen die Schwäche des menschlichen Ohres, dass Frequenzen unter 200 Hz

    wegen der großen Wellenlängen räumlich nicht geortet werden können. Die obere

    Grenzfrequenz des Subwoofers sollte aber trotzdem immer unter 120 Hz liegen, da normale

    Filter nicht ideal sind und auch im Frequenzbereich über der Trennfrequenz noch Anteile

    durchlassen. Auch die Flankensteilheit des Filters sollte mindestens 12dB, besser 18dB oder

    24dB/Oktave betragen. Filter mit geringer Güte (z.B. Linkwitz, Bessel) verbessern die

    Impulsivität des Basses.

    Es gilt:

    Um tiefe Frequenzen mit gleichem Pegel zu erzeugen, braucht man größere

    Membranflächen und so leider auch wesentlich mehr Leistung!

    Viele zweifeln den Sinn und Zweck an. Wenn ich manche Bass-Orgien erlebe, muss auch

    ich den Kopf schütteln, denn Pegel von über 120 phon (an der Schmerzschwelle) außerhalb

    des Autos braucht man für „guten Klang“ sicher nicht.

    Die einfachste Lösung ist oft ein Aktivsubwoofer, dieser benötigen keine externe Endstufe,

    er hat eine integriert und auch eine aktive Frequenzweiche ist eingebaut. Sie sind daran zu

    erkennen, dass sie neben dem Eingang (Cinch und evtl. High-Power-Eingang) einen Plus-und

    einen Minus-Anschluss zur Spannungsversorgung vom Bordnetz (12...14 V) haben.

    Aktivsubs gibt es nur als Gehäusesubwoofer. (Siehe 4.1)

    Ein Lautsprecher kann im Tieftonbereich durch einige wesentliche Parameter beschrieben

    werden, die nach den Entwicklern als Thiele-Small-Parameter (TSPs) genannt werden. Die

    drei wichtigsten sind die Freiluftresonanzfrequenz fs in Hertz (Hz), die Gesamtgüte Qts

    (ohne Einheit) und das Äquivalentvolumen Vas in Litern.

    Neben dem Korbdurchmesser wird in der Regel noch der Nennscheinwiderstand, die

    gerundete Impedanz im Ohm (mit dem griech. Buchstaben Omega gekennzeichnet),

    angegeben, sie liegt meist bei gerundeten 4 oder 8 .

    Die Resonanzfrequenz beschreibt, an welcher „Stelle“ das erste Impedanzmaximum ist, die

    Güte Qts gibt darüber Auskunft, wie stark die Überhöhung ist. Der Vas-Wert beschreibt,

    einfach ausgedrückt, dann indirekt das Volumen, dass das Chassis dann für bestimmte

    Abstimmungen benötigt.

    Je stärker das Lautsprechersystem an der Resonanz gedämpft wird, desto kleiner ist die

    Güte.

    Hat jemand einen Subwoofer aus den USA und kann mit den Einheiten nichts anfangen, so

    wird umgerechnet:

    Länge : 1 “ (inch/Zoll) = 2,54 cm

    Fläche : 1 sq. in. (square inch) = 6,45 cm²

    Volumen : 1 cu. in. (cubic inch) = 16,387 cm³

    1 cu. ft. (cubic foot) = 28 317 cm³ = 28,3 l (Liter)

    Masse 1 lb. av. (pounds) = 0,453 kg

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 8 von 36

    Der Impedanzverlauf (Wechselspannungswiderstand) eines Lautsprechers sieht in Freiluft

    etwa so aus: (fs=30Hz, Qts = 0,40)

    Bild 4.1

    Es gibt verschiedene Arten von Subwoofern, die nun im einzelnen vorgestellt werden.

    4.1 Gehäusesubwoofer

    Im allgemeinen ist das die klanglich beste Lösung. Eine zusätzliche Kiste oder Rolle wurde

    mit der Bauform und dem Volumen genau auf den Einzellautsprecher abgestimmt. Oft

    verwendet man Bandpässe, besser sind jedoch meist Bassreflexgehäuse oder geschlossene

    Boxen. Aber das Prinzip allein sagt nichts über die Eigenschaften aus, da man jedes

    individuell abstimmen kann. Industriell hergestellte Bandpässe werden oft unpräzise

    abgestimmt, um kleine Volumen zu ermöglichen.

    Physikalische Faustregel: Je größer der Wirkungsgrad des Chassis (Schalldruck SPL) und je

    tiefer es gehen soll, desto mehr Volumen ist bei präziser Abstimmung (niedrige Güte) nötig.

    Ausführliche Beschreibungen und Tipps dazu sind auf meiner Lautsprecher-Gehäuse-Seite

    im Internet.

    Geschlossenen Kisten sind meist, richtige Abstimmung vorausgesetzt, den anderen in

    Sachen Präzision überlegen, reichen dafür aber nicht so tief hinab in den „Frequenzkeller“

    wie z.B. Bassreflexboxen.

    Bei offenen Lautsprechern sind die Vorder- und Rückseite der Membran nur durch eine

    Schallwand getrennt. Je größer die Ausdehnung, desto niedriger ist die untere

    Grenzfrequenz. Ab einer bestimmten Wellenlänge kommt es zum Druckausgleich, es gibt

    einen akustischen Kurzschluss. Deshalb kommen die Speaker in ein Gehäuse.

    Man kann aber nicht jedes Chassis in jedes Gehäuse stecken, eine Möglichkeit ungefähr zu

    erkennen, was sinnvoll ist, nutzt man z.B. den Quotient X = Qts

    fs als Richtwert.

    · X sollte etwa 50 (zwischen 40 und 80) sein für geschlossene Systeme

    · X etwa 60 (50...100) für geschlossene Bandpässe

    · X etwa 100 (80...120) für Bassreflex-Systeme (BR)

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 9 von 36

    Neben der Möglichkeit eine „Holzkiste“ in den Kofferraum zu stellen, ist es bei vielen

    Autos möglich, den Subwoofers in ein Gehäuse zu setzen, das an die Reserveradmulde vom

    Fahrzeug angepasst ist. Allerdings wird es meist bei Chassis mit Durchmesser von mehr als

    25 ... 30 cm problematisch, da das Volumen hinter dem Lautsprecher im Vergleich zum Vas

    relativ klein ist.

    Obwohl es theoretisch auch denkbar ist, Bassreflexsysteme so zu integrieren, wird es fast

    ausschließlich mit geschlossenen Systemen gemacht.

    Hier sind Chassis mit niedriger Resonanzfrequenz (fs < 30 Hz), niedrigem

    Äquivalentvolumen und einer Güte Qts um 0,4 von Vorteil, diese haben jedoch ein etwas

    niedrigeren Wirkungsgrad. Auf keinen Fall dürfen Free-Air-Chassis mit höheren Güten,

    größeren Äquivalentvolumen und etwas höheren Resonanzfrequenzen (fs > 40 Hz)

    verwendet werden, da diese durch das zu kleine Volumen sofort dröhnen würden, Auch

    erlauben sie durch die höheren Resonanzfrequenzen keine tiefen Bässe. Problem hier ist

    meist, die ganze Konstruktion richtig dicht zu kriegen.

    Um das Volumen in der Reserveradmulde wirklich voll nutzen zu können, muss natürlich

    das Rad raus. Damit man bei Reifeschäden nicht komplett liegen bleibt, helfen spezielle

    Reparatur-Kits. Seit geraumer Zeit gibt es auch spezielle Räder, die dank der Reifen- oder

    Felgenkonstruktion Notlaufeigenschaften haben. Diese können auch mit defektem Reifen

    bis zur nächsten Werkstatt gefahren werden.

    4.1.1 Geschlossene Gehäuse

    Durch ein Gehäuse wird der akustische Kurzschluss vermieden, jedoch verändert der

    Lautsprecher sein elektrisches und akustisches Verhalten, abhängig von seinem Aufbau und

    dem Innenvolumen.

    Sperrt man ein Chassis in ein Gehäuse, erhöht sich die Resonanzfrequenz des Chassis fc und

    leider auch die Einbaugüte Qtc. Je kleiner das Volumen, desto höher die Güte. Wird die

    Güte zu hoch, tritt ab etwa 0,7 im Frequenzgang eine Überhöhung auf, das System wird

    zunehmend unpräziser. Das heißt also, dass der Qts-Wert bei geschlossenen Gehäusen

    immer weit unter 0,7 sein muss, in der Praxis ist er dafür meist zwischen 0,4 und 0,6. Wie

    groß das Volumen nun sein muss, darüber gibt (berechnen oder simulieren) das

    Äquivalentvolumen Vas Auskunft.

    Bild 4.2 aus [21]

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 10 von 36

    Um komplizierte Berechnungen zu sparen, sollte man es einfach mit Computerprogrammen

    simulieren lassen. Das geht z.B. mit BassCAD, das ist downloadbar auf meiner Internet-Seite.

    Mit dem Einbau steigt auch die Resonanzfrequenz, also steigt auch die minimal

    mögliche untere Grenzfrequenz. Das heißt, dass immer weniger Tiefbass wiedergegeben

    wird. Also wird selbst bei einem Lautsprecher mit einer niedrigen Resonanzfrequenz von

    25Hz und einer Güte Qts = 0,35 nur eine untere Grenzfrequenz von ca. 50 Hz (unabhängig

    von der Einbaugüte Qtc) erreicht. Erst z.B. durch ein Bassreflexsystem sind unter 30 Hz

    drin.

    Der Zusammenhang zwischen angestrebter Einbaugüte Qtc, und den TS-Parametern zeigt

    die linke Formel. Die sich dabei ergebene neue Einbauresonanzfrequenz fc (nicht

    gleichzusetzen mit unterer Grenzfrequenz!) kann dann mit der rechten Formel errechnet

    werden. Nur bei Qtc=0,707 ist die untere Grenzfrequenz fgu gleich der Resonanzfrequenz fc.

    Grundformeln:

    Einbaugüte Qtc = 1 + × Vbox

    Vas Qts ; Einbauresonanzfrequenz fc = Qts

    Qtc fs ×

    Wie groß muss die angestrebte Einbaugüte Qtc aber sein?

    Typische Abstimmungen sind folgende Werte:

    · Qtc < 0,5 (überdämpftes System) zu wenig Tieftondruck, Präzision hervorragend,

    aber nicht besser als bei einer Linkwitz-Abstimmung

    · Qtc = 0,5 (Linkwitz- oder Riley-Abstimmung) Präzision hervorragend, Pegel bei der

    Einbauresonanz fc –6 dB

    · Qtc = 0,577 (Bessel-Abstimmung) sehr gute Präzision, Pegel bei fc ist –4,8 dB

    · Qtc = 0,707 (Butterworth-Abstimmung), noch gute Präzision, Pegel bei fc (ist hier

    auch untere Grenzfrequenz) –3 dB, ist der meistverwendete Kompromiss

    · Qtc > 0,707 (Chebycheff-Abstimmung), schlechte Präzision, Pegel ist (Qtc = 1) bei

    fc 0 dB, deshalb Überschwingen, höherer Schalldruckpegel

    Hier sind noch einige weitere Hinweise zur Einbaugüte Qtc: Sie sollte je nach Geschmack

    zwischen 0,5 und 0,8 liegen. Je tiefer sie ist, desto präziser ist die Wiedergabe des

    Lautsprechers. Die Fans geschlossener Gehäuse wählen oft große Volumina und erreichen

    so extrem präzise aber leider nicht so tiefe voluminöse, füllige Bassschläge durch die

    niedrige Einbaugüte. Warum bei größeren Güten die Präzision schlecht wird? Das mag zwar

    manchem nicht einleuchten, wer sich aber die Impuls- oder Sprungantwort in dem Volumen

    anschaut, wird es verstehen. Präzision / Impulsivität ist die Eigenschaft, möglichst schnell

    auf eine Änderung des Signals zu reagieren und dabei wenig Abweichungen ohne großes

    Nachschwingen zu erreichen.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 11 von 36

    4.1.2 Bassreflexsysteme

    Bei Bassreflexsystemen benutzt man im Unterschied zu den geschlossenen Gehäusen eine

    zusätzliche Resonanz nach dem Prinzip des Helmholtz-Resonators, um den Frequenzgang

    nach unten hin zu erweitern. Die Druck-Energie, die bei geschlossenen Gehäusen in Wärme

    umgewandelt wird, erzeugt durch das Reflexrohr eine zusätzliche Schalldruckquelle. Jedoch

    erzeugt auch ein BR-System keinen höheren Pegel als ein geschl. System, der Frequenzgang

    wird nach unten erweitert, dort geht die Energie hin.

    Der Qts-Wert sollte für Bassreflexsysteme zwischen 0,25 und 0,4 sein. Das liegt daran, dass

    man die gewünschte Einbaugüte wesentlich geringer wählen muss als bei geschlossenen

    Systemen, je nach Abstimmung zwischen 0,3 und 0,5. Je größer das Gehäuse, desto kleiner

    ist die mögliche gewünschte zusätzliche Resonanzfrequenz (Tuningfrequenz) und umso

    tiefer liegt auch die mögliche untere Grenzfrequenz. Aber dabei wird der Bass immer

    unpräziser. Das bedeutet auch eine größer werdende Welligkeit, sobald die Tuningfrequenz

    (Abstimmfrequenz des Rohres) kleiner als die Freiluftresonanzfrequenz fs wird. So sollte

    das Volumen nicht größer als das Äquivalentvolumen des Chassis sein, will man präzisen

    Bass und keine große Welligkeit.

    So entstehen bei einer Bassreflexabstimmung zwei Resonanzfrequenzen, eine vom Chassis

    im Gehäuse und eine tiefere vom Rohr. Bei passiven Frequenzweichen muss die obere

    „linearisiert“ werden, die untere lässt man meist stehen, dies erweitert den Frequenzbereich

    noch einmal ein wenig. Im allgemeinen sind passive Weichen für Subwoofersysteme aber

    wegen des großen Aufwands un der spezifischen Abstimmung für jedes Chassis nicht

    besonders empfehlenswert.

    Mit höherer Gesamtgüte (z.B. Qts > 0,38) wird das Volumen meist sehr groß, da die

    Dämpfung der Resonanzfrequenz zu gering ist. Ist die Güte jedoch zu niedrig (Qts < 0,30)

    fehlt der Tiefgang.

    Die Abstimmfrequenz des Rohres ist vom Gehäusevolumen hinter dem Chassis, der

    Rohrlänge und dessen Querschnitt anhängig. => Bei mehreren Rohren geht in die

    Berechnung der Gesamtinnenquerschnitt ein. Je kleiner das Volumen und je größer der

    Querschnitt, desto länger muss das Rohr werden.

    Als ungefährer Richtwert gilt meist: (Arohr Innenquerschnitt des Reflexrohrs in cm², V in l)

    Vbox =

    2,87

    15*Vas*Qtc lrohr= fs

    Arohr

    *Vbox

    *Qts 939* 168

    2

    1,8

    - Arohr 0,88* [21]

    Weiterhin ist darauf zu achten, dass das Reflexrohr keinen zu kleinen oder zu großen

    Querschnitt besitzen darf und nicht zu kurz oder zu lang ist. Der Minimale Querschnitt des

    Rohres darf ein Zehntel des Membrandurchmessers auf keinen Fall unterschreiten, ein guter

    Kompromiss ist etwa ein Fünftel des Membrandurchmessers. Also bei einem 30 cm Korb,

    der etwa eine 25 cm-Membran hat, sind ein 8 cm Rohr das absolute Minimum, besser mit

    etwas Reserve ist hier Minimum 10 cm (1/5 der Fläche wären 11,2 cm).

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 12 von 36

    4.1.3 Bandpasssysteme

    Geschlossene Bandpässe kombinieren das geschlossene und das Bassreflexsystem. Der

    Vorteil ist, dass man auch eine obere Grenzfrequenz hat und so einen zusätzlichen

    Tiefpassfilter einsparen kann, weshalb das System meist Verwendung in Car-Subwoofern

    findet.

    Bild 4.3

    Wie in Bild 4.3 zu sehen, benutzen geschlossene Bandpässe ein geschlossenes und ein

    Bassreflex-Volumen. Der gesamte Schalldruck kommt ausschließlich durch das Reflexrohr,

    der meist als entsprechend querschnittstarker Tunnel ausgeführt wird. Er muss mindestens

    so groß sein wie beim Bassreflexsystem, damit keine Strömungsgeräusche entstehen. Zu

    groß ist aber auch schlecht, da höherfrequente Töne (Mitten) mit nach außen dringen

    könnten.

    Neben geschlossenen Bandpässen gibt es andere Systeme, wie mehrfach ventilierte

    Bandpässe, die mehrere Kammern und diverse Rohre oder Tunnel besitzen. Bedeutende

    Klang-Vorteile gegenüber den einfachen Systemen gibt es jedoch nicht.

    Bei Bandpässen gelten jedoch die gleichen Beziehungen wie bei geschlossenen und

    Bassreflex-Systemen. Je tiefer die untere Grenzfrequenz, desto größer muss das Volumen

    sein. Die Abstimmung ist aber insgesamt etwas schwieriger, da auch die Resonanzfrequenz

    die Welligkeit beeinflusst. Das geschlossene Volumen Vg beeinflusst die Einbaugüte, die

    Reflexabstimmung die Breite und Welligkeit. Das heißt, dass man große Volumen benötigt,

    will man einen Bandpass „gut“ abstimmen. Das geschlossene Volumen ist genauso groß wie

    beim Einbau in eine normale geschlossene Box. mit gleicher Güte. Das heißt, ein Bandpass-Subwoofer

    benötigt insgesamt mehr Volumen als vergleichbares geschlossenes oder

    Bassreflex-System mit gleicher Güte und Welligkeit. Da sich so etwas schwierig verkaufen

    lässt, (z.B. 200 l Gehäuse bei 38ern), werden im Consumer-Bereich nicht so tiefe, aber

    unpräzise Abstimmungen (z.B. Qtc >= 1) gewählt, die jedoch meiner Meinung nach mit

    Car-HiFi wenig zu tun haben. Vorteil neben dem kleineren Gehäuse ist der

    Wirkungsgradgewinn von einigen Dezibel. Vor allem bei Bandpässen lassen sich Push-Pull-Systeme

    (Isobarik-Prinzip) gut aufbauen, der Vorteil ist eine Volumenverkleinerung. Dabei

    werden mehrere Chassis akustisch hintereinander geschaltet.

    Bild 4.4

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 13 von 36

    Mit jeder Verdoppelung der Chassis-Anzahl halbiert sich das Volumen. Man kann also alle

    Berechnungen für 2 Chassis mit halbem Vas durchführen. Dadurch sinkt jedoch der

    Wirkungsgrad um 3 dB, da man die doppelte Leistung (2 Chassis) braucht, aber nur eine

    Membranfläche verwendet. Damit es optimal funktioniert, sollte das Volumen zwischen

    beiden Chassis so gering wie möglich sein. Deshalb schraubt man im allgemeinen die

    beiden Tieftontreiber frontal aufeinander, wie in Bild 4.4 zu sehen. Dann muss noch ein

    Lautsprecher verpolt angeschlossen werden, damit bei einer positiven Halbwelle auch beide

    Membranen in die gleiche Richtung schwingen. Da die Chassis-Rückseite aber klanglich

    alles andere als optimal ist, darf man dieses System nur im Bass-Bereich (< 200 Hz) z.B. bei

    Subwoofern einsetzen.

    Ein Bandpass hat eine Mittenfrequenz und eine Bandbreite, je schmaler das Band sein soll

    (Siehe S= 0,7 in Bild 4.5), desto geringer lassen sich die Welligkeiten halten.

    Bild 4.5 [24]

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 14 von 36

    4.2 Free-Air-Systeme

    Sogenannte Free-Air-Systeme in Autos nutzen ein großes Volumen, den Kofferraum.

    Deshalb kann die notwendige Güte Qts auch zwischen 0,6 und 0,7 sein. Free-Air-Betrieb

    bedeutet, dass der Lautsprecher durch seine hohe Gesamtgüte für geschlossene Gehäuse mit

    sehr großen Volumen gedacht ist. Deshalb benutzt man kein zusätzliches Volumen, sondern

    verwendet den Kofferraum, der im allgemeinen einige hundert Liter groß ist. Da dieses

    System nicht richtig dicht abgestimmt werden kann, ist die Qualität oft schlechter. Free-Air-Chassis

    sind klanglich meist nicht optimal und stören meiner Meinung nach auch den

    Innenraum. Die Wahrscheinlichkeit ist auch geringer, dass das Auto aufgebrochen wird,

    wenn der Innenraum einfach „biederer“ aussieht. Wenn man die Ablage hinten und auch das

    Doorboard mit Akustikbespannstoff bezieht, sieht man fast gar nichts, was das Risiko

    wieder reduziert. Jedoch muss man schon beim Kauf aufpassen. Wenn man sich die Qts-Werte

    der Lautsprecher ansieht, die als Free-Air verkauft werden: Teilweise Werte über 1,0!

    Das kann nicht gut klingen, nur dröhnen!

    Das Free-Air-Prinzip erlaubt aber die Möglichkeit, den großen Kofferraum nicht zu

    verlieren, wenn man etwas transportieren möchte, und trotzdem tiefe Bässe zu erzeugen.

    Vorausgesetzt jedoch, man verwendet das richtige Chassis zum passendem Kofferraum.

    Abhängig vom Volumen des Kofferraums (so auch Gepäck-Größe) verändert sich der

    Tiefgang und die Präzision.

    Aufpassen muss man trotzdem bei der Ablage, damit sich die Lautsprecherchassis nicht zu

    Geschossen entwickeln, falls es zum Unfall kommt.

    Nur geeignete Subwoofer einsetzen, das heißt z.B. keine Free-Air-Chassis in einer Kiste

    oder umgekehrt. Also auch nur Chassis kaufen, wo die TSPs bekannt sind.

    Bei kleinem Kofferraum ist es möglich und auch sinnvoll, vorn ein 3-Wege-System (z.B.

    mit 20 oder gar 25 cm Tieftöner) einzubauen und den Sub wegzulassen, das ist dann allemal

    sinnvoller als einer Mini-Rolle irgendwo.

    Große Subwoofer also z.B. 38er (15 “), 46er (18 “) oder noch größere Show-Exemplare

    haben eine schwere Membran, die gar nicht so schnell folgen kann. Von Impulsivität kann

    meist keine Rede mehr sein, so dass der Bass schwammig wird. Ich würde im Auto maximal

    30 cm Subs empfehlen.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 8 von 36

    Der Impedanzverlauf (Wechselspannungswiderstand) eines Lautsprechers sieht in Freiluft

    etwa so aus: (fs=30Hz, Qts = 0,40)

    Bild 4.1

    Es gibt verschiedene Arten von Subwoofern, die nun im einzelnen vorgestellt werden.

    4.1 Gehäusesubwoofer

    Im allgemeinen ist das die klanglich beste Lösung. Eine zusätzliche Kiste oder Rolle wurde

    mit der Bauform und dem Volumen genau auf den Einzellautsprecher abgestimmt. Oft

    verwendet man Bandpässe, besser sind jedoch meist Bassreflexgehäuse oder geschlossene

    Boxen. Aber das Prinzip allein sagt nichts über die Eigenschaften aus, da man jedes

    individuell abstimmen kann. Industriell hergestellte Bandpässe werden oft unpräzise

    abgestimmt, um kleine Volumen zu ermöglichen.

    Physikalische Faustregel: Je größer der Wirkungsgrad des Chassis (Schalldruck SPL) und je

    tiefer es gehen soll, desto mehr Volumen ist bei präziser Abstimmung (niedrige Güte) nötig.

    Ausführliche Beschreibungen und Tipps dazu sind auf meiner Lautsprecher-Gehäuse-Seite

    im Internet.

    Geschlossenen Kisten sind meist, richtige Abstimmung vorausgesetzt, den anderen in

    Sachen Präzision überlegen, reichen dafür aber nicht so tief hinab in den „Frequenzkeller“

    wie z.B. Bassreflexboxen.

    Bei offenen Lautsprechern sind die Vorder- und Rückseite der Membran nur durch eine

    Schallwand getrennt. Je größer die Ausdehnung, desto niedriger ist die untere

    Grenzfrequenz. Ab einer bestimmten Wellenlänge kommt es zum Druckausgleich, es gibt

    einen akustischen Kurzschluss. Deshalb kommen die Speaker in ein Gehäuse.

    Man kann aber nicht jedes Chassis in jedes Gehäuse stecken, eine Möglichkeit ungefähr zu

    erkennen, was sinnvoll ist, nutzt man z.B. den Quotient X = Qts

    fs als Richtwert.

    · X sollte etwa 50 (zwischen 40 und 80) sein für geschlossene Systeme

    · X etwa 60 (50...100) für geschlossene Bandpässe

    · X etwa 100 (80...120) für Bassreflex-Systeme (BR)

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 9 von 36

    Neben der Möglichkeit eine „Holzkiste“ in den Kofferraum zu stellen, ist es bei vielen

    Autos möglich, den Subwoofers in ein Gehäuse zu setzen, das an die Reserveradmulde vom

    Fahrzeug angepasst ist. Allerdings wird es meist bei Chassis mit Durchmesser von mehr als

    25 ... 30 cm problematisch, da das Volumen hinter dem Lautsprecher im Vergleich zum Vas

    relativ klein ist.

    Obwohl es theoretisch auch denkbar ist, Bassreflexsysteme so zu integrieren, wird es fast

    ausschließlich mit geschlossenen Systemen gemacht.

    Hier sind Chassis mit niedriger Resonanzfrequenz (fs < 30 Hz), niedrigem

    Äquivalentvolumen und einer Güte Qts um 0,4 von Vorteil, diese haben jedoch ein etwas

    niedrigeren Wirkungsgrad. Auf keinen Fall dürfen Free-Air-Chassis mit höheren Güten,

    größeren Äquivalentvolumen und etwas höheren Resonanzfrequenzen (fs > 40 Hz)

    verwendet werden, da diese durch das zu kleine Volumen sofort dröhnen würden, Auch

    erlauben sie durch die höheren Resonanzfrequenzen keine tiefen Bässe. Problem hier ist

    meist, die ganze Konstruktion richtig dicht zu kriegen.

    Um das Volumen in der Reserveradmulde wirklich voll nutzen zu können, muss natürlich

    das Rad raus. Damit man bei Reifeschäden nicht komplett liegen bleibt, helfen spezielle

    Reparatur-Kits. Seit geraumer Zeit gibt es auch spezielle Räder, die dank der Reifen- oder

    Felgenkonstruktion Notlaufeigenschaften haben. Diese können auch mit defektem Reifen

    bis zur nächsten Werkstatt gefahren werden.

    4.1.1 Geschlossene Gehäuse

    Durch ein Gehäuse wird der akustische Kurzschluss vermieden, jedoch verändert der

    Lautsprecher sein elektrisches und akustisches Verhalten, abhängig von seinem Aufbau und

    dem Innenvolumen.

    Sperrt man ein Chassis in ein Gehäuse, erhöht sich die Resonanzfrequenz des Chassis fc und

    leider auch die Einbaugüte Qtc. Je kleiner das Volumen, desto höher die Güte. Wird die

    Güte zu hoch, tritt ab etwa 0,7 im Frequenzgang eine Überhöhung auf, das System wird

    zunehmend unpräziser. Das heißt also, dass der Qts-Wert bei geschlossenen Gehäusen

    immer weit unter 0,7 sein muss, in der Praxis ist er dafür meist zwischen 0,4 und 0,6. Wie

    groß das Volumen nun sein muss, darüber gibt (berechnen oder simulieren) das

    Äquivalentvolumen Vas Auskunft.

    Bild 4.2 aus [21]

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 10 von 36

    Um komplizierte Berechnungen zu sparen, sollte man es einfach mit Computerprogrammen

    simulieren lassen. Das geht z.B. mit BassCAD, das ist downloadbar auf meiner Internet-Seite.

    Mit dem Einbau steigt auch die Resonanzfrequenz, also steigt auch die minimal

    mögliche untere Grenzfrequenz. Das heißt, dass immer weniger Tiefbass wiedergegeben

    wird. Also wird selbst bei einem Lautsprecher mit einer niedrigen Resonanzfrequenz von

    25Hz und einer Güte Qts = 0,35 nur eine untere Grenzfrequenz von ca. 50 Hz (unabhängig

    von der Einbaugüte Qtc) erreicht. Erst z.B. durch ein Bassreflexsystem sind unter 30 Hz

    drin.

    Der Zusammenhang zwischen angestrebter Einbaugüte Qtc, und den TS-Parametern zeigt

    die linke Formel. Die sich dabei ergebene neue Einbauresonanzfrequenz fc (nicht

    gleichzusetzen mit unterer Grenzfrequenz!) kann dann mit der rechten Formel errechnet

    werden. Nur bei Qtc=0,707 ist die untere Grenzfrequenz fgu gleich der Resonanzfrequenz fc.

    Grundformeln:

    Einbaugüte Qtc = 1 + × Vbox

    Vas Qts ; Einbauresonanzfrequenz fc = Qts

    Qtc fs ×

    Wie groß muss die angestrebte Einbaugüte Qtc aber sein?

    Typische Abstimmungen sind folgende Werte:

    · Qtc < 0,5 (überdämpftes System) zu wenig Tieftondruck, Präzision hervorragend,

    aber nicht besser als bei einer Linkwitz-Abstimmung

    · Qtc = 0,5 (Linkwitz- oder Riley-Abstimmung) Präzision hervorragend, Pegel bei der

    Einbauresonanz fc –6 dB

    · Qtc = 0,577 (Bessel-Abstimmung) sehr gute Präzision, Pegel bei fc ist –4,8 dB

    · Qtc = 0,707 (Butterworth-Abstimmung), noch gute Präzision, Pegel bei fc (ist hier

    auch untere Grenzfrequenz) –3 dB, ist der meistverwendete Kompromiss

    · Qtc > 0,707 (Chebycheff-Abstimmung), schlechte Präzision, Pegel ist (Qtc = 1) bei

    fc 0 dB, deshalb Überschwingen, höherer Schalldruckpegel

    Hier sind noch einige weitere Hinweise zur Einbaugüte Qtc: Sie sollte je nach Geschmack

    zwischen 0,5 und 0,8 liegen. Je tiefer sie ist, desto präziser ist die Wiedergabe des

    Lautsprechers. Die Fans geschlossener Gehäuse wählen oft große Volumina und erreichen

    so extrem präzise aber leider nicht so tiefe voluminöse, füllige Bassschläge durch die

    niedrige Einbaugüte. Warum bei größeren Güten die Präzision schlecht wird? Das mag zwar

    manchem nicht einleuchten, wer sich aber die Impuls- oder Sprungantwort in dem Volumen

    anschaut, wird es verstehen. Präzision / Impulsivität ist die Eigenschaft, möglichst schnell

    auf eine Änderung des Signals zu reagieren und dabei wenig Abweichungen ohne großes

    Nachschwingen zu erreichen.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 11 von 36

    4.1.2 Bassreflexsysteme

    Bei Bassreflexsystemen benutzt man im Unterschied zu den geschlossenen Gehäusen eine

    zusätzliche Resonanz nach dem Prinzip des Helmholtz-Resonators, um den Frequenzgang

    nach unten hin zu erweitern. Die Druck-Energie, die bei geschlossenen Gehäusen in Wärme

    umgewandelt wird, erzeugt durch das Reflexrohr eine zusätzliche Schalldruckquelle. Jedoch

    erzeugt auch ein BR-System keinen höheren Pegel als ein geschl. System, der Frequenzgang

    wird nach unten erweitert, dort geht die Energie hin.

    Der Qts-Wert sollte für Bassreflexsysteme zwischen 0,25 und 0,4 sein. Das liegt daran, dass

    man die gewünschte Einbaugüte wesentlich geringer wählen muss als bei geschlossenen

    Systemen, je nach Abstimmung zwischen 0,3 und 0,5. Je größer das Gehäuse, desto kleiner

    ist die mögliche gewünschte zusätzliche Resonanzfrequenz (Tuningfrequenz) und umso

    tiefer liegt auch die mögliche untere Grenzfrequenz. Aber dabei wird der Bass immer

    unpräziser. Das bedeutet auch eine größer werdende Welligkeit, sobald die Tuningfrequenz

    (Abstimmfrequenz des Rohres) kleiner als die Freiluftresonanzfrequenz fs wird. So sollte

    das Volumen nicht größer als das Äquivalentvolumen des Chassis sein, will man präzisen

    Bass und keine große Welligkeit.

    So entstehen bei einer Bassreflexabstimmung zwei Resonanzfrequenzen, eine vom Chassis

    im Gehäuse und eine tiefere vom Rohr. Bei passiven Frequenzweichen muss die obere

    „linearisiert“ werden, die untere lässt man meist stehen, dies erweitert den Frequenzbereich

    noch einmal ein wenig. Im allgemeinen sind passive Weichen für Subwoofersysteme aber

    wegen des großen Aufwands un der spezifischen Abstimmung für jedes Chassis nicht

    besonders empfehlenswert.

    Mit höherer Gesamtgüte (z.B. Qts > 0,38) wird das Volumen meist sehr groß, da die

    Dämpfung der Resonanzfrequenz zu gering ist. Ist die Güte jedoch zu niedrig (Qts < 0,30)

    fehlt der Tiefgang.

    Die Abstimmfrequenz des Rohres ist vom Gehäusevolumen hinter dem Chassis, der

    Rohrlänge und dessen Querschnitt anhängig. => Bei mehreren Rohren geht in die

    Berechnung der Gesamtinnenquerschnitt ein. Je kleiner das Volumen und je größer der

    Querschnitt, desto länger muss das Rohr werden.

    Als ungefährer Richtwert gilt meist: (Arohr Innenquerschnitt des Reflexrohrs in cm², V in l)

    Vbox =

    2,87

    15*Vas*Qtc lrohr= fs

    Arohr

    *Vbox

    *Qts 939* 168

    2

    1,8

    - Arohr 0,88* [21]

    Weiterhin ist darauf zu achten, dass das Reflexrohr keinen zu kleinen oder zu großen

    Querschnitt besitzen darf und nicht zu kurz oder zu lang ist. Der Minimale Querschnitt des

    Rohres darf ein Zehntel des Membrandurchmessers auf keinen Fall unterschreiten, ein guter

    Kompromiss ist etwa ein Fünftel des Membrandurchmessers. Also bei einem 30 cm Korb,

    der etwa eine 25 cm-Membran hat, sind ein 8 cm Rohr das absolute Minimum, besser mit

    etwas Reserve ist hier Minimum 10 cm (1/5 der Fläche wären 11,2 cm).

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 12 von 36

    4.1.3 Bandpasssysteme

    Geschlossene Bandpässe kombinieren das geschlossene und das Bassreflexsystem. Der

    Vorteil ist, dass man auch eine obere Grenzfrequenz hat und so einen zusätzlichen

    Tiefpassfilter einsparen kann, weshalb das System meist Verwendung in Car-Subwoofern

    findet.

    Bild 4.3

    Wie in Bild 4.3 zu sehen, benutzen geschlossene Bandpässe ein geschlossenes und ein

    Bassreflex-Volumen. Der gesamte Schalldruck kommt ausschließlich durch das Reflexrohr,

    der meist als entsprechend querschnittstarker Tunnel ausgeführt wird. Er muss mindestens

    so groß sein wie beim Bassreflexsystem, damit keine Strömungsgeräusche entstehen. Zu

    groß ist aber auch schlecht, da höherfrequente Töne (Mitten) mit nach außen dringen

    könnten.

    Neben geschlossenen Bandpässen gibt es andere Systeme, wie mehrfach ventilierte

    Bandpässe, die mehrere Kammern und diverse Rohre oder Tunnel besitzen. Bedeutende

    Klang-Vorteile gegenüber den einfachen Systemen gibt es jedoch nicht.

    Bei Bandpässen gelten jedoch die gleichen Beziehungen wie bei geschlossenen und

    Bassreflex-Systemen. Je tiefer die untere Grenzfrequenz, desto größer muss das Volumen

    sein. Die Abstimmung ist aber insgesamt etwas schwieriger, da auch die Resonanzfrequenz

    die Welligkeit beeinflusst. Das geschlossene Volumen Vg beeinflusst die Einbaugüte, die

    Reflexabstimmung die Breite und Welligkeit. Das heißt, dass man große Volumen benötigt,

    will man einen Bandpass „gut“ abstimmen. Das geschlossene Volumen ist genauso groß wie

    beim Einbau in eine normale geschlossene Box. mit gleicher Güte. Das heißt, ein Bandpass-Subwoofer

    benötigt insgesamt mehr Volumen als vergleichbares geschlossenes oder

    Bassreflex-System mit gleicher Güte und Welligkeit. Da sich so etwas schwierig verkaufen

    lässt, (z.B. 200 l Gehäuse bei 38ern), werden im Consumer-Bereich nicht so tiefe, aber

    unpräzise Abstimmungen (z.B. Qtc >= 1) gewählt, die jedoch meiner Meinung nach mit

    Car-HiFi wenig zu tun haben. Vorteil neben dem kleineren Gehäuse ist der

    Wirkungsgradgewinn von einigen Dezibel. Vor allem bei Bandpässen lassen sich Push-Pull-Systeme

    (Isobarik-Prinzip) gut aufbauen, der Vorteil ist eine Volumenverkleinerung. Dabei

    werden mehrere Chassis akustisch hintereinander geschaltet.

    Bild 4.4

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 13 von 36

    Mit jeder Verdoppelung der Chassis-Anzahl halbiert sich das Volumen. Man kann also alle

    Berechnungen für 2 Chassis mit halbem Vas durchführen. Dadurch sinkt jedoch der

    Wirkungsgrad um 3 dB, da man die doppelte Leistung (2 Chassis) braucht, aber nur eine

    Membranfläche verwendet. Damit es optimal funktioniert, sollte das Volumen zwischen

    beiden Chassis so gering wie möglich sein. Deshalb schraubt man im allgemeinen die

    beiden Tieftontreiber frontal aufeinander, wie in Bild 4.4 zu sehen. Dann muss noch ein

    Lautsprecher verpolt angeschlossen werden, damit bei einer positiven Halbwelle auch beide

    Membranen in die gleiche Richtung schwingen. Da die Chassis-Rückseite aber klanglich

    alles andere als optimal ist, darf man dieses System nur im Bass-Bereich (< 200 Hz) z.B. bei

    Subwoofern einsetzen.

    Ein Bandpass hat eine Mittenfrequenz und eine Bandbreite, je schmaler das Band sein soll

    (Siehe S= 0,7 in Bild 4.5), desto geringer lassen sich die Welligkeiten halten.

    Bild 4.5 [24]

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 14 von 36

    4.2 Free-Air-Systeme

    Sogenannte Free-Air-Systeme in Autos nutzen ein großes Volumen, den Kofferraum.

    Deshalb kann die notwendige Güte Qts auch zwischen 0,6 und 0,7 sein. Free-Air-Betrieb

    bedeutet, dass der Lautsprecher durch seine hohe Gesamtgüte für geschlossene Gehäuse mit

    sehr großen Volumen gedacht ist. Deshalb benutzt man kein zusätzliches Volumen, sondern

    verwendet den Kofferraum, der im allgemeinen einige hundert Liter groß ist. Da dieses

    System nicht richtig dicht abgestimmt werden kann, ist die Qualität oft schlechter. Free-Air-Chassis

    sind klanglich meist nicht optimal und stören meiner Meinung nach auch den

    Innenraum. Die Wahrscheinlichkeit ist auch geringer, dass das Auto aufgebrochen wird,

    wenn der Innenraum einfach „biederer“ aussieht. Wenn man die Ablage hinten und auch das

    Doorboard mit Akustikbespannstoff bezieht, sieht man fast gar nichts, was das Risiko

    wieder reduziert. Jedoch muss man schon beim Kauf aufpassen. Wenn man sich die Qts-Werte

    der Lautsprecher ansieht, die als Free-Air verkauft werden: Teilweise Werte über 1,0!

    Das kann nicht gut klingen, nur dröhnen!

    Das Free-Air-Prinzip erlaubt aber die Möglichkeit, den großen Kofferraum nicht zu

    verlieren, wenn man etwas transportieren möchte, und trotzdem tiefe Bässe zu erzeugen.

    Vorausgesetzt jedoch, man verwendet das richtige Chassis zum passendem Kofferraum.

    Abhängig vom Volumen des Kofferraums (so auch Gepäck-Größe) verändert sich der

    Tiefgang und die Präzision.

    Aufpassen muss man trotzdem bei der Ablage, damit sich die Lautsprecherchassis nicht zu

    Geschossen entwickeln, falls es zum Unfall kommt.

    Nur geeignete Subwoofer einsetzen, das heißt z.B. keine Free-Air-Chassis in einer Kiste

    oder umgekehrt. Also auch nur Chassis kaufen, wo die TSPs bekannt sind.

    Bei kleinem Kofferraum ist es möglich und auch sinnvoll, vorn ein 3-Wege-System (z.B.

    mit 20 oder gar 25 cm Tieftöner) einzubauen und den Sub wegzulassen, das ist dann allemal

    sinnvoller als einer Mini-Rolle irgendwo.

    Große Subwoofer also z.B. 38er (15 “), 46er (18 “) oder noch größere Show-Exemplare

    haben eine schwere Membran, die gar nicht so schnell folgen kann. Von Impulsivität kann

    meist keine Rede mehr sein, so dass der Bass schwammig wird. Ich würde im Auto maximal

    30 cm Subs empfehlen.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 22 von 36

    5.4 Endstufentypen

    Endstufen sorgen dafür, das die entsprechende Wechselspannung (Töne) mit hoher

    Spannung (10...60 V) zur Verfügung stehen, auch wenn eine Last von nur wenigen Ohm

    daran hängt und so große Ströme fließen. Gesteuert werden diese über Transistoren.

    Während früher hauptsächlich bipolare Typen zum Einsatz kamen, werden nun immer mehr

    Feldeffekt-Typen eingesetzt. Diese besitzen zahlreiche Vorteile, aber auch Nachteile. Da

    Transistoren keine ideale, lineare Kennlinie haben, hängt die Wiedergabequalität auch von

    der Dimensionierung ab. Die Class (Klasse) gibt an, in welchem Arbeitspunkt man die

    Endtransistoren betreibt, jeder hat Vor- und Nachteile.

    · Class-A-Endstufen liegen genau in der Mitte der Betriebsspannung, was eine

    hervorragende Linearität, aber eben einen sehr schlechten Wirkungsgrad (unter 6%)

    bedeutet. Große Leistungen (> 100 W) sind damit praktisch nicht erreichbar, da sich die

    dabei entstehende Wärme nicht mehr über Kühlkörper abführen lässt. Die

    Stromaufnahme hängt hier nicht von der Aussteuerung ab, es fließt immer der gleiche

    Strom durch die Endtöpfe.

    · Class-B lassen sich sehr hoch aussteuern und haben einen hohen (bis 78,5 %)

    Wirkungsgrad, jedoch gibt es starke Nichtlinearitäten bei Nulldurchgängen und

    Kleinsignalen. Das ergibt einen hohen Klirrfaktor.

    · Der übliche Kompromiss sind sogenannte AB-Endstufen, deren Arbeitspunkt schwebend

    dazwischenliegt und diese Verzerrungen reduziert. Eine AB-Endstufe hat bei etwas 2/3

    der Vollaussteuerung die maximale Leistungsaufnahme. Der maximale Wirkunsgrad

    liegt wie bei den Class-B ebenfalls bei 78,5 %.

    · Class-C (noch höherer Arb.-Punkt) werden üblicherweise nur im HF-Bereich eingesetzt.

    · Class-D erlaubt eine quasi digitale (entweder voll auf oder voll zu) Ansteuerung, das

    heißt, die Signale werden moduliert und anschließend geglättet, also am Ende die hohe

    Schaltfrequenz (HF) herausgefiltert. Leider besitzen diese Endstufen dadurch eine

    schlechte Klangqualität. Class-D werden deshalb selten und nur bei großen

    Ausgangsleistungen für den Bass verwendet. Möglich sind so Wirkungsgrade von

    teilweise über 90 %. Ein Nachteil ist jedoch der nachgeschaltete passive 20 kHz-Tiefpass.

    Das LC-Filter erhöht den Innenwiderstand.

    · Neuere sogenannte Class-T-Endstufen (T steht für den Hersteller Tripath) haben

    ebenfalls den hohen Wirkungsgrad einer Class-D, bieten jedoch durch zusätzliche

    digitale Regelung und DSP-Überrechnung eine wesentlich bessere Klangqualität, die

    fast auf A/B-Niveau liegt. Im Car-HiFi-Bereich werden solche mit Tripath-Chips

    gesteuerten Amps im allgemeinen als Class X bezeichnet.

    Neben Ausgangsleistung und Frequenzgang gibt es den Dämpfungsfaktor als

    Qualitätsmerkmal. Steuert eine Endstufe eine Last, gibt es durch das Steuerglied, die

    Endtransistoren und weitere Widerstände unweigerlich Verluste. Das begrenzt den Strom

    und behindert so die schnelle Reaktion des Ausgangs auf ein Eingangssignal. Werden diese

    Verlustwiderstände größer, fällt es der Endstufe immer schwerer, den Lautsprecher zu

    kontrollieren, die Einbaugüte Qtc des Lautsprechers steigt, die Präzision und die

    Impulsivität verschlechtern sich. Der Dämpfungsfaktor gibt das Verhältnis zwischen

    Innenwiderstand der Endstufe und externer Last an. Ein Dämpfungsfaktor von 400 bei

    einem 4 Ohm-Lautsprecher entsprechen somit einem Innenwiderstand Ri=10m =0,01 .

    Um den Innenwiderstand zu senken, bleiben nur bessere MOSFETs als Ausgangstreiber zu

    verwenden und viele von ihnen parallel zu schalten. Ein hoher Dämpfungsfaktor ist so ein

    Indiz für guten Klang, aber die Angabe allein reicht zur Qualitätsbewertung leider nicht aus.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 23 von 36

    5.5 Impedanz

    Auf die Impedanz der angeschlossenen Lautsprecher muss geachtet werden, da sie nicht

    unter die fallen darf, die als Minimum vom Verstärker gefordert wird. Im Car-HiFi-Bereich

    sind externe Endstufen meist 2- -stabil, also können alle Lautsprecher mit 2 oder mehr

    angeschlossen werden. Beim Home-HiFi gilt allgemein 4 als Minimum. Bei kleineren

    Werten wird es kritisch, wenn mehr als Teil-Last „gefahren“ wird, also bei größeren

    Lautstärken. Dadurch wird der Strom durch die Endstufentransistoren zu groß, so dass die

    dabei schnell zerstört werden können, wenn keine Schutzschaltungen gegen Überstrom und

    Übertemperatur vorhanden sind.

    Größere Impedanzen schaden nicht, im Gegenteil, die Endstufe wird nicht so stark belastet,

    was Spannungsschwankungen des Netzteils geringer hält. Je größer jedoch dieser

    Scheinwiderstand, desto kleiner wird aber die abgegebene Leistung! Hat ein Verstärker eine

    Sinusleistung von 100 W an 4 , könnte er theoretisch nur noch die Hälfte an einen 8 -Lautsprecher

    abgeben, praktisch liegt die Ausgangsleistung durch das entlastete Netzteil und

    kleinere Verluste meist bei etwa 60...70 W. Auch 4 und 1- -stabile Endstufen existieren,

    also auf die Kennzeichnung achten! Besonders Autoradio-Endstufen sind im allgemeinen

    nur 4- -stabil.

    Eine Besonderheit gibt es beim Brücken von Endstufen zu beachten: Dieses „In-Reihe-Schalten“

    der Endstufenausgänge ermöglicht das Verdoppeln der Ausgangsspannung, was

    bei gleicher Lautsprecherimpedanz eine Leistungs-Vervierfachung bewirkt. Dadurch

    verdoppelt sich jedoch der Strom! Da durch den höheren Strom auch die Verluste steigen,

    erhöht sich durch die Leistung meist aber immer noch auf 200 ... 300 %.

    In der Praxis heißt das, dass auch an eine gebrückte 2- -stabile Stereo-Endstufe nur

    ein Lautsprecher mit mind. 4 angeschlossen werden darf, da sonst der Strom zu

    groß wird. Das ist auch bei Trimode-Betrieb zu beachten, wenn jeweils zwei 4 -Systeme

    und ein Subwoofer an einer Stereo-Endstufe betrieben werden sollen.

    Weiteres Brücken, also in-Reihe-Schalten weiterer Endstufenkanäle, z.B. bei einer 1 -stabilen

    4-Kanal-Endstufe, funktioniert in der Regel (99,9 % aller Endstufen) nicht! Grund

    dafür sind die gleichen Potentiale der Stromversorgung beim Netzteil. Denn auch 4, 5 oder

    6-Kanal-Endstufen verfügen im allgemeinen nur über 2 „Netzteile“.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 24 von 36

    6. Störungen

    Davon bleiben viele im Car-HiFi-Bereich leider nicht verschont: Brummen, Rauschen,

    Knacksen, Surren, das alles ist möglich, aber unerwünscht! Am häufigsten ist dabei das

    drehzahlabhängige Surren bei leisen Lautstärken.

    Leider haben Störungen mehrere Ursachen. Es entsteht durch die Zündanlage des Motors,

    durch eine unsaubere Spannungsversorgung der Lichtmaschine. Aber auch alle anderen

    Verbraucher und elektrischen Teile können Störungen verursachen. Über mehrere Wege

    kann es sich ins Tonsignal einschleichen.

    Ursachen:

    1. Aufgrund der Differenzspannungen in der Fahrzeugmasse gibt es Probleme mit

    Masseschleifen (90 % aller Fälle)

    2. Einstreuung der Fahrzeugmasse auf das Cinch-Kabel durch kapazitive und

    induktive Kopplung

    3. Störungen direkt über die Stromversorgung

    4. Elektromagnetische Leitungs- und Strahlungskopplung.

    Hier kann man (wie überall bei der Störungsbeseitigung im Auto) oft nur probieren.

    Man erkennt Ursache Nr. 3 leicht daran, dass die Endstufe auch ohne Cinch-Anschluss die

    Störungen bei laufenden Motor von sich gibt. Zur Beseitigung hilft dann meist nur ein Filter

    mit Unterstützung weiterer Elkos in der Stromversorgung oder einfach eine andere Endstufe,

    die mit dem schlechten Bordnetz besser umgehen kann.

    Für die erste Ursache gilt: EINE gemeinsame Masse, das bedeutet meist zwei

    Stromversorgungskabel für Plus und Minus getrennt von der Batterie zum Verstärker legen.

    Dann ist die Endstufe isoliert von der Fahrzeugmasse zu befestigen. Werden beide

    Leitungen noch verdrillt, reduzieren sich Einstreuungen z.B. von der Fahrzeugmasse und

    Spannungsschwankungen (bessere Kapazitäts- und Induktivitätswerte) nochmals.

    Im NF-Bereich wählt man immer einen zentralen Massepunkt, von dem aus sternförmig alle

    Geräte angeschlossen werden. Hier gibt es viel Spielraum zum Probieren! Das allein reicht

    manchmal nicht, denn das Radio, was über die Endstufe(n) mit den Cinch-Kabeln

    verbunden ist, hängt direkt irgendwo anders an der Fahrzeugmasse. Also wäre auch das

    Autoradio idealerweise isoliert zu befestigen und die Masse nicht an den dafür vorgesehenen

    Anschluss aus dem Kabelbaum anzuschließen, sondern über ein querschnittstarkes Kabel

    mit dem gleichen Massepunkt der Endstufen oder Batterie selbst zu verbinden. Eine kleine

    Hilfe ist z.B. auch, dass man die Autoradioendstufen nicht benutzt und wenn möglich

    abschaltet, wenn man eine große Endstufe über die Cinch-Leitung daran hängen hat.

    Optimal ist immer eine minimale Spannungsdifferenz zwischen Endstufe und Radio.

    Das mit der Masse muss probiert werden, manchmal reduziert auch eine gute Masse-Verbindung

    von Kabeln und Karosserie die Störungen. Dann waren die Kabel sicher nicht

    dick genug.

    Gute Endstufen haben an den Cinch-Eingängen kein Massepotential, so wird das Surren

    ebenfalls reduziert.

    Ein Problem mit der Fahrzeugmasse bei neueren Autos sind auch die geklebten oder

    punktgeschweißten Karosserieteile, die nun mal keine guten elektrischen Verbindungen

    ermöglichen. Auch hat Eisen/Stahl einen etwa sieben mal höheren spezifischen Widerstand

    gegenüber Kupfer. Und so dick sind die Blechstärken nicht.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 25 von 36

    Um die Einstreuungen, die auf das Cinch-Kabel „einfallen“, wirksam zu reduzieren, hilft nur

    das richtige Cinch-Kabel. Am besten sind hier die Versionen mit 2 verdrillten Innenleitern

    (kein Koaxial-Aufbau) und mehrfacher Abschirmung. Oft steht der engl. Begriff double-shielded

    twisted-pair cable auf der Packung. Da das Störsignal direkt auf den Schirm

    einfällt, darf dieser kein Tonsignal transportieren. So ist der äußere Schirm am besten nur

    auf einer Seite des Cinch-Kabels mit der Masse zu verbinden (Antennenwirkung). Den

    Transport der Töne übernehmen ausschließlich die beiden Innenleiter. (Diese Verschaltung

    gilt nur für selbst gefertigte Kabel, bei vorkonfektionierten Kabeln bleibt alles, wie es ist.

    Weiterhin sorgen die verdrillten Innenleitungen dafür, dass sich eventuell einfallende

    Störungen gegenseitig auslöschen. Weiterhin sind große Pegel auf dem Cinch-Kabel von

    Vorteil, da sich so direkt das Signal-Geräusch-Verhältnis erhöht, üblich sind dafür schon

    Ausgangsspannungen vom Autoradio von 4...5V anstatt z.B. 100mV (+30dB!), die Endstufe

    muss damit aber umgehen können.

    Neben den Standard-Stereo-Kabeln, gibt es auch Modelle, die 4 oder 6 Kanäle per Cinch

    verbinden können.

    Weiterhin hilft auch ab und zu eine zusätzliche Endstörung der Zündanlage also

    abgeschirmte Zündstecker und Leitungen.

    Was sonst immer hilft: Symmetrische Verkabelung mit getrennter Masse. Warum man die

    symmetrische Verkabelung (im PA- und Studio-Bereich Standard) nicht generell im Auto

    benutzt, ist mir schleierhaft. Weiterhin wäre auch die Übermittlung per (potentialfreien)

    Lichtwellenleiter eine ideale Möglichkeit, Störungen so zu verhindern. Allerdings arbeiten

    LWL nur bei digitalem Signal quasi ideal. Hilft das alles nicht, muss man zwei

    (soundtechnisch nicht ideale) Trenntrafos oder ein Optokoppler-basierendes Trennsystem

    einsetzen.

    Auch kleine Modifikationen der Endstufe selbst halfen mir schon. Eine Reduzierung des

    Eingangswiderstandes schwächten die Störungen bei einem Einbau mit einer älteren

    Endstufe wirklich stark ab.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 26 von 36

    7. Installation in der Praxis

    Alle oben erwähnten Tatsachen sind Theorie, sie ist zwar nötig, aber einige Hindernisse

    erschweren oft die Umsetzung. Die Theorie sollte man nutzen, um die gesamte Anlage (auch

    in Schritten) zu planen, bevor man wild drauflos baut.

    Radioinstallation: Viele Fahrzeuge haben heute ISO-Buchsen vorgesehen, gibt es sie nicht,

    sind Adapter vom Fahrzeug-spezifischen auf ISO (2 Stecker mit je 8 Pins) nötig. Neue

    Radios haben entweder ISO on board oder es gibt einen Adapter auf ISO dazu. So kann alles

    problemlos verkabelt werden. Auf die korrekte Verbindung von Schalt- und Dauerplus ist

    bei einigen Fahrzeugtypen (VW / Audi) zu achten. Wer zusätzliche Lautsprecherkabel

    verwenden will, kann diese Adapter dann auftrennen und über Lüsterklemmen verbinden.

    Oder noch besser, komplett neue Lautsprecherkabel verlegen. Um das Radio zu befestigen,

    ist, von Werksradios einmal abgesehen, oft ein zusätzlicher Metallrahmen nötig, der das

    Radio im Schacht hält. Es selbst wird nach dem Einschieben verriegelt und lässt sich (ohne

    Kratzer zu verursachen) nur mit den Original-Einschubblechen oder -Bügeln wieder

    entfernen, die bei jedem Radiohersteller anders aussehen. Anschlüsse für Remote-out (geht

    zu Endstufen und automatischer Antenne) und Telephone-muting (low-aktiver Eingang

    Open-collector) müssen oft abhängig vom System herausgeführt werden. Je nach Radiotyp

    (z.B. Grundig) sind teilweise weitere Adapter nötig, um die Vorverstärkerausgänge nutzen

    zu können. Hat jemand Probleme mit den runden DIN-Steckern bei älteren Radios oder

    Endstufen? Die Belegungen der verschiedenen Hersteller sind auf meiner Adapter-Seite im

    web.

    Bei den Frontlautsprechern empfiehlt sich die Türmontage. Je nach Typ muss hier

    individuell nach einer sinnvollen Lösung gesucht werden. Hier ist unbedingt vorher schon

    auf die Einbautiefe zu achten. Passen die gewünschten Lautsprecher nicht hinein und will

    man nicht selbst bauen, sind z.B. Doorboards für die meisten gängigen Fahrzeuge von

    speziellen Herstellern zu beziehen, z.B. Cartron, Jehnert, MB und Unitec. Im allgemeinen

    wird dazu einfach die Seitenverkleidung der Tür abgenommen.

    Vorsicht bei neueren Wagen mit Seiten-Airbags, diese sind absolut tabu!

    Wurden eventuelle Stecker z.B. in der Tür aufgetrennt, ist währenddessen auf keinen Fall

    der Schlüssel ins Zündschloss zu stecken. Teilweise ist die beste Lösung, die Batterie

    komplett abzutrennen, da sonst einige Steuergeräte an diversen Bussen Fehlermeldungen

    anzeigen könnten. Die Fehlerspeicher müssten erst in Fachwerkstätten gelöscht werden.

    Für Hecklautsprecher sind bei Limousinen oft schon passende Löcher im Blech ausgestanzt.

    Hier sind oft nur die Löcher für die Speaker in die Ablage zu schneiden. Bei Fließheck- und

    Kombi-Modellen müssen die gesamten Lautsprecher in der Ablage befestigt werden. Sind

    Lautsprecher für hinten noch nicht vorgesehen und soll keine externe Endstufe benutzt

    werden, müssen auch noch Lautsprecherkabel nach hinten gelegt werden.

    Kabelinstallation: Da manche Leute starke Hemmungen haben, das Auto zu „zerlegen“,

    folgen hier einige Tipps. Die Kabel passen bei den meisten Fahrzeugen am besten unter der

    Tür hindurch. Manchmal ist auch der Mitteltunnel eine gute Möglichkeit. Dazu muss man

    natürlich die Verkleidung (Teppich, Befestigung) lösen. So lassen sich auch mehrere dicke

    Kabel unsichtbar verstauen. Als Standard gilt bei den Stromkabeln: Rot ist Plus, Blau (oder

    Schwarz) ist Minus b.z.w. Masse. Die Stromversorgungskabel sollten generell auf der

    anderen Fahrzeugseite liegen als die Signalkabel (Cinch, Lautsprecher). Hier ist auch der

    kürzeste Weg von der Batterie zur Endstufe zu suchen. Je nach Fahrzeug kann die Batterie

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 27 von 36

    auch vorteilhaft im Kofferraum untergebracht sein. Meist ist sie jedoch vorn. Neuere

    Fahrzeuge haben oft Schutzmechanismen, um bei einem Unfall die Bordelektrik von der

    Batterie zu trennen. Die Versorgungsleitungen sind immer dahinter anzuschließen!

    Weiterhin ist auf gute Isolation dort zu achten.

    Die Verbindung zwischen Motorraum und Fahrgastzelle geschieht in der Regel durch ein

    dafür vorgesehenes Loch, das mit einer Gummiabdichtung versehen ist. Dadurch verlaufen

    auch Originalkabel, bei vielen Autos ist dazu eine Verkleidung am Kotflügel zu entfernen,

    so dass man an sie herankommt. Zur Sicherheit kann man ja in der Fachwerkstatt

    nachfragen. Die Bleche sollten nur im absoluten Notfall bei alten Autos durchbohrt werden.

    Danach ist das Metall gegen Rost zu schützen und eine Gummidichtung zu verwenden,

    damit das Kabel nicht durchscheuert und es keine „luftige“ Verbindung zum Motor gibt.

    Auch sonst sind die Kabel zu befestigen, damit sie sich möglichst wenig bewegen, also

    Zugentlastungen vorsehen.

    Das Kontaktieren an den Kabelenden erfolgt durch Crimpen mit Kabelschuhen und Hülsen,

    die für den jeweiligen Kabelquerschnitt vorgesehen sind. Lötverbindungen an Leitungen

    sind aber tabu. Denn das härtet das Kabel und bei Vibrationen sind Brüche möglich. Auch

    verliert Zinn bei höheren Temperaturen deutlich an Festigkeit.

    Werden Stromverteiler oder ähnliches verwendet, müssen diese zusätzliche Sicherungen

    enthalten, wenn sich der Kabelquerschnitt (z.B. 1x25qmm rein, 4x10qmm raus) auf kleinere

    Werte verringert, als vorne bei der Hauptsicherung hinter der Batterie abgesichert wurde.

    Sonst könnte diese Sicherung an der Fahrzeugbatterie nicht zeitig genug ansprechen.

    Wo man die Endstufe verbaut, ist sicher Geschmackssache, üblich ist dazu der Kofferraum.

    Typisch ist das Anschrauben an die Rücksitzbank. Auch unter der Heckablage, auf dem

    Boden des Kofferaums oder direkt an das Subwoofergehäuse geschraubt sind weitere

    Möglichkeiten. Als den größten Vorteil sehe ich dabei den erhöhten Diebstahlschutz. Auch

    attraktive Show-Einbauten z.B. im Fußraum des Beifahrers sind möglich. Geschützt werden

    die Endstufen optisch ansprechend mit Plexiglasabdeckungen. Zur Installation eignet sich

    z.B. Sperrholz oder eine Spanplatte, womit sich Endstufen isoliert befestigen lassen.

    Vorsicht mit Schrauben im Kofferraum-Boden, schon so mancher traf dabei seinen Tank!

    Auf der befreundeten Seite www.e30.de sind viele Beispiele für Einbauten (vor allem bei

    BMWs) zu sehen.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 28 von 36

    8. Erweiterungen

    Auf weitere Erweiterungen, wie Freisprecheinrichtungen für das Handy, Alarmanlage zum

    Schutz des Autos und der HiFi-Anlage und Navigationssystemen gehe ich hier momentan

    nur am Rande ein.

    8.1. Navigationssysteme

    In neuen Autos ab Oberklasse sind Navigationssysteme heutzutage oft schon serienmäßig

    integriert.

    Navigationssysteme nutzen vor allem das GPS-Signal zur Standortbestimmung. Das Global

    Positioning System besteht aus 9 Satelliten, die einen Zeitcode senden, so dass aus den

    Signalen (verschiedene Laufzeiten) die Position errechnet werden kann. Dazu muss die

    Antenne „Blick“ auf mindestens 4 Satelliten haben. Das GPS wurde für das US-Militär

    entwickelt, das hat auch die Kontrolle darüber. Als Alternative soll ab 2005 das europäische

    System „Galileo“ dienen, das für die zivile Nutzung gedacht ist. Es zudem noch genauer.

    Es gibt auch portable Geräte, Palm-Top-, Handy- und Notebook-Systeme zum Nachrüsten.

    Diese haben jedoch trotz des günstigen Preises einen wesentlichen Nachteil. Fehlt die Sicht

    auf die Satelliten, ist es aus mit der Navigation. So verpasst man sicher die Abfahrt auf der

    Autobahn, wenn sie sich in einem Tunnel befindet.

    Die besseren, fest eingebauten Systeme verlassen sich deshalb nicht nur auf GPS, sie nutzen

    zusätzlich das Geschwindigkeitssignal und evtl. weitere Sensoren, die die

    Satellitennavigation unterstützen. Auch einfach Infos, wie „Rückwärtsgang ein“ sind

    manchmal nötig. Das Geschwindigkeitssignal ist bei vielen Fahrzeugen am ISO-Stecker

    (Radio) abgreifbar. Wenn nicht, wird es schwierig, dann muss man in der Fachwerkstatt

    nachfragen, wo man am Cockpit-System rann muss.

    Es gibt auch viele verschiedene Systeme zum Nachrüsten. Während es früher ausschließlich

    Geräte gab, die ihre Kartendaten auf einer CD hatten, sind bei modernen Geräten DVDs im

    Einsatz, die das 6-12-fache an Speicherplatz bieten. Damit sind größere Flächen (nicht nur

    ein Land, sondern Komplett-Europa) und genauere Abdeckung (z.B. mit

    Straßennummer)möglich.

    Zusätzlich zur einfachen Routenberechnung kann mit dem TMC-System (Traffic Message

    Channel) auch auf Staus und zähen Verkehr reagiert werden.

    8.2. DVD- und Videosysteme

    Dank der neuen DVD-Technik und TFT-Bildschirmen hält das Video auch stärker ins Audio

    Einzug. So gibt es heute auch komplette Dolby-Digital-Dekoder fürs Auto. Einige Head-Units

    haben statt eines CD einen DVD-Schacht und einen ausklappbaren Flachbildschirm.

    Im Stau ist das sicher eine gute Abwechslung.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 22 von 36

    5.4 Endstufentypen

    Endstufen sorgen dafür, das die entsprechende Wechselspannung (Töne) mit hoher

    Spannung (10...60 V) zur Verfügung stehen, auch wenn eine Last von nur wenigen Ohm

    daran hängt und so große Ströme fließen. Gesteuert werden diese über Transistoren.

    Während früher hauptsächlich bipolare Typen zum Einsatz kamen, werden nun immer mehr

    Feldeffekt-Typen eingesetzt. Diese besitzen zahlreiche Vorteile, aber auch Nachteile. Da

    Transistoren keine ideale, lineare Kennlinie haben, hängt die Wiedergabequalität auch von

    der Dimensionierung ab. Die Class (Klasse) gibt an, in welchem Arbeitspunkt man die

    Endtransistoren betreibt, jeder hat Vor- und Nachteile.

    · Class-A-Endstufen liegen genau in der Mitte der Betriebsspannung, was eine

    hervorragende Linearität, aber eben einen sehr schlechten Wirkungsgrad (unter 6%)

    bedeutet. Große Leistungen (> 100 W) sind damit praktisch nicht erreichbar, da sich die

    dabei entstehende Wärme nicht mehr über Kühlkörper abführen lässt. Die

    Stromaufnahme hängt hier nicht von der Aussteuerung ab, es fließt immer der gleiche

    Strom durch die Endtöpfe.

    · Class-B lassen sich sehr hoch aussteuern und haben einen hohen (bis 78,5 %)

    Wirkungsgrad, jedoch gibt es starke Nichtlinearitäten bei Nulldurchgängen und

    Kleinsignalen. Das ergibt einen hohen Klirrfaktor.

    · Der übliche Kompromiss sind sogenannte AB-Endstufen, deren Arbeitspunkt schwebend

    dazwischenliegt und diese Verzerrungen reduziert. Eine AB-Endstufe hat bei etwas 2/3

    der Vollaussteuerung die maximale Leistungsaufnahme. Der maximale Wirkunsgrad

    liegt wie bei den Class-B ebenfalls bei 78,5 %.

    · Class-C (noch höherer Arb.-Punkt) werden üblicherweise nur im HF-Bereich eingesetzt.

    · Class-D erlaubt eine quasi digitale (entweder voll auf oder voll zu) Ansteuerung, das

    heißt, die Signale werden moduliert und anschließend geglättet, also am Ende die hohe

    Schaltfrequenz (HF) herausgefiltert. Leider besitzen diese Endstufen dadurch eine

    schlechte Klangqualität. Class-D werden deshalb selten und nur bei großen

    Ausgangsleistungen für den Bass verwendet. Möglich sind so Wirkungsgrade von

    teilweise über 90 %. Ein Nachteil ist jedoch der nachgeschaltete passive 20 kHz-Tiefpass.

    Das LC-Filter erhöht den Innenwiderstand.

    · Neuere sogenannte Class-T-Endstufen (T steht für den Hersteller Tripath) haben

    ebenfalls den hohen Wirkungsgrad einer Class-D, bieten jedoch durch zusätzliche

    digitale Regelung und DSP-Überrechnung eine wesentlich bessere Klangqualität, die

    fast auf A/B-Niveau liegt. Im Car-HiFi-Bereich werden solche mit Tripath-Chips

    gesteuerten Amps im allgemeinen als Class X bezeichnet.

    Neben Ausgangsleistung und Frequenzgang gibt es den Dämpfungsfaktor als

    Qualitätsmerkmal. Steuert eine Endstufe eine Last, gibt es durch das Steuerglied, die

    Endtransistoren und weitere Widerstände unweigerlich Verluste. Das begrenzt den Strom

    und behindert so die schnelle Reaktion des Ausgangs auf ein Eingangssignal. Werden diese

    Verlustwiderstände größer, fällt es der Endstufe immer schwerer, den Lautsprecher zu

    kontrollieren, die Einbaugüte Qtc des Lautsprechers steigt, die Präzision und die

    Impulsivität verschlechtern sich. Der Dämpfungsfaktor gibt das Verhältnis zwischen

    Innenwiderstand der Endstufe und externer Last an. Ein Dämpfungsfaktor von 400 bei

    einem 4 Ohm-Lautsprecher entsprechen somit einem Innenwiderstand Ri=10m =0,01 .

    Um den Innenwiderstand zu senken, bleiben nur bessere MOSFETs als Ausgangstreiber zu

    verwenden und viele von ihnen parallel zu schalten. Ein hoher Dämpfungsfaktor ist so ein

    Indiz für guten Klang, aber die Angabe allein reicht zur Qualitätsbewertung leider nicht aus.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 23 von 36

    5.5 Impedanz

    Auf die Impedanz der angeschlossenen Lautsprecher muss geachtet werden, da sie nicht

    unter die fallen darf, die als Minimum vom Verstärker gefordert wird. Im Car-HiFi-Bereich

    sind externe Endstufen meist 2- -stabil, also können alle Lautsprecher mit 2 oder mehr

    angeschlossen werden. Beim Home-HiFi gilt allgemein 4 als Minimum. Bei kleineren

    Werten wird es kritisch, wenn mehr als Teil-Last „gefahren“ wird, also bei größeren

    Lautstärken. Dadurch wird der Strom durch die Endstufentransistoren zu groß, so dass die

    dabei schnell zerstört werden können, wenn keine Schutzschaltungen gegen Überstrom und

    Übertemperatur vorhanden sind.

    Größere Impedanzen schaden nicht, im Gegenteil, die Endstufe wird nicht so stark belastet,

    was Spannungsschwankungen des Netzteils geringer hält. Je größer jedoch dieser

    Scheinwiderstand, desto kleiner wird aber die abgegebene Leistung! Hat ein Verstärker eine

    Sinusleistung von 100 W an 4 , könnte er theoretisch nur noch die Hälfte an einen 8 -Lautsprecher

    abgeben, praktisch liegt die Ausgangsleistung durch das entlastete Netzteil und

    kleinere Verluste meist bei etwa 60...70 W. Auch 4 und 1- -stabile Endstufen existieren,

    also auf die Kennzeichnung achten! Besonders Autoradio-Endstufen sind im allgemeinen

    nur 4- -stabil.

    Eine Besonderheit gibt es beim Brücken von Endstufen zu beachten: Dieses „In-Reihe-Schalten“

    der Endstufenausgänge ermöglicht das Verdoppeln der Ausgangsspannung, was

    bei gleicher Lautsprecherimpedanz eine Leistungs-Vervierfachung bewirkt. Dadurch

    verdoppelt sich jedoch der Strom! Da durch den höheren Strom auch die Verluste steigen,

    erhöht sich durch die Leistung meist aber immer noch auf 200 ... 300 %.

    In der Praxis heißt das, dass auch an eine gebrückte 2- -stabile Stereo-Endstufe nur

    ein Lautsprecher mit mind. 4 angeschlossen werden darf, da sonst der Strom zu

    groß wird. Das ist auch bei Trimode-Betrieb zu beachten, wenn jeweils zwei 4 -Systeme

    und ein Subwoofer an einer Stereo-Endstufe betrieben werden sollen.

    Weiteres Brücken, also in-Reihe-Schalten weiterer Endstufenkanäle, z.B. bei einer 1 -stabilen

    4-Kanal-Endstufe, funktioniert in der Regel (99,9 % aller Endstufen) nicht! Grund

    dafür sind die gleichen Potentiale der Stromversorgung beim Netzteil. Denn auch 4, 5 oder

    6-Kanal-Endstufen verfügen im allgemeinen nur über 2 „Netzteile“.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 24 von 36

    6. Störungen

    Davon bleiben viele im Car-HiFi-Bereich leider nicht verschont: Brummen, Rauschen,

    Knacksen, Surren, das alles ist möglich, aber unerwünscht! Am häufigsten ist dabei das

    drehzahlabhängige Surren bei leisen Lautstärken.

    Leider haben Störungen mehrere Ursachen. Es entsteht durch die Zündanlage des Motors,

    durch eine unsaubere Spannungsversorgung der Lichtmaschine. Aber auch alle anderen

    Verbraucher und elektrischen Teile können Störungen verursachen. Über mehrere Wege

    kann es sich ins Tonsignal einschleichen.

    Ursachen:

    1. Aufgrund der Differenzspannungen in der Fahrzeugmasse gibt es Probleme mit

    Masseschleifen (90 % aller Fälle)

    2. Einstreuung der Fahrzeugmasse auf das Cinch-Kabel durch kapazitive und

    induktive Kopplung

    3. Störungen direkt über die Stromversorgung

    4. Elektromagnetische Leitungs- und Strahlungskopplung.

    Hier kann man (wie überall bei der Störungsbeseitigung im Auto) oft nur probieren.

    Man erkennt Ursache Nr. 3 leicht daran, dass die Endstufe auch ohne Cinch-Anschluss die

    Störungen bei laufenden Motor von sich gibt. Zur Beseitigung hilft dann meist nur ein Filter

    mit Unterstützung weiterer Elkos in der Stromversorgung oder einfach eine andere Endstufe,

    die mit dem schlechten Bordnetz besser umgehen kann.

    Für die erste Ursache gilt: EINE gemeinsame Masse, das bedeutet meist zwei

    Stromversorgungskabel für Plus und Minus getrennt von der Batterie zum Verstärker legen.

    Dann ist die Endstufe isoliert von der Fahrzeugmasse zu befestigen. Werden beide

    Leitungen noch verdrillt, reduzieren sich Einstreuungen z.B. von der Fahrzeugmasse und

    Spannungsschwankungen (bessere Kapazitäts- und Induktivitätswerte) nochmals.

    Im NF-Bereich wählt man immer einen zentralen Massepunkt, von dem aus sternförmig alle

    Geräte angeschlossen werden. Hier gibt es viel Spielraum zum Probieren! Das allein reicht

    manchmal nicht, denn das Radio, was über die Endstufe(n) mit den Cinch-Kabeln

    verbunden ist, hängt direkt irgendwo anders an der Fahrzeugmasse. Also wäre auch das

    Autoradio idealerweise isoliert zu befestigen und die Masse nicht an den dafür vorgesehenen

    Anschluss aus dem Kabelbaum anzuschließen, sondern über ein querschnittstarkes Kabel

    mit dem gleichen Massepunkt der Endstufen oder Batterie selbst zu verbinden. Eine kleine

    Hilfe ist z.B. auch, dass man die Autoradioendstufen nicht benutzt und wenn möglich

    abschaltet, wenn man eine große Endstufe über die Cinch-Leitung daran hängen hat.

    Optimal ist immer eine minimale Spannungsdifferenz zwischen Endstufe und Radio.

    Das mit der Masse muss probiert werden, manchmal reduziert auch eine gute Masse-Verbindung

    von Kabeln und Karosserie die Störungen. Dann waren die Kabel sicher nicht

    dick genug.

    Gute Endstufen haben an den Cinch-Eingängen kein Massepotential, so wird das Surren

    ebenfalls reduziert.

    Ein Problem mit der Fahrzeugmasse bei neueren Autos sind auch die geklebten oder

    punktgeschweißten Karosserieteile, die nun mal keine guten elektrischen Verbindungen

    ermöglichen. Auch hat Eisen/Stahl einen etwa sieben mal höheren spezifischen Widerstand

    gegenüber Kupfer. Und so dick sind die Blechstärken nicht.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 25 von 36

    Um die Einstreuungen, die auf das Cinch-Kabel „einfallen“, wirksam zu reduzieren, hilft nur

    das richtige Cinch-Kabel. Am besten sind hier die Versionen mit 2 verdrillten Innenleitern

    (kein Koaxial-Aufbau) und mehrfacher Abschirmung. Oft steht der engl. Begriff double-shielded

    twisted-pair cable auf der Packung. Da das Störsignal direkt auf den Schirm

    einfällt, darf dieser kein Tonsignal transportieren. So ist der äußere Schirm am besten nur

    auf einer Seite des Cinch-Kabels mit der Masse zu verbinden (Antennenwirkung). Den

    Transport der Töne übernehmen ausschließlich die beiden Innenleiter. (Diese Verschaltung

    gilt nur für selbst gefertigte Kabel, bei vorkonfektionierten Kabeln bleibt alles, wie es ist.

    Weiterhin sorgen die verdrillten Innenleitungen dafür, dass sich eventuell einfallende

    Störungen gegenseitig auslöschen. Weiterhin sind große Pegel auf dem Cinch-Kabel von

    Vorteil, da sich so direkt das Signal-Geräusch-Verhältnis erhöht, üblich sind dafür schon

    Ausgangsspannungen vom Autoradio von 4...5V anstatt z.B. 100mV (+30dB!), die Endstufe

    muss damit aber umgehen können.

    Neben den Standard-Stereo-Kabeln, gibt es auch Modelle, die 4 oder 6 Kanäle per Cinch

    verbinden können.

    Weiterhin hilft auch ab und zu eine zusätzliche Endstörung der Zündanlage also

    abgeschirmte Zündstecker und Leitungen.

    Was sonst immer hilft: Symmetrische Verkabelung mit getrennter Masse. Warum man die

    symmetrische Verkabelung (im PA- und Studio-Bereich Standard) nicht generell im Auto

    benutzt, ist mir schleierhaft. Weiterhin wäre auch die Übermittlung per (potentialfreien)

    Lichtwellenleiter eine ideale Möglichkeit, Störungen so zu verhindern. Allerdings arbeiten

    LWL nur bei digitalem Signal quasi ideal. Hilft das alles nicht, muss man zwei

    (soundtechnisch nicht ideale) Trenntrafos oder ein Optokoppler-basierendes Trennsystem

    einsetzen.

    Auch kleine Modifikationen der Endstufe selbst halfen mir schon. Eine Reduzierung des

    Eingangswiderstandes schwächten die Störungen bei einem Einbau mit einer älteren

    Endstufe wirklich stark ab.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 26 von 36

    7. Installation in der Praxis

    Alle oben erwähnten Tatsachen sind Theorie, sie ist zwar nötig, aber einige Hindernisse

    erschweren oft die Umsetzung. Die Theorie sollte man nutzen, um die gesamte Anlage (auch

    in Schritten) zu planen, bevor man wild drauflos baut.

    Radioinstallation: Viele Fahrzeuge haben heute ISO-Buchsen vorgesehen, gibt es sie nicht,

    sind Adapter vom Fahrzeug-spezifischen auf ISO (2 Stecker mit je 8 Pins) nötig. Neue

    Radios haben entweder ISO on board oder es gibt einen Adapter auf ISO dazu. So kann alles

    problemlos verkabelt werden. Auf die korrekte Verbindung von Schalt- und Dauerplus ist

    bei einigen Fahrzeugtypen (VW / Audi) zu achten. Wer zusätzliche Lautsprecherkabel

    verwenden will, kann diese Adapter dann auftrennen und über Lüsterklemmen verbinden.

    Oder noch besser, komplett neue Lautsprecherkabel verlegen. Um das Radio zu befestigen,

    ist, von Werksradios einmal abgesehen, oft ein zusätzlicher Metallrahmen nötig, der das

    Radio im Schacht hält. Es selbst wird nach dem Einschieben verriegelt und lässt sich (ohne

    Kratzer zu verursachen) nur mit den Original-Einschubblechen oder -Bügeln wieder

    entfernen, die bei jedem Radiohersteller anders aussehen. Anschlüsse für Remote-out (geht

    zu Endstufen und automatischer Antenne) und Telephone-muting (low-aktiver Eingang

    Open-collector) müssen oft abhängig vom System herausgeführt werden. Je nach Radiotyp

    (z.B. Grundig) sind teilweise weitere Adapter nötig, um die Vorverstärkerausgänge nutzen

    zu können. Hat jemand Probleme mit den runden DIN-Steckern bei älteren Radios oder

    Endstufen? Die Belegungen der verschiedenen Hersteller sind auf meiner Adapter-Seite im

    web.

    Bei den Frontlautsprechern empfiehlt sich die Türmontage. Je nach Typ muss hier

    individuell nach einer sinnvollen Lösung gesucht werden. Hier ist unbedingt vorher schon

    auf die Einbautiefe zu achten. Passen die gewünschten Lautsprecher nicht hinein und will

    man nicht selbst bauen, sind z.B. Doorboards für die meisten gängigen Fahrzeuge von

    speziellen Herstellern zu beziehen, z.B. Cartron, Jehnert, MB und Unitec. Im allgemeinen

    wird dazu einfach die Seitenverkleidung der Tür abgenommen.

    Vorsicht bei neueren Wagen mit Seiten-Airbags, diese sind absolut tabu!

    Wurden eventuelle Stecker z.B. in der Tür aufgetrennt, ist währenddessen auf keinen Fall

    der Schlüssel ins Zündschloss zu stecken. Teilweise ist die beste Lösung, die Batterie

    komplett abzutrennen, da sonst einige Steuergeräte an diversen Bussen Fehlermeldungen

    anzeigen könnten. Die Fehlerspeicher müssten erst in Fachwerkstätten gelöscht werden.

    Für Hecklautsprecher sind bei Limousinen oft schon passende Löcher im Blech ausgestanzt.

    Hier sind oft nur die Löcher für die Speaker in die Ablage zu schneiden. Bei Fließheck- und

    Kombi-Modellen müssen die gesamten Lautsprecher in der Ablage befestigt werden. Sind

    Lautsprecher für hinten noch nicht vorgesehen und soll keine externe Endstufe benutzt

    werden, müssen auch noch Lautsprecherkabel nach hinten gelegt werden.

    Kabelinstallation: Da manche Leute starke Hemmungen haben, das Auto zu „zerlegen“,

    folgen hier einige Tipps. Die Kabel passen bei den meisten Fahrzeugen am besten unter der

    Tür hindurch. Manchmal ist auch der Mitteltunnel eine gute Möglichkeit. Dazu muss man

    natürlich die Verkleidung (Teppich, Befestigung) lösen. So lassen sich auch mehrere dicke

    Kabel unsichtbar verstauen. Als Standard gilt bei den Stromkabeln: Rot ist Plus, Blau (oder

    Schwarz) ist Minus b.z.w. Masse. Die Stromversorgungskabel sollten generell auf der

    anderen Fahrzeugseite liegen als die Signalkabel (Cinch, Lautsprecher). Hier ist auch der

    kürzeste Weg von der Batterie zur Endstufe zu suchen. Je nach Fahrzeug kann die Batterie

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 27 von 36

    auch vorteilhaft im Kofferraum untergebracht sein. Meist ist sie jedoch vorn. Neuere

    Fahrzeuge haben oft Schutzmechanismen, um bei einem Unfall die Bordelektrik von der

    Batterie zu trennen. Die Versorgungsleitungen sind immer dahinter anzuschließen!

    Weiterhin ist auf gute Isolation dort zu achten.

    Die Verbindung zwischen Motorraum und Fahrgastzelle geschieht in der Regel durch ein

    dafür vorgesehenes Loch, das mit einer Gummiabdichtung versehen ist. Dadurch verlaufen

    auch Originalkabel, bei vielen Autos ist dazu eine Verkleidung am Kotflügel zu entfernen,

    so dass man an sie herankommt. Zur Sicherheit kann man ja in der Fachwerkstatt

    nachfragen. Die Bleche sollten nur im absoluten Notfall bei alten Autos durchbohrt werden.

    Danach ist das Metall gegen Rost zu schützen und eine Gummidichtung zu verwenden,

    damit das Kabel nicht durchscheuert und es keine „luftige“ Verbindung zum Motor gibt.

    Auch sonst sind die Kabel zu befestigen, damit sie sich möglichst wenig bewegen, also

    Zugentlastungen vorsehen.

    Das Kontaktieren an den Kabelenden erfolgt durch Crimpen mit Kabelschuhen und Hülsen,

    die für den jeweiligen Kabelquerschnitt vorgesehen sind. Lötverbindungen an Leitungen

    sind aber tabu. Denn das härtet das Kabel und bei Vibrationen sind Brüche möglich. Auch

    verliert Zinn bei höheren Temperaturen deutlich an Festigkeit.

    Werden Stromverteiler oder ähnliches verwendet, müssen diese zusätzliche Sicherungen

    enthalten, wenn sich der Kabelquerschnitt (z.B. 1x25qmm rein, 4x10qmm raus) auf kleinere

    Werte verringert, als vorne bei der Hauptsicherung hinter der Batterie abgesichert wurde.

    Sonst könnte diese Sicherung an der Fahrzeugbatterie nicht zeitig genug ansprechen.

    Wo man die Endstufe verbaut, ist sicher Geschmackssache, üblich ist dazu der Kofferraum.

    Typisch ist das Anschrauben an die Rücksitzbank. Auch unter der Heckablage, auf dem

    Boden des Kofferaums oder direkt an das Subwoofergehäuse geschraubt sind weitere

    Möglichkeiten. Als den größten Vorteil sehe ich dabei den erhöhten Diebstahlschutz. Auch

    attraktive Show-Einbauten z.B. im Fußraum des Beifahrers sind möglich. Geschützt werden

    die Endstufen optisch ansprechend mit Plexiglasabdeckungen. Zur Installation eignet sich

    z.B. Sperrholz oder eine Spanplatte, womit sich Endstufen isoliert befestigen lassen.

    Vorsicht mit Schrauben im Kofferraum-Boden, schon so mancher traf dabei seinen Tank!

    Auf der befreundeten Seite www.e30.de sind viele Beispiele für Einbauten (vor allem bei

    BMWs) zu sehen.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 28 von 36

    8. Erweiterungen

    Auf weitere Erweiterungen, wie Freisprecheinrichtungen für das Handy, Alarmanlage zum

    Schutz des Autos und der HiFi-Anlage und Navigationssystemen gehe ich hier momentan

    nur am Rande ein.

    8.1. Navigationssysteme

    In neuen Autos ab Oberklasse sind Navigationssysteme heutzutage oft schon serienmäßig

    integriert.

    Navigationssysteme nutzen vor allem das GPS-Signal zur Standortbestimmung. Das Global

    Positioning System besteht aus 9 Satelliten, die einen Zeitcode senden, so dass aus den

    Signalen (verschiedene Laufzeiten) die Position errechnet werden kann. Dazu muss die

    Antenne „Blick“ auf mindestens 4 Satelliten haben. Das GPS wurde für das US-Militär

    entwickelt, das hat auch die Kontrolle darüber. Als Alternative soll ab 2005 das europäische

    System „Galileo“ dienen, das für die zivile Nutzung gedacht ist. Es zudem noch genauer.

    Es gibt auch portable Geräte, Palm-Top-, Handy- und Notebook-Systeme zum Nachrüsten.

    Diese haben jedoch trotz des günstigen Preises einen wesentlichen Nachteil. Fehlt die Sicht

    auf die Satelliten, ist es aus mit der Navigation. So verpasst man sicher die Abfahrt auf der

    Autobahn, wenn sie sich in einem Tunnel befindet.

    Die besseren, fest eingebauten Systeme verlassen sich deshalb nicht nur auf GPS, sie nutzen

    zusätzlich das Geschwindigkeitssignal und evtl. weitere Sensoren, die die

    Satellitennavigation unterstützen. Auch einfach Infos, wie „Rückwärtsgang ein“ sind

    manchmal nötig. Das Geschwindigkeitssignal ist bei vielen Fahrzeugen am ISO-Stecker

    (Radio) abgreifbar. Wenn nicht, wird es schwierig, dann muss man in der Fachwerkstatt

    nachfragen, wo man am Cockpit-System rann muss.

    Es gibt auch viele verschiedene Systeme zum Nachrüsten. Während es früher ausschließlich

    Geräte gab, die ihre Kartendaten auf einer CD hatten, sind bei modernen Geräten DVDs im

    Einsatz, die das 6-12-fache an Speicherplatz bieten. Damit sind größere Flächen (nicht nur

    ein Land, sondern Komplett-Europa) und genauere Abdeckung (z.B. mit

    Straßennummer)möglich.

    Zusätzlich zur einfachen Routenberechnung kann mit dem TMC-System (Traffic Message

    Channel) auch auf Staus und zähen Verkehr reagiert werden.

    8.2. DVD- und Videosysteme

    Dank der neuen DVD-Technik und TFT-Bildschirmen hält das Video auch stärker ins Audio

    Einzug. So gibt es heute auch komplette Dolby-Digital-Dekoder fürs Auto. Einige Head-Units

    haben statt eines CD einen DVD-Schacht und einen ausklappbaren Flachbildschirm.

    Im Stau ist das sicher eine gute Abwechslung.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 29 von 36

    9. Glossar und Begriffdefinitionen

    AC Alternating Current, engl. Wechselstrom, wird so auch verwendet für

    die Wechselspannung

    Aktivsubwoofer Gehäuse-Subwoofer mit eingebauter Endstufe

    Aktivweiche Eine A. ist eine Frequenzweiche, die aktiv arbeitet und im Gegensatz

    zur Passivweiche vor die Verstärker und Endstufen geschalten wird.

    Das hat Vorteile beim Klang und Einstellmöglichkeiten, man braucht

    jedoch viele Endstufen. Auch ist das Verhalten der Weiche

    unabhängig von der komplexen Lautsprecher-Last. Vor Subwoofern

    sind sie unbedingt notwendig. Deshalb sind sie oft in moderne Auto-Endstufen

    bereits integriert.

    AM engl. Amplitude Modulation, meint den Langwellen (LW)-,

    Mittelwellen (MW) oder Kurzwellenbereich (KW), in denen im

    Gegensatz zu UKW amplitudenmoduliert übertragen wird.

    Amp / Amplifier Englische Kurzform und Bezeichnung für Verstärker

    Amplitude Gibt hier die Höhe der elektrischen Spannung eines

    Wechselspannungssignals an. Sie ändert sich jedoch ständig, deshalb

    gibt es einen Spitzenwert (Peak), und es ergibt sich ein Effektivwert

    (RMS).

    ARI „Autofahrer-Rundfunk-Information“ war vor RDS das System zur

    Umschaltung (von Cassette) bei Verkehrsdurchsagen.

    Ausgangsleistung Gibt an, welche Leistung maximal eine Endstufe besitzt. Man

    unterscheidet Sinus-, Musik- und Impulsleistung. Siehe Punkt 5.1

    Auto-Reverse „Automatische Umkehr“ ein Cassettenteil, das die Seite wechselt,

    ohne die Cassette herausnehmen zu müssen.

    Bandpass 1. Typ einer Frequenzweiche, der nach oben und unten den

    Frequenzbereich einschränkt, er besteht prinzipiell aus

    nacheinandergeschalteten Hoch- und Tiefpass.

    2. Typ einer Boxenkonstruktion, die (daher der Name) durch die

    Abstimmung oben und unten im Frequenzgang eingeschränkt wird.

    Bass Frequenzbereich zwischen 70 und 120Hz, darunter Tiefbass, darüber

    120 bis 150 ist der obere Bass. Darüber beginnt der Grundtonbereich.

    Bordnetz Das Bordnetz im Auto ist auf 12V...14V ausgelegt, die ca. 12V gelten

    für Betrieb mit der Batterie (Bleiakku) über 13V können mit der

    Lichtmaschine bei laufendem Motor dann daraus werden.

    Bridge engl. Brücke, b.z.w. Brückenverstärker

    Brillianz Frequenzbereich zwischen 3 und 5 kHz unterhalb der Höhen

    Brücken-(verstärker) Besonders im Car-HiFi-Bereich ist dieses Verfahren üblich, um

    größere Leistungen aus Verstärkern zu erhalten. Hierbei werden zwei

    Einzel-Endstufen in Reihe geschaltet, was die Ausgangsspannung

    verdoppelt und so bei gleicher Last-Impedanz eine ca. 4x so große

    Leistung freisetzt. Siehe Punkt 5.

    Car-HiFi Steht für High-Fidelity (Hohe Wiedergabetreue) von Sound-Anlagen

    in Autos. Erst durch externe Endstufen mit integrierten

    Schalternetzteilen war dies möglich.

    Casseiver Kunstwort aus engl. Cassette + Receiver, ein Autoradio mit Compact-Cassettenteil.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 30 von 36

    CD-Changer Wechsler für mehrere Compact Disc werden meist als externe Box an

    das Radio angeschlossen, die Steuerung ist im Radio, damit der

    Wechsler die Steuerungsdaten versteht, müssen Radio und Wechsler

    zusammenpassen und so (fast) immer von der gleichen Firma sein.

    Cinch RCA-Stecker, benannt nach dem Hersteller, der sich als Standard für

    Audio- und Video- Verbindungen etabliert hat. Wird sowohl als

    Vorverstärkerausgang (Line-out) an Radios und Eingang an Endstufen

    eingesetzt. Teilweise sind Adapter nötig, die von anderen Steckern am

    Radio auf Cinch-Format anpassen.

    Class Klasse für die Arbeitspunkt-Einstellung bei den Endtransistoren, Siehe

    Punkt 5.4

    Contained Box engl. für Geschlossenes Gehäuse, siehe unter Punkt 4.1.1

    Crossover Englische Bezeichnung für eine Frequenzweiche

    DAB Digital Audio Broadcasting steht für digitalen Rundfunk, übertragen

    werden dabei die Hörprogramme digital, aber mit MPEG-2-Audio

    komprimiert, also wird CD-Qualität nicht ganz erreicht..

    Dämpfung Ist der Reziprokwert der Güte und gibt an wie stark ein schwingendes

    System abgedämpft wird, also wie schnell die Amplitude nach der

    Anregung kleiner wird.

    Dämpfungsfaktor Gibt das Verhältnis zwischen Anschlussimpedanz und

    Innenwiderstand einer Endstufe an. Siehe Punkt 5.4

    dB Abk. für Dezibel

    DC Direct Current, engl. Gleichstrom, auch Verwendung zur Bezeichnung

    der Gleichspannung

    Dekade Abstand einer Frequenz zum 10-fachen oder Zehntel der Frequenz

    Dezibel Ist das 10-fache eines (dekadisch) logarithmierten

    Leistungsverhältnisses, das bei Pegelrechnungen große Vorteile hat,

    aus einer Multiplikation wird eine Addition. sind eine

    Leistungsverzehnfachung, +20dB dagegen eine Verhundertfachung,

    Negative Werte -10dB entsprechen ein Zehntel. Bei absoluten Pegeln

    entsprechen 775mV 0dB. Siehe Punkt 5.1

    DIN Deutsches Institut für Normung, das wie auch VDE, IEEE etc.

    bestimmte Sachen festlegt, die dann als Norm allgemein gelten. Nur

    so sind Messungen vergleichbar, und die Adapterflut hält sich etwas in

    Grenzen.

    Doorboard engl. für „Tür-Brett“, Damit wird die (meist) aus Holz und

    Spachtelmasse bestehende Konstruktion bezeichnet, die an der

    Innenseite der Fahrzeugtür befestigt wird, um z.B. größere oder mehr

    Lautsprechersysteme (als ab Werk vorgesehen) gut und optisch

    ansprechend unterzubringen.

    DVD Die Digital Versatile Disk löst als Speichermedium die CD ab, vor

    allem zur Speicherung von Daten (DVD-ROM) z.B. fürs

    Navigationssystem oder für Videoanwendungen.

    Elko Abk. für Elektrolytkondensator, Er speichert durch das Elektrolyt

    zwischen den Metallfolien besonders große Ladungen. Sie werden u.a.

    dazu benutzt, um an der Endstufe die Bordspannung zu stützen, er ist

    in der Regel gepolt. Bipolare Typen finden fast ausschließlich in

    Passivweichen für Lautsprecher Verwendung. Siehe Punkt 5.3

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 31 von 36

    Endstufe oder auch Endverstärker, Wird angesteuert vom Vorverstärker und

    sorgt für die entsprechende Stromverstärkung, nur er erzeugt damit die

    Leistung am Ausgang, damit bei hoher Spannung auch entsprechend

    Strom zur Verfügung steht.

    EON Enhanced Other Networks, diese “Erweiterten anderen Netzwerke”

    sind Zusatzdienste oder –Informationen zu RDS, wie z.B.

    Sendungstyp PTY (Programme TYpe), Verkehrsnachrichten TA

    (Traffic Announcement), CT (Clock Time) das Zeitsignal einer

    genauen Atomuhr u.s.w.

    Filter das elektr. analoge Filter beeinflusst durch Kapazitäten

    (Kondensatoren) und evtl. auch Induktivitäten Amplitude und Phase

    und so sein Frequenzverhalten. Neben Typ (z.B. Hochpass) sind

    Grenzfrequenz, Flankensteilheit und Güte die charakteristischsten

    Eckdaten.

    Flankensteilheit Gibt an, wie stark ein Filter über oder unterhalb der Grenzfrequenz

    wirkt, Filter 1. Ordnung haben 6dB pro Oktave (=20dB pro Dekade),

    Filter 2. Ordnung 12dB/Okt. u.s.w.

    FM steht für Frequency Modulation und meint den UKW-Bereich, in dem

    mit Frequenzmodulation gearbeitet wird.

    Free-Air Mit „freier Luft“ arbeitet ein dafür vorgesehner Subwoofer, der das

    große Volumen (mehrere hundert Liter) des Kofferraums wie ein

    geschlossenes benutzt, um damit im Tieftonbereich Druck zu

    erzeugen.

    Frequenzgang F. ist der genaue Verlauf der Amplitude und der Phase eines Systems

    über die Frequenz. Durch Kapazitäten fällt die Amplitude irgendwann

    mit höher- und kleiner werdenden Frequenz ab und begrenzen so die

    Bandbreite. Daraus ergeben sich obere und untere Grenzfrequenz.

    Frequenzweiche Eine F. trennt einen Frequenzbereich in verschiedene auf, dazu

    werden Filter benutzt. Eine Zweiwege-Weiche besteht aus einem

    Hoch- und Tiefpass, mit zunehmenden Wegen, kommen dann weitere

    Bandpässe hinzu.

    Frontstaging engl. vordere Bühne, damit wird die Bühnendarstellung, für die das

    Frontsystem zuständig ist, bezeichnet. Dabei muss eine exakte Ortung

    der einzelnen Stimmen und Instrumente in der Stereobreite gegeben

    sein.

    fs Formelzeichen der Resonanzfrequenz (in Hertz Hz) eines

    Lautsprechers im Freifeld, f. ist ein wichtiger TSP.

    Full-Logic engl. Volle Logik, bezeichnet Cassetten-Laufwerke, die keine

    Laufwerksfunktionen mit mechanischen (also auch Eject) Tasten

    ausführen, alles wird über Servo-Motoren bewegt.

    GPS Das Global Positioning System ist ein aus Satelliten bestehendes

    System zur Navigation.

    Grenzfrequenz Bezeichnet die Frequenz an einem Filter oder System, bei dem die

    Amplitude um –3dB (70,7%) gegenüber der Referenz abgefallen ist.

    Ground /GND engl. Masse, beschreibt das gemeinsame elektr. Potential, das als

    Bezugspunkt genommen wird, im Auto ist das der Minus.

    Grundton Frequenzbereich zwischen 150 und 450 Hz, über dem oberen Bass,

    darüber beginnen die Mitten. Der Name wird abgeleitet von der

    Grundfrequenz der menschlichen Sprache, die vor allem bei Frauen in

    diesem Bereich liegt.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 32 von 36

    Güte Reziproke der Dämpfung, Die Güte Q beschreibt das Impulsverhalten

    von Filtern und schwingenden Systemen, wie Lautsprechern. Je

    niedriger sie, desto besser das Impulsverhalten und geringer die

    Überschwinger. Siehe alles unter Punkt 4

    Head-unit engl. Kopf-Einheit bezeichnet das Autoradio als zentrale

    Steuerungskomponente.

    HiFi engl. Abk. steht für High Fidelity, hohe Wiedergabetreue

    High-Power Hohe Leistung, damit werden z.B. die Radioendstufen bezeichnet die

    gebrückt laufen, um größere Ausgangsleistungen zu erzeugen.

    High-Power-Inputs Neben den Line-Eingängen verfügen einige (meist billige) Verstärker

    über solche H., an denen die Lautsprecherausgänge des Radios direkt

    angeschlossen werden können. Das ist vor allem für Radios ohne

    Vorverstärkerausgänge sinnvoll, manchmal sind dadurch auch

    Störungen (z.B. durch Motor) geringer, aber das Rauschen stärker.

    Hochpass H. ist ein elektr. Filter, das hohe Frequenzen (hohe Töne) durchlässt,

    aber tiefere Frequenzen zunehmend (vor allem unterhalb der

    Grenzfrequenz) stärker dämpft.

    Hochton Der Hochton-Bereich oder die Höhen sind der Frequenzbereich

    zwischen 5 und 20 kHz.

    Hochtöner H. ist ein Lautsprecher, der für die Wiedergabe hohe Frequenzen

    (>1...6kHz) optimiert wurde, dadurch ist er meist kleiner. Er erzeugt

    die hohen Töne in einem 2-, 3- (etc.) –Wege-System. Damit er nicht

    zerstört wird, müssen von ihm mittels einer Frequenzweiche

    (Hochpass) die tiefen Frequenzen ferngehalten werden.

    Home-HiFi- Mit H. sind die üblichen HiFi-Anlagen zu Hause, die mit 220V laufen

    und als Komponenten in der Wohnung stehen.

    Impedanz I. bezeichnet den Wechselspannungswiderstand einer Last, z.B. eines

    Lautsprechers. So wird auch der Nennscheinwiderstand des

    Lautsprechers, bei 4 oder 8 Ohm festgelegt. Siehe Punkt 4. und 5.5

    Input engl. Eingang

    ISO International Standard Organisation, die z.B. Stecker normt

    Isobarik steht für gleichbleibenden Druck, Siehe unter Push-pull

    Klemme Im Kfz-Bereich wurden diese Klemmen genormt, um eindeutige

    Bezeichnungen zu schaffen, z.B. Klemme 15 ist der Schaltplus,

    Klemme 30 der Dauerplus, die auch am Radio anliegen.

    Lautsprecher Neben vielen Sonderformen hat sich vor allem der dynamische L.

    durchgesetzt, der mit Hilfe von Induktion einer Spule in einem

    Magnetfeld aus elektr. Strom in Schalldruck umzuwandeln.

    Line Mit Line werden die Vorverstärker-Ein- und Ausgänge bezeichnet die

    über Cinch untereinander verbunden werden.

    Masse Siehe Ground

    Mitteltöner In 3-(oder mehr) Wegesystemen geben die M. die Mitten wieder, dazu

    brauchen sie einen vorgeschalteten Bandpass-Filter. Auch gemischte

    Lautsprecher wie Tiefmitteltöner in 4-Wegesystemen existieren.

    Mitten Frequenzbereich zwischen 450 Hz und 2 kHz.

    Oktave Abstand einer Frequenz zu doppelten oder halben Frequenz, Wird zur

    Angabe der Flankensteilheit von Filtern benutzt.

    Output engl. Ausgang

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 33 von 36

    Passivweiche Im Gegensatz zu Aktivweichen verfügen diese P. nur über passive

    Bauteile wie Spulen, Kondensatoren und Widerstände, diese

    Frequenzweichen werden hinter die Endstufe vor das

    Lautsprechersystem geschaltet, vor allem bei 2-Wegesystemen bieten

    sie den besten Kompromiss zwischen Preis und Klang. P. müssen

    jedoch genau an die daran hängenden Einzellautsprecher angepasst

    werden, je näher die Trennfrequenzen an den Resonanzfrequenzen der

    Lautsprecher liegen, desto aufwendiger müssen sie werden.

    Phase Während die Amplitude die Höhe der Auslenkung eines Signals

    beschreibt, gibt die Phase (0...360°) an, welche Verschiebung das

    Signal z.B. durch Filter erfährt. Das ist wichtig, da eine Addition von

    Schalldrücken nur erfolgen kann, wenn auch die Phasen beider

    Signale übereinstimmen, sonst kann es zur Auslöschung kommen.

    Phon P. ist das Maß (lat. Ton) für die Lautstärke. Da das Gehör für

    unterschiedliche Frequenzen verschieden sensibel ist, wird die

    Lautstärke über Isophonen an den gemessenen Pegel (in dB)

    angepasst. 90dB sind 90 phon bei 1kHz, bei 3,4kHz, wo das Ohr am

    sensibelsten ist, reichen schon 80dB für 100phon, bei 10kHz sind

    schon 97dB für die gleiche Lautstärke nötig. Im Bassbereich sind die

    Unterschiede noch dramatischer, dort entsprechen (bei 30Hz) erst

    100dB den 90 phon.

    Präsenz Frequenzbereich zwischen 2 und 3 kHz

    Push-Pull engl. „Drücken-Ziehen“ Siehe unter 4.1.3

    Qtc Formelzeichen für die Einbaugüte (Quality total of chassis), die sich

    beim Einbau abhängig vom Volumen ergibt, sie ist immer höher als

    der feste Qts-Wert eines Lautsprechers. Siehe Punkt 4.

    Qts Q. ist die Gesamtgüte und beschreibt das Verhalten des Speakers im

    Freifeld (ohne Gehäuse). Sie ergibt sich aus der Summe von

    mechanischer Dms (=1/Qms) und elektrischer Dämpfung Des

    (=1/Qes) vom Lautsprecher. Q. ist ein wichtiger TSP. Siehe Punkt 4.

    RDS Das Radio Data System überträgt zusätzliche Informationen, wie z.B.

    Sendernamen (PI Programme Identification) und Alternativfrequenzen

    (AF).

    Rearfill Die „hintere Füllung“ bezeichnet die im Auto notwendigen 2

    Heckkanäle, die u.a. die Ortbarkeit des Subwoofers verhindern sollen,

    der ja meist hinten untergebracht ist. Erst mit Pseudoquadro-Schaltungen

    oder besser Dolby Surround 2 machen sie jedoch erst

    richtig Sinn, um auch akzeptablen Raumklang mit stereofonen

    Musikaufnahmen zu verwirklichen.

    Receiver engl. Empfänger, also das Autoradio, CD-Receiver ist dann ein Radio

    mit CD-Teil.

    Resonanzfrequenz R. ist die Frequenz in einem schwingendem System, bei dem das

    System die geringste Dämpfung hat.

    RMS Root Mean Square (Wurzel des mittleren Quadrates) ist der

    Effektivwert einer Wechselspannung. Das per Definition die

    Gleichspannung, bei der an eine Ohmsche Last, die gleiche Leistung

    abgegeben wird. Bei Sinus- und Rechtecksignalen ist das bei 70,7%

    des Peak-Wertes der Spannung der Fall.

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 34 von 36

    Soundboard engl. „Klangbrett“, damit ist das vor allem bei Fließheck und Kombis

    benutzte Brett im Heck gemeint, auf dem ein komplettes

    Mehrwegesystem Stereo-Lautsprechersystem und evtl. ein Subwoofer

    befestigt wird. Es ist die einfachste Möglichkeit, etwas Lautstärke ins

    Auto zu bringen. Da die Musik nun aber von hinten und nicht von

    vorn kommt, ist ein akzeptables Frontstaging damit ausgeschlossen.

    Speaker engl. Lautsprecher, abgeleitet von Loudspeaker

    SPL S. ist die Abk. für (engl.) Sound-Pressure-Level. Mit dem

    Schalldruck-Pegel ist hier direkt der Wirkungsgrad des Lautsprechers

    (üblich zwischen 1 – 10%) angegeben, er wird als Schalldruckpegel in

    dB bei einem Watt und einem Meter Abstand definiert. Mit

    zehnfacher Leistung addieren sich dann auch 10dB zu dem SPL zum

    Gesamtschalldruck.

    Subwoofer engl. „unterhalb des Tieftöners“ Der S. ist für den Tiefbassbereich und

    eingeschränkt den Bass zuständig.

    TFT engl. Thin Film Transistor, diese Technik wird zur farblichen

    Darstellung auf Flachbildschirmen eingesetzt. Es ist wesentlich

    leuchtkräftiger und kontrastreicher als die ältere DSTN-Technologie.

    Thiele-Small-P. Die Thiele-Small-Parameter, siehe unter TSP

    Tiefbass Frequenzbereich unterhalb von 70Hz, darüber ist der Bass-Bereich.

    Tiefpass T. ist ein elektr. Filter, das tiefe Frequenzen (tiefe Töne) durchlässt,

    aber höhere Frequenzen zunehmend (vor allem oberhalb der

    Grenzfrequenz) stärker dämpft.

    Tieftöner In Mehrwege-Lautsprechersystemen ist dieser Speaker für die tiefen

    Töne (Bass, oberer Bass, Grundton) zuständig, er wird im engl. als

    Woofer bezeichnet

    TMC Traffic Message Channel in diesem „Verkehrs-Nachrichten-Kanal“

    werden digital Stauinformationen parallel zum Analogradio (UKW)

    übertragen. Neben Autoradios nutzen vor allem von neuen

    Navigationssystemen diese Infos.

    Transistor Halbleiterbauelement, das z.B. zur Verstärkung von Spannung und

    Strom eingesetzt wird. Neben bipolaren Typen, die PN-Übergänge

    (NPN, PNP) nutzen, gibt es unipolare Typen, das sind verschiedene

    FETs (Field Effect Transistor = Feldeffekttransistor), die Halbleiter-Kanäle

    zur Steuerung verwenden.

    Trennfrequenz T. ist die (etwa gleiche) Grenzfrequenz, die 2 Filter in

    Frequenzweichen haben. So z.B. bei einer Zweiwege-Weiche hätten

    sowohl Hoch- und Tiefpass diese T. als Grenzfrequenz.

    Trimode engl. Drei-Modus, Spezielle Endstufen im Car-HiFi-Bereich, die auch

    brückbar sind, gestatten oft diesen Modus, in dem sowohl ein Stereo-Lautsprechersystem

    als auch ein Monosubwoofer nur durch eine

    Passivweiche getrennt an einer Endstufe betrieben werden können.

    Der Subwoofer erhält dabei mehr Leistung als das Stereosystem.

    TSP Thiele-Small-Parameter sind die nach den Entwicklern A. Neville

    Thiele und Richard H. Small benannten Werte eines Lautsprechers.

    Die beiden Ingenieure brachten zwischen 1964 und 1972 ihre

    Entdeckungen zu Lautsprechern heraus. Sie simulierten das akustische

    Verhalten von Lautsprechern über die Transformation und

    berechneten sie anhand von elektrischen Schwingkreisen.

    Tweeter engl. „Zwitscherer“ Siehe Hochtöner

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 35 von 36

    UKW Ultra-Kurz-Welle ist der Frequenzbereich (in Europa) im Radio von

    87,5 bis 108 MHz. (CCIR-Norm)

    Vas V. ist das Formelzeichen für das Äquivalentvolumen, was die

    Dämpfung des Speakers im Vergleich zu einem Luftvolumen angibt.

    Übliche Einheit ist Liter.

    Vorverstärker Der V. liegt, wie der Name sagt, vor dem Endverstärker, er enthält die

    Lautstärke-Einstellung, evtl. Klangregelung u.s.w., im Car-HiFi-Bereich

    ist der V. in das Radio integriert und die (2...6) Vorverstärker-Ausgänge

    (Line-out) werden extra (z.B. als Cinch-Buchsen)

    herausgeführt, um mit externen Endstufen verbunden zu werden.

    Woofer Siehe Tieftöner

    www.selfmadehifi.de Car-HiFi-Installations-Guide (deutsch) Rev. 1.3 (05.04.03)

    Dipl. Ing. K. Föllner (selfmadehifi@gmx.de) Seite 36 von 36

    10. Weitere Hinweise

    Dieser Guide enthält Auszüge der Seiten von www.selfmadehifi.de.

    Dort gibt es weitere Schaltungen, Schaltungsgrundlagen und Steckerbelegungen von

    zahlreichen Radio- und Autoherstellern.

    Auch kann dort das Programm BassCAD heruntergeladen werden, das zur Simulation von

    Lautsprechern, Frequenzweichen etc. dient.

    Es existiert eine große Datenbank mit Tausenden von Chassis und ihren TS-Parametern, das

    hilft sicher einigen weiter.

    11. Quellen und Literaturangaben

    [01] Veit, I, „Technische Akustik“, Vogel-Verlag, Würzburg, 1978

    [02] Stark, B. „Lautsprecher Handbuch“, Pflaum-Verlag, 7. Auflage 1999

    [11] DIN 57100 Teil 430, „Zuordnung von Schutzorganen“

    [12] DIN 57100 Teil 523, „Strombelastbarkeit isolierter Leitungen“

    [13] DIN 72581 Teil 3, „Sicherungen für Kleinspannungsanlagen“

    [21] Autohifi-Kataloge 1994 und 2002

    [22] HIFI MOBIL 2/1995 „Autosubwoofer selbst gebaut Teil 1“ (Jeffrey D. Blair)

    [23] HIFI MOBIL 3/1995 „Autosubwoofer selbst gebaut Teil 2“ (Jeffrey D. Blair)

    [24] HIFI MOBIL 4/1995 „Autosubwoofer selbst gebaut Teil 3“ (Jeffrey D. Blair)

    [25] Zeitschrift: Klang & Ton 1994 – 1997

    [26] radio fernsehen elektronik 1974, Heft 19, S. 636 f.

    „Quadro-Effekt- ein Gerät zur pseudoquadrofonen Wiedergabe“

    [27] ELV, Hefte 6/2000 ... 3/2001 „Technik mobil: Sound auf Rädern – Auto-HiFi selbst

    eingebaut“ Teil 1 ... 4

    Viele kleine Details stammen auch aus diversen „autohifi“ und Car-Hifi“ –Zeitschriften.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    [Home] [Über`s OsterCruising] [Gallerie] [Presseblick] [Kontakt] [OsterCruising Forum] [Disclaimer] [Links] [Tuning&Styling]

     

    Party-Guide

     

    Der PartyGuide für unsere Region. Plane Dein Wochenende. Alle Veranstaltungen, viele Tips... --- Der PartyGuide für unsere Region. Klick und informier Dich. ---