Presse vom 4.11.07

Presse vom 4.11.07

Rheinpfalz: Das zarte Pflänzchen gedeiht EISHOCKEY: Mit Erleichterung reagieren die Mannheimer Adler auf den Sieg gegen Kellerkind Augsburg. Was der Erfolg wert ist, wird sich heute gegen die Eisbären Berlin zeigen. An der Bande steht dabei erneut Mentaltrainer Chris Hamilton. VON ANDRE DINZLER MANNHEIM. Die Erleichterung war den Spielern der Mannheimer Adler am Freitagabend in den Katakomben der SAP-Arena deutlich anzumerken: Nach dem 3:1-Erfolg (Tore: Arendt, Bouchard, Jaspers) gegen die Augsburger Panther gedeiht das zarte Adler-Pflänzchen in dieser Saison zwar weiter langsam, aber immerhin zuletzt einigermaßen konstant. Augsburg und Duisburg hießen die beiden letzten Gegner der Mannheimer - gegen beide gab es verdiente Siege. Dennoch: Die zwei Kellerkinder können nur als „Aufbauhilfe Kurpfalz" gewertet werden. Ein Maßstab sind sie für das Millionenteam natürlich nicht. Das sind schon vielmehr die Eisbären Berlin, die nach einer verkorksten Vorsaison aktuell Tabellenführer sind und heute um 18.30 Uhr in der SAP-Arena als Favorit zu Gast sind. Genau da werden die Adler sehen, wo sie zurzeit wirklich stehen, ob die beiden Siege zuletzt Balsam auf die Wunden waren und es tatsächlich aufwärts geht, oder ob das Strohfeuer von den Hauptstädtern schnell wieder ausgeblasen wird. „Wir gehen kleine Schritte voran", findet Adler-Verteidiger Pascal Trepanier, „in unserer Situation darf man keine Wunder erwarten. Wir versuchen von Spiel zu Spiel mehr Wert auf die Defensive zu legen - das ist uns zuletzt ganz gut gelungen. Stabilisieren wir das, werden wir auch vorne wieder erfolgreicher sein." In der Tat: Gegen die Fuggerstädter hatte Torhüter Adam Hauser wenig bis gar nichts zu tun, vor allem nach dem 2:1 intensivierten die Mannheimer ihre Defensivarbeit, versuchten auf Fehler des Gegners und somit Kontermöglichkeiten zu warten. „Das ist gegen ein Team wie Augsburg nicht ganz einfach. Die wollen normalerweise abwarten und selbst kontern. Aber unsere Geduld hat sich ausgezahlt", urteilt Trepanier. Beim einzigen Gegentor sah der Offensivverteidiger schlecht aus, spielte den Gästen den Puck direkt in den Schläger: „So etwas passiert. Augsburg hat die Passwege zugestellt und so meinen Fehler provoziert. Aber ich bin froh, dass die Mannschaft gekämpft hat und zurückgekommen ist." Zurück in Mannheim ist derweil auch ein Mentaltrainer. Seit dieser Woche gehört Chris Hamilton zum Trainerstab des Meisters. Am Freitag stand er an der Bande, notierte sich ab und an einige Dinge und fiel bei den Adler-Toren allen Umstehenden unvermittelt um den Hals - der Mann lebt schon jetzt mit! „Es ist gut, ihn hier zu haben. Ich kenne ihn noch aus meiner Zeit in Nürnberg, da habe ich oft mit ihm geredet. Er versteht es, dir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Das ist in unserer Situation sicherlich nicht schlecht", weiß Trepanier. Ob die Adler auch heute gegen die Eisbären etwas zu lachen haben, bleibt abzuwarten. Der hinter vorgehaltener Hand offenbar angezählte Coach Greg Poss ist optimistisch: „Wir haben drei Tore geschossen, das war gut. Ich hoffe aber, dass wir uns dabei noch ein paar Tore für das Spiel am Sonntag aufgehoben haben." Ob heute Colin Forbes helfen kann, ist fraglich. Der Kanadier musste am Freitag aufgrund einer Fußprellung aus dem Duisburg-Spiel passen. Über seinen Einsatz wird heute kurzfristig entschieden.