Presse vom 2.11.07

Presse vom 2.11.07

Rheinpfalz: Der Kapitän unter Beobachtung Eishockey: Corbet kehrt heute ins Adler-Team zurück – Forbes fehlt MANNHEIM (olw). Der Kapitän ist wieder an Bord: Es ist ja beileibe nicht das erste Mal, dass René Corbet nach längerer Verletzungspause ein Comeback bei den Adlern feiert. Aber bei seiner Rückkehr heute Abend im DEL-Heimspiel gegen die Augsburger Panther (19.30 Uhr) steht der Star des Mannheimer Eishockeys schlechthin unter besonderer Beobachtung. Denn fraglos spielte der Franko-Kanadier in den ersten acht Partien dieser bisher so verkorksten Saison weit unter seinem gewohnten Niveau (kein Tor, vier Assists). Unter besonderen Druck setzt er sich für heute trotzdem nicht: „Allein durch das Comeback ist doch klar, dass man sich ganz besonders konzentriert.“ Anhaltende Adduktorenprobleme ließen Corbet lange Zeit nur neben dem Eis, etwa auf dem Radtrimmer, schwitzen. Umso wichtiger war für ihn etwa das mit hohem Tempo geführte Training am vergangenen Mittwoch: „Jetzt fühle ich mich schon etwas kaputt. Aber diese hohe Intensität habe ich gebraucht. Im Spiel wird es ja nicht anders sein. Und ich will unbedingt dem Team helfen.“ Das wird er laut Jeff Shantz allein schon durch seine Anwesenheit. „René zurück zu haben, ist viel wert“, sagt der eine Routinier über den anderen (beide sind 34). Dass Shantz nun das „C“ des Kapitäns auf der Brust wieder abgibt, ist für ihn weder Erleichterung, noch traurig: „Mein Spiel wird sich dadurch ja überhaupt nicht ändern.“ Viel geändert hat sich trotzdem in dieser turbulenten Woche. Erst das Machtwort von Manager Marcus Kuhl, dass Trainer Greg Poss nun doch nicht die US-Auswahl beim Deutschland-Cup betreuen darf. Dann der Transfer Robert Müllers zu den Duisburger Füchsen. Und schließlich die Verpflichtung Chris Hamiltons für die mentale Betreuung der Mannschaft. Es war also viel los in dieser Woche in Mannheim – und gespielt wird ja erst heute Abend. Zu Hamilton präzisiert Greg Poss übrigens: „Er ist kein Psychologe, kein Mentaltrainer, kein Motivator – er ist ein Performance-Trainer.“ Heißt wohl: Der 52-jährige in England geborene Jamaikaner ist alles auf einmal. Und soll laut Poss nicht nur Team und Trainern helfen, „sondern der ganzen Organisation“. Die Reaktionen der Mannschaften fielen übrigens gemischt aus. „Ich brauche das nicht“, meint etwa Eduard Lewandowski, während François Bouchard es für „eine gute Sache“ hält. Jeff Shantz sagt: „Ich werde natürlich mit Hamilton mal reden. Dann sieht man ja schon , ob es nützlich sein kann. Alles ist willkommen, was uns helfen kann.“ Nach Robert Müllers Weggang sitzt heute Danny aus den Birken als Back-up-Goalie auf der Bank. Bei Zweitligist Heilbronn, dem Adler-Kooperationspartner, spielte das Talent zuletzt viel – und gut. Besteht die Sorge, nun wieder deutlich weniger Spielpraxis zu bekommen? „Ich bin sicher, dass mich die Organisation nicht hängen lässt“, sagt der 22-Jährige. Anzunehmen ist, dass nach der Deutschland-Cup-Pause Ilpo Kauhanen aus Heilbronn zurückgeholt wird. Heute Abend fehlt den Adlern Colin Forbes (Fußprellung). Corbet wird einer Reihe mit Hackert und Fata spielen, Kink rückt zu Shantz und Girard. TV-Tipp Die Krise der Adler ist Thema der Diskussionsendung „Zur Sache“ im Rhein-Neckar-Fernsehen (RNF). Unter der Leitung von Moderator Norbert Lang erörtern Antti Soramies (Radio Regenbogen), Joachim Klaehn (Rhein-Neckar-Zeitung) und RHEINPFALZ-Sportredakteur Oliver Wehner die Lage des Deutschen Eishockey-Meisters. Die Sendung wird heute um 15 Uhr ausgestrahlt, überdies am Samstag um 16.30 Uhr und 21 Uhr.